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Objekttyp: Inrô
Motiv: Rotgans und Wachtel
Ethnologisches Museum
Inrô mit drei Fächern. Das einem Bambus-Segment nachgeformte Inrô zeigt auf braunem Grundlack eine fliegende Rotgans (Tadorna ferruginea; Gold-Silber und farbiges maki-e) über Gräsern (Goldlack und kirigane). Umseitig ist eine Wachtel (Coturnix coturnix) auf einem wuchtigen Kiefernstamm neben einem Felsen und Prunuszweigen dargestellt (Gold- und Rotlack sowie kirigane). Der Deckel und das Unterteil sind glatt mit Goldlack bemalt. Innen: Schwarzlack. (Kommentar: Heinz E. Müller-Dietz und Siegmar Nahser, 1997).
Motiv: Chrysantheme, Bambus und Biene
Ethnologisches Museum
Inrô mit 4 Fächern. Motiv: Chrysantheme,Bambus und Biene, umlaufend. Auf rauhem, rostfarbenem Schwarzlackgrund (japan. ishime, d.h. frei übertragen: steingrau) erstreckt sich über beide Seiten und den Deckel ein Chrysanthmenenzweig vor einem Bambusstock. Der Zweig endet in einer großen Blüte, aus der eine Biene Nektar saugt. Die Blütenblätter sind in Silberlack, der Blütenstand in Goldlack mit Goldfolie reliefiert (okibirame Technik). Ojime aus Bronze. Signiert: 是真 (Zeshin, in Goldlack auf der Außenseite des unteren Faches). Zeshin war ein Meister der großflächigen Abstraktion und in diesem Sinne ein Erneuerer der Lackkunst zum Ende der Edo-Zeit (1615-1868). (Kommentar: Siegmar Nahser, 1997).
Rose, Commelina, Insekt und Bambusgerüst
Ethnologisches Museum
Inrô mit zwei Fächern. Der Dekor zeigt auf der Vorderseite eine Zweig weißer Rosen mit Knospen in flachem Maki-e aus Gold, Perlmutt und Amber auf Schwarzlack. Die 2. Seite zeigt ein Bambusgestell mit einem Commelina-Gewächs mit flegendem Insekt (Maki-e, Malachit und Koralle). Eine Nachbearbeitung des äußeren Dekors ist wahrscheinlich.- Innen: Rotlack, Nashiji und Fundame. Signiert: Chohei saku 樗平作 . Chohei ist ein Künstlername des Lackmeisters Nomura Jirôbei. (Kommentar: Heinz E. Müller-Dietz und Siegmar Nahser, 1997).
Gans, Mond und Sumpfgras
Ethnologisches Museum
Inrô mit drei Fächern. Motiv: Wildgans,Mond und Sumpfgras. Prächtige Darstellung von vier Bildelementen auf hellbraunem, mit Transparentlack überzogenem Nadelholz (Gymnospermae). Auf der einen Seite - hier widergegeben - strebt eine Gans (Anser spec.) in Gold- und Silber-maki-e und Perlmutt vor einer dedn Deckel überlappenden Mondscheibe im Sturzflug unten in Goldlack angedeuteten Wellen zu. Die andere Seite zeigt in erhabenem maki-e eine kräftig blühenden Sumpfgrasstaude. Innen Transparent-. und Schwarzlack. Signiert: 羊遊斎作. Yôyûsai (1772- um 1845) unterhielt in Edo eine große Lackwerkstatt. (Kommentar: Heinz E. Müller-Dietz und Siegmar Nahser, 1997).
Inrô mit Darstellung zweier Ratten
Ethnologisches Museum
Auf hochgläzendem Goldlackgrund (in kinji mit hirame) sind beidseitig je eine Ratte dargestellt, die Kastanien fressen. Signiert und mit Werkmeistermarke versehen. Netsuke en suite: Motiv Ratte mit Eicheln und Blättern, Holz mit Schwarzlack. Signiert: Shuya (Shuchi). ( Kommentar: Heinz E. Müller-Dietz, Siegmar Nahser, 1997).
"Chrysanthemen am Ostzaun"
Ethnologisches Museum
Inrô mit vier Fächern. Der Titel bezieht sich auf eine Gedichtpassage einer Ballade des chinesischen Dichters Tao Yuanming (365-427 u.Z.) : "Am Zaun im Osten pflücke ich Chrysanthemen und blicke in Muße auf den Gipfel im Süden" (Übertragung nach: ) Die Chrysanthemen wurden auf Schwarzlack und fundame mit Blattgold und Perlmutt aus Gold- und Silberlack gebildet. Auf jeder Seite fleigt ein Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) ihnen zu. (Kommentar: Heinz-E. Müller-Dietz und Siegmar Nahser, 1997)
Libellen
Ethnologisches Museum
In der traditionellen Vorstellungswelt wird die Libelle als Sinnbild für Stärke, Kampfeslust und Schnelligkeit betrachtet (katsumushi bedeutet z.B. "Siegerinsekt"). Eine ältere Bezeichnung für Libelle, kagerô war Symbol für die Vergänglichkeit des Seins und Kurzlebigkeit. Ein Kapitel des Romans Genji monogatari (10./11. Jh.) bezieht sich auf diese Symbolik. Signiert: 觀松斎 Kanshôsai. (Kommentar: Siegmar Nahser, 2001)
Ethnologisches Museum
Ein Inrō (jap. 印籠, dt. „Siegelbehältnis“) ist eine Siegel- bzw. Medizinschachtel aus Japan und gehört zu den sogenannten Sagemono („Hängesachen“). Er besteht aus verschiedenen übereinander gestapelten Abteilungen, die so exakt gearbeitet sind, dass sie fast luftdicht verschließen. Der oberste Teil fungiert als Deckel. Inrō können aus sehr hartem Holz, Horn, Elfenbein oder auch Keramik gefertigt sein. Ursprünglich war der Inrō als Behälter für Botschaften konzipiert, mit der Zeit wurden darin Münzen, das persönliche Siegel oder Medizin für unterwegs aufbewahrt. Er wurde vornehmlich von Männern verwendet, deren Kleidung im Gegensatz zu der der Frauen meist keine Ärmeltaschen hatte. Dazu wurde er mit der Kordel am Obi befestigt und mit dem Netsuke gegengesichert.