3 Ergebnisse
Objekttyp: Fußreif (Kleinkunst / Schmuck / Fußschmuck)
Fußreif mit eingraviertem Muster
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Zusammen mit einem weiteren Reif in gleicher Ausführung (ÄM 20980) wurde der massive Bronzefußreif mit 12,6 cm Durchmesser im Grab 317 des spätmeroitischen Friedhofs in Faras ausgegraben. Der Reif ist in seiner Form nicht komplett geschlossen. Die um wenige Millimeter auseinanderstehenden Enden sind mit gleichem, symmetrisch angeordnetem Muster dekoriert. Auf Gruppen von jeweils vier Zickzacklinien folgt ein aus zwei einfachen Linien bestehendes Band. Direkt anschließend ist ein breites, netzartiges Rautenmuster zu erkennen, das wiederum durch eine Doppellinie von dem anderen Muster abgegrenzt wird. Die in Vierergruppen angeordneten Zickzacklinien zieren das Band. Den Abschluss der Verzierungen bilden Dreiecke, die sich an ihrer Basis berühren und mit kurzen vertikalen Strichen ausgefüllt sind. Sehr wahrscheinlich wurde das Dekor bereits im Gussmodell angelegt und anschließend gepunzt. In Faras im Norden des heutigen Sudan wurde zwischen 1910 und 1912 von dem Archäologen Francis Llewellyn Griffith ein spätmeroitischer Friedhof freigelegt. Die meisten dortigen Gräber wurden zwischen dem 3. und 5. Jh. n. Chr. angelegt. Aus fünf (176, 194, 317, 385A, 582) der nahezu 3000 Gräber sind solche massiven Reife unterschiedlicher Größe bekannt, welche die gleiche Form mit sehr ähnlichem Dekor aufweisen. In den fünf Gräbern, in denen jeweils nur ein Individuum bestattet wurde, wurden sie zwischen Knien und Fußfesseln der Verstorbenen deponiert. Da das Objekt über 1,7 kg wiegt, ist kaum vorstellbar, dass es für längere Zeit um die Fesseln getragen wurde. Es handelt sich dabei vermutlich weniger um Schmuck als vielmehr um prämonetäres Artefakt aus einer spezialisierten Bronzewerkstatt, dessen Wert sich wohl im Gewicht widergespiegelt hat. Fußreife dieser Art dienten somit als luxuriöse Grabbeigaben. (I. Liao nach: Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J., Luxus, in: Finneiser, K. / Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J. / Zorn, O., Alltag – Luxus – Schutz. Schmuck im Alten Ägypten. Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin, 27. September 2014 – 31. Mai 2015, Berlin 2015, S. 53ff.)
Fußreif mit eingraviertem Muster
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der massive Fußreif aus Bronze weist eine Öffnung von wenigen Millimetern auf. An den beiden Enden der Öffnung ist er mit einem netzartigen Rautenmuster und Dreiecken sowie Doppellinien dekoriert, die das Muster trennen. Sehr wahrscheinlich wurde das Dekor bereits im Gussmodell angelegt und anschließend gepunzt. Der Reif wurde im Grab 176 des spätmeroitischen Friedhofs in Faras im Norden des heutigen Sudan gefunden. Fußreife dieser Art mit fast identischem Dekormuster sind lediglich in fünf der nahezu 3000 Gräber in Faras belegt. Ihre Durchmesser liegen zwischen 8 und 14 cm. Der größte Reif wiegt 3 kg. Das Berliner Stück mit einem Durchmesser von ca. 8,5 cm ist daher als ein verhältnismäßig kleines Exemplar zu betrachten. Solche massiven, bronzenen Fußreife dienten möglicherweise nicht dazu getragen zu werden, sondern waren vielmehr prämonetäre Artefakte aus einer spezialisierten Bronzewerkstatt, deren Wert sich wohl im Gewicht widergespiegelt hat. Sie wurden als luxuriöse Grabbeigaben zwischen den Knien und Fußfesseln der Verstorbenen deponiert. (I. Liao nach: Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J., Luxus, in: Finneiser, K. / Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J. / Zorn, O., Alltag – Luxus – Schutz. Schmuck im Alten Ägypten. Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin, 27. September 2014 – 31. Mai 2015, Berlin 2015, S. 53ff.)
Fußreif mit eingraviertem Muster
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dieser massive, bronzene Fußreif, der mit einem Zweiten, in gleicher Ausführung (ÄM 21728), zwischen Knie und Fußfessel des Verstorbenen deponiert wurde, ist nicht komplett geschlossen. Die um 0,5 cm auseinanderstehenden Enden sind durch, auf beiden Seiten parallel angeordnete, eingravierte Muster geschmückt. Auf Gruppen von jeweils vier Zickzacklinien folgt auf beiden Seiten ein einfaches, durch zwei Linien dargestelltes, Band. Direkt anschließend ist ein breites, durch feine diagonale Linien eingraviertes netzartiges Rautenmuster erkennbar, erneut durch zwei Linien abgegrenzt, zwischen denen, wiederum in Vierergruppen angeordnete, Zickzacklinien erscheinen. Den Abschluss bilden gleichschenklige Dreiecke, die sich an ihrer Basis berühren und durch vertikale kurze Striche ausgefüllt wurden. Diese Form der Beigabe ist nur aus wenigen nubischen Gräbern überliefert und kann pro Reif bis zu drei Kilogramm wiegen. Dass solch ein Objekt für längere Zeit am Körper getragen wurde ist kaum vorstellbar, möglicherweise diente es als prämonetäres Artefakt. Insgesamt fanden sich in fünf Gräbern des spätmeroitischen Friedhofes von Faras solche Fußreife, vielleicht ein Anzeichen dafür, dass sich in unmittelbarer Nähe eine spezialisierte Bronzewerkstatt befand. (N. Overesch)