7 Ergebnisse
Objekttyp: Fragment (Bogen)
Museum für Islamische Kunst
Archivoltenfragment einer großflächigen, repräsentativen architektonischen Gebäudeausstattung mit Stuckdekor. In Tradition sasanidischer Gestaltungen wurde die Bogenverkleidung eines kleinen Iwans, eines überwölbten, zu einer Seite offenen, nischenartigen Raums, mit einem floralen Fries verkleidet. Allerdings ist das Dekor aus dem an der Wand angetragenem Stuck herausgeschnitten ohne vorgefertigte Elemente zu benutzen. Das Hauptmotiv bildet ein Fries aus stilisierten Bäumen, deren aneinander anstoßenden, eingeschwungenen Zweige jeweils in fünflappigen Blättern enden und einem Rankenmotiv entlehnt sind. Zwischen den tordiert strukturierten, quasi mit Rinde versehenen Stämmen hängen mit einer Einkerbung und Bohrungen versehene Früchte (Granatäpfel?) und Blätter. Die abgewandelten, quasi umgedeuteten Ornamente bilden einen neuen Sinnzusammenhang: Die strenge Reihung der Bäume entwirft das Bild eines gepflegten Hains, wobei ein sowohl in der vor-, als auch frühislamischen Kunst beliebtes Motiv aufgegriffen wird. Das eventuell vom Lebensbaum herrührende Baummotiv findet sich in diversen Bereichen der Raumgestaltung des bei den Ktesiphon-Grabungen in der islamischen Siedlung Salman Pak erschlossenen Gebäudes wieder (vgl. Kt.I 60, 354 & 512). Zur Einbindung in die Bogenverkleidung sitzt der Fries zwischen rahmenden, einfachen Leisten. Den unteren Abschluss bildet ein Dekorband mit einem dreireihigen Fries aus lanzettförmigen, an den Rändern halbierten Lorbeerblättern (vgl. Kt I. 347). Die einfache Ausführung führt zu einer welligen Struktur, gemeint ist aber sicherlich eine spätantiken Vorbildern entlehnte Blattleiste.
Museum für Islamische Kunst
Archivoltenfragmente einer repräsentativen architektonischen Gebäudeausstattung mit aus an der Wand angetragenem Stuck und daraus herausgeschnittenem Dekor. Es fällt vergleichsweise einfach aus und setzt sich aus Leisten und bandartigen Ornamentfriesen zusammen. In der oberen Zone des in drei Abschnitte gegliederten Bogendekors befindet sich ein Fries aus tropfenförmigen Blättern mit Einstichen, die sich mit stark stilisierten Fruchtständen abwechseln. Es kann sich dabei um Traubendolden andeutende Punktgruppen oder ein Blattpaar über einer Beere handeln. Sie stehen über einer mit Einkerbungen versehenen Leiste, unter der ein grob geschnittener Perlstab aus grob geschnitten Stuckbuckeln anbindet. Zwei breite Leisten fassen darunter ein seilartiges Band, dessen Riefen zusätzlich mit Einkerbungen strukturiert sind. Die Tordierung ist von beiden Bogenseiten her gegenläufig ausgebildet, so dass es entweder ein nicht erhaltenes, verbindendes Element im Scheitel gab oder Fragmente zweier Bögen zusammengesetzt wurden. Stilistisch ähnliche Stuckfragmente legen nahe, dass die Wandbereiche unterhalb des Bogens ebenfalls eine Gliederung mit einem einfachen Architekturdekor besaßen (vgl. Kt I. 353). Die aus Versturzschutt geborgene und zusammengesetzte Bogenverkleidung bindet an Traditionen sasanidischer Gestaltungen an. Sie gehört zu einem kleinen Iwan, einem überwölbten, zu einer Seite offenen nischenartigen Raums. Er befand sich in einem Gebäude der islamischen Siedlung Salman Pak im Stadtgebiet Ktesiphons. In der technischen Ausführung entspricht der Bogen einer reicher verzierten Archivolte, die wohl aus demselben Haus stammt (vgl. I. 7735).
Museum für Islamische Kunst
Aus verschiedenen Fragmenten zusammengesetzter Teil des direkt in Stuck modellierten Laibungsdekors der Archivolte eines Iwans, eines nischenartigen, zu einem Hof hin einseitig offenen und reich dekorierten Raums. Das deutlich ausgearbeitete Schuppenmotiv eines Halbrundstabes wird an zumindest einer Stelle von bündelnden Querrippen unterbrochen. Ob es sich dabei um den Scheitelpunkt des Bogens handelt oder mehrere Bündelungen angebracht waren, ist nicht feststellbar. Über dem geschuppten Blattprofil sitzt ein aus modelgeformten, durch hängende doppelte Bogenlinien verbundenen Palmetten zusammengesetzter Bogenfries. Bei der Sortierung der zahlreichen, am Fundort unmittelbar unter der Geländeoberfläche in Versturzlage dokumentierten Bruchstücke konnten Teile eines weiteren Halbrundstabes mit Schuppenmotiv separiert werden, welche zu einem zweiten, gegenüberliegenden Iwan gehören. Das bei diesem nach innen anbindende Tonnengewölbe besaß eine Kassettengliederung, die für dessen Pendant beim Zerstörungsgrad des Architekturdekors nicht nachweisbar war. Von einem reichen Dekorbesatz ist aber auszugehen. Er schmückte ein spätsasanidisches Haus der Siedlung al-Maʿarid im Stadtgebiet Ktesiphons.
Museum für Islamische Kunst
Teilrekonstruiertes Fragment eines Bogen- bzw. Archivoltenabschnitts aus Stuck. Den Hauptbestandteil des Dekors bildet ein über Eck geführter, von rahmenden Leisten eingefasster Halbrundstab mit Flechtmotiv. Es besteht aus je drei diagonal von entgegengesetzten Seiten geführten Wulstbündeln, die sich im Scheitel des Halbrundstabs überschneiden. Den Stababschluss bilden in Schlaufen auslaufende, seitlich umgebogene Rippen, die eventuell als verschnürtes Stoffmotiv zu verstehen sind. Um den Bogen sind modelgeformte Friesplatten angesetzt, auf denen auf einem Taustab durch einfache Bogenranken miteinander verbundene Lotusblütenfächer und Rosettenblüten aufsitzen. Die Lotusblüten wachsen über einem doppelten Heftel aus einem Dreiblatt als Hülse heraus, die Rosettenblüten bestehen aus einer mittigen Hohlperle und darum angeordneten herzförmigen Blättern. Bemerkenswert ist, dass der Bogenfries keinen rahmenden oberen Abschluss besitzt und die Lotusfächer frei stehend enden. Das Plattendekor wurde bei den Ktesiphon-Grabungen in zahlreichen Bruchstücken freigelegt. Es gehört zum östlichen Iwan, einer mit einem Tonnengewölbe überdeckten, zu einer Seite offenen Vorhalle eines Hauses der Siedlung Umm az-Za'tir. Zugehörige, aber nicht über Bruchkannten anpassende Fragmente sind im Museumsdepot archiviert.
Museum für Islamische Kunst
Aus verschiedenen Fragmenten zusammengesetzter Teil des Laibungsdekors einer Archivolte eines Iwans, eines nischenartigen, zu einem Hof hin einseitig offenen und reich dekorierten Raums. Zum reichen Dekorbesatz des Innenraumes gehörten an der Wand angebrachte, modelgeformte Medaillons, sogenannte Nīšānplatten mit Flügelpalmetten und Pahlawi-Inschrift. Die Archivolte umfasste ein torusartiger Halbrundstab, der sich aus einzelnen, wohl in Modeln vorgeformten Platten zusammensetzt. Um eine Hohlperle sind auf diesem Blüten aus vier tropfenförmigen Blätter mit ausgeschnittener Innenfläche angebracht. Die Zwickel zwischen den Blättern sind ähnlich ausgearbeitet und formen ein Kreuzmotiv. Zwischen einem Blütenpaar befindet sich eine bündelnde Doppelleiste, die möglicherweise den Scheitelpunkt des Bogens markiert. Über dem Halbrundprofil sitzt auf einem von einfachen, breiten Leisten gefassten Hohlperlstab ein Fries aus siebenblättrigen Palmetten. Diese verbindet ein in Hefteln zusammenlaufender, hängender Bogenfries mit bandartig gekerbter Oberflächenstruktur. Der Bildgrund des Frieses ist glatt und reicht bis über die Palmettenspitzen hinaus. Das Architekturdekor stammt vom Westiwan eines spätsasanidischen Hauses der Siedlung Umm az-Zaʿtir im Stadtgebiet Ktesiphons.
Museum für Islamische Kunst
Teil des Laibungsdekors einer Archivolte eines Iwans von 4 m Breite. Die über Ziegelgrund aufgesetzte Bogenverkleidung aus Stuck mit direkt einmodellierten Ornamenten setzt sich aus mehreren Elementen zusammen: Einem von breiten Leisten gefasstem Halbrundstab mit Schuppenmotiv, einem in eine leichte Hohlkehle gesetzten Fries aus mit kantig-sechsblättrigen Rosetten um eine Hohlperle alternierenden, durch doppelte Bogenlinien verbundenen und auf Hefteln aufsitzenden Dreiblättern sowie über Eck dem Anschluss zu einem oktogonalen Kassettenmustersystem. Die Kassetten bildeten große, von breiten Dekorstreifen eingefasste Achtecke (vgl. I.7732). Entlang des Randes sitzen Dreiecke mit halbierten, um Hohlperlen arrangierte Strahlenrosetten und Rosetten aus Herzblättern bzw. Blattlappen, auf denen jeweils kleinere Blätter aufliegen. Die Füllung der Kassetten ist am erhaltenen Fragment nicht nachvollziehbar, über ein rekonstruiertes Wandfragment kann aber von sogenannten Kandelaberbäumen in den einzelnen Bildfeldern ausgegangen werden. Teils konnten größere Ornamentbereiche bei den Ktesiphon-Grabungen im Inneren eines wohl spätsasanidischen Gebäudes im Stadtgebiet al-Maʿarid unmittelbar unter der Geländeoberfläche in Versturzlage dokumentiert werden. Bei der Zuordnung der zahlreichen Bruchstücke zeigte sich, dass dem nischenartigen, wohl zu einem Hof hin einseitig offenen Raum ein zweiter, ebenfalls reich dekorierter Iwan direkt gegenüber stand.
Museum für Islamische Kunst
Fragment eines Stuckbogens. Erhalten haben sich Teile des Halbrundstabes, des Frieses und der Laibung. Der Bogenfries ist mit einer Wellenranke mit abzweigenden Palmettblättern verziert. Der Halbrundstab weist sich überlagernde Einkerbungen auf, die an eine Kordel erinnern. In der Laibung sind Herzformen in Rauten eingestellt. Das Fragment wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zusammen mit anderen Stuckplatten und Hochreliefs 80km südöstlich von Teheran im Gebiet von Nizamabad geborgen. Das Museum erwarb die Stücke im Kunsthandel. Fast vollplastisch ausgearbeitete Reiter- und Personendarstellungen stechen unter den verschiedenen Stuckfunden heraus. Sie sind durch Kronen, Schmuck, Bekleidung sowie Farbfassungen und Blattgoldbelag als hochrangige Personen gekennzeichnet. Die Funde aus Nizamabad sind in das 7./8. Jahrhundert zu datieren. Sie sind herausragende Zeugnisse der Übergangszeit zwischen Spätantike und Frühislam.