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Objekttyp: Goldglas (Fragment)
Goldglasfragment mit Petrus und Paulus
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der doppelwandige Boden der Schale, deren Wandung weggebrochen ist, enthält eine Goldfolie, in die die Zeichnung geritzt wurde. Aus restauratorischen Gründen kann er nur von unten photographiert und seitenverkehrt abgebildet werden. Derartige Goldgläser waren beliebte Geschenkartikel, u.a. am Neujahrstag. Die von einer Ornamentbordüre gerahmten, sich einander leicht zuwendenden Büsten von Petrus und Paulus tragen Namensbeischriften. Eine kleinere Gestalt verleiht den Aposteln jeweils einen Kranz. Es ist Christus, wie andere, inschriftlich gesicherten Darstellungen belegen. Er löst das Motiv der kranzverleihenden, ebenso kleingestaltigen Siegesgöttin Victoria ab, die in Bildern der Kaiserehrung auftrat. An solcher Verkleinerung hat niemand Anstoß genommen – Götter verfügen schließlich über göttliche Dimensionen und können auf die Körpermaße von Riesen mit Gelassenheit verzichten. (Theun-Mathias Schmidt)
Goldglasboden mit jüdischer Symbolik
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Zu den zahlreich erhaltenen Goldglasböden aus Rom zählen auch einige wenige Stücke mit jüdischem Bilddekor. Das von einem Bogenfries mit abstehenden Halbkreisfüllungen gerahmte Bildfeld wird von einem Zwischenstreifen horizontal halbiert. In der oberen Hälfte ist ein geöffneter Thora-Schrein dargestellt, der den Blick auf die Schriftrollen freigibt. Er wird seitlich von je einer Menorah flankiert, auf deren Armen Öllampen stehen. Oberhalb der Leuchter ist jeweils ein Palmwedel angedeutet. Die jüdischen Kultgeräte Schofar, Ethrog und Lulaw sowie eine Amphora ergänzen die Bildgestaltung. Eine Inschrift leitet in die untere Bildhälfte ein: SALBO DOMINO VITALE | CVM COIVGE ET FILIOS | IPSORV FELIX BENER | I | V | S Dabei scheint der Name BENERIVS aus Platzgründen auf vier Zeilen verteilt zu sein. Unter dem Text lädt ein halbkreisförmig um einen runden Tisch angeordnetes Polster zum Verweilen ein. Der Tisch ist mit einer Schüssel gedeckt, auf der ein Fisch liegt. Blattmotive in den Zwickeln schmücken den Speiseraum festlich.
Goldglasfragment mit jugendlichem Wundertäter
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Fragment gehörte vermutlich zu einer größeren Schale, die mit mehreren Medaillons verziert war. Es ist unregelmäßig gebrochen. Auf blauem Anguss hebt sich das in Goldfolie wiedergegebene Motiv eines jugendlichen Mannes kontrastreich ab. Er steht frontal zum Betrachter und hat mit seiner rechten Hand einen Stab erhoben. Wahrscheinlich ist Christus gemeint, der ein Wunder vollbringt. Denkbar ist aufgrund der Position des Stabes die Darstellung der Erweckung des Lazarus. Möglicherweise war die Wickelleiche auf einem zweiten Medaillon dargestellt. Im British Museum in London wird ein solches aufbewahrt (Inv. 1854,0722.14). Hierauf ist das Grabgebäude mitsamt der Wickelleiche zu erkennen, doch fehlt der Wundertäter. Sowohl auf dem Berliner als auch auf dem Londoner Fragment umschließt ein runder Goldrahmen das Motiv. (Ehler 2017)
Goldglasfragment mit wundertätigem Christus
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Vergleichbar der sogenannten Goldglasschale aus Köln, St. Severin (BM Inv. 1881,0624.1), auf der Goldglasmedaillons dreireihig als Dekor angeordnet waren, gehörte vermutlich auch das Berliner Fragment zu einer größeren Schale. Das Stück ist unregelmäßig gebrochen. Auf blauem Anguss hebt sich das in Goldfolie wiedergegebene Motiv eines jungen Mannes kontrastreich ab. Durch den Stab in seiner rechten Hand ist er als der wundertätige Christus gekennzeichnet. Dieser schreitet nach links über eine angedeutete vegetabile Fläche. Eine ähnlich breite Fußstellung nimmt Christus auf dem Goldglasmedaillon im Metropolitan Museum in New York (Inv. MET 18.145.8) ein. Das Berliner Motiv wird von einem achteckigen Goldrahmen umschlossen, wie auch auf zwei Goldglasmedaillons im British Museum (Inv. BM 1863,0727.15 und 1863,0727.16). Sie zeigen ebenfalls den wundertätigen Christus, mit mal mehr, mal weniger Blättern und Kreispunkten als Füllmotiv. Zu der Goldglasschale aus Köln, deren Fragmente heute überwiegend im British Museum verwahrt werden, gehörte auch ein Medaillon mit dem jugendlichen wundertätigen Christus. Dieses befindet sich heute im LVR-LandesMuseum Bonn. (Ehler 2017)
Goldglasfragment mit Orans (wahrscheinlich Daniel)
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Fragment gehörte vermutlich zu einer größeren Schale, die mit mehreren Medaillons verziert war. Es ist unregelmäßig gebrochen, die untere Hälfte nahezu vollständig weggebrochen. Auf blauem Anguss hebt sich das in Goldfolie wiedergegebene Motiv eines Oranten kontrastreich ab. Die frontal stehende Figur hat die Hände zum Gebet erhoben. Links und rechts von ihr scheinen Reste von Blattwerk erhalten zu sein, ähnlich einem der Medaillons auf der sogenannten Goldglasschale aus Köln, St. Severin, deren Fragmente heute überwiegend im British Museum in London aufbewahrt werden (BM Inv. 1881,0624.1). Denkbar wäre auch, die vegetabilen Füllmotive als Reste zweier Löwenmähnen zu deuten. In diesem Falle wäre Daniel in der Löwengrube dargestellt. Allerdings gleichen die Überreste des Berliner Fragments nicht sonderlich den Löwendarstellungen auf Goldgläsern, wie der Vergleich mit beispielsweise Inv. 3321 oder einem Medaillon der Schale aus Köln, St. Severin belegen. (Ehler 2017)
Goldglasfragment mit jugendlichem Orant
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Fragment gehörte vermutlich zu einer größeren Schale, die mit mehreren Medaillons verziert war. Es ist unregelmäßig gebrochen. Auf blauem Anguss hebt sich das in Goldfolie wiedergegebene Motiv eines jugendlichen Mannes kontrastreich ab. Er steht frontal zum Betrachter und hat die Arme zum Gebet erhoben (Orantenhaltung). Ein achteckiger Rahmen umfängt das Motiv (ähnlich Inv. 3336). (Ehler 2017)
Goldglasfragment mit Petrus und Paulus
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Fragment gehörte zu dem Boden eines Glasgefäßes. Es ist in der sogenannten Zwischengoldglas-Technik hergestellt. Hierbei wurde eine Goldfolie auf eine Glasschicht gelegt und so viel der Folie weggekratzt, bis nur das gewünschte Motiv stehen blieb. Anschließend wurde zur besseren Haftung und zum Schutz der Darstellung eine zweite Glasschicht über das Motiv gelegt. Auf dem Fragment sind zwei angeschnittene, männliche Profile erhalten. Ihre Physiognomien und Haartrachten sprechen dafür, dass hier die Apostel Paulus und Petrus dargestellt sind. Zahlreiche Goldglasböden geben die Bekränzung der beiden wieder. Ob dies für das Berliner Fragment einst auch zutraf ist nicht gewiss. Sicherlich muss aber eine Umrandung der beiden Gestalten in Form eines Kreises oder eines Rechteckes ergänzt werden. In einigen Fällen bezeichnen Namensbeischriften die Dargestellten. Auch das ist für das Berliner Fragment nicht gesichert. Zwischengoldglasböden sind recht zahlreich in den Wänden der römischen Katakomben gefunden worden. Hier waren sie als Erkennungszeichen in den Putz der Gräber eingesetzt. (Ehler 2018)
Goldglasfragment mit Inschrift und Kopf
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Fragment gehörte zu einem sogenannten Zwischengoldglas-Gefäß. Hierbei befindet sich zwischen zwei Glasschichten eine Goldfolie, in die das gewünschte Motiv gezeichnet wurde. Auf dem Fragment ist ein geringer Teil einer achteckigen Umrandung erhalten, wie sie häufig bei kleinformatigen Goldglasmedaillons zu sehen ist, die in größere Gefäße eingelassen waren. Unterhalb des oberen Achteckrandes ist eine zweizeilige Inschrift angeschnitten: PAVL[VS] / PETR[VS]. Es handelt sich um die Namen der Apostelfürsten, denen in Rom eine besondere Verehrung zuteil war. Links der Schrift sind die Stirn und der Haaransatz einer Gestalt zu erkennen, die vermutlich einen der beiden darstellte. Sicherlich wird der zweite rechts der Schrift dargestellt gewesen sein. (Ehler 2018)
Goldglasfragment mit Bärenkopf
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Fragment gehörte vermutlich zu einer größeren Schale, die mit verschiedenen Medaillons verziert war. Fragmente einer solchen Schale mit dreireihig angeordneten Medaillons wurden in Köln, St. Severin, gefunden und werden heute im British Museum verwahrt (BM Inv. 1881,0624.1). Das Berliner Stück ist unregelmäßig gebrochen. Auf blauem Anguss hebt sich das in Goldfolie wiedergegebene Motiv eines Bärenkopfes kontrastreich ab. Es wird von einem kreisrunden Goldrahmen umschlossen. Neben Tiermotiven gehörten unter anderem religiöse Symbole, biblische Szenen oder Porträts zu dem Repertoire der sogenannten Goldgläser, die als Boden von Bechern dienten (vgl. Inv. 6631, 6700) oder wie in diesem Falle größere Schalen zierten (vgl. Inv. 3321, 3336, 6181−6186). (Ehler 2017)
Goldglasfragment mit Löwe
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Fragment gehörte vermutlich zu einer größeren Schale, die mit mehreren Medaillons verziert war. Im British Museum werden heute Fragmente einer solchen Schale mit dreireihig angeordneten Medaillons aufbewahrt, die ursprünglich in Köln, St. Severin, gefunden wurden (BM Inv. 1881,0624.1). Das Berliner Stück ist unregelmäßig gebrochen. Auf grünem Anguss hebt sich das in Goldfolie wiedergegebene Motiv eines Löwen kontrastreich ab. Dieser steht auf einer angedeuteten vegetabilen Fläche und blickt sich, die Zähne fletschend, nach rechts um. Ein Kreispunkt dient als Füllmotiv zwischen Kopf und Schwanz. Die Körperhaltung des Löwen und der Füllpunkt auf Höhe des Mauls entsprechen der Darstellung eines Löwen auf der sogenannten Goldglasschale aus Köln-Braunsfeld. Hierauf gehört das Tier zu einer Daniel-Szene. Auf dem Berliner Fragment wird der Löwe von einem kreisrunden Goldrahmen umschlossen. Neben Tiermotiven gehörten unter anderem religiöse Symbole, biblische Szenen oder Porträts zu dem Repertoire der sogenannten Goldgläser, die als Boden von Bechern dienten (vgl. Inv. 6631, 6700) oder wie in diesem Falle größere Schalen zierten (vgl. Inv. 3320, 3336, 6181−6186). (Ehler 2017)