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Objekttyp: Humpen
Reichsadlerhumpen mit Deckel
Kunstgewerbemuseum
Das in Venedig bereits im 15. Jahrhundert übliche Bemalen der Gläser mit Emailfarben verbreitete sich um die Mitte des 16. Jahrhunderts auch in den Ländern nördlich der Alpen. Den neuen Lebensgewohnheiten angepaßt, enstanden Gläser, die ein Fassungsvermögen bis zu zwei Litern besaßen. Diese hohen zylindrischen Gefäße, Humpen oder Luntz genannt, wurden meist als "Willkomm" genutzt, den der Gast beim Betreten eines Hauses zur Begrüßung leeren musste. Zu den beliebtesten, auf diesen Gläsern oft dargestellten Themen zählten seit den 70er Jahren des 16. Jahrhunderts die Reichsadler und seit den 90er Jahren die Abbildung des Kaisers mit den drei geistlichen und vier weltlichen Kurfürsten. Beide Darstellungen versinnbildlichen den bürgerlichen Traum der deutschen Reichseinheit, die es zu dieser Zeirt dem Namen nach noch gab. Die Reichsadlerhumpen zeigen symbolisch anhand von 56, auf den ausgebreiteten Schwingen des Adlers in Vierergruppen (Quarternionen) abgebildeten Wappen der Stände des Reiches, die Einheit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. (W. Hennig, Führer durch die Sammlungen KGM Schloß Köpenick 1988) Der Deckel dieses Stückes ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Reichsadlerhumpen mit Deckel
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Becherglas, walzenförmig, mit Deckel. Emailmalerei, der doppelköpfige Reichsadler mit den Wappen aller seiner Glieder. Inschrift: Das heilig römisch Reich mit sampt seiner Glieder 1614" Der Deckelhumpen ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Reichsadlerhumpen
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Becherglas, walzenförmig. Emailmalerei, der doppelköpfige Reichsadler mit den Wappen aller seiner Glieder. Inschrift: Das heilig römisch Reich mit sampt seiner Glieder 1623" Der Humpen ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Hofkellereiglas aus dem Schloss Friedenstein in Gotha
Kunstgewerbemuseum
Zylindrischer, leicht konischer Humpen aus dünnwandigem, lichtgrünem Glas mit zahlreichen winzigen Einschlüssen, Boden hochgestochen und mit Abriss, Standring angeschmolzen, die Wandung ist mit zwei Monogrammen, "F" bekrönt von einem Kurhut zwischen zwei gekreuzten Palmzweigen in polychromer Emailmalerei, sowie auf der Gegenseite legiert "FS". Rechts und links des "F" platziert wurde in Weiß die Jahreszahl "16./.90". Der Mündungsrand ist verwärmt. Dem Typ nach handelt es sich um ein Hofkellereiglas, das als Vivatglas auf Herzog Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1646–1691) gelesen werden muss. Das "FS" steht für seine Residenz Schloss FriedenStein in Gotha. Das Glas könnte in Lauscha oder in einer anderen thüringischen Hütte gefertigt worden sein. Ein vierzig Jahre jüngeres Pendant mit nahezu identischem Dekor, ein Hofkellereihumpen auf seinen Sohn Friedrich II. (1676–1732), wird auf Schloss Friedenstein verwahrt und dort präsentiert. [Hans-Jürgen Schicker; Verena Wasmuth] MAKR