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Objekttyp: Gewebe mit Bildwirkerei
Zierstreifen mit nilotischen Motiven
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der Zierstreifen könnte sowohl eine Tunika als auch eine Decke oder einen Behang verziert haben. Vom Grundgewebe sind noch Reste über und unter der Wirkerei erhalten. Gefasst von einem dunkelblauen Rahmen, den außen beidseitig helle Linien mit dem so genannten „Laufenden Hund“, einem Ornamentband aus aufeinander folgenden Wellen, begrenzen, sind im mittleren Bildstreifen auf hellem Grund bunte Motive einer Nillandschaft zu sehen mit Lotusstauden, Vögeln, laufenden Vierbeinern und stilisierten menschlichen Figuren.
Blattförmiger Einsatz
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Fragment zeigt einen pfeilblattförmigen Einsatz, dessen Größe und Motiv dem des Fragmentes Inv. 6893 entspricht. Sie stammen dennoch nicht vom selben Textil, denn sie sind in unterschiedliche Grundgewebe eingewirkt worden. Das Gewebe von dem hier vorliegenden Fragment besteht aus ockerfarbener Wolle. Die Spitze des Pfeilblatts weist nach links. Ein dunkles Wellenband auf hellem Grund, der sogenannte „laufende Hund“, formt die Konturen des Blattes. Er umschließt den Blattstiel mit einer dunklen, von Kelchblättern eingefassten Knospe an einem langen Stängel sowie ein rotgrundiges Bildfeld in der Mitte, auf dem ein schwebender Eros als nackter Knabe mit nach hinten überkreuz ausgestreckten Beinen dargestellt ist. Der Körper des Eroten ist durch dunkle Linien umrissen, Binnenzeichnungen sind ebenfalls mit dunkler Wolle ausgeführt. Der Eros bewegt sich nach rechts. Er wendet seinen Oberkörper zurück. Um den Hals hat er ein ockerfarbenes Manteltuch geschlungen, dessen Zipfel unterhalb des rückwärts gebogenen Arms zum Vorschein kommt. Mit den Armen umfasst er ein überproportional großes, gefiedertes ockerfarbenes Blatt. Den Kopf des Eros umgibt ein Nimbus. Beidseitig über den Schultern sind kleine Flügel zu erkennen. Seit dem Hellenismus wird der Liebesgott Eros als nacktes Kleinkind mit Pfeil und Bogen und wie hier meist mit Flügeln wiedergegeben. Eroten, die vervielfältigten Gestalten des Eros, sind insbesondere in der römischen Kaiserzeit bis weit in die Spätantike hinein bei der Ausführung unterschiedlichster Aktivitäten dargestellt worden. In kindlich-verspielter Manier jagen, ernten, angeln und schwimmen sie; sie fahren Boot, tragen Gegenstände und Tiere, sind bei Gastmahlen zugegen oder veranstalten Wettkämpfe. Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 36-37, Nr. 13a (Cäcilia Fluck 2017)