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Objekttyp: Körbchen
Museum Europäischer Kulturen
Sehr kleines, zierliches, längsovales Körbchen aus geschälten und gespaltenen Weidenschienen. Schmaler Fuß, Wandung in Streifen, Randabschluss geflochten. Diese leichte Korbschale aus fein bearbeiteten Weidenschienen ist ein Beispiel für eine sorgfältige Feinflechtarbeit. Die Weidenschienen werden aus geschälten, mehrfach gespalten Weidenruten besonderer Qualität gefertigt. Vor dem Flechten werden die Schienen auf gleiches Breiten- und Dickenmaß gebracht und geglättet. Hier wurden sie über eins unter eins zum Korbboden verflochten, fixiert und die überstehenden Enden zum Rand hochgebogen. (Für die Wandung wurden hier keine Staken eingefügt.) Ein feiner, ovaler Ring aus Weide hält und verstärkt den Rand, ein anderer dient als Standring. Die Weidenschienen wurden oben umgeschlagen und zu einem Randabschluss verflochten. Der*die Hersteller*in des Körbchens gehörte zweifellos zu den Meistern ihres Faches, nur bleiben sie, wie bei vielen Korbwaren, unbekannt. Die Korbschale stammt aus dem Nachlass der Berliner Sammlerin Gertrud Weinhold.
Museum Europäischer Kulturen
Kleines Körbchen, geflochten, blau gefärbt und mit floralem Muster bemalt, zwei kleine bewegliche Griffe.
Korb aus Maisbast (Miniatur)
Museum Europäischer Kulturen
Körbchen aus gefärbtem Maisbast; Verwendungskontext unklar, evtl. Kinderspielzeug. Der Sammler Gustav-Adolf Küppers-Sonnenberg erwarb das Körbchen im Mai/Juni1939 in Nordostbulgarien in dem Ort Zarev Brod, der bis Ende des 1. Weltkriegs noch mehrheitlich von Deutschen bewohnt wurde. Ende der 1930er Jahre lebten hier noch etwa 40 deutsche Familien. Im Rahmen der "Heim ins Reich"-Politik musste der größte Teil der Deutschen Bulgarien verlassen und sich in den Reichsgrenzen ansiedeln. Küppers machte in Zarev Brod im Rahmen der letzten seiner insgesamt fünf Sammelreisen auf dem Balkan halt. Seine Tochter Heimtraut beschrieb diesen Teil der Reise, der sie unter anderem in das von einem niederländischen Pater geführte Kloster führte, in ihrem Reisetagebuch, vgl. Einträge ab S. 70 (MEK, Ident.-Nr. N (62 F) 2/2023). Küppers war u.a. im Auftrag der Abt. "Eurasien" (später Abt. "Europa") des damaligen Museums für Völkerkunde unterwegs. An mehreren Orten nahm er auch Wachswalzen für die Phonogrammabteilung des Museums auf. Zudem betätigte er sich im Zeichen der nationalsozialistischen Rassenpolitik: Für das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik fertigte er in vielen Dörfern Fingerabdrücke der Bewohner*innen an. Zudem machte er Portraitaufnahmen, die die vermeintlich typischen Physiognomien der Menschen zeigten und taxierten. Diese veröffentlichte er auch in rassistischen Periodika, wie "Volk und Rasse".