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Objekttyp: Kämpferkapitell
Kämpferkapitell von der Kirche auf der Athenaterrasse aus Pergamon
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das mittelbyzantinische Kapitell von steiler, trapezoider Grundform gehört zu einer Gruppe kleinasiatischer Kämpferkapitelle mit stilisierten Palmettenbäumen auf den Kanten. Die Seitenmitten werden durch ein buckelartig hervortretendes Motiv hervorgehoben, das zweimal als Sternrosette, je einmal als Blütenrosette und griechisches Kreuz abgebildet ist. Die umgebende kleinteilige Ornamentik steht mit ihrem kerbschnittartigen, flachen Relief in Kontrast zu dem plastischen Mittelmotiv. Gefunden wurde das Kapitell bei den Ausgrabungen in Pergamon. Es gehört zu der Kirche auf der Terrasse des Athena-Tempels, einem einschiffigen Apsidenraum, über dessen Mitte sich auf vor die Wand gestellten Säulen und Gurtbögen eine Tambourkuppel erhob. Wahrscheinlich bekrönte das Kapitell eine dieser vier Säulen. Die Datierung in mittelbyzantinische Zeit ergibt sich aus Motiven und Stil der Ornamentik. Innerhalb dieser Epoche weist das zentrale Buckelmotiv auf eine Entstehung im 11./12. Jahrhundert.
Kämpferkapitell mit Pinienzapfen auf den Ecken und Weinblättern
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Stück gehört zur Gruppe der Kämpferkapitelle – einer Kapitellform, bei der sich der Übergang vom Rund der Säule zum Rechteck der Deckplatte stufenlos innerhalb des Kapitellkörpers vollzieht. Zwischen dem als Lorbeerblattstab ausgebildeten Halsring und der von Blattpalmetten umzogenen Deckplatte sitzen stilisierte gestielte Pinienzapfen auf den vier Kapitellecken. Dazwischen ist auf jeder Seite ein fünflappiges Weinblatt ausgebreitet. An seinem unteren Ende setzen zwei schmale Blattwedel an, die beiderseits nach oben schlängelnd das Mittelblatt rahmen. Der Weinblatt-Pinienzapfen-Dekor ist wie der Typus der Kämpferkapitelle erstmals im ersten Viertel des 6. Jahrhunderts zu fassen, wie ein Spolienkapitell mit dem Monogramm Kaiser Iustins I. an San Marco in Venedig belegt. Der kräftig hinterarbeitete Dekor und die tiefen Zwischenräume zwischen den Blattkonturen rufen eine starke Hell-Dunkel-Wirkung hervor, die an Arbeiten des zweiten Viertels des 6. Jahrhunderts erinnert. Zusammen mit dem Blattstil bestimmt dies die Datierung.