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Objekttyp: Gefäßverschluß
Hl. Theodoros von Aschmunein
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Auf der Unterseite des Gefäßverschlusses sind noch die Abdrücke und Spuren von Stroh zu erkennen, womit der Hals des Vorratsgefäßes zunächst verstopft wurde, ehe die Gefäßmündung mit weichem Stuck abgedichtet werden konnte. Mit einem Stempel – in unserem Falle einem vertieft geschnittenen – drückte der Eigentümer sodann sein Zeichen in die noch weiche Masse. In Klöstern verwendete man als Stempelbilder sinnvollerweise Darstellungen von Heiligen. Der recht unscharfe Abdruck unseres Verschlusses zeigt den hl. Theodoros von Aschmunein in frontaler Stellung, mit kurzer Tunika, Mäntelchen und Nimbus. Seine erhobene Rechte hält eine Lanze, die Linke ist auf den Schild gestützt. Theodoros ist hier im Typus byzantinischer Soldatenheiliger dargestellt. Eine Arabeske und ein Baummotiv füllen die Zwischenräume des Bildgrundes aus.
Krugverschluss
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der Gefäßverschluss zeigt den Heiligen Menas als Orans zwischen den gelagerten Kamelen in der Ikonographie, wie sie von zahlreichen Pilgerandenken für ihn bekannt ist. Das Stück enthält noch die Scherbe, welche in den Gefäßhals geklemmt wurde, ehe man den Tonpfropfen hineindrückte. Die Darstellung des Menas auf einem Gefäßverschluss könnte auf der Wahl des Heiligen als Schutzpatron durch den Eigentümer des Inhaltes beruhen. Möglicherweise enthielt das Gefäß jedoch auch geweihtes Wasser oder Öl, welches aus dem Pilgerheiligtum westlich von Alexandria nach Aschmuneïn gebracht worden war. Ein Gefäßverschluss mit der gleichen Darstellung befindet sich im Koptischen Museum in Kairo (Strzygowski [1904] 227 Nr.8977).
Krugverschluss
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Um den Besitzer oder Adressaten von Waren oder den Inhalt von Gefäßen zu kennzeichnen, wurden diese oft mit Pfropfen aus Ton oder Nilschlamm verschlossen, die in feuchtem Zustand gestempelt wurden. Die Stempel zeigten Tier- und Pflanzendarstellungen, Namens- und Monogramminschriften oder Heilige. Um dem Verschluss einen besseren Halt zu geben, wurde in den Gefäßhals zuerst ein rundes Rohrgeflecht (bisweilen auch eine Tonscherbe) geklemmt, von dem meist nur der Abdruck erhalten ist. Bei dem Gefäßverschluss mit dem Relief des heiligen Theodor hat sich das Rohrgeflecht als besondere Seltenheit erhalten. Der Heilige ist als Soldatenheiliger mit kurzer Tunika und Soldatenmantel, dem Sagum, bekleidet. Mit der Rechten stützt er sich auf ein Schild, mit der Linken auf eine Lanze. Beigegeben sind ihm ein Baum und eine Schlange, die er mit der Lanze durchbohrt. Seinen Kopf umgibt ein Nimbus.