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Objekttyp: Gemme (Kleinkunst / Schmuck)
Gemme mit Darstellung des Gottes Heliorus
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
«Vs.: Auf dieser Gemme steht der Gott leicht nach links gewendet, das linke Spielbein etwas zur Seite gesetzt. Er ist mit einem kurzen Schurz bekleidet und hält in der ausgestreckten Rechten eine Schlange mit Strahlenkrone; in der gesenkten Linken trägt er eine Situla (?). Der große Löwenkopf mit geöffnetem Maul und massiger Mähne erscheint im Profil nach links, versehen mit einer siebenstrahligen Krone. Die Schlange, die er statt der üblichen Attribute trägt, deutet wohl die Verbindung mit Chnoubis an (…), was das Chnoubiszeichen und die Inschrift auf der Rs. bestätigen (…). Sorgfältige, differenzierende Arbeit (muskulöser Oberkörper, Schrägfalten im Schurz, Löwenmähne). Rs.: In der Mitte Chnoubiszeichen. Auf dem Rand umlaufend: (…) „Chnouphis, du mögest mich salben“ (H. Maehler).» Aus: Philipp, Hanna, Mira et Magica. Gemmen im Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin-Charlottenburg, Mainz am Rhein 1986, S. 92-93.
Gemme mit Darstellung eines Skarabäus und des Gottes Helios im Uroboros
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Auf der ovalen Gemme befinden sich sowohl eine bebilderte Vorderseite als auch eine mit einer griechischen Inschrift versehenen Rückseite. Zwar ist als ihr Ursprungsland Ägypten gesichert, allerdings bleibt die genaue Provenienz unbekannt. Die Abbildung auf der Vorderseite wird von einer synkretistischen Erscheinungsform des Gottes Helios dominiert: Ein menschlicher Kopf in frontaler Ansicht mit langem Haar und Strahlenkranz ist auf den Körper eines Skarabäus mit halbgeöffneten Flügeln gesetzt. Weiterhin verfügt der Skarabäuskörper über jeweils zwei menschliche Beine, die in ihrer Darstellung stark stilisiert sind. Beide Arme sind nach oben ausgestreckt, wohingegen die zwei Beine verkürzt wirkend aufrecht stehen. Die gesamte Figur ist von einer sich selbst in den Schwanz beißenden Schlange umringt, während ihr Kopf nach links geneigt ist. Hierbei handelt es sich um den sogenannten Ouroboros. Die Rückseite der Gemme ist mit der folgenden Inschrift versehen: ΣΥΠΟΖ --ΛΖ-ΖΧΠ ΠΠΟΖΙΑΙΑΙΑΔΑΘ ΙΑΚΙΝCΗΦΙΔΙωΧ ΝΗΜΕωΙΑΡΒΑΘ ΑΓΡΑΜΝΗΦΙ ΒAωΧ Die Datierung dieser Gemme dürfte in etwa in das zweite nachchristliche Jahrhundert fallen. Insgesamt besitzt sie einen starken synkretistischen Charakter: Durchaus sinnverwandte mythologische Vorstellungen in Bezug auf die Sonne aus der griechischen und ägyptischen Mythologie fließen hier grenzenlos ineinander über. (Alberto Alfredo Winterberg)
Gemme mit Darstellung der Götter Gabriel-Sabaoth und Anubis
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Auf der Gemme aus grünem Jaspis ist auf einer Seite eine männliche Gottheit abgebildet, bekleidet mit einem gefalteten Schurz, der an den ägyptischen Schendjt erinnert. Vor sich hält sie einen langen Speer, um dessen Stab sich eine Schlange mit geöffnetem Maul windet, und vermutlich einen Kranz mit einem Band. Bei dem Kopfschmuck konnte es sich um ein verfremdetes Abbild einer altägyptischen Krone mit Federn, Uraeus und Kronenband handeln. Hinter der Figur steht in senkrechter Folge ΓΑΒΡΙΗΡ ΣΑΒΑΩ, was als „Gabriel – Sabaoth“ zu lesen ist. Die andere Seite zeigt den Gott Anubis in einer kurzen, gegurteten Tunika und mit hohen Stiefeln. Er trägt zwei Zweige in seiner Rechten und einen Palmzweig in seiner Linken. Palmen implizierten neben einer allgemeinen Siegessymbolik einen Bezug zu den Jenseitsgefilden. Auf beiden Seiten sind die Zwischenräume mit einzelnen Zeichen sowie Sternen ausgefüllt. (J. Helmbold-Doyé)
Gemme mit Darstellung des Gottes Kanopus
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
«Die Figur hier im Profil nach links gezeigt, die Afetkrone allerdings frontal. Der auffällig lange Hals wirkt wie in das Gefäß eingesteckt. Letzteres ist kugelförmig; normalerweise ist der Gefäßkörper oval oder zumindest leicht nach unten verjüngt. Auch die Form des relativ kleinen Kopfes mit der fliehenden Stirn fallen auf.» Aus: Philipp, Hanna, Mira et Magica. Gemmen im Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin-Charlottenburg, Mainz am Rhein 1986, S. 35.
Gemme mit Darstellung einer Schlange mit Kopf des Gottes Anubis (?)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dieser Gegenstand ist eine beidseitig bearbeitete Gemme in ovaler Form. Die Vorderseite bildet eine zoomorphe Gestalt ab, während die Rückseite mit einer griechischen Inschrift versehen ist. Bei der mittig angeordneten Figur auf der bebilderten Seite handelt es sich um ein Wesen mit einem Schlangenkörper und dem Kopf eines Wolfs oder Schakals. Das Mischwesen ist in linker Profilansicht dargestellt. Der Schlangenkörper ist senkrecht aufgebäumt, während auf dem damit verbundenen Kopf deutlich ein Auge, zwei spitze Ohren und eine Schnauze zu erkennen sind. Das Mischwesen dominiert die Bildfläche, füllt diese jedoch nicht gänzlich aus. Zur linken des Tieres, etwa ein Viertel niedriger als Letzteres, befindet sich eine gewundene, dreifach verknotete Schnur, während zur rechten desselbigen ein oben umringter Stab mit einem kurzen Querbalken dargestellt ist, an dessen Fuß sich ein weiterer ungeschlossener Ring befindet, dessen beiden Enden sich in die jeweils gegenüberliegende Richtung überkreuzen. Anhand der Inschrift auf der Rückseite wird ersichtlich, dass es sich bei dem Mischwesen um eine Kompositgottheit handelt, die sowohl Chnoubis als auch Anubis ist. Die dreifach geknotete Schnur ist möglicherweise als Zauberschnur interpretierbar, deren Knoten die Perioden des Morgens des Mittags und des Abends repräsentieren. Der unterste Teil des rechtseitigen Stabes ist eventuell als Anch-Hieroglyphe deutbar. Die Rückseite wird sämtlich von der folgenden Inschrift ausgefüllt ΓΙΓΑΝΤΟΛΕ ΤΙΡΑΒΑΡΥΟ ΦΙΤΑΒΑΡΑΚΙ ΝΕΑΝΟΥΗΙ In der Literatur wird der Text wie folgt übersetzt: Gigantentöter, Zerschmetterer der Schlange, Segen des Anubis Bei der Inschrift handelt es sich um kein Standardgriechisch, sondern um eine grammatikalisch problematische Formulierung unter der Zuhilfenahme eines semitischen Lehnwortes. Die Datierung des Objekts erstreckt sich zwischen dem zweiten und dritten nachchristlichen Jahrhundert. Weiterhin handelt es sich bei der dargestellten Vermischung verschiedene religiöser, wie auch sprachlicher Elemente um eine typische Erscheinungsform des spätantiken Synkretismus, der seine Wurzeln bereits im Hellenismus besitzt. (Alberto Alfredo Winterberg)
Gemme mit Darstellung des Chnoubis
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
«Vs.: Der Löwenkopf mit etwa siebenstrahliger Krone (ohne Nimbus) blickt nach links. Der lange Schwanz ist zweimal eingerollt. – Einfache, zügig skizzierende Arbeit. Rs.: Chnoubiszeichen und Name: XNOΥMIC.» Aus: Philipp, Hanna, Mira et Magica. Gemmen im Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin-Charlottenburg, Mainz am Rhein 1986, S. 89.
Gemme mit Darstellung der Göttin Isis mit Apis, auf der Rückseite der Gott Ptah
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Bei diesem Objekt handelt es sich um eine scheibenförmige Gemme, welche sowohl auf der Vor- als auch auf der Rückseite mittels der Intaglio-Technik bearbeitet wurde. Die Front wird fast gänzlich von zwei Figuren ausgefüllt. Bei der menschengestaltigen Figur in rechter Profilansicht handelt es sich um die Göttin Isis, die anhand ihrer typischen Ikonographie als solche erkennbar ist: Sie sitzt auf einem Thron mit hoher Rückenlehne und gedrechselten Beinen und trägt den für sie typischen Kopfputz des Kuhgehörns und der Sonnenscheibe. Unter dem Kopfputz sind die als Strähnen zusammengeflochtenen Haare deutlich erkennbar, die scheinbar in einem in den Nacken fallenden Zopf münden. Die Isis-Figur ist mit einem ärmellosen Chiton bekleidet, der von einem um die Beine gewundenen Mantel ergänzt wird. Der rechte Arm ist angewinkelt und greift zur rechten Brust, die sie der als Stier erkennbaren Tiergestalt reicht, der sie gleichzeitig mit der linken Hand an die Hörner greift. Dieser Isis gegenüberstehende Stier ist mit dem Gott Apis zu identifizieren. Bei diesem somit linksseitig im Profil dargestellten Apisstier sind alle vier Beine und der herabfallende Schwanz zu erkennen. Sein gehörnter Kopf ist der dargebotenen Brust der Isis nach oben zugewandt. Die Darstellung ist als Variante des Isis lactans-Motivs zu deuten, in der der Gott Apis die Rolle des Sohnes einnimmt. Sie ist ein Beispiel, welches zwar im indigen-ägyptischen Raum üblich, in der hier vertretenen graeco-ägyptischen Darstellungsform jedoch deutlich seltener belegt ist. Die Rückseite der Gemme wird zum Großteil von einer einzelnen, als menschlich erkennbaren, martialisch anmutenden Gestalt ausgefüllt, die von weiten Kehlungen umringt ist. Sie ist frontalperspektivisch dargestellt, während sich lediglich ihr Kopf zur rechten Profilansicht neigt. Die stehende Männergestalt ist mit einem enganliegenden, kurzen Gewand bekleidet. In der rechten Hand trägt sie ein speerartig anmutendes Zepter, das größer als sie selbst ist; ihr rechter Arm ist dabei nach oben angewinkelt. Der linke Arm ruht auf der Hüfte abgestützt, während die dazugehörige Hand eine große Zange hält. Weiterhin trägt die Männergestalt eine Kopfbedeckung, in die scheinbar eine Sonnenscheibe eingearbeitet ist. Die Figur steht auf einer als Boden intendierten Segmentlinie, wobei hier das rechte Spielbein und das linke Standbein durch ihre Winkel klar unterschieden sind. In der mit dem ägyptischen Gott Ptah zu identifizierenden Männergestalt vermischen sich Elemente des Zeus und des Hephaistos gemäß der interpretatio graeca. So weist die Zange auf den Schmied- und Handwerkergott Hephaistos hin, während das Zepter vor allem ein für Zeus bekanntes Attribut ist. Hingegen ist die angedeutete Sonnenscheibe auf der Kopfbedeckung im Sinne der ägyptischen Interpretation als Verbindungselement zum väterlichen Sonnengott Re zu verstehen. Die Götter der Vorderseite der Gemme stehen mit Ptah in einem vielseitigen mythologischen Beziehungsgeflecht, was ihre gemeinsame Darstellung auf einer einzelnen Gemme Plausibilität verschafft. Das Vermischen der Attribute verschiedener Götter und deren austauschbare Identifikation zwischen solchen der ägyptischen und griechischen Religion ist ab der Zeit des Hellenismus ein gängiges Phänomen. Eine Datierung ist das erste nachchristliche Jahrhundert erscheint für dieses Objekt wahrscheinlich. (Alberto Alfredo Winterberg)
Gemme mit Darstellung der thronenden Göttin Isis-Fortuna mit Steuerruder als Beschützerin der Schiffahrt
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
«Moderne Goldfassung. Auf dieser Gemme (…) sitzt Isis (…) in Dreiviertelansicht auf ihrem gedrechselten Thron. Im rechten Arm hält sie ein üppiges Füllhorn, mit der Linken faßt sie das am Boden stehende Steuerruder. Wie wohl auf allen Gemmen trägt sie auch hier nicht das sonst übliche Gewand mit dem „Isisknoten“ und dem Fransenmantel: Der hochgegürtete, ärmellose Chiton fällt in lockeren, feinen Falten, im Schoß bauscht sich der Mantel und hängt mit einem langen Zipfel über den rechten Arm. Das Haar ist an der Seite eingerollt und fällt in langen Locken auf die Schultern. Auf dem Kopf trägt sie die ihr eigenen Attribute Kuhgehörn, Sonnenscheibe und Feder (…). – (…) Unter der Segmentlinie: AΛKH (linksläufig) „Stärke, Kraft, Tapferkeit“, wohl ein Wunsch für den Träger des Steines.» Aus: Philipp, Hanna, Mira et Magica. Gemmen im Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin-Charlottenburg, Mainz am Rhein 1986, S. 57-58.
Gemme mit Darstellung des Gottes Osiris gegenüber eines Nilometers
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Rechts von einem Nilometer mit nur angedeuteter Skala befindet sich der mumiengestaltige Gott Osiris mit Atef-Krone und Geiseln. Gott und Nilometer stehen auf den flüchtig geschnittenen sowie eingerahmten griechischen Buchstaben ΙΛω. Zwischen beiden ist ein Stern abgebildet. Am Nilometer wurde der Wasserstand gemessen, und am 1. Thoth feierte man den Tag des Nilfestes, die Ankunft des Nils. Diese Darstellung weist auf die jährliche Nilflut hin, die aus dem Bein des Gottes entspringt. Im engeren Sinne beinhaltet diese Gemme den Wunsch nach Fruchtbarkeit und Erneuerung, eingebunden in einen regelmäßigen Zyklus. (J. Helmbold-Doyé)
Gemme mit Darstellung der stehenden Göttin Isis und einem Knaben (Harpokrates)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
«Links von der sehr hohen Gestalt der Isis steht auf kurzer Grundlinie die winzige Figur des Harpokrates, deutlich an der Handhaltung und dem Füllhorn zu erkennen. Er ist offenbar unbekleidet. Rechts hinter der Göttin ist ein Palmzweig dargestellt (…). Die grüne Farbe des Steins (…). – Sorgfältige Detailangaben: Die Säume von Mantel und Chiton, die aus dem eingerollten Haar gelösten Locken sind deutlich als solche zu erkennen. Sanfte Schwingung des Körpers. Linearer Stil. Sorgfältige Arbeit.» Aus: Philipp, Hanna, Mira et Magica. Gemmen im Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin-Charlottenburg, Mainz am Rhein 1986, S. 61.
Gemme mit Darstellung der Göttin Isis mit Sistrum, Situla und Ziegenbock
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Auf der Gemme ist Isis mit Kuhgehörn und Sonnenscheibe auf dem Scheitel dargestellt, die auf wichtige göttliche Aspekte verweisen. In etwas gedrungener Gestalt ist Isis frontal, den Kopf nach rechts gewandt, abgebildet. Ihr Chiton ist durch einige kurze Linien angedeutet, der schwere Mantel ist in dicken Falten um den Unterkörper geschlungen. Mit angewinkeltem linkem Arm halt sie das Sistrum, mit der Rechten trägt sie die Situla und eine Patera mit einem zusammengekauerten Bock mit vorn überhängenden Laufen. Die Griechen setzten den Widder von Mendes mit einem Ziegenbock gleich. Das heilige Tier von Mendes galt als Symbol der Fruchtbarkeit und ist die Inkarnation des Osiris, des männlichen Pendants der Isis in der göttlichen Trias. (J. Helmbold-Doyé)
Gemme mit Darstellung der Göttin Isis mit Harpokrates
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Auf der Gemme ist Isis mit Kuhgehörn und Sonnenscheibe auf dem Scheitel dargestellt, die auf wichtige göttliche Aspekte verweisen. Die in einen Ring eingefasste Gemme präsentiert die thronende Göttin in einer Dreiviertelwendung. Auf dem Schoß hält Isis den kleinen unbekleideten Harpokrates, der im Spiel die Arme hebt, auf dem Kopf über der flüchtig angedeuteten Jugendlocke den Sonnendiskus. Sie reicht dem Kind ihre entblößte linke Brust. (J. Helmbold-Doyé)
Gemme mit Darstellung der Göttin Isis
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
«Isis trägt einen hochgegürteten Chiton mit kurzen Ärmeln, der in geraden dünnen Falten angegeben ist. Der Mantel ist in breitem Bausch quer um den Unterkörper geschlungen. Mit angewinkeltem Arm hält sie das Sistrum, in der Rechten die Situla. (…) Sie steht mit herausgedrehter breiter Hüfte und abgewinkeltem rechten Spielbein. – Details wie die eingerollten Haare mit hängenden Locken, das schwere Gesicht, das Sistrum und der Saum der Ärmel sind sorgfältig ausgearbeitet.» Aus: Philipp, Hanna, Mira et Magica. Gemmen im Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin-Charlottenburg, Mainz am Rhein 1986, S. 61.
Gemme mit Darstellung der Göttin Isis mit Harpokrates
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Diese scheibenförmige Gemme ist durchscheinend und einseitig mithilfe der Intaglio-Technik bearbeitet. Ihre Vorderseite ist fast gänzlich von dem Motiv zweier anthropomorpher Figuren ausgefüllt: Auf einem Sessel mit einem massiven, als Löwentatze deutbaren Fuß und hoher Rückenlehne, sitzt eine Frauengestalt, die ein kleines Kind auf dem Schoß trägt. Dabei handelt es um die Göttin Isis und um den Kindsgott Harpokrates, die hier in ihrer graeco-ägyptischen Darstellungskonvention wiedergegeben sind. Die Isis-Darstellung erfolgt im nach links gewandten Profil. Unter ihrem nicht klar erkennbaren Kopfputz, der wahrscheinlich ihre Attribute Kuhgehörn und Sonnenscheibe darstellt, fallen lange Locken über ihre Brust, Schultern und Rücken. Ihr Oberkörper ist unbekleidet, während sie etwa ab Bauchhöhe einen Chiton samt übergeworfenem Mantel trägt, der bis zu den Füßen reicht. Der Faltenwurf des letzteren ist klar erkennbar. Isis‘ Blick und ihr angewinkelter linker Arm sind dem auf ihrem Schoß sitzenden, nackten Harpokrates zugewandt, mit dem sie zu spielen scheint. Harpokrates, der etwa ein Viertel der dargestellten Größe der Isis ausmacht, trägt einen nicht eindeutig identifizierbaren Kopfputz und streckt seinen rechten Arm dem linken Arm der Isis entgegen. Die Gemme ist etwa in die erste Hälfte des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts zu datieren und stellt ein Beispiel für einen seit dem Hellenismus verbreiteten Typ der Isis lactans dar, dessen ikonographische Nachwirkung bis in die christliche Zeit in Form der Maria lactans bezeugbar ist. Als Herkunftsort der Gemme ist Alexandrien anzunehmen. (Alberto Alfredo Winterberg)
Gemme mit Darstellung der Stadtgöttin Alexandria
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Auf tordierten Säulen sitzt ein Tympanon, in dessen Mitte sich ein Stern oder Kreuz befindet. Sowohl der Giebel als auch die Kapitelle sind mit Pflanzenelementen, sehr wahrscheinlich Palmzweigen, geschmückt. Das Zentrum ist durch eine weibliche Büste im linksseitigen Profil ausgefüllt, die ein faltenreiches Gewand trägt. Die Kopfbedeckung kann als eine Elefantenhaube interpretiert werden, deren Haut durch Rauten angedeutet ist. Trifft diese Auslegung zu, dann handelt es sich um eine der vergleichsweise seltenen Darstellungen der Stadtgöttin Alexandria, deren Attribute um zwei Ähren zu ergänzen wären. (J. Helmbold-Doyé)
Gemme mit Darstellung des Chnoubis
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
«Vs.: Der zweifach in großen Bögen geschlungene Schlangenleib ist nur mehr eine dünne Rille, darüber mit groben, kräftigen Strichen ein großer Löwenkopf (nach links) mit einer Krone aus sieben Strahlen. – Zeichenhafte flüchtige Darstellung. Vor und hinter Chnoubis: (…). Rs: Das Chnoubiszeichen.» Aus: Philipp, Hanna, Mira et Magica. Gemmen im Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin-Charlottenburg, Mainz am Rhein 1986, S. 91.
Gemme mit Darstellung eines Uterus
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Gemme aus Hämatit zeigt auf der einen Seite die vereinfachte Wiedergabe des mit einem Schlüssel geschlossenen Uterus. Gemmen mit diesem Symbol wurden als Zauber im Liebeswerben verwendet wie auch als Mittel zur Erleichterung der Schmerzen bei der Geburt. Auf der Rückseite findet sich folgende Inschrift: ΘΑΛΒΟY | ΘΑΛΒΑΑ | ΟΡΩΡΙΟ | YΘ Ορωριουθ ist die Formel, die fast immer auf diesen Steinen eingetragen ist und vielleicht „Licht der Lichter, uranfängliches Licht“ bedeutet. Die übrigen Buchstaben sollen wohl an ablanathanalba (etwa: „Der Du unser Vater bist“) anklingen. J. Helmbold-Doyé
Gemme mit Darstellung des Gottes Pantheos (?) mit Hahnenkopf
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
«Vs.: Auf der „Ouroboroskartusche“, die die Iao-Formel (linksläufig) enthält, steht nach rechts vorn gebeugt eine ithyphalische Gestalt mit menschlichem Körper, aber Hahnen(?)-Kopf. Sie hat im Rücken zwei Flügelpaare und hält mit der linken Hand ein Uas(?)-Szepter, das von den Flügeln überschnitten wird. Die rechte Hand greift in der gleichen Geste wie bei den übrigen Pantheosfiguren nach hinten zum breiten, langen Vogelschwanz. An den Füßen und an den Knien befinden sich Federbüschel. – Die Arbeit ist sorgfältig und detailliert (besonders der Vogelkopf) ausgearbeitet, was im Vergleich zu den sonstigen Pantheosgestalten besonders auffällt. Rs.: EMAMMA ROC (linksläufig).» Aus: Philipp, Hanna, Mira et Magica. Gemmen im Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin-Charlottenburg, Mainz am Rhein 1986, S. 101.
Gemme mit Darstellung des Chnoubis
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
«Auf diesem Stein windet sich die eher schmächtige Schlange, die eine Strahlenkrone auf ihrem Löwenkopf trägt, um einen Rundaltar, der mit einer Girlande geschmückt ist, eine profilierte Basis und ebenso profilierte Deckplatte hat. Links unten über der Basis ist noch die Schwanzspitze der Schlange zu erkennen, auf dem Altar Opfergut, Asche o.ä. –Einfache, sichere Arbeit. Rs.: ΘΜΟΥΙΣ (...).» Aus: Philipp, Hanna, Mira et Magica. Gemmen im Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin-Charlottenburg, Mainz am Rhein 1986, S. 87-88.
Gemme mit Darstellung des Kynokephalos
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
«Auf diesem Stein hockt der ithyphallische masturbierende Kynokephalos am Boden (Grundlinie), im Profil, nach links gewendet. Die Beine sind angezogen, der Schwanz hinten erhoben. Auf dem Kopf trägt er eine große Sonnenscheibe. – Sorgfältige Modellierung. Das Fell ist mit kurzen Strichen angedeutet. Die Buchstaben auf Vs. und Rs. ergeben zusammen IAW.» Aus: Philipp, Hanna, Mira et Magica. Gemmen im Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin-Charlottenburg, Mainz am Rhein 1986, S. 97-98.