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Objekttyp: Glyptik (Rollsiegel)
Mensch- und Tierdarstellungen in sieben Zeilen
Vorderasiatisches Museum
Das Siegelbild des gut erhaltenen Rollsiegels ist in sieben senkrecht orientierte Zeilen unterteilt, die mit unterschiedlichen, sich mehrfach wiederholenden kleinen Bildelementen gefüllt sind. In der Abrollung sind zu erkennen (von links nach rechts): vier Hasen in der ersten Zeile, fünf Menschenköpfe in der zweiten Zeile, vier Löwen in der dritten Zeile, zwei Hände und zwei Tauben in der vierten Zeile, drei Greifen in der fünften Zeile, vier sitzende Männer in der sechsten Zeile sowie zwei Menschenköpfe und zwei Stierköpfe in der siebenten Zeile. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des detailreich gearbeiteten Siegels, in dessen Durchbohrung der Bronzestab der Halterung erhalten geblieben ist, bildet eine Anbetungsszene ab. Links steht eine nach rechts gewandte Göttin im Strahlenkranz. Sie trägt ein langes geschlitztes Gewand über einem knielangen Untergewand und auf dem Kopf eine polosartige Kopfbedeckung mit Sternenbekrönung. Ihr gegenüber steht ein Beter im langen Gewand. Um die Göttin herum sind mehrere Göttersymbole zu erkennen: vor ihren Füßen eine Ziege, in Kopfhöhe eine Götterkappe und das Siebengestirn, hinter ihr die Mondsichel und eine Raute. Neben der Anbetungsszene ist ein Skorpionmensch (girtablullu), der eine Flügelsonne stützt, zu erkennen sowie ein liegender Schlangendrache, der die Symbole der Götter Marduk und Nabu, den Spaten und den Schreibgriffel, auf seinem Rücken trägt. Links neben dem Schlangendrachen ist eine Siegellegende eingebracht, die den Siegelbesitzer nennt. [Anja Fügert]
Trinkszene
Vorderasiatisches Museum
Die Darstellung zeigt zwei sich gegenübersitzende Personen in langen Gewändern, deren untere Abschlüsse Zotten / Fransen aufweisen. Die links sitzende Person trinkt mit einem langen Strohhalm aus einem vor ihr auf einem Gefäßständer stehenden Krug. Vermutlich handelt es sich bei dem konsumierten Getränk um Bier. Vor der rechts sitzenden Person, steht eine dritte, dienende (?) Person. Sie trägt ebenfalls ein Gewand, das in einem Rock mit Zottensaum endet und scheint der rechts sitzenden Person den Becher zu reichen, aus dem diese trinkt. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des sorgfältig gefertigten Siegels bildet fünf stehende Figuren ab. Als zentrale Gestalt ist eine männliche, unbekleidete oder nur mit einem kurzen Gewand bekleidete Gestalt auszumachen, die auf dem Kopf eine halbrunde Kappe trägt. Sie steht auf einer feinen horizontalen Linie. Rechts neben ihr steht beide Hände vor ihr Gesicht erhebend eine fürbittende Göttin im langen Falbelgewand - eine typische Figur der altbabylonischen Zeit. Links neben der zentralen Figur steht eine einführende Gottheit, hinter ihr wiederum ein Beter im langen Mantel, der eine Hand vor seinem Gesicht erhebt. Als fünfte Gestalt steht zwischen der fürbittenden Göttin und der Beterfigur eine etwas kleiner dargestellte Figur, die das vordere Bein nach hinten abwinkelt. Unter ihr ist ein kleiner achtstrahliger Stern zu erkennen. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des gut erhaltenen Rollsiegels gibt eine Anbetungsszene wieder. Ein Beter im langen Gewand wendet sich nach rechts einem bärtigen Gott zu, der sein vorangestelltes Bein auf einem kleinen Podest aufstützt. In der vorgestreckten rechten Hand hält er ein zweizackiges Blitzsymbol. Bekleidet ist der Gott mit einem langen, geschlitzten und gegürteten Gewand. Zwischen Gottheit und Beter ist im unteren Bildbereich eine Fliege eingebracht. Hinter dem Beter befinden sich zwei Symbole: Zuoberst ein Stern, darunter ein Krummstab. Links daneben ist eine unbekleidete weibliche Figur frontal dargestellt. [Anja Fügert]
Darstellung von Göttern und Herrschern
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des Siegels bildet mehrere Götter- und Herrschergestalten ab. Eine mit einem kurzen Schurzrock bekleidete Figur mit Atefkrone, an der weit ausgreifende Hörner sitzen, wendet sich nach rechts und stützt sich auf einen Stab. Rechts neben ihm steht eine ebenfalls nach rechts gewandte bärtige Gestalt in einem Mantel mit voluminösem Wulstsaum. Da diese Figur eine Hörnerkrone auf dem Kopf trägt, sollte es sich bei ihr um einen Gott in syrischer Tracht handeln. Den rechten Arm hält er vor seinem Gesicht erhoben. Rechts von ihm stehen zwei weitere Gestalten, die sich an den Armen gefasst halten: rechts eine zweite männliche Figur mit kurzem Schurzrock und behörnter Atefkrone, links eine weibliche Gestalt mit Hathor-Kopfschmuck. Flankiert wird diese Gruppe auf der rechten Seite von einer zweiten in einen syrischen Wulstmantel gewandeten Gestalt, die eine hohe konische Kopfbedeckung trägt und sich auf einen Speer stützt. Im unteren Siegelbildbereich sind Spuren eines zweiten Bildstreifens mit Resten verschiedener Kopfbedeckungen zu erkennen. Wir können daraus schlussfolgern, dass dieses Siegel ursprünglich also zwei Bildstreifen besaß und vielleicht aufgrund einer Beschädigung des unteren Siegelteils auf den oberen Bildstreifen reduziert und zurechtgeschliffen wurde. [Anja Fügert]
Arbeitsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des kleinen gedrungenen Siegels bildet vier hintereinander, auf flachen Podesten (?) sitzende Gestalten ab. Zwei der vier Gestalten halten einen Arm erhoben. Im Bildfeld sind weiterhin kleine, schwer deutbare Elemente zu erkennen, die aus einem größeren unteren Kreis und zwei kleineren, diesen bekrönenden Kreisen bestehen. Es könnte sich bei diesen Objekten um Gefäße handeln. Das Siegel ist wenig sorgfältig mit dem Kugelbohrer gestaltet. [Anja Fügert]
Einführungsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des Rollsiegels zeigt rechts eine auf einem Hocker thronende Göttin, die ein langes Falbelgewand und eine einfache Hörnerkrone trägt. Von links nähern sich ihr eine Göttin in einem langen Faltengewand und ebenfalls mit einfacher Hörnerkrone sowie dahinter ein Beter in einem langen Mantel. Zwischen der thronenden und der einführenden Göttin ist im oberen Bildbereich eine Sonnenscheibe in einer Mondsichel dargestellt. Hinter dem Rücken der thronenden Göttin ist eine dreizeilige Legende platziert, die den Siegelbesitzer, den Namen seines Vaters und seine Profession - es handelt sich um einen Soldaten des Königs - nennt. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Darstellung des Rollsiegels ist sehr flüchtig gearbeitet. Zu erkennen sind eine nach rechts gewandt stehende Figur im knielangen, gewickelten Gewand. Vor ihr und ihr zugewandt stehen zwei weitere Figuren in langen Gewändern, die beide flache Kappen auf dem Kopf tragen. Die erste dieser Figuren erhebt die rechte Hand im Betgestus, die zweite Figur ist kleiner als die erste dargestellt und ihr Gewand schließt am unteren Ende mit einem ausladenden Saum ab. Rechts neben der kleineren Figur ist eine weibliche Figur in Frontalansicht dargestellt. Die Enden ihrer langen, herabhängenden Haare drehen sich nach außen. Sie scheint bis auf einen knappen Schurz unbekleidet zu sein. Rechts neben ihr sind ein Krummstab und darüber eine Mondsichel zu erkennen. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des bis auf eine kleine Beschädigung gut erhaltenen Siegels bildet zwei sich gegenüberstehende Figuren ab. Bei der links stehenden Figur handelt es sich um eine betende Figur in einem langen Mantel mit Fransensaum. Sie wendet sich nach rechts einer göttlichen Gestalt in einem langen gegürteten Gewand zu, die eine Hand grüßend erhebt. Der Kopfbereich der Gottheit ist durch die Beschädigung des Siegels beeinträchtigt. Zwischen der betenden Person und der Gottheit ist im oberen Bildbereich eine stark gewölbte Mondsichel und im unteren Bildbereich ein hockernder Affe dargestelt. Als weitere Symbole sind hinter der betenden Person ein achtstrahliger Stern und ein Krummstab zu erkennen. Die Darstellung ist auf einer einfachen waagerechten Linie platziert. [Anja Fügert]
Menschenreihe
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des kleinen, gedrungenen Siegels zeigt vier hintereinander laufende Figuren, die jeweils längliche Gegenstände in ihren vorgestreckten Händen halten. Die schwer deutbaren Gegenstände verzweigen sich an ihrem unteren Ende einfach. Die dargestellten Personen tragen lange Zöpfe und lange, schlichte Gewänder. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Rollsiegel mit Göttin im Strahlenkranz, die von einem geflügelten Genius mit Aspergillum und bandudu-Gefäß (links) und einem Beter(?)(rechts) umgeben ist, Baum unter Flügelsonne als Szenentrenner, Raute im unteren Bildbereich
Mythologische Szene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des sehr sorgfältig geschnittenen Rollsiegels gibt eine Szene aus dem sog. Anzu-Mythos wieder. Zu erkennen ist der auf einem gehörnten Mischwesen aus Löwe, Vogel und Skorpion (abubu) stehende Kriegsgott Ninurta, der mit seinem mit Sternen verzierten Bogen Anzu, hier dargestellt als Mischwesen aus Löwe und Vogel, jagt. Ninurta ist zusätzlich mit einem Schwert und einem Krummschwert bewaffnet und Pfeilköcher ragen hinter seinen Schultern hervor. Im oberen Bildbereich, zwischen den beiden Kontrahenten, befindet sich eine Flügelsonne, über dem Kopf des Mischwesens Anzu ist eine Mondsichel zu erkennen. Rechts neben Anzu ist eine kleine sich nach links wendende Wettergottfigur dargestellt. Der kleine Gott ist mit einem langen geschlitzten Gewand bekleidet, erhebt eine Hand und hält in der anderen Hand ein Blitzbündel. Auf dem Kopf trägt er einen hohen sternenbekrönten Polos mit einem Hörnerpaar. Links neben der Jagdszene ist ein stehende betende Figur zu erkennen. Der Kopfbereich der Figur hat sich aufgrund der Beschädigung des Siegels leider nicht erhalten. Eine keilschriftliche Legende ist im Bildfeld verteilt. Aus ihr erfahren wir, dass der Besitzer des Siegels Ninurta-bel-usur, ein Eunuch, war. Über Ninurta-bel-usur ist außerdem bekannt, dass er im Jahr 876 vor Christus das Eponymat innehatte und dass er Gouverneur der Stadt Kar-Salmanassar, dem antiken Til Barsip und heutigen Tell Ahmar (Syrien), war.
Trinkszene
Vorderasiatisches Museum
In der Abrollung rechts thront die mit einem Falbelgewand bekleidete Hauptperson auf einem Hocker, der wiederum auf einem Podest steht. Hinter ihr befindet sich ein senkrecht orientiertes Guillocheband. Die Hauptperson trinkt mit Hilfe eines langen Saugrohres aus einem großen, vor ihr auf einem Ständer stehenden Gefäß vermutlich Bier. Ihr gegenüber stehen zwei weitere Personen in langen Gewändern, die vordere bedeckt ihren Kopf zusätzlich mit einem Tuch und gießt aus einem kleinen Gefäß Flüssigkeit in das große Trinkgefäß nach. Die hintere Person trinkt mit einem langen Saugrohr ebenfalls aus dem großen Gefäß. Etliche kleine Bildelemente finden sich in der Bildfläche: Zwischen den beiden stehenden Figuren sind ein Stern und ein Fisch, vor der vorderen Figur eine Biene / Fliege zu erkennen. Über dem großen Trinkgefäß sind ein Schafbock (?) und rechts neben diesem eine Sonnenscheibe in einer Mondsichel dargestellt. Neben dem großen Trinkgefäß ist zudem eine kleine Henkelkanne zu erkennen. Die gesamte Szene ist auf einer Grundlinie platziert. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des gut erhaltenen Siegels zeigt zwei Männer, die sich nach links einer dritten Gestalt in einem geschlitzten Rock mit breitem Fransensaum und mit gegürteter Keule zuwenden. Die Gestalt ist bartlos dargestellt und trägt zwei Halsreife. Der erste der nach links gewandten Männer trägt einen schräggeschnittenen Rock und hält eine Kanne in der vorgestreckten Rechten und ein Krummholz oder sichelähnlichen Gegenstand in der hinter dem Körper herabhängenden Linken. Die hinter ihm stehende, ebenfalls nach links gewandte Person ist mit einem langen Falbelrock bekleidet. In der Rechten hält sie einen Hirtenstab, in der hinter dem Körper herabhängenden Linken einen geschwungenen Gegenstand. Zwischen beiden Figuren sind zwei sitzende Wesen abgebildet: oben ein sitzender Greif, darunter ein sitzender Löwe, der seinen Kopf zurückwendet. Zwischen der Gestalt in dem geschlitzten Gewand und der ersten, die Kanne haltenden Person sind zwei Tiere dargestellt: oben ein Vogel, darunter ein hockendes Tier (Affe?, Hase?). Hinter der Gestalt im geschlitzten Rock ist im oberen Bildfeld noch ein sechsstrahliger Stern und darunter ein zweites längliches Element, das sich einer eindeutigen Deutung verschließt, eingraviert.
Adorationsszene, Audienzszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des Siegels bildet nebeneinander zwei verschiedene Szenen ab, die jeweils aus zwei Protagonisten bestehen. Die eine Szene zeigt den sog. Gottkönig als Krieger bekleidet mit einem kurzen Gewand und mit einer Keule bewaffnet. Ihm gegenüber steht eine fürbittende Göttin in einem langen Gewand, die beide Hände vor ihr Gesicht erhebt. Im oberen Bildbereich ist zwischen die Köpfen dieser beiden Figuren eine Fliege zu erkennen. Die zweite Gruppe besteht aus zwei einander gegenüberstehenden Göttern. Der rechts stehende Gott trägt ein langes Gewand mit geschlitztem Rock. Er stellt einen Fuß vor und stützt ihn auf ein kleines Podest. Mit der rechten vorgestreckten Hand hält er einen Stab, an dem sechs kugelförmige Elemente angebracht sind. Die ihm gegenüberstehende Gottheit trägt ein langes Falbelgewand und hält eine Hand in Kopfhöhe erhoben. [Anja Fügert]
Tierreihe
Vorderasiatisches Museum
Im unteren Abrollungsbereich sind vier langbeinige nach links schreitende Vögel mit zurückgewendeten Köpfen zu erkennen. Über den Vögeln sind vier ebenfalls nach links orientierte Fische dargestellt. Zwei zwischen den Vögeln platzierte Kreispunkte befinden sich in mittlerer Höhe. Das Siegelbild wird oben und unten von je einer einfachen Randlinie eingefaßt. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des sehr gut erhaltenen und sehr sorgfältig geschnittenen Siegels bildet eine Anbetungsszene ab. Ein Gott im langen Falbelgewand thront und wendet sich dabei nach links. Er trägt eine mehrfache Hörnerkrone auf dem Kopf und hält die Insignien Stab und Ring in der vorgestreckten rechten Hand. Ein Beter im langen Gewand steht vor ihm. Zwischen dem thronenden Gott und dem Beter ist eine in einer Mondsichel platzierte Sonnenscheibe dargestellt. Hinter dem Beter steht eine fürbittende Göttin im langen Falbelgewand. Hinter der thronenden Gottheit steht eine zweite Göttin, die ebenfalls ein langes Falbelgewand trägt. Ihr Kopf und Oberkörper sind frontal dargestellt, ihre rechte Hand ist geöffnet zum thronenden Gott hin ausgerichtet. Im oberen Bildbereich zwischen dieser Göttin und dem thronenden Gott ist eine fratzenhafte Maske zu erkennen, darunter befindet sich eine kleine aufgerichtete Gazelle. Im Bereich zwischen den beiden fürbittenden Göttinnen ist als akkadisierendes Element ein bis auf einen Gürtel unbekleideter, sechslockiger Held (laḫmu) zu erkennen, der kniet und einen kopfüber dargestellten Löwen über seinen Kopf in die Luft stemmt. [Anja Fügert]
Rollsiegel: Kultische Szene
Vorderasiatisches Museum
Das Siegelbild zeigt eine kultische Szene, möglicherweise eine Prozession. In der Abrollung links ist ein Altar / eine Tempelfassade zu erkennen, der/die von zwei Vögeln bekrönt wird. Von rechts wendet sich ein Mann in einem knielangen Rock zu, der ein stabförmiges Objekt in den Händen aufrecht trägt. Hinter ihm sind zwei weitere Personen in Schrittstellung zu erkennen, beide sind unbekleidet dargestellt und halten Symbolstandarten mit unterschiedlichen Aufsätzen. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des gut erhaltenen Rollsiegels zeigt den König als Adoranten vor einer weiblichen Gestalt in einem Halbmantel. Unter dem Halbmantel scheint diese Figur unbekleidet zu sein. Hinter dem König, der einen wadenlangen Mantel mit reichverzierten Säumen und als Kopfbedeckung eine kalottenförmige Kappe mit Uräus an der Stirn (Blaue Krone) trägt, steht eine zweite männliche Person, die ein langes Gewand und als Kopfbedeckung eine Kappe mit breitem Rand trägt. Im oberen Bildfeld, zwischen den Köpfen des Königs und der weiblichen Gestalt, ist eine Sonnenscheibe in einer Mondsichel abgebildet. Darunter ist ein Tier - wahrscheinlich ein Affe - abgebildet. Zwischen König und zweitem Beter sind zudem noch ein Bukranium und ein Kopf eines Capriden abgebildet. Neben dieser Szene befindet sich eine zweiregistrige Darstellung. Im oberen Register erblickt man zwei sich auf Hockern gegenübersitzende Personen, die Krummstäbe halten. Im darunterliegenden unteren Register sitzen sich zwei Löwen mit erhobenen Schwänzen gegenüber, die ihre Köpfe voneinander abwenden. Die beiden Register dieser Nebenszene sind durch eine einfache waagerechte Linie voneinander getrennt. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des recht stark abgenutzten Siegels bildet eine Anbetungsszene ab. Eine Figur in einem knielangen Gewand wendet sich nach links einer Gottheit zu, die mit einem langen Gewand bekleidet ist. Zwischen diesen beiden Figuren ist im oberen Bildbereich eine kleine Mondsichel auf einem Stab zu erkennen. Hinter der Gestalt im kurzen Gewand steht eine frontal dargestellte Gestalt, die aufgrund der betonten Hüftpartie und aufgrund zahlreicher existierender vergleichbarer Darstellungen als nackte Göttin bzw. nackte Frauenfigur angesprochen werden kann. Sie verschränkt ihre Arme vor dem Oberkörper. Zwischen der nackten Frauengestalt und der Figur im kurzen Gewand befinden sich (im oberen Bildbereich) zwei Füllelemente: oben ein kleiner Gegenstand, der oft als Kamm angesprochen wird, unten das Symbol der sog. Waage, bestehend aus einem Stab mit Verdickung im mittleren Bereich. Links neben der Frauenfigur steht nach rechts gewandt ein Stier, über dessen Rücken ein Blitzbündel schwebt. [Anja Fügert]
Kampfszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung zeigt zwei Paare kämpfender Protagonisten. Das linke Paar besteht aus einem Stiermenschen und einem auf seinen Hinterläufen aufgerichteten Stier. Rechts kämpft ein Mensch im kurzen Gewand und schlichter halbrunder Kappe mit einem gegürteten, ansonsten aber nackt dargestellten, menschengestaltigen Wesen, das vermutlich dem Kreis der Mythologie entstammt. Zwischen diesen beiden Kontrahenten befindet sich eine Mondsichel im oberen Bildbereich. Die dreizeilige Legende nennt den Siegelbesitzer. [Anja Fügert]
Stier vor einem stilisierten Baum
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des in seinem oberen Bereich leicht beschädigten Rollsiegels zeigt einen nach links gewandten Stier und einen palmenartig stilisierten Baum mit Schösslingen am unteren Stammende. Vor der Schnauze des Stieres ist eine Punktrosette aus sieben Punkten platziert, unter dieser befinden sich zwei keilförmige Elemente, die möglicherweise eine Keilschriftlegende imitieren sollen. Weitere Keilelemente befinden sich oberhalb des Stierrückens. Rechts neben diesen könnte sich möglicherweise noch ein sechsstrahliger Stern befunden haben, jedoch ist dieser Bereich der Siegeloberfläche beeinträchtigt. [Anja Fügert]
Jagdszene
Vorderasiatisches Museum
In der Abrollung links steht ein nach rechts gewandter Bogenschütze, der auf einen ihn von rechts konfrontierenden gehörnten Schlangendrachen (baschmu) zielt. Der Bogenschütze ist mit einem langen Gewand bekleidet. Zwei kleine, schwer deutbare Bildelemente befinden sich beidseits des Bogenschützen im unteren Bildbereich. Über dem nach hinten angewinkelten Arm des Bogenschützen sind die im Köcher steckenden Pfeile durch kleine parallele Striche angegeben. Oberhalb des eingerollten Körpers des Schlangendrachen befindet sich eine Mondsichel. Das Siegelbild wird oben und unten von einer einfachen linearen Randleiste begrenzt. [Anja Fügert]
Szene am Stilisierten Baum
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des sehr sorgfältig und detailreich gefertigten Siegels zeigt zwei geflügelte Genien am sog. Stilisierten Baum. Beide Genien tragen lange geschlitzte und mit Fransen gesäumte Übergewänder, unter denen kurze Untergewänder sichtbar werden. In ihren jeweils vorgestreckten Händen halten sie einen Eimer, in den jeweils erhobenen Händen einen kleinen länglichen Gegenstand. Der Stilisierte Baum ist bogenförmig mit einer netzartigen Innengliederung gestaltet. Die Früchte des Baumes werden durch gereihte Kugelbohrungen wiedergegeben. Über dem Baum schwebt eine fein gefiederte Flügelsonne, von der zu beiden Seiten dünne, leicht gewellte Bänder herabhängen. Hinter dem rechts vom Baum stehenden Genius ist eine männliche Figur im Fischmantel (Priester) zu erkennen. Im oberen Bildbereich, rechts oberhalb des Kopfes des Priesters ist eine Mondsichel zu erkennen. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Rechts steht ein bärtiger Gott im langen, geschlitzten Gewand. Er stützt den vorangestellten Fuß auf ein kleines Podest. In der vorgestreckten Hand hält er ein längliches, leicht geschwungenes Objekt, bei dem es sich um eine Säge handeln könnte. Trifft dies zu, dann ist hier der Gott Schamasch dargestellt. Vor der Gottheit steht ein Beter im langen Gewand mit fransenbedeckten Säumen. Hinter dem Beter steht eine fürbittende Göttin im langen Falbelgewand. Im unteren Bildbereich ist zwischen fürbittender Göttin und Beter ein Krummstab abgebildet. Im oberen Bildbereich zwischen Gott und Beter ist eine Mondsichel eingebracht. Eine einzeilige Legende, die eine Göttin nennt, ergänzt das Siegelbild. [Anja Fügert]
Ornamentband
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des kleinen, schmalen Siegels gibt ein Muster im Zick-Zack verlaufender leiterartiger Elemente wieder, die ein Musterband bilden. Kleine Dreiecke in den Freiflächen ergänzen das Motiv, das oben und unten von je zwei Randlinien eingefasst ist. [Anja Fügert]