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Objekttyp: Haube
Haube
Museum Europäischer Kulturen
Weißer, roter, blauer, grüner Stoff mit Goldlitzen als Pallietten; unten stabilisiert mit eingenähtem, länglichen Stück Pappe. Abgebildet ist die Rückseite der Haube, die vorne mit zwei Bändern unterm Kinn festgebunden werden kann. Text in Lieferlisten des Sammlers: "Schokatzenhaube (Kapiza [sic: Kapica] mit Goldlitzen (verheiratete Frauen), nicht hergerichtet." Diese Art Kappen wurde nur in Sonta getragen. Mit zunehmenden Lebensalter wurde die jeweils getragene Haube immer kleiner. Darunter wurde eine Art Holzgestell getragen, um das Haar zu verdecken. Die Perlen an den Trachten der Šokci kamen vor allem aus Jablonec in Tschechien, was auf die enge Vernetzung der Region innerhalb der Habsburgermonarchie hinweist. Der Sammler Gustav-Adolf Küppers erwarb das Objekt im Jahr 1935 auf der ersten von insgesamt fünf Reisen nach Südosteuropa. Intensiv bereiste er hier die Vojodina im Norden Serbiens, wo er u.a. die materielle Kultur der Šokci (veralt./dt. "Schokatzen") sammelte. Šokci sind bis heute als kulturelle Minderheit in Kroatien, Ungarn und Serbien vertreten, wobei sie in Serbien auch noch heute einen Status als Minderheit haben. Während sich im späten 19. Jahrhundert noch über 20.000 Personen als Šokci bezeichneten, sind es heute nur noch einige hundert. Küppers interessierte sich bei seiner Sammlung insbesondere für die historische Herkunft der Šokci, wobei er dies verknüpfte mit rassistischen Mutmaßungen über ihre Verwandtschaftsbeziehungen zu den Germanen während der Völkerwanderungen. Der Erwerb der materiellen Kultur war davon nicht losgelöst, sondern sollte die rassenbiologischen Theorien zur Herkunft der Šokci bekräftigen. Ausführlich legte Küppers sie dar, in: Gustav-Adolf Küppers, Die Schokatzen der Batschka und der Baranya. In: Volk und Rasse 13, 3 (1938), S. 77–84. In einem seiner Texte schildert Küppers retrospektiv, dass der chronische Geldmangel bei den Sammlungsreisen ein wesentlicher Grund für das lange Verweilen in der Vojvodina gewesen sei. Hier habe er u.a. auch einen Auftrag des Deutschen Volksblattes im heutigen Novi Sad gehabt, für das er ausgiebig die deutschen Gemeinden bereist und Fotos für einen Kalender gemacht habe. Mit diesem Geld konnte er dann die „Museumseinkäufe“ bei den Šokci finanzieren, vgl. Gustav-Adolf Küppers, Völkerkundlicher Streifzug durch die Dobrudscha, Jahrbuch der Dobrudschadeutschen 1959, 1960, 1962, 1963, 1965 (online unter: http://www.dobrudscha.eu/doc/Jahrbuch/1959_183.pdf), S. 6.
grüner Haubenhut
Kunstgewerbemuseum
Der Haubenhut aus flaschengrüner Atlasseide hat ein ballonartig gerafftes, ungefüttertes Kopfteil und einen breiten, versteiften Schirm. Ein umlaufendes Seidenband kaschiert die Ansatzstelle des Ballonteils und bildet auf dem Oberkopf eine lockere Schleife. Die Schirmkante ist mit kleinen Rosetten aus grünem Seidenband besetzt, eine grüne Kordel rahmt den in Falten gelegten Boden des Kopfteils. ChrW
Schwarze Atlasschute
Kunstgewerbemuseum
Die Schute mit breiter, glatter Krempe bringt den Glanz des schwarzen Seidenatlas vorteilhaft zur Geltung. Auf dem Kopfteil mit flachem Boden ist das Gewebe in drei Falten gelegt und auf dem Oberkopf zu einer doppelten Schleife gebunden. Von den Bindebändern aus braunem Rips mit Bogenkante ist nur das Rechte erhalten. Die Krempe ist vollständig mit cremefarbenem Satin gefüttert. ChrW
Museum Europäischer Kulturen
Schwarzes Häubchen aus schwarzem Baumwollgewikt mit Chenillegarn. Nach vorne schalartig zulaufend und unter dem Kinn mit Knopf und Schlaufe zu schliessen. Gesäumt ist das Häubchen mit einer bogenförmig gewirkten Borte. Am Oberkopf ist die Kapuze mit einer wattierten Einlage verstärkt und mit der gewirkten Borte sowie einzelnen Chenillegarnen garniert.
Haube
Museum Europäischer Kulturen
Weißer Stoff mit aufgenähten blau/roten Stickereien und Goldborten. Abgebildet ist die Rückseite der Haube, die vorne mit zwei Bändern unterm Kinn festgebunden werden kann. Der Sammler Gustav-Adolf Küppers erwarb das Objekt im Jahr 1935 auf der ersten von insgesamt fünf Reisen nach Südosteuropa. Intensiv bereiste er hier die Vojodina im Norden Serbiens, wo er u.a. die materielle Kultur der Šokci (veralt./dt. "Schokatzen") sammelte. Šokci sind bis heute als kulturelle Minderheit in Kroatien, Ungarn und Serbien vertreten, wobei sie in Serbien auch noch heute einen Status als Minderheit haben. Während sich im späten 19. Jahrhundert noch über 20.000 Personen als Šokci bezeichneten, sind es heute nur noch einige hundert. Küppers interessierte sich bei seiner Sammlung insbesondere für die historische Herkunft der Šokci, wobei er dies verknüpfte mit rassistischen Mutmaßungen über ihre Verwandtschaftsbeziehungen zu den Germanen während der Völkerwanderungen. Der Erwerb der materiellen Kultur war davon nicht losgelöst, sondern sollte die rassenbiologischen Theorien zur Herkunft der Šokci bekräftigen. Ausführlich legte Küppers sie dar, in: Gustav-Adolf Küppers, Die Schokatzen der Batschka und der Baranya. In: Volk und Rasse 13, 3 (1938), S. 77–84. In einem seiner Texte schildert Küppers retrospektiv, dass der chronische Geldmangel bei den Sammlungsreisen ein wesentlicher Grund für das lange Verweilen in der Vojvodina gewesen sei. Hier habe er u.a. auch einen Auftrag des Deutschen Volksblattes im heutigen Novi Sad gehabt, für das er ausgiebig die deutschen Gemeinden bereist und Fotos für einen Kalender gemacht habe. Mit diesem Geld konnte er dann die „Museumseinkäufe“ bei den Šokci finanzieren, vgl. Gustav-Adolf Küppers, Völkerkundlicher Streifzug durch die Dobrudscha, Jahrbuch der Dobrudschadeutschen 1959, 1960, 1962, 1963, 1965 (online unter: http://www.dobrudscha.eu/doc/Jahrbuch/1959_183.pdf), S. 6.