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Objekttyp: Gussform
Thronende Maria mit dem Kind zwischen hl. Katharina und hl. Barbara
Kunstgewerbemuseum
Die Form zeigt in der Mitte die sitzende Maria mit dem Jesusknaben, etwas niedriger erscheinen zu ihren Seiten die hl. Katharina und die hl. Barbara. Die Figuren sind überfangen von einem Dreipass, in dessen Zwickeln sich zwei Engelspaare befinden. Die Nimben von Katharina und Barbara enthalten die Namen der Heiligen, in dem der Muttergottes erscheint der Text "ego sum mater misericor(diae)". Am unteren Bildrand ist die Form datiert: 1497. Die Gussform gehörte möglicherweise - die Identifikation ist nicht ganz gesichert - zu einer Gruppe von drei sehr ähnlichen Werken (die beiden anderen - eine Maria lactans und eine Verkündigung Mariae - befinden sich in Paris, Musée national du Moyen Âge, Inv. Nr. C.L. 13097, C.L. 14096), die vor 1875 zusammen in einem alten Backhaus in Aachen gefunden worden sein sollen. Ernst Günther Grimme brachte 1962 diese Gussformen unter Verweis auf die Verkündigungsdarstellung am Buchdeckel des Krönungsevangeliars (Wien, KHM, Weltliche und Geistliche Schatzkammer) mit dem Werk des Aachener Goldschmieds Hans von Reutlingen in Verbindung. Dass es sich tatsächlich um eine Gussform zur Herstellung von Goldschmiedearbeiten handelt, beweisen auch die Formen für einzelne Details wie Blattwerk und Spiralbänder an der Rückseite. LL
Gussform für mehrere Schmuckstücke, Hälfte
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die an den Schmalseiten gerade beschnittenen, an den Längsseiten schwach gerundete Platte aus dunklem Stein diente als eine Hälfte einer Gussform für Schmuckanhänger. In negativem Relief sind von links nach rechts ein kleiner Halbmond mit Öse, ein Medaillon mit einem Reiterheiligen und ein ornamentiertes Kreuz eingetieft. Vom oberen Rand führen trichterförmige Gusskanäle zu den Schmuckformen. Auch Medaillon und Kreuz besaßen - quer gestellte - Ösen. Nuten von den beiden Schmalseiten der Gussform führten auf diese Ösen zu und über sie hinaus. Inn diese wurde vor dem Guss ein Stab aus einem Material höheren Schmelzpunktes eingelegt, um dadurch die Öffnung der Öse vom Gussmaterial freizuhalten. Der Reiter auf dem Medaillon bewegt sich nach links. In der Hand hält er eine kreuzverzierte Lanze, mit der er einen am Boden liegenden Drachen durchstößt. Er wird durch die Beischrift in griechischen Buchstaben Ο Λ ΓEO abgekürzt als 'der heilige Georg' bezeichnet. Bei dem Λ handelt es sich wahrscheinlich um ein nachlässig eingraviertes A als Abkürzung für AΓIΟΣ, heilig. Die zugehörige zweite Hälfte der Gussform ist nicht erhalten. Die Gussformhälfte wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst.
Hälfte einer Gussform mit Antilope
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
An der rechteckigen Gussformhälfte sind die oberen beiden Kanten weg gebrochen. Hier ragen zwei Stiftreste empor, an denen die zweite Formhälfte befestigt gewesen sein wird. Wahrscheinlich diente die Gussform zur Herstellung von Zierbeschlägen. Auf dem Reliefnegativ ist links ein steinbockartiges Tier mit erhobenem Kopf zu erkennen. Seine mächtigen Hörner biegen sich nach oben, der Kopf wird von einem großen Auge dominiert. Über den Körper breitet sich ein Rautenmuster aus, das im Bereich von Schulter und Hinterlauf jeweils von einer Wirbelrosette unterbrochen wird. Die Beine des Tieres dienten als Steigkanäle für das Gußmetall. Rechts ist die Form eines Doppelkamms mit einer weiteren und einer engeren Zahnreihe erhalten. Das Mittelstück des Kamms zieren zweireihig angeordnete Kreis-Punkt-Motive und Rauten (Kreis-Punkt-Motive vgl. Kämme Inv.18/83-21/83). In das Mittelstück mündet ein trichterförmiger Steigkanal. Oberhalb von Tier und Kamm sitzt eine schaufelartige Form. Kreis-Punkt-Motive überziehen Schaufelblatt und Stiel. Die auffallend geometrisch verlaufenden Einkerbungen an den Außenrändern der Gussform könnten auf Drähte hindeuten, die nach dem Aufeinanderklappen der Formhälften als zusätzlicher Verschluss um sie herum gelegt wurden.
Himmelfahrt des Elias
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Erhalten ist nur die eine Hälfte einer zweiteiligen Gussform, die zur Herstellung eines Schmuckanhängers diente. Deutlich erkennt man den trichterförmigen Eingusskanal (unten) und die beiden Vertiefungen, in welche die Nuppen der anderen Formhälfte einrasteten. Waren die beiden Formhälften zusammengesteckt, wurde ein Hartholzstab durch die (beiderseits als Rinne eingeschliffene) Vertiefung geschoben, um mit dem Gussvorgang zugleich die Öffnungen der Hängeösen zu gewinnen. Dargestellt ist der auf einem Zweigespann (Biga) zum Himmel auffahrende Prophet Elias (2. Könige 2). Das Motiv des Wagenlenkers war in der römischen Profan- und Sakralkunst weit verbreitet. Durch Übertragung auf den Propheten Elias, dem sich vom Himmel her die Hand Gottes entgegenstreckt, erhielt der Bildtypus eine neue – christliche – Sinngebung.