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Objekttyp: Fragment einer Statuette
Oberkörper einer stehenden Muttergottes auf Sockel mit Wappenschild
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Von der ursprünglich 50,5 cm hohen stehenden Muttergottes mit dem Jesusknaben sind seit den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nur noch der obere Teil der Maria und der Körper des Knaben erhalten. (Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)
Kniende Stifterin
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Figur wurde während des Brands im Flakbunker Friedrichshain 1945 nicht nur fragmentiert und eines Großteils ihrer bildhauerischen Substanz beraubt, sondern auch an ihrer Oberfläche erheblich beschädigt. Auffälligstes Kleidungsstück ist freilich der mächtige Schleier, dessen gekräuselter Rand vierschichtig aufgebaut ist. Die übrige Fläche am Hinterkopf ist durch Riefen strukturiert. Unter dem Kruseler ist das lange, gelockte Haar der jungen verheirateten Frau zu sehen. Ihr Gesicht ist sehr sinnlich und kräftig – blendet man die deformierenden Asymmetrien aus, entspricht es sicher einem weib lichen Schönheitsideal des frühen 15. Jahrhunderts: leichtes Doppelkinn über gebogen horizontaler Halsfalte, kurze, aufgeworfene Lippen, spitze Nase und weit geöffnete Augen unter hoher Stirn. Es ist klar, dass die an zunehmende Fassung den Eindruck wesentlich bestimmt und den Blick auf die verehrte Person oder Begebenheit ausgerichtet haben dürfte. (Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen und im Alpenraum 1380 bis 1440. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2019)
Weibliche Gestalt
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Fragment einer Statuette zeigt einen weiblichen Oberkörper. Der massive Kopf der Frau besticht durch die tiefen Rundbohrungen an Stelle der Pupillen. Zwei weitere Bohrlöcher markieren den Ohrschmuck. Um den Hals trägt sie eine Kette mit rundem, rosettenverzierten Anhänger. Ihr linker Arm ist bloß als Stumpf erhalten, der rechte gänzlich weg gebrochen. Rundplastische Brüste unterstreichen ihre Weiblichkeit. In die glatte Steinrückseite ist eine Vertiefung gehauen. Vermutlich diente sie zur Befestigung an einer Wand. Die Steinnebenseiten sind nicht ausgearbeitet.