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Objekttyp: Glyptik (Rollsiegel)
Einführungsszene, Anbetung eines Kultbilds
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des sehr gut erhaltenen Siegels zeigt zwei verschiedene Szenen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden sind. Die ältere Hauptszene ist die Einführung eines kahlköpfigen Beters im langen Gewand durch eine einführende Göttin zu einer auf der rechten Seite auf einem Hocker thronenden Göttin im langen Falbelgewand. Die einführende und die thronende Göttin tragen jeweils einfache Hörnerkronen. Eine weitere kleine Beterfigur befindet sich zwischen der einführenden Göttin und dem Beter. Im oberen Bildbereich zwischen thronender und einführender Göttin ist eine in einer Mondsichel positionierte Sternenscheibe dargestellt. Ein Gefäß und ein Stab mit Verdickung in seiner Mitte, der oft als Darstellung einer Waage gedeutet wird, befinden sich unterhalb dieser beiden Astralsymbole. Als zweite, jüngere Szene, die als kappadokische Hinzufügung gedeutet wird, ist die Anbetung eines hohen, mehrstufigen Altares mit Stier-Kultfigur durch einen Beter im langen Gewand. Auf dem Rücken des Stieres befindet sich ein dreieckiges Objekt. Oberhalb des Altares ist eine weitere Sternenscheibe zu erkennen. Unter dem Altaraufbau ist eine weiteres gefäßförmiges Element zu erkennen. Die gesamte Darstellung ist auf einer einfachen linearen Randleiste platziert. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
An dem großen Kreuz (VA 05379.01) aus dem Hortfund im Assur-Tempel hing, mit Bronzedraht verbunden, ein Rollsiegel aus Glas. Reste des Bronzedrahts stecken noch in der Durchbohrung des Rollsiegels. Das Siegel mit einer Inschrift an Marduk zeigt eine Adorationsszene. Es steht eine männliche Person vor einem sitzenden bärtigen Gott mit Hörnerkrone und einem Gefäß in der Hand. Die stehende bärtige Person im langen Gewand hält einen Fächer in der Hand. Um die beiden Personen sind weitere Objekte (Tisch, Rosette, drei Gefäße, zwei Tierköpfe (?), zwei Vögel (?)) dargestellt. Die zweizeilige Siegellegende lautet: „(Oh) Marduk, großer Herr, habe Erbarmen“. Das Siegelbild, das Material und die an Marduk gerichtete Inschrift sprechen gegen einen Ursprung des Siegels in Aššur bzw. in Assyrien. Wahrscheinlich ist das Rollsiegel in Südmesopotamien bzw. Elam entstanden. [Helen Gries]
Genien am Stilisierten Baum
Vorderasiatisches Museum
Das Siegel bildet zwei geflügelte, vogelköpfige Genien ab, die einen Stilisierten Baum flankieren. Beide Genien halten ein Henkelgefäß in der jeweils vorgestreckten Hand und mit der erhobenen anderen Hand scheinen sie die Früchte / Blüten des Stilisierten Baumes zu berühren. Über dem Baum ist eine Flügelsonne dargestellt. Hinter dem in der Abrollung rechts stehenden Genius ist ein bärtiger Mann mit ausgebreitet erhobenen Händen dargestellt, der mit einem kurzen Gewand bekleidet ist. Er ist von mehreren Symbolen umgeben: oberhalb seines Kopfes befinden sich das Siebengestirn und eine Mondsichel, im unterem Bildbereich sind vor ihm eine kleine Pflanze und hinter ihm ein Fisch zu erkennen. [Anja Fügert]
Siegel mit Darstellung einer kultischen Szene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des sehr grob gearbeiteten Siegels zeigt zwei Figuren, die zwei hohe, nach oben hin breiter werdende Gefäße flankieren. Von rechts tritt eine bärtige Gestalt im knielangen Rock an die Gefäße heran. Sie hält einen sich am oberen Ende gabelartig verzweigenden Gegenstand (eine Ähre?) in den Händen. Von links wendet sich eine weibliche (?) Figur im kreuzschrafiierten Gewand den Gefäßen zu. Sie trägt eine kleine auskragende Kappe auf dem Kopf. [Anja Fügert]
Tierreihe
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des Rollsiegels zeigt drei hintereinander schreitende Ziegen. Im oberen Bildbereich, jeweils über ihren Rücken, sind bei zwei Ziegen waagerecht positionierte leiterartige Elemente sowie bei der dritten Ziege ein ährenförmiges Gebilde zu erkennen. [Anja Fügert]
Tierreihe
Vorderasiatisches Museum
Das Siegel besitzt einen durchbohrten Griff, der wie ein liegender Vierbeiner gestaltet ist. Der Kopf dieses Tieres ist leider nicht erhalten geblieben. Die Abrollung des Siegels zeigt in zwei Reihen übereinander angeordnete, laufende Ziegen mit langen, nach hinten geschwungenen Hörnern. Die Tiere der oberen Reihe laufen in der Abrollung nach links, die in der unteren Reihe nach rechts. Zwischen den einzelnen Tieren einer Reihe ist jeweils ein kleiner Baum bzw. Busch zu erkennen. Das Siegelbild ist sorgfältig und recht naturalistisch gestaltet, ein feiner Kugelbohrer kam bei der Ausformung bestimmter Details wie der Gelenke und Füße der Tiere zum Einsatz. [Anja Fügert]
Tier- und Pflanzendarstellung
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung bildet ein nach rechts gewandtes Schaf mit säugendem Lamm ab, über dem das Sumerogramm DINGIR steht, das Gottheit bedeutet oder Göttliches bezeichnet. Neben der Tiergruppe ist ein Baum. Baum und Tiere sind in sehr naturalistischer Art dargestellt. [Anja Fügert]
Beterin vor Legende
Vorderasiatisches Museum
Die Siegeldarstellung besteht aus einer neunzeiligen Legende und einen hochformatigen Bildfeld, das eine betende Figur beinhaltet. Die Siegellegende nennt die Siegelinhaberin mit Angaben zu ihrer Filiation und zur Filiation ihres Mannes. Die betende Gestalt trägt ein langes Gewand sowie eine spitz zulaufende Kappe auf dem Kopf und wendet sich in der Abrollung nach rechts. Die Figur ist einzig durch Linien gestaltet und weist keinerlei Plastizität auf. [Anja Fügert]
Göttersiegel
Vorderasiatisches Museum
The massive lapis lazuli cylinder was found together with beads, scarabs and precious ornaments mixed up with raw material, carefully hidden by the last owner, probably a Parthian manufacturer of beads, beneath the floor of his house. The storm god Adad, standing on a stylized pedestal, is shown with bolts of lightning in his hands, a lion-dragon on a leash lying at his feet. His garment is decorated with the image of a ziggurat and three star-discs one below the other, which are depicting gold or silver pendants. The initial Neo-Babylonian inscription, "Seal of the god Adad", was supplemented at first by the addition "Property of the god Marduk … of Esangila". The second Assyrian dedication "To the god Marduk, great lord, his lord, Esarhaddon, king of the universe, king of Assyria, has given [the seal] for his life" suggests that the seal was at one point misappropriated from the treasury of Esangila and that it was Esarhaddon (680-669 B.C.) who reversed the sacrilege. The technique - positive carved inscriptions, raised relief - substantiates that the cylinder was never used for sealing, although very few impressions of god's seals are known. [Nadja Cholidis]
Jagdszene
Vorderasiatisches Museum
Drei Jäger in langen persischen Gewändern (in der Abrollung rechts) erlegen einen wilden Keiler, der aus dem Schilf (?) hervorspringt. Die Jäger sind mit einem langen Speer bewaffnet, der in der Abrollung ganz rechts stehende trägt zusätzlich einen Pfeilköcher auf seinem Rücken. [Anja Fügert]
Einführungsszene
Vorderasiatisches Museum
Dargestellt sind ein thronender Gott im Falbelgewand mit einem Pflug in der erhobenen rechten Hand und ein ihm zugewandter einführender Gott, der einen Beter an der Hand führt. Hinter dem thronenden Gott ist in Kopfhöhe eine Axt zu erkennen. Die Lehne des Thrones endet in einem Drachenkopf. Der Beter im langen Wickelrock trägt ein Lamm auf dem Arm. Zwischen der einführenden Gottheit und dem Beter sind im oberen Bildbereich ein von Kreispunkten umgebener Stern zu erkennen, im unteren Bildbereich eine Keule, ein Dolch und eine Pickaxt. Ein Legendenkasten, unter dem ein Steinbock sowie Berge dargestellt sind, fungiert als Szenentrenner und nennt den Eigentümer des Siegels. [Anja Fügert]
Szene am Stilisierten Baum
Vorderasiatisches Museum
Das Siegel trägt eine zweiregistrige Darstellung. Im oberen Register sind zwei auf ihre Hinterläufe aufgerichtete Stiere dargestellt, die einen elaboriert gestalteten Baum umgeben. Oberhalb des Rückens der Stiere befindet sich eine Mondsichel, im unteren Registerbereich zwischen Baum und dem in der Abrollung rechten Stier eine Raute. Im niedrigeren unteren Register flankieren zwei Mischwesen einen zweiten, kleineren Baum. In der Abrollung links ist eine geflügelte Sphinx zu erkennen, rechts ein geflügelter Stier. Ein Stern ist zwischen Sphinx und Flügelstier platziert. Beide Siegelränder weisen eine Dreiecksverzierung auf, die die granulierten Metallkappen anderer Siegel imitieren soll. [Anja Fügert]
Tierkampfszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des sorgfältig gearbeiteten Rollsiegels zeigt in symmetrischer Komposition zwei Löwen im Kampf mit je einem am Hinterlauf gepackten Arnibüffel. Zwischen den beiden kämpfenden Paaren befindet sich eine zweizeilige Legende. Als Szenentrenner befindet sich im Bereich zwischen den Rücken beider Löwen ein Baum. Die Gestaltung des Siegels zeichnet sich durch einen hohen Grad der Modellierung aus. Die Wiedergabe von Löwenmähnen und -pranken, Büffelhufen und -hörnern sowie der Muskulatur aller Tiere erfolgte mit hoher Sorgfalt. [Anja Fügert]
Ornamentband
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des Siegels ergibt ein Ornamentband. Das einfache Siegelbild besteht aus einer siegelhohen vierblättrigen Rosette und zwei kleineren, kreuzförmigen Elementen im oberen und unteren Bildbereich. Zwei kleine Punkte mit je einem konzentrischen Kreis füllen die wenigen Freiflächen. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des sehr sorgfältig geschnittenen Siegels gibt eine Anbetungsszene wieder, die oben und unten von je einem dreisträngigen Wellenband eingerahmt wird. Mittig ist ein bärtiger Mann zu erkennen, der im sogenannten Knielauf dargestellt und mit einem knielangen Gewand bekleidet ist. Mit seinen erhobenen Händen scheint er eine über ihm dargestellte Flügelsonne zu stützen. Von links wendet sich ihm ein stehender bartloser Beter zu, die Hände in der für die frühe neuassyrische Zeit typischen Bethaltung. Von rechts wendet sich der Figur im Knielauf ein Priester oder Genius im Fischmantel zu, der im erhobenen Arm einen zapfenförmigen Gegenstand und mit der anderen schräg herabgestreckten Hand einen Henkeleimer hält. Der Körper des Priesters oder Genius ist mit einem Muster diagonaler Streifen versehen, der Beter trägt ein langes Gewand. [Anja Fügert]
Hüteszene
Vorderasiatisches Museum
Das große Rollsiegel, das mehrere kleinere Beschädigungen aufweist, trägt Darstellungen in zwei Registern, die durch ein doppeltes Wellenband voneinander getrennt sind. Die Abrollung des Siegels zeigt im oberen Register zehn nach rechts laufende Schafe, die von einem Hirten getrieben werden. Der Hirte ist unbekleidet und hält einen langen Stab in der einen und eine Peitsche in der anderen Hand. Im unteren Register sind ebenfalls zehn, diesmal nach links laufende Schafe zu erkennen, die ebenfalls von einem unbekleideten Hirten getrieben werden. Auch dieser Hirte trägt eine Peitsche und einen langen Stab. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des gut erhaltenen Siegels zeigt die Anbetung einer Gottheit, die auf einem mit einem Zottenfell bedeckten Thron sitzt, der von zwei liegenden Wisenten getragen wird. Der Gott trägt ein langes Gewand und auf dem Kopf eine Hörnerkrone. Hinter dem Gott ist eine Gebäudefassade mit Eingang dargestellt. Die Nischengliederung dieser Fassade weist darauf hin, dass es sich um die Darstellung eines Tempeleingangs handelt. Vor dem Gott ist ein Opfertisch dargestellt, der die Form eines sich aufbäumenden Rindes hat. Zwischen dem Gehörn des Rindes ist ein kleines Dreieck zu erkennen, auf seinem Rücken befindet sich die auf drei Streben gestützte Tischplatte, auf der mehrere Näpfe und Brotfladen zu erkennen sind. Von links treten zwei Betende zur Gottheit hin. Die vordere Person trägt langes, offenes Haar und einen gegürteten Rock. In ihren Händen hält sie eine kleine Kanne mit langer Tülle. Die hintere Person ist mit einem langen Umhang bekleidet und trägt eine Kopfbinde. Sie hält einen kleinen Gegenstand vor die Brust, der nicht näher gedeutet werden kann. [Anja Fügert]
Kampfszene, Götterdarstellung
Vorderasiatisches Museum
Auf der Abrollung des ausgesprochen sorgfältig geschnittenen Rollsiegels ist links ein lediglich mit einem Gurtband bekleideter sechslockiger Held im Knielauf mit erhobener Waffe im Kampf mit einem auf seinen Hinterläufen aufgerichteten Löwen zu erkennen. Rechts neben ihm steht die sog. kriegerische Ischtar. Sie trägt ein langes Falbelgewand und auf dem Kopf eine mehrfache Hörnerkrone. Hinter ihren Schultern ragen verschiedenartig und zumeist tiergestaltig geformte Keulen hervor. Ihr Oberkörper und Antlitz sind frontal dargestellt, sie packt den mit dem sechslockigen Helden kämpfenden Löwen am Schwanz. Rechts neben der Göttin Ischtar ist eine zweite Göttin mit mehrfacher Hörnerkrone und langem Gewand abgebildet, die eine Hand fürbittend erhebt. Zwischen dem Rücken dieser Göttin und dem sechslockigen Helden befindet sich eine dreizeilige Legende, die den Siegelinhaber - einen Schreiber - nennt. Unter dem Legendenkasten ist ein löwenköpfiger Adler zu erkennen. [Anja Fügert]
Tierkampfszene
Vorderasiatisches Museum
Ein vierflügeliger Genius packt zwei kopfüber hängende Löwen an ihren Hinterläufen. Der Genius trägt nur einen kurzen Wickelrock, sein Oberkörper ist unbekleidet, er ist barfuß. Er ist bärtig dargestellt und hat sein langes Haar im Nacken zusammengebunden. Die Darstellung kopfüber hängender Tiere in Tierkampfszenen ist typisch für den babylonischen Süden im 1. vorchristlichen Jahrtausend. [Anja Fügert]
Adorationsszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des Rollsiegels besteht aus einer sich über die gesamte Siegelhöhe erstreckenden siebenzeiligen Siegellegende, die ein Gebet an die Göttin Taschmetum enthält, sowie aus zwei kleinen direkt übereinanderliegenden Bildfeldern. Im oberen Bildfeld ist eine Anbetungsszene zu erkennen: Eine bärtige Person im langen Gewand steht nach links gewandt und erhebt die Rechte zum Gebet. Vor ihr sitzt ein Hund. Über dem Hund sind ein Kreuz- und ein Rautensymbol dargestellt. Im unteren Bildfeld ist ein Baum mit stilisierten Früchten oder Blüten zu erkennen. [Anja Fügert]
Kultische Szene (sog. Preußer-Siegel)
Vorderasiatisches Museum
Ein in der Abrollung nach rechts blickender Mann im kurzen Gewand (Netzrock) und mit wulstiger Kappe auf dem Kopf hält blühende Zweige in seinen vor dem Körper gehaltenen Händen. Er wird von zwei Schafen flankiert, die von diesen Zweigen fressen. Neben dieser Fütterungsszene sind zwei Schilfringbündel (Symbole der Göttin Innana) zu erkennen, zwischen denen zwei hohe Vasen, die in ihrer Formgebung der bekannten steinernen Uruk-Vase ähneln (Kopie im Vorderasiatischen Museum), stehen. Über der Vase ist ein kleines, nach rechts gewandtes Schaf dargestellt. Es wird diskutiert, dass es sich bei dieser Zusammenstellung um eine 'verkürzte' Wiedergabe eines Tempeleingangs handelt. Der im Siegel steckende Bronzeschaft endet in einem Griff in Form eines liegenden Schafes. Der Griff ist durchlocht. Dieses Siegel gilt als eines der herausragenden Stücke der Uruk-Zeit. [Anja Fügert]
Jagdszene
Vorderasiatisches Museum
Ein Mann in medischer Tracht und bewaffnet in der erhobenen Rechten mit einem Speer erlegt ein Wildschwein. In der Linken hält er ein rechteckiges Schutzschild. [Anja Fügert]
Zwei Kampfszenen
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des sehr sorgfältig und detailreich geschnittenen, ausgesprochen gut erhaltenen Rollsiegels bildet zwei Kampfszenen ab. Die eine Kampfszene besteht aus einem lediglich mit einem Gürtel bekleideten Helden im sog. Knielauf und einem geflügelten Löwendrachen. Der Held blickt nach rechts und hält den Löwendrachen fest gepackt, während dieser mit seinem weit aufgerissenen Maul den Kopf des Helden zu verschlingen scheint. Der Löwendrache besitzt Flügel, einen Vogelschweif und die Klauen eines Raubvogels als Hinterläufe. Die zweite Kampfszene besteht aus fünf Figuren. Jeweils außen stehen zwei sechslockige Helden. Jeder von ihnen bezwingt einen auf die Hinterbeine aufgerichteten Löwen. Im Zentrum dieses Szenen befindet sich ein ebenfalls aufrecht stehendes Rind, das von beiden Löwen angegriffen wird. Die beiden sechslockigen Helden sind ebenfalls nur mit einem Gürtel bekleidet, ihre Gesichter sind frontal dargestellt. Die gesamte Szene ist auf einer dünnen, einfachen Standlinie positioniert. [Anja Fügert]
Fürbittende Göttinnen umrahmen Legende
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des gut erhaltenen, flüchtig gearbeiteten Siegels zeigt zwei fürbittende Göttinnen, die einen Legendenkasten flankieren. Beide Göttinnen tragen Hörnerkronen auf ihren Häuptern und lange, mehrfach gestufte Gewänder. Die Göttinnen sind jeweils auf eigenen kurzen Grundlinien platziert. Die dreizeilige Siegellegende nennt den Siegeleigner und den Namen seines Vaters. [Anja Fügert]
Rollsiegel: Tierreihe
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des Siegels bildet zwei nach links gewandte Schafe und hinter diesen einen Schafbock mit ausladend gebogenem Gehörn ab. Neben ihnen steht ein Schilfringbündel. Die Tierfiguren sind mit großer Sorgfalt und sehr plastisch ausgearbeitet. [Anja Fügert]
Tierkampfszene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des sehr sorgfältig geschnittenen Siegels zeigt zwei unbekleidete Helden, die mit einem geflügelten Löwenadler kämpfen. Beide stellen einen Fuß auf den Rücken je einer geflügelten Sphinx, beide packen den Löwenadler mit einer Hand und halten in der Hand des anderen erhobenen Armes eine langgestreckte Waffe (Schwert? / Keule ?), mit der sie zuzuschlagen scheinen. In der Durchbohrung des Siegels befindet sich noch der Silberdraht der ursprünglichen Aufhängung. [Anja Fügert]
Fürbittende Göttin vor Legende
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des sorgfältig geschnittenen Siegels zeigt eine nach links gewandt stehende fürbittende Göttin, die sich einer vierzeiligen Inschrift zuwendet. Die Göttin trägt ein langes Gewand und erhebt beide Hände vor ihrem Antlitz. Ihre langen Haare sind im Nacken zu einem Knoten zusammengefasst. Die vierzeilige Legende nennt den Siegelbesitzer, einen Opferschauer. [Anja Fügert]
Kultische Szene
Vorderasiatisches Museum
Die Abrollung des Siegels, dessen silberner Griff die Form eines Kalbs aufweist, gibt eine Kulthandlung in einem Boot wieder. In der Mitte des Bootes, dessen verzierte Steven weit nach oben gebogen sind, steht ein nach rechts blickender Mann in einem Rock mit diagonaler Kreuzschraffur (sog. Mann im Netzrock). Er trägt eine flache Kappe auf dem Kopf und verschränkt die Arme vor dem Oberkörper. Er wendet sich einem stehenden, nach links gewandten Stier zu, der einen zweistufigen Altaraufbau mit Ringbündeln auf seinem Rücken trägt. Hinter dem Stieraltar, beim Hintersteven sitzt eine kleine, kahlköpfige Person mit dem Schifsruder. Beim Vordersteven steht eine kleine, vermutlich unbekleidete Figur, die eine Stange zu halten scheint. Zwischen ihr und dem Mann im Netzrock befindet sich ein gerüstartiges Gestell. [Anja Fügert]