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Objekttyp: Handschrift (Buchkunst)
Koran
Museum für Islamische Kunst
Sure 2 (al-Baqara), Verse 9 – 19 (Kairo 10 -20). Fortsetzung der Textwolken wie f. 3v, matt goldgrundig, mit vielfarbigen Blütenstengeln besetzt. Randillumination: oben goldgrundiges achtstrahliges „Zehn Verse-Medaillon“ mit Lapislazuli-blauem Zentrum und hellfarbigen Blüten; unten Lapislazuli-blaugrundiges „Fünf Verse-Pendant“ mit goldenem Zentrum, zwei Goldtönen, hellfarbigen Blüten, blauen langen senkrechten Ständern
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Sultan Sandschar und das alte Weib
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Nizami, Makhzan al-asrar; Text am Rand: aus Auhadi, Divan, Gedichte. Bild zwischen Zeile 5 und 6 über die ganze Breite des Hauptfeldes gesetzt, nur unten Randleiste sichtbar. Miniatur: Auf einem Wiesenhügel mit verdorrter Kuppe, kleinen Bäumen und Buschwerk mit großer Blume unter goldenem Himmel stellt sich eine Greisin mit Stock dem berittenen Herrscher in den Weg und beschuldigt ihn, nicht die schwachen Untertanen zu beschützen. Der Sultan – im Text ist es der Seldschuke Sandschar – ist zwar durch eine rote Robe mit Hermelinsaum (?) gekennzeichnet sowie durch seine elegante Haltung mit Turban, aber sonst ohne Abzeichen und Gefolge. Die relativ kleinen Personen sind auf das Wesentliche – die Gestik und Körperhaltung – verkürzt dargestellt. Zum Stil vgl. Bild S. 223, 237. Übermalungen in der Landschaft, am Pferd, am Gesicht der alten Frau, wohl auch an Gewändern. Randillumination: in kleineren Dreiecken je ein Blatt- und Blumenbouquet gegenständig zur gegenüberliegenden Seite.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Nizami, Khusrau va Schirin, Text am Rand: aus Auhadi, Divan, Gedichte. Bild füllt die oberen drei Viertel der Randleisten und nach links teilweise darüber hinaus bis Seitenende, zusätzlich sind zwei Pflanzen dort außerhalb der Randleiste gemalt. Miniatur: Das Bild holt textumschlingend ebenso weit wie das vorige aus. In gestaffelter Hügellandschaft unter goldenem Himmel begegnen sich zufällig Khusrau und Schirin zu Pferde bei einer Jagd. Während Wild und Vögel sich in dunklere Weiten verziehen, flammt die Leidenschaft der Liebenden auf, in unterschiedlich eleganter Haltung bei Mann und Frau und ebenso bei den Pferden ausgedrückt. Hier sind eher die großen Figuren betont, aber das Bild gehört mit dem vorigen zu einer Gruppe. Gute, detailreiche Erhaltung, kleinere Übermalungen in Landschaft. Rand: diagonale Beschriftung nur von zwei kleineren Dreiecken ohne Randleisten begrenzt; Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache-Farben.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Nizami, Khusrau va Shirin, Text am Rand, aus: Sa‘di, Ghazaliyyat. Dreiseitige Randbeschriftung ist spiegelbildlich, also doppelseitig konzipiert. Illumination, im Hauptfeld: unter schmalem blaugrundigen Fries mit feinem, wiederholten Gabelblatt–Goldornament dreiteiliger Titelschmuck in breiter, blau- und farbloser Bordüre: zentrale gespitzte, farblos gerahmte Titelkartusche „Kitab-i Khusrau va Schirin “ in fein schwarz umrahmter Goldschrift vor Spiralranken, flankiert von angehängten, farblos passig gerahmten blauen Pendants, alles mit goldenem Blatt- und Blumenwerk dicht besetzt, doppelt fein golden umrahmt und rot akzentuiert. Randillumination: unter breiterem blauen Fries mit Gabelblatt-Goldornament in gespiegelter Dreieckform blaugrundiger, ebenso dicht golden besetzter Rhombus mit waagerechtem, passigen, gespitzten Titel-Medaillon mit kleinen Pendants „Ghazaliyat-i Schaikh Sa’di“, von breiter, farbloser Bordüre mit goldenem Blüten- und Blattwerkbesatz und roter Akzentuierung; mittig in größerem seitlichen Dreieck symmetrisches Blumen-Arrangement in Gold mit leichter Form- und Farbvariation; in kleineren Dreiecken Blatt- und Blumenbouquet gegenständig zur gegenüberliegenden Seite.
Prinz Chusrau vor König Hurmuzd (Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Nizami, Khusrau va Schirin; Text am Rand: aus Auhadi, Divan, Gedichte. Bild am unteren Rand über die ganze Breite des Hauptfeldes sowie nach links noch tiefer reichend in den Rand ausgedehnt, Randleiste nur unten sichtbar. Miniatur: Im Thronraum eines Palastes – der seitlich den Blick auf eine schmale Wiesenlandschaft unter goldenem Himmel freigibt - empfängt König Hurmuz seinen Sohn, den Kronprinzen Khusrau. Dieser steht demütig tiefer und erwartet für ein angerichtetes Unheil mit seinem Turbantuch am Nacken und dargebotenem Schwert ein Todesurteil – er hatte einen Bauern bei einer Jagd geschädigt. Drei ältere Höflinge am Rand diskutieren den Fall mit; die Ruhe, die die Hofgerichtsszene mit ihren großen Figuren ausstrahlt und die Vergebungsentscheidung andeutet, wird von der gediegenen Innenausstattung und der Verteilung einiger Porzellan-, Keramik- und Metallgefäße vor dem Thron bekräftigt. Die Ornamentik der Wand hinter dem Thron steht der Illumination dieser Handschrift nahe; auch die dichte, repetierende Holzornamentik an Wand und Thron sowie der Goldkragen des Königs passen in die frühe timuridische Zeit. Zum Stil vgl. Bild S. 96. Hervorragende, gut erhaltene Detailzeichnung der Figuren und der Ornamentik, wohl kleinere Übermalungen an Thronkissen und grünem Stoff, Gesichter leicht beschädigt. Randillumination: in kleineren Dreiecken zu Beginn und Ende der Randbeschriftung je ein Blatt- und Blumenbouquet gegenständig zur gegenüberliegenden Seite.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Khusrau (Chosrau) entdeckt Schirin beim Bade
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Nizami, Khusrau va Schirin, Text am Rand: aus Auhadi, Divan, Gedichte. Miniatur: Das freier gestaltete Bild füllt drei Viertel der gesamten Seite und greift textumschlingend und unten stufenweise aus, über die ganze Breite des Hauptfeldes sowie nach links noch tiefer reichend in den Rand; Bildrandleiste unten sichtbar. In einer bewaldeten Hügellandschaft unter goldenem Himmel wird die flüchtige armenische Prinzessin Schirin vom Prinzen Khusrau beim Baden beobachtet, als sie Kleidung und Waffen abgelegt hatte – sie waren, ohne sich zu kennen, bereits ineinander verliebt, aber aus Verwirrung über diesen Zufall flieht Schirin und Khusrau muss noch mehrere Prüfungen bis zur menschlichen und herrscherlichen Reife bestehen. Die wilde Kulisse und vielgestaltigen Bäume illustrieren den schwierigen Weg des Prinzen. Trotz der ähnlichen Kleinheit der Figuren ist hier sicher ein anderer dritter Künstler am Werk als bei der ersten Bildgruppe. Guter, detailreicher Erhaltungszustand, Gesichter teilweise vielleicht nachgemalt. Rand: diagonale Beschriftung nur von zwei kleineren Dreiecken ohne Randleisten begrenzt; Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache-Farben.
Koran
Museum für Islamische Kunst
Sure 7 (al-A`raf), Verse 87 Forts. – 96 (Kairo 89 Forts. - 98). Randillumination: überkopf Lapislazuli-blaugrundiges „Fünf Verse-Pendant“ mit goldenem Zentrum, zwei Goldtönen, hellfarbigen Blüten, blauen langen senkrechten Ständern [sic!].
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Nizami, Khusrau va Schirin, Text am Rand: aus Auhadi, Divan, Gedichte. Bild auf unterer Haupttext-Randleiste, keine obere Leiste. Miniatur: Die Szene im konventionellen Format mit dunkelblauem Himmel und rosa Wolke zeigt äußerst verkürzt den Besuch von Schirin beim Bergingenieur und Künstler Farhad, der unglücklich in sie verliebt ist. Khusrau hatte ihn deswegen mit einem Bergdurchbruch beauftragt, wo er jedoch ein Bild von Schirin („die Süße“) gemeißelt hatte; dorthin bringt sie ihm eine Schale Milch (schir), von welchem Wortspiel die beiden Verse im Bild handeln. Der dunkle Fels im Vordergrund zeigt statt des Reliefs Fratzen. Zur ersten Stilgruppe, vgl. S. 12 etc. Himmel übermalt, wohl auch Gesichter; Haltung des Farhad unklar. Rand: großes und kleinere Dreiecke mit Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache-Farben.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Madschnun unter den wilden Tieren
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Nizami, Madschnun und Laili, Text am Rand: aus Amir Dschalal al-din Hasan (bzw. Ubaid-i Zakani), Divan, Gedichte. Miniatur: Konventionelle Komposition von drei gestaffelten Hügeln mit unterschiedlichem Bewuchs unter blauem Himmel mit Wolke; Madschnun sitzt auf dem vordersten braunen Hügel, ihn besuchen die Tiere der Wildnis, ein Schakal, ein Hirsch, der ihm aus der Hand frisst, ein Wolf und ein Löwe. Die Darstellung gehört zur ersten Gruppe. Fehlstelle und Verwischungen in der Landschaft links, Himmel teilweise übermalt. Rand: großes und kleinere Dreiecke mit Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache-Farben.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Nizami, Madschnun und Laili, Text am Rand: [`Ubaid-i Zakani], `Uschschaq-nama, „Buch der Verliebten“. Miniatur: Prächtige Architekturdarstellung des Palastes von Laili nach Tod ihres Ehemanns, links zweistöckige Backsteinarchitektur mit Hufeisenbogen und Keramikzwickeln oben, unten zarte Wandmalereien in Nische und Alkoven mit Vorhang über dem Lager, auf das Laili mit Madschnun in inniger Umarmung gesunken sind, davor ein metallenes Waschgeschirr, Fliesen-Wandsockel und Keramikfriese darüber sowie am Dach. Madschnun ist aber zu erschöpft für den Genuss ihrer Liebe und wird wieder in die Wildnis fliehen. Die Darstellung gehört wohl zur ersten Gruppe, aber die Ornamentik entspricht der besten, z.B. S. 223. Figuren und Ornamente detailreich und gut erhalten, Betthintergrund und Kissen jedoch übermalt. Rand: großes und kleinere Dreiecke mit Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache-Farben.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
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Text im Hauptfeld: Khvadschu Kirmani, Gul va Nauruz; Text am Rand: Gul va Nauruz (andere Version). Miniatur: Auf grüner Ebene unter tiefblauem Himmel mit kleiner Wolke, nach rechts abgestuft zur Landschaft, wimmeln die kleinen Krieger zweier Heere in Schlachtordnung und am Horizont; in oberer Mitte schlägt etwas größer Nauruz im Lederpanzer auf gepanzertem Pferd einen ganz ähnlich gepanzerten Gegner, was dessen Begleiter zum Entsetzen bringt. Die kleineren Figuren sind weniger sorgfältig gezeichnet, Darstellung wohl zur ersten Gruppe, vgl. S. 21 etc. Aber detaillierte Darstellung der Panzer, auch an Pferden, und Fahne mit interessanten Materialangaben. Rand: ein größeres und ein kleineres Dreieck mit Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache- Farben.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Naurus und Gul auf dem Liebeslager
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Khvadschu Kirmani, Gul va Nauruz; Text am Rand: Gul va Nauruz (andere Version). Miniatur: das Bild ganz nach oben an die äußeren Randleisten gerückt, bleibt aber in den Maßen des Haupt-Textfeldes; die Architektur des Alkovens mit dem Schlaf-Thron in gleicher Form und Nutzung wie auf S. 675 passt sich den Randleisten an, die Raumausstattung ist ähnlich prächtig; vor der Holzbalustrade zum Alkoven mit Gul und Nauruz schläft in Dienerin auf einer Matte und scheint lustvoll zu träumen. Der rechte Bildrand zeigt oberhalb einer breiteren Balustrade in Spaltenbreite eine Terrasse mit zweiter Balustrade, auf der ein Diener bei einer hohen Fackel ruht, mit Ausblick auf den nächtlichen Garten. Die kleineren Figuren sind sorgfältig gezeichnet, die Ornamentik ist sehr reich und detailliert und außer den Gesichtern von Gul und Nauruz vorzüglich erhalten, aber Darstellung wohl zur ersten Gruppe, vgl. S. 21 etc. Rand: ein größeres und zwei kleinere Dreiecke mit Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache- Farben.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Magnun (Madschnun, Majnun) an der Ka'ba
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Nizami, Madschnun und Laili, Text am Rand: aus Amir Dschalal-i `Azud, Divan, Gedichte. Bild auf unterer Haupttext-Randleiste, eigene Randleisten, nach rechts etwas über das Textfeld hinausragend. Miniatur: Im Bild wird der Besuch Madschnuns mit seinem Vater und einer weiteren Person an der Kaaba geschildert – das rötlich geflieste Gebäude füllt den ganzen hohen linken Teil aus, nur Türvorhang und Sturz sind schwarz, die Tür bleibt hinter einem dunkelhäutigen Diener geschlossen, doch ergreift Madschnun den goldenen Türzieher; der Hof wird als grüne Wiese dargestellt, mit einem schwarzen Sockelstein. Der dürftig bekleidete, liebeskranke Madschnun („der Irre“) schwört nicht etwa seiner Liebe zu Laili ab, wie sein Vater erhofft hatte, sondern fühlt ihre Stärke am heiligen Ort umso mehr und dankt dafür. Wenig detailreich, zur ersten Stilgruppe, vgl. S. 12 etc. Gesichter mehr oder weniger berieben. Rand: großes und kleinere Dreiecke mit Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache-Farben.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Kampf der arabischen Stämme
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Nizami, Madschnun und Laili, Text am Rand: aus Amir Dschalal-i `Azud, Divan, Gedichte. Bild mittig. Miniatur: Konventionelle Komposition, nur oberhalb der zwei Berggipfel beidseitig erhöht; auf der Wiese mit verdorrtem Gebüsch kämpfen je zwei berittene Krieger mit zwei Lanzen und zwei Schwertern gegeneinander, als Darstellung des Krieges, den Madschnuns Freund Naufal gegen Lailis Stamm losgebrochen hat, um sie für ihn zu gewinnen. Durch nichts wird der Sieg gekennzeichnet – der bei Lailis Stamm lag. Die Darstellung ist zwar im Szenenausschnitt ähnlich der ersten Stilgruppe, jedoch viel kleinteiliger und mit etwas größeren Figuren; teilweise wird sie dem Künstler des Bildes S. 245 zugeordnet, es kann aber auch ein anderer Künstler gemalt haben. Ungewöhnlich guter Erhaltungszustand. Rand: großes und kleinere Dreiecke mit Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache-Farben.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Kampf der Helden Khusrau und Bahram Tschubin
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Nizami, Khusrau va Schirin, Text am Rand: aus Auhadi, Divan, Gedichte. Bild von unterer Randleiste dramatisch ins obere Textfeld gesteigert und nach links diagonal in den Rand erhöht sowie nach rechts über Randleiste etwas erweitert. Miniatur: Das Bild zeigt in dramatischen Randerhöhungen vor mächtiger, fratzenhafter Bergkulisse den Reiterkampf von Khusrau als König gegen den Usurpator Bahram Tschubin. Die verschiedenen wehenden Fahnen unter hellblauem Himmel mit chinesischer Wolkenzeichnung und die sieben ruhig beobachtenden Krieger unterstreichen den Sieg des Königs gegen den schwer verwundeten, aber überlebenden Bahram. Zwar sind ausschnitthafte Szenendarstellung und Größe der Personen ähnlich denen einer andern Illustrationsgruppe der Handschrift, aber dramatische Komposition und erheblich feinere Detailwiedergabe machen dies zu einem Einzelwerk. Relativ guter Erhaltungszustand, detailreich, wohl Übermalungen am unteren Rand. Rand: nur ein kleineres Dreieck am Anfang der Beschriftung; Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache-Farben.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Schwarzer Krieger auf einem Elefanten im Kampf gegen einen asiatischen Reiter
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Text im Hauptfeld: Khvadschu Kirmani, Gul va Nauruz; Text am Rand: Gul va Nauruz (andere Version). Miniatur: Unter einem goldfarbenen, nach rechts abgestuftem Himmel mit Wolken breitet sich eine mauvefarbene Landschaft aus, in ihr kämpft Nauruz, der Sohn des Königs von Chorasan, zu Pferde mit Goldpanzer gegen einen ganz in Eisen gepanzerten Byzantiner auf kleinem Elefanten. Im Vordergrund erhebt sich ein hoher Ziegelbau mit schön ornamentierter Tür und Dachfries sowie Minarett-artigem kleinen Dachaufsatz mit Kuppel Die kleineren Figuren sind etwas sorgfältiger gezeichnet, Darstellung gehört wohl zur dritten Gruppe mit den größeren Figuren, vgl. S. 193 etc. Vorzügliche Details in Figuren und Ornament, besonders authentisch erhalten. Rand: ein größeres und ein kleineres Dreieck mit Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache- Farben.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Khvadschu Kirmani, Humay va Humayun; Text am Rand: Maulana Salman, Divan, Gedichte. Miniatur: Die Architektur im Bild passt sich ganz dem oberen Teil des Haupt-Textfelds ein, auch noch rechts mit dem niedrigeren Ausblick der Terrasse mit Holzgeländer zum nächtlichen Baumgarten. In einem mit Wand- und Bodenfliesen, figürlicher Wandmalerei, vergoldeter (Holz-?)malerei und eingelegter Türornamentik sowie Fenster und schönen Vorhängen geschmücktem Raum ist ein thronartiges Lager mit Füßen in goldenen Schalen zur Ungezieferabwehr auf einem Teppich errichtet. Darin liegen Humay und Humayun neben abgelegter Kleidung und Krone und vollziehen unter transparenter Decke die Ehe. Hohe Fackeln gehören zur Ausstattung, vor der Tür ruht ein Diener mit weiteren Gefäßen. Die Darstellung gehört zur zweiten Gruppe mit den größeren Figuren, vgl. S. 21 etc. Vorzügliche Details in Ornament und Figurenzeichnung, Gesichter nachgemalt, senkrechte Falte mit Farbabplatzung. Rand: ein größeres und zwei kleinere Dreiecke mit Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache- Farben.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Amir Khusrau Dihlavi, Hascht bihischt; Text am Rand: aus Nasir-i Bukhari, Divan, Gedichte. Miniatur: das Bild konventionell in den Rahmen des Haupt-Textfelds eingefügt, mit rechts abgestuftem blauen Himmel, Jagdszene an steilem hellen Hügel mit einem von Bahram Gurs berühmten Meisterschüssen: mit einem Pfeil heftet er den rechten Hinterlauf eines Wildesels an dessen Maul, an dem er sich gekratzt hatte. Die kleineren Figuren sind sorgfältig gezeichnet, aber Darstellung wohl zur ersten Gruppe, vgl. S. 21 etc. Himmel und Rückpartien des Pferdes übermalt. Rand: ein größeres und zwei kleinere Dreiecke mit Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache- Farben.
Koran
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Sure 80 (`Abasa ), Verse 39 Forts. – 41 (Kairo 40 – 42), Ende. Sure 81 ( al-Takwir), Verse 1 – 18 (Kairo 1 - 19), Verstrennung 9/10 abweichend. Fries mit Überschrift-Kartusche mit gelängten Seitenspitzen, kleinen, hellblau gefüllten Pendants, vier Eckmotiven (großen Viertelpendants) von Gabelblättern in zweitem Goldton gerahmt; überwiegend hellblaue, violette und orange-rote Blüten. Einzeilige Überschrift: Surat al-Takwir tis’u `ischrun aya, “Sure `Das Einhüllen´, 29 Verse“ Randillumination: oben und unten Lapislazuli-blaugrundiges „Fünf Verse-Pendant“ mit goldenem Zentrum, zwei Goldtönen, hellfarbigen Blüten, blauen langen senkrechten Ständern; Mitte goldgrundiges achtstrahliges „Zehn Verse-Medaillon“ mit Lapislazuli-blauem Zentrum und hellfarbigen Blüten.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
Museum für Islamische Kunst
Schmuck-Doppelseite mit S. 3 als Inhaltsverzeichnis (fihrist); Von der äußeren Bordüre gehen Blütenständer zu den Seitenrändern sowie seitenmittig gespitzte knospenartige Kappen mit Goldblatt-Füllung ab; auf blauem Grund feines lineares weißes Zickzackband und vegetabile Goldornamente, unterbrochen von je zwei und einem halben gespitzten Goldmedaillon mit Binnenzeichnung an den Schmalseiten sowie sechs an der Längsseite; Gold und Rot gerahmte äußerste vierseitige Bordüre mit farblosem Grund, drei blaugrundigen Kartuschen mit Goldbesatz an den Schmalseiten und vier längeren an der Langseite mit Titeln der Randtexte der Handschrift in den Eck- und langseitigen Mittelkartuschen und den goldgrundigen Mittelkartuschen der Schmalseiten; mittlere vierseitige Bordüre mit reziprokem blaugrundigen und farblosen Zinnenmotiv, innere Bordüre mit farblosen Kartuschen abwechselnd mit Medaillons mit den Titeln der Texte in den Hauptfeldern; das zentrale Feld mit farblosem Grund, auf dem dichte Blumenbänder mit wenigen Farbtupfern aufgereiht sind, zwei fünffach gewellte blaugrundige Bänder mit goldenem Blattbesatz senkrecht gegenständig so angeordnet, dass ein farbloses zentrales gespitztes Medaillon entsteht, das wiederum einen blaugrundigen Kern hat; die blaugrundigen und farblosen Gründe tragen jeweils gleichartigen Besatz.
(Iranische Anthologie aus Bibliothek des Timuriden-Prinzen Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
Museum für Islamische Kunst
Illumination: Medaillon mit nachträglichem Bibiothekseintrag für Baisunqur (schamsa), 19,6 x 12 cm. Von der ursprünglichen Form noch erhalten äußere Bordüre mit Blütenstangen sowie zwei kleine Pendants in der senkrechten Achse, matt-blauer Grund, besetzt mit linearer vegetabiler Goldornamentik in weißem Zickzack-Band, kleine Goldtupfer. Im Zentrum nachträglich aufgebrachter Goldgrund mit vierzeiliger, fein schwarz umrahmter weißer Inschrift in kalligraphischem Thulth-Duktus über grüner vegetabiler Spiralranke; in innerer, breiterer Bordüre mit leuchtendem Lapislazuli-blauem Grund vier größere passige weißgrundige Kappen alternierend mit vier kleineren Pendants, gefüllt mit fiedrigen vegetabilen Motiven in bräunlicher Tusche mit flüssigen Gold- und wenigen blauen Tupfern, orangerot unsicher gerahmt, dazwischen weiße Blütenstengel mit flüssigen Goldrosetten; weiße Punktbänder und orangerote Leisten rahmen diese Bordüre, die einige Buchstaben überschneidet, also nach der Inschrift aufgebracht wurde; Lapislazuli-blaue Reparaturen mit unklarer Goldornamentik in äußerer Bordüre – Farben und Ornamentik weichen von denjenigen in der ganzen Handschrift ab.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
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Pendant der Schmuck-Doppelseite S. 4 als Textbeginn; gegenständig strukturiert im dreiseitigen Rand; Beschreibung s. ebd.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Farid al-din `Attar, Mantiq al-tair ; Text am Rand: aus `Attar, Divan, Gedichte. Bild mittig und über die ganze Breite des Hauptfeldes gesetzt, nur oben Randleiste sichtbar. Miniatur: In Berglandschaft unter tiefblauem Himmel bei mächtigem Baum, an Bach mit großen Blumenstauden, lässt sich ein weißbärtiger Scheich im blauen Sufi-Mantel und mit langem Turbanende des Lehrers von einer verführerischen jungen Frau begehrlich und mit bis vor den Baum ausgestrecktem Fuß eine Trinkschale reichen, während die Karaffe außer Reichweite steht – die Geschichte beschreibt die Liebe des Scheich San’an zu einer Christin, für die er sogar Wein trinkt. In der allegorischen Szene schildert Farid al-din `Attar die vernunftlose Liebe auf dem mystischen Pfad, die sich über die koranischen Gebote stellt. Erst durch Überwindung der menschlichen Fehler wird die Liebe geläutert, ausgedrückt durch den Tod der Christin. Grasbüschel besetzen kaum geordnet die bergige Landschaft. Die kleinen Personen sind auf das Wesentliche – die Gestik und Körperhaltung – verkürzt dargestellt. Zum Stil vgl. zu Bild S. 92. Vermutlich kleine Übermalungen in der Landschaft unten, der Himmel. Randillumination: in kleineren Dreiecken je ein Blatt- und Blumenbouquet gegenständig zur gegenüberliegenden Seite.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Dschamschid lehrt Schneider und Schmiede
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Text im Hauptfeld: Firdausi, Schahname, Geschichte von König Dschamschid, der das Handwerk des Schneiders und das des Eisenschmieds lehrt; Text am Rand: aus Maulana Kamal al-din, Divan, Gedichte. Kustode überschnitten. Bild nahezu quadratisch über ganze Hauptfläche und über den Rand nach rechts oben und unten beidseitig des Trenndreiecks ausgeweitet. Miniatur: im Hauptfeld füllt sie schmale Goldleisten-Rahmen ganz aus, am Rand überdeckt sie Rahmen meist. Ein kräftig blauer Himmel, in den sich ein alter Baum gewunden erhebt, kontrastiert mit der hellen, eintönig mit Reihen grüner Grasbüschel besetzten Landschaft und balanciert die überwiegend dunkel gehaltene Gruppe von fünf Männern. Der König sitzt mit angezogenem Knie mit Polster und Kissen hoch auf dreiseitig umschlossenem Thron, dessen Stützen mit Vorhang verdeckt sind und hinter dem sich zwei Höflinge mit Mütze bzw. Turban bereithalten. Er gebietet zwei Handwerkern Einzelheiten ihrer Berufe – Zuschneiden, Hämmern auf dem Amboss mit Lederschürze, daneben die Lehmofen-Esse mit Blasebalg. Himmelsblau abweichend, vermutlich nachträglich übermalt, Gesicht des Königs beschädigt, die übrigen wohl weitgehend ergänzt. Randillumination: in größerem Dreieck symmetrisches Blumen-Arrangement in Gold mit Päonien und Rosette, in kleineren Dreiecken je ein Blatt- und Blumenbouquet gegenständig zur gegenüberliegenden Seite.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Rustam im Kampf mit Afrasiyab
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Text im Hauptfeld: Firdausi, Schahname, Kampf Rostams gegen Afrasiab; Text am Rand: aus Maulana Kamal al-din, Divan, Gedichte. Bild nahezu quadratisch über ganze Hauptfläche und über den Rand nach links oben und unten ohne Trennung ausgeweitet. Miniatur: über ganze Breite und bis an den linken äußeren Rand ohne Rahmung ausgeweitet. In Berglandschaft unter mattblauem Himmel zieht ein Reiterkampf am Betrachter vorüber: Rustam als Hauptheld und Sieger beherrscht die Szene, mit langer Lanze hat er den Gegner aus dem Sattel gehoben, der aber noch vom Boden einen Pfeil auf ihn zu schießen droht – der Kampf wird hier abgebrochen. Beide sind nur mit Goldhelmen geschützt, ohne Panzer, drei Begleiter auf Rustams und zwei auf der Gegnerseite tragen fast die gleichen Helmsorten mit Brünne und Kragen. Grasbüschel besetzen steinige Landschaft. Die Personen sind sehr groß, Bewegungen von Mensch und Pferd sind mit Dramatik dargestellt, Köpfe variieren in Farbe und Mimik. Zum Figurenstil vgl. Bild S. 245 und 315. Übermalungen u.a. in Landschaft, am linken Pferd, der Himmel. Randillumination: in kleineren Dreiecken je ein Blatt- und Blumenbouquet gegenständig zur gegenüberliegenden Seite.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Firdausi, Schahname, Rostam streitet mit dem Prinzen Isfandiar; Text am Rand: aus Khaqani, Divan, Gedichte. Bild abgestuft oben über drei Spalten, etwas tiefer über ganzes Hauptfeld und noch tiefer schmal über rechten Rand nach oben und unten ohne Trennung ausgeweitet. Miniatur: stellenweise ohne Rahmung ausgeweitet. In Berglandschaft mit Einzelfelsen unter mittelblauem Himmel begegnen sich die zwei Reiter in verkürzter Darstellung: Rostam als der Ältere wohl links, aber ohne sein kennzeichnendes Leopardenfell, ihm gleichrangig, aber jünger dargestellt der Sohn und verhinderte Thronfolger des Königs Guschtasp. Beide sind nur mit Goldhelmen geschützt, Isfandiar soll Rostam gefesselt vor den König bringen – worüber es zum Kampf kommt. Grasbüschel besetzen die bergige Landschaft. Die kleinen Personen sind auf das Wesentliche – die verbale, von Handbewegungen bestärkte Auseinandersetzung – verkürzt dargestellt, auch die Pferde halten einander aufmerksam im Auge. Zum Stil vgl. Bild S. 96, 255, 432 und 596, vielleicht auch 644, 866 und 916. Verwischungen an linker Figur, Übermalungen an beiden Pferden, in der Landschaft, der Himmel. Randillumination: in kleineren Dreiecken je ein Blatt- und Blumenbouquet gegenständig zur gegenüberliegenden Seite.
Koran
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Sure 2 (al-Baqara), Verse 1-9 (Kairo 1-10) Dreizeiliger Suren-Titel in Überschrift-Kartusche: Sūrat al-baqara / mi´atān wa sittu thamānūn / āya madaniyya „Sure `Die Kuh´ 286 Verse, medinensisch“. Zweiteilige Überschrift-Illumination (unwan) mit großer geflammter Kappe vor hohem Fries, im Zentrum Grund und Gabelblattranken in drei Goldtönen, im breiten Rand Lapislazuli-blauer Grund mit separaten Wolkenband-Ranken; seitlich hohe Lapislazuli-blaugrundige Friesteile mit vier von Rahmenleisten und schmaler Querleiste überschnittenen, goldgrundigen Halbpendants mit übergreifenden Blütenranken; darunter flacherer, Lapislazuli-blaugrundiger Fries mit fast ovaler goldener Überschrift-Kartusche, seitlich gespitzt und mit kleinen grünen Pendants, vier Eckmotiven in zwei Goldtönen und Lapislazuli-Blau; drei separate Ranken- bzw. Blütenstengel-Systeme; die gleichen Farben wie f. 2v-3r. Randillumination: Lapislazuli-blaugrundiges „Fünf Verse-Pendant“ mit goldenem Zentrum in größerem Format und mit kräftigeren Randleisten als sonst, zwei Goldtönen, hellfarbigen Blüten, blauen langen senkrechten Ständern
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
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Text im Hauptfeld: Nizami, Madschnun und Laili, Text am Rand: [`Ubaid-i Zakani], `Uschschaq-nama, „Buch der Verliebten“.. Miniatur: links nur um zwei Zeilen nach oben erweitertes Bildformat mit einer Palmenlandschaft um das hellgrüne Grab von Laili, auf das Madschnun sich geworfen hat und dort stirbt. Dieser Kenotaph ist merkwürdig schwebend dargestellt, da die beiden Palmenfüße unter ihm noch hervorschauen; zwei Tierpaare und der Wolf sind dabei; rechts erhebt sich eine schmale hohe, rötlich mit Sterngeflecht geflieste Fassade mit schwarzer doppelflügeliger Tür und farbigem Sturz, vielleicht eine Moscheedarstellung, da davor ein sechseckiges (Wasser-?)becken auf etwas beschädigtem hellem Grund und ein vierstufiger Minbar (Kanzel), ebenfalls mit Sterngeflecht-Ornament, steht. Seine erste Stufe ragt nach rechts über die Textfeld-Randleiste hinaus, über die obersten Stufen springt ein Leopard. Die Darstellung gehört zur ersten Gruppe. Im Einzelnen detailreich, aber sparsam eingesetzt. Rand: großes und kleinere Dreiecke mit Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache-Farben.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Nizami, Khusrau va Schirin, Text am Rand: aus Auhadi, Divan, Gedichte. Bild greift über Randleisten nach beiden Seitenrändern, nach oben und am rechten Rand nach unten aus. Miniatur: Das Bild holt ebenso weit wie das vorige aus und füllt textumschlingend etwas mehr als die Hälfte der gesamten Seite. In gestaffelter Hügellandschaft übernachten Khusrau und Schirin unter Goldhimmel in einem Rundzelt mit weitgespanntem Schirm-Vordach, dessen zentrale Zeltstange die Randleiste des Textfeldes nutzt. Ein Löwe war herangeschlichen, wurde aber von Khusrau im Nachtgewand mit Faustschlag – in Bogenschützenhaltung – erledigt, wie Schirin vor dem Zelt sowie vier Begleiter hinter einem Hügel mit Zeichen des Staunens beobachten. Die Zeltarchitektur ist mit großer Präzision, die Personen eher groß wiedergegeben, das Bild könnte zur Gruppe der vorigen drei Bilder dieses Epos gehören. Übermalungen in Landschaften und an Gesichtern. Rand: diagonale Beschriftung nur von zwei kleineren Dreiecken ohne Randleisten begrenzt; Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache-Farben.
(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh)
Museum für Islamische Kunst
Text im Hauptfeld: Nizami, Haft paikar, Text am Rand: aus Schaikh Sa‘di, Bustan. Miniatur: streng innerhalb des Haupttextfelds, zeigt einen fast geschlossenen Innenraum mit einem vom orange-roten Vorhang fast ganz verdeckten Fenster, eine Dienerin scheint von rechts aus einer nicht gezeigten Tür zu kommen, vor unrealistischer blauer Wandsockelzone. Die Raumecken nehmen die Trennleisten der Versspalten auf, doch breitet sich der Teppich über sie hinaus aus, auf dem König Bahram mit Säbel neben einem Kissen und die Prinzessin sitzen. Sie ist laut Text die erste der sieben Prinzessinnen aus allen Weltgegenden und mit den Planetenfarben, die Bahram jeweils an einem Wochentag besuchte und heiraten möchte: die schwarz gekleidete Prinzessin aus Indien am Samstag im Zeichen des Saturn. Hier aber entspricht nur Bahrams Ärmelgewand der Farbsymbolik, die sonst auch die Hauptfarben des Palastes bildet. Die stellenweise verwischte Darstellung gehört zur ersten Gruppe. Die gesamte blaue Wandsockelzone und die Decke, auf der das Paar sitzt, wohl auch die Bodenfliesen davor, dürften übermalt worden sein, daher merkwürdige Position der Dienerin; Gesichter und Fenster verwischt. Rand: großes Dreieck und kleinere mit Ornamentfüllung in Gold und hellen Gouache-Farben.