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Objekttyp: Jacke
Ethnologisches Museum
In der Erwerbungsakte befindet sich ein Schreiben von José Rizal an den damaligen Museumsdirektor, Adolf Bastian. Das Schreiben umfasst auch eine Objektliste. Ein Digitalisat der Akte befindet sich hier: https://dfg-viewer.de/show?id=9&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fem-archiv.smb.museum%2Fdata%2FI_MV_1090%2FI_MV_1090.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=134
Schoßjacke mit Blüten- und Wellenranken
Kunstgewerbemuseum
Der Reiz dieser Schoßjacke liegt in der Kombination von femininem Stoff und Ausputz mit einem am männlichen Habit orientierten Schnitt. Das cremefarbene Seidengewebe mit strukturiertem Grund, Cannetillé, zeigt wellig aufsteigende Bänder mit kleinen blauen Blüten, die Kanten der Bänder sind von feinen grünen Ranken und weißen Blüten konturiert. Daraus wachsen geschwungene Rosensträuße empor. Blüten und Blätter sind in dreierlei Rosatönen und zwei unterschiedlichen Grüntönen fein gezeichnet. Beim Zuschnitt der Jacke mit anliegendem Rücken wurde höchste Sorgfalt auf die achsensymmetrische Aufteilung des Musters gelegt, sodass trotz der Verwendung oft kleinerer Gewebeteile ein harmonisches Gesamtbild entstand. Dies zeigt deutlich die Musteranordnung auf den abstehenden, „en raquette“ endenden Flügelmanschetten. Die Kanten der Manschetten sind mit farblich passendem Posamentenbesatz – kleinen, zu Blüten angeordneten „Fliegen“ – verziert. Hierfür wurden lose umeinander gewundene Seidengarne an einem schmalen Bändchen fixiert, geknotet und vor dem Knoten abgeschnitten. Dadurch springen die Enden der Fasern auf und ergeben die luftigen Gebilde. Die Jacke ist im Rücken neben der Mittelnaht mit zwei Fischbeinstäben leicht versteift und vollständig gefüttert. Ihre kurzen, rundum angesetzten Schöße sind, wie die der Herrenröcke, seitlich in Falten gelegt und wie diese am Ansatz mit einem Zierknopf markiert. Eine zwischen Oberstoff und Futter eingearbeitete leichte Versteifung verleiht den Schößen ihre graziös abstehende Form. So wird die schmale Taille besonders hervorgehoben. Auch die auf den vorderen Schößen aufgesetzten Taschenpatten wurden als Zierelement der Herrenmode entlehnt. Sechs Knöpfe entlang der vorderen Ausschnittkanten dienten einer dekorativen Schnürung über dem Stecker. CW
Kostümjacke mit Peblumschoß
Kunstgewerbemuseum
Ein Beispiel für meisterhafte Schneiderarbeit ist diese Jacke aus fein geschorenem Wolltuch. Sie vereint sinnlich feminine Formen mit schneidertechnischer Akkuratesse. Ihre übergroßen Keulenärmel betonen die zierliche Taille, unter der sich die glockig geschnittenen doppelten Rockschöße wölben. 1895 waren diese Schöße, auch Peblumschöße genannt, sehr beliebt. Die Jacke wird vorn offen getragen, ihre geraden Vorderteile gehen in stegartige Reversteile über, die über die Schulter gezogen sind und unter dem übergroßen Umlegekragen liegen. Kragen und Revers sind mit rosenholzfarbenem Moiré belegt, sie bilden den optischen Ausgleich zu den breiten Keulenärmeln. Die Jacke ist vollständig mit zimtbraunem Seidentaft abgefüttert. ChrW
Museum Europäischer Kulturen
Die Seide der taillenkurzen Jacke ist in Ikat-Technik gearbeitet. Dabei werden noch vor dem Weben einzelne Partien des Fadens eingefärbt, sodass sich später beim Weben ein regelmäßiges Muster ergibt. Zentren dieser Technik waren im 19. Jh. u. a. Samarkand und Buchara in Mittelasien. Das Wissen um diese Technik verbreitete sich deshalb entlang der alten Wege der Seidenstraße von Asien nach Europa. Form, Schnitt und Verarbeitung weisen auf orientalischen Einfluss hin, zumal das heutige Albanien ca. 400 Jahre zum Osmanischen Reich gehörte.
Männerjacke
Museum Europäischer Kulturen
Mit Blumen bestickte Mäntel aus Samt waren um die Jahrhundertwende (vermutlich nicht nur) unter slowakischen jungen Männern sehr beliebt. Er findet sich u.a. auch auf den Bildern der Künstlerin Zuzka Medveďová, die in Bački Petrovac geboren wurde. Diese Jacken wurden - wie bereits die meisten Textilien in dieser Zeit maschinell produziert und wurde vom Sammler Gustav-Adolf Küppers vermutlich auf dem Markt erworben.
Jacke für alte Frauen
Museum Europäischer Kulturen
Jacke für alte Frauen, hergestellt mit Blaudrucktechnik, was vor allem von deutschen Siedler*innen in die Region gebracht wurde und v.a. im Banat äußerst populär war. Jackne wie diese wurden auf den monatlich stattfindenden Märkten von lokalen und überregional tätigen Handwerkern gemacht. Hier konnten etwa auch die für die Entstehung regionaler Trachten sehr wichtigen Perlen erworben werden, die häufig in Fabriken in Tschechien, Polen oder in Westeuropa hergestellt wurden.
Ethnologisches Museum
Eintrag historische Karteikarte: Lederhose mit Stiefeln, zum Anzug eines Sertaneji gehörig Eintrag im historischen Hauptkatalog: Vollständige Kleidung eines ... aus Leder
Museum Europäischer Kulturen
Langärmelige Jacke aus naturfarbenem Wollmischgewebe mit hellgrauen Streifen in leicht taillierter Form und rundem Halsausschnitt. Die Jacke wird auf sechs schwarze Knöpfe geschlossen und besitzt ein cremefarbenes Seidenfutter mit Blumenornament. Die Vorderpartie ist links und rechts des Verschlusses mit einer Blumenranke in Platt- und Stielstich verziert. Die Stickerei wurde mit dunkelgrüner, roter und ockerfarbener Wolle gefertigt. Die Jackenkanten schmückt eine umlaufende, geflochtene grüne Borte. An der Jacke befindet sich ein Schild mit einem "Qualitätspass" der VEB Chemische Reinigung und Textilfärberei Erfurt. Die Jacke wurde in der Modegruppe Erfurt unter Leitung von Rosemarie Wessel angefertigt (möglicherweise nur die Schmuckelemente). Die Modegruppen waren Teil des "künstlerischen Volksschaffens" in der DDR. Es war eine Gemeinschaft textil interessierter Frauen (und Männer), die sich regelmäßig in ihrer Freizeit trafen, um kreativ tätig zu werden. Die Modegruppen widmeten sich insbesondere Modeentwürfen, welche zum Teil für den Eigengebrauch aber auch zur Vorführung bei öffentlichen Modenschauen entworfen wurden.
Museum Europäischer Kulturen
Wolle vermutlich mit Kunstfaseranteil, dichte Leinenbindung, dunkelrot, vereinzelt Einspinnung anderer Gewebereste, einfacher T-Schnitt mit angeschnittenen und dann angesetzten Ärmeln, Halsausschnitt und Vorderkante bis zur Mitte mit rotem Samt verstürzt obere Vorderkanten reversartig umgeschlagen, auf Knopf und Druckknopf zu schließen, vorn weit abgerundete Ecken, durchgehend mit braunem Nahtband eingefaßt, 2 mit rotem Samt gepaspelte Eingriffstaschen, Ärmel mit 3 Falten und sich zuspitzendem Samtbesatz. Die Jacke wurde für das Kleid I (26 H) 439/1989 angefertigt, wobei eine alte Samtweste verwendet wurde. Jacke und Kleid hat die Trägerin selbst entworfen und genäht. Ein Foto der Trägerin im Kleid und mit Jacke von 1984 ist vorhanden.
Männerjacke
Museum Europäischer Kulturen
Handgenähte, kurze Männerjacke, schwarz mit Goldstickerei und Goldborten; gestreiftes Futter mit Blätterranken und Blumenmuster. Die Jacke wurde lt. Tagebuch der Tochter des Sammlers G.A. Küppers auf einem Markt in Kriva Palanka im heutigen Nordmazedonien erworben. Sie ist ein Beispiel für eine Männertracht, wie sie auch der Ethnograf Christo Vakarelski beschrieben hat: "Die schwarze Männertracht besitzt alle formalen und konstruktiven Eigenheiten der orientalisch-türkischen Bekleidung", wobei auch die Bezeichnungen aus dem Türkischen übernommen wurden. Verbreitung fanden diese schwarzen Trachten vor allem in den städtischen Zentren sowie in Gegenden.
Museum Europäischer Kulturen
Die Jacke ist aus einem créme-bordeaux-braun meliertem Wollmischgewebe. Das Innenfutter aus einer Kunstfaser ist hellbraun. Sie hat einen Kragen, sowie zwei große braune Knöpfe. Vorn unten sind zwei große Taschen aufgesetzt. Am oberen Halsauschnitt wurde ein Aufhänger eingenäht. Die Jacke wurde von der Schwester der Vorbesitzerin nach dem Schnittmuster "Sibylle-Schnitt S-330" (MEK: N (33 W) 164/2015) gefertigt, welches in einer Textilvorlage in der DDR käuflich zu erwerben war.
Dunkelblaue Kostümjacke mit Seidentuch
Kunstgewerbemuseum
Kostümjacke aus marinefarbenem Gabardine dazu ein Seidentuch mit Lufthansa-Logo und ein Ledergürtel mit Metallgliedern. Kann zu Kleid 2005,UR 321 kombiniert werden. Von 1973 bis 1976 entwarf Uli Richter Uniform-Richtkollektionen für die Fluglinien Lufthansa und Condor. Allerdings wurden seine Entwürfe nicht umgesetzt. Richter konzipierte mehrere dunkelblaue Kostümvarianten, zwei Manteltypen, mehrere Pullover und Cardigans mit gelben Querstreifen im Taillenbereich, unterschiedliche Blusen sowie mehrere Schürzen und passende Accessoires wie Gürtel, Hüte, Beautycases und Umhängetaschen. Alle Modelle waren in den Farben Blau und Gelb gehalten und Schürzen, Blusen und Tücher komplett mit dem Logo der Lufthansa bedruckt. Selbst die eigens entworfenen Knöpfe zeigten in stilisierter Form einen Kranich, das Lufthansasymbol.