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Objekttyp: Kleid
Weiß und rot gepunktetes Nachmittagskleid
Kunstgewerbemuseum
Weich fließendes, die Taille betonendes Nachmittagskleid aus dunkelblauem mit Punkten bedrucktem Crêpe de Chine, der in Schrägschnitt verarbeitet wurde. Das blusig fallende Oberteil mit U-Boot-Ausschnitt und Schalkragen ist seitlich über der Schulter beidseitig mit je einem Druckknopf zu raffen und zu schließen. Die langen, schmalen Raglanärmel sind am Unterarm in der Ärmellnaht geschlitzt. Über eingesetzten Seitenteilen des glockig fallenden Rocks wird die nach unten verlegte Taille beidseitig durch doppelte Bänder betont, die vorn locker zu einer Schleife gebunden werden. CW
Hauskleid mit "Cul de Paris"
Kunstgewerbemuseum
Das Kleid ist einteilig, in Prinzesslinie geschnitten und hat ein hochgeschlossenes, eng tailliertes Oberteil mit Stehkragen. Vorn ist es nahe an den Körper herangeführt. Sein anliegender Rücken bildet über den Gesäß einen markanten, fast waagerecht abstehenden "Puff", die sogenannte zweite Turnüre oder "Cul de Paris". Die starke horizontale Betonung des Gesäßes wird durch die Vertikale des vorn offenen und reich geschmückten Kleides ausgeglichen. Über einem angesetzten Unterkleid aus honigfarbenem Seidensatin liegt, dem Geschmack der Zeit entsprechend, ein üppiger zimtbrauner Spitzenbesatz, der von langen zu Schlaufen gelegten Satinbändern in zwei Goldtönen gerahmt wird. ChrW
Festkleid aus gelber Seide mit Spitzenüberkleid
Kunstgewerbemuseum
Das kapriziöses Kleid besteht aus einem kanariengelben seidenen Unterkleid und einem weißen Spitzenüberkleid. An das weit ausgeschnittene Oberteil mit kurzen Puffärmeln setzt der knöchellange, leicht ausgestellte Rock unter der Brust an. Vorn fallen die Rockbahnen glatt, im Rücken sind sie dagegen stark gekraust. Der Saum des Unterkleides ist mit einer 6 cm breiten "gezogenen" Rüsche besetzt, die dekorativ unter dem Überkleid hervorlugt. Das Spitzenüberkleid ist wie das Unterkleid geschnitten, hat jedoch lange Ärmel. Der Tüll zeigt in Reihen versetzt angeordnet kleine Blüten und am Saum eine breite Bordüre aus aufsteigenden Zweigen mit Blättern und Blüten. ChrW
Abendkleid "Ver Luisant" (Glühwürmchen)
Kunstgewerbemuseum
Das knöchellange Abendkleid mit schmalen Trägern hat einen tiefen, u-förmigen Ausschnitt, den ein Tüllbandeau verkürzt. Sein Oberteil mit tiefergelegter Taille ist vorn und hinten vollständig mit einem Dekor aus Ranken, Palmetten und Fächerformen bestickt. Den Übergang zum Rock markiert ein gerolltes Satinband, das links verknotet ist und in einem losen Band endet. Darunter liegt eine schmale, gestickte Borte aus facettierten schwarzen Steinen. Über dem in Falten gelegten Tüllrock liegen vier lose, Satinbahnen, die eng geriehen sind. chrW
Lachsfarbenes Abendkleid mit Glasperlen verziert
Kunstgewerbemuseum
Das um 1920 entstandene knöchellange, ärmellose Kleid von Jeanne Lanvin mit Bateau-Ausschnitt weist die zeittypische, modische röhrenförmige Silhouette auf. Es besteht aus einem fließenden Oberkleid aus lachsfarbenen Crêpe Chiffon und einem schmaleren Unterkleid aus Crêpe de Chine im gleichen Farbton. Markant treten die für die 1920er-Jahre charakteristischen ornamentalen Ausschmückungen in Form von Perlenstickereien hervor: Der um die Hüfte gelegte Gürtel, die zwei seitlich herabhängenden Paneele sowie weitere fünf am Vorder- und Rückenteil befestigte Bänder sind mit Glasperlen bestickt. Die in kunstvollen Rapporten auf dem lachsfarbenen Hintergrund arrangierten Glasperlen, die den bewegten Frauenkörper zusätzlich aktivieren, geben dem Kleid durch die schwer herabhängenden Bänder entlang des geradlinig geschnittenen Shift-Kleids eine gewisse Strenge. Die irisierenden und reflektierenden Glasperlen erheben das Abendkleid zu einer Robe-bijou.
Ballkleid aus Goldlamé mit Glasperlen
Kunstgewerbemuseum
Von perlmutterartigem Glanz ist dieses bodenlange, körpernahe Abendkleid mit weit schwingendem Rock. Es ist aus Goldlamé gearbeitet. Oberteil, Träger, Seitenteile und der Rücken sind mit einem ineinandergewundenen Muster aus Bogen- und Wellenformen verziert, die zu breiten Bändern aus parallel angeordneten Perlschnüren und Stabperlreihen angeordnet sind. ChrW
Blauschwarzes Cocktailkleid aus Alpaka-Wolle
Kunstgewerbemuseum
Das stark taillierte Oberteil mit schmalen, dreiviertellangen Ärmeln und tiefem V-Ausschnitt reicht bis zur Hüfte. Dort setzt der raffiniert gestaltete Rock an. Hierfür wurde eine Gewebebahn quer verarbeitet. Sie beginnt in der hinteren Mitte und wird einmal locker um den Körper geführt. Danach wird die Fülle allmählich zusammen genommen und verdeckt -zu einem plastischen Faltenband gedreht- den Rockansatz. ChrW
Robe à la Française aus Silberlamé
Kunstgewerbemuseum
Bei offiziellen Anlässen richteten sich die Damen europaweit nach der neuesten französischen Mode und trugen eine "robe à la française" mit loser Rückenfalte und seitlich ausschwingendem ovalen Rock. Dieses Kleid ist aus kostbarem, im englischen Spitalfields gewebtem Silberlamé gefertigt. Die Kanten seines Überkleides, "manteau", sind von der Schulter bis zum Saum mit gefältelten und ab der Taille mit s-förmig umeinander gewundenen Bändern besetzt, ein reich geschmückter Stecker ziert das Dekolleté und der Rock zeigt einen geschwungenen Volantbesatz mit großen Quasten aus Metalllahn. ChrW
Zweiteilige Ballrobe mit auffallender Stickerei
Kunstgewerbemuseum
Das Kleid kombiniert ein reich besticktes kurzes Oberteil mit einem überweiten, als Tellerglocke geschnittenen Rock, der in eine Schleppe übergeht. Das eckige Dekolleté des Oberteils wird von einer Spitzenborte über Seidenvoile gerahmt. Die kurzen Ärmel sind aus mehrlagigem Seidenvoile, darüber fällt gezackte Nadelspitze. Der vierteilige Bahnenrock fällt glatt über die Hüfte. Er ist mit großen, zwei- und dreireihigen Perlreihen bestickt, die von gefiederten und lanzettförmigen Blättern gehalten werden. ChrW
Abendkleid von Uli Richter
Kunstgewerbemuseum
Sommerliches Abendkleid mit übergroßem Schulterkragen über tiefem Dekolleté und weitem, in Falten gelegten Rock. Das Material ist reinseidener Tundra-Chiné in persischer Musterung in der Farbstellung Grau-Braun-Weiß. Ebelin Bucerius trug das Kleid 1960 anläßlich der Hochzeit von Flora und Richard Gruner. 1998 kam es als Geschenk einer Nenn-Schwester von Gerd Bucerius in das Berliner Kunstgewerbemuseum. CW
Schwarzes Abendkleid mit Riesenschärpe
Kunstgewerbemuseum
Das asymmetrische, bodenlange Haute-Couture-Kleid aus der Herbst/Winter-Kollektion 1976/77 von der französischen Designerin Madame Grès besteht aus schwarzer Acetat-Faille, eine Regeneratfaser. Das minimalistische, körpernahe Kleid mit Empiretaille und einseitigem Träger hat einen Ballonärmel, dessen Weite in für Grès typische kleine Messerfalten gelegt ist und in einen angeschnittenen Überwurf ausläuft. Das überdimensional lange Schärpenteil kann so drapiert werden, dass es Dekolleté und Schultern bedeckt oder hinter dem Rücken wie eine Stola entlanggeführt wird. Der Einsatz des Ballonärmels wie auch die Verwendung des steifen Textils ist ein wiederkehrendes Motiv bei Grès und unterstreicht den kunstvollen Kontrast zwischen fließenden und skulpturalen Anmutungen, Schlichtheit und drapierter Opulenz.
Abendkleid aus dunkelgrünem Samt
Kunstgewerbemuseum
Das Oberteil des bodenlangen und sehr fließend fallenden Abendkleides mit leicht erhöhter Taille ist zweilagig gearbeitet. Über einem hemdartig geschnittenen Unterteil mit V-Ausschnitt und angeschnittenen Oberarmträgern liegt ein bis zur Taille v-förmig gerafftes Übermieder, dessen breite Schulterträger im Nacken spitz zusammenlaufen. Der in der Taille angesetzte, schmal geschnittene Rock besteht aus einem vorderen Teil von mandolinenförmigem Umriss. Die daran angesetzten Seitenteile reichen bis zur hinteren Mitte, wo sie in einer Schleppe enden. Den Taillenansatz markiert ein verschlussloser, nach hinten geführter, leicht geraffter Gürtel. ChrW
Tanzkleid mit blau schillernden Pailletten "Sorrente"
Kunstgewerbemuseum
Kräftiges Blau mit einer leichten Mauvetönung zählte zu den Lieblingsfarben von Jeanne Lanvin (1867–1946). Sie hatte es im Werk des Malers Fra Angelico entdeckt und immer wieder in unterschiedlichen Nuancen und Farbkombinationen verwendet. Hier erhält es durch den Glanz der Pailletten besondere Strahlkraft. Das gerade geschnittene Kleid aus zartem Seidenvoile hat tiefe Dekolletés und Armausschnitte mit schmalen Schulterträgern. Ab Ausschnitthöhe ist das Kleid vollständig mit lose flatternden, nach unten größer werdenden, rautenförmigen Blättern besetzt, die eine bewegte Line mit gezackter Saumkante vorgeben. Jedes dieser Blätter ist fächerförmig mit größer werdenden Pailletten bestickt. Im oberen Bereich wurden die kleinsten Pailletten in Tambouriertechnik schuppenförmig aufgebracht, die darunter befindlichen größeren hingegen wurden einzeln und von Hand mit schwarzem Garn in Überfangstichen aufgestickt. Die sternförmige Anordnung der schwarzen Fäden führt zu einer nuancierten Lichtbrechung. Diese aufwendige Stickerei ist ein bezeichnendes Beispiel für die hohe Qualität der beiden Stickereiateliers, die zum Unternehmen von Jeanne Lanvin gehörten. Im Gegensatz zu anderen Modehäusern gab Lanvin Stickereien nicht nach außen. Jeanne Lanvin hatte ihre Karriere mit 18 Jahren als Modistin begonnen. Nach der Geburt ihrer Tochter 1897 kam erlesene Kinderkleidung hinzu. Deren großer Erfolg führte dazu, auch Damenkleidung zu entwerfen. Im Gegensatz zur Sachlichkeit von Coco Chanel pflegte Lanvin einen femininen Stil mit teilweise romantischen Anklängen und erzielte ihre größten Erfolge mit dem in immer wieder abgewandelter Form erscheinenden „Stilkleid“ und reichen, inkrustierten Stickereien. CW
Schwarzes Abendkleid mit mehrfarbiger Perlenstickerei
Kunstgewerbemuseum
Das hüftlange Oberteil mit spitzem Ausschnitt und kurzen angeschnittenen Ärmeln zeigt eine zarte Stickerei aus Blüten- und Blattornamenten in Grün- und Rottönen, die nach unten von einer Zackenbordüre begrenzt wird. Darunter setzt der Rock an, gebildet von acht lose schwingenden Stoffbahnen, die tütenförmig am gezackten Verlauf des Oberteils befestigt sind.
Kleid mit Zackenmotiv
Kunstgewerbemuseum
Das Kleid ist durchgängig gearbeitet, hat einen runden, halsfernen Ausschnitt und lange, gerade Ärmel. Alle Kanten sind mit einem schmalen Schrägstreifen aus dem Kleidstoff eingefasst. Es hat keinen Verschluss, man kann es dank des größeren Ausschnitts über den Kopf ziehen. Die glatte Oberfläche wird von einem expressionistischen Zackendekor durchbrochen, der aus der matten Abseite des Satin gearbeitet wurde. Vier Zackenpaare "zerschneiden" in meisterhafter Schneiderarbeit Vorder- und Rückseite des Kleides und unterteilen die glänzenden Partien in ein Dreieck sowie in Bahnen, die in Hüfthöhe zusammenlaufen und dort vorn eine Quetschfaltenpartie bilden. Im Rücken fällt das Kleid glatt herab. Alle Teile sind untereinander mit feinsten Nähten verbunden, die in der spiegelnden Oberfläche des Gewebes kaum zu sehen sind. Im Inneren sind alle Kanten von Hand umstochen und für die um 1926 beliebte blusige Form kann in Hüfthöhe ein schmales Band umgebunden werden, über dem das Kleid leicht geschoppt wird. ChrW
Minikleid aus Papiervlies, bedruckt mit Campbell's Soup Cans Motiv nach Andy Warhol. "Souper Dress"
Kunstgewerbemuseum
Ärmelloses Minikleid aus "Papiervlies" mit rundem Halsausschnitt in A-Linie. Vorder- und Rückseite sind mit einem all-over print, inspiriert von Andy Warhols '32 Campbell's Soup Cans' von 1962, bedruckt. An der Vorderseite ist je eine abnäherähnliche Falte in das Ärmelloch gelegt. Der Halsausschnitt sowie die Ärmellöcher sind mit schwarzem Schrägband aus Baumwolle eingefasst; der Saum weist ein unregelmäßiges Wellen- oder Zickzackmuster auf. Das Kleid wurde am Saum wohl um mehrere Zentimeter gekürzt; der Originalentwurf des Kleides hatte zwei vom restlichen Druck des Kleides unabhängige, horizontal verlaufende breite gelbe Streifen. Das Kleid wurde 1967/68 über Werbeanzeigen in Zeitschriften gegen Einsendung von einem Dollar (je nach Anzeige mit abgedrucktem Coupon,) und zwei Campbell's Soup Etiketten zum Verkauf angeboten. Das Kleid war in drei verschiedenen Größen erhältlich, wobei die Größe nicht im Kleid selbst angegeben ist. Papierkleider bzw. Paper Dresses waren besonders zwischen 1966 und 1968 in den USA in Mode und ab 1967/68 auch in Deutschland (West/Ost) zu finden. Beim verwendeten Material handelt es sich um 'non-woven fabric', bzw. Vliesstoff (meist Zellulose mit einem geringen Anteil an natürlichen oder sythetischen Fasern), der mit feuerdämmenden Chemikalien behandelt wurde. Die Kleider waren nur in sehr eingeschränktem Maße waschbar und verloren dabei ihre feuerabweisenden Qualitäten. Typisch für die Kleider waren, aufgrund der Steifheit des Materials, meist sehr einfache Schnitte ohne zusätzliche Verschlüsse, während der Fokus auf dem aufgedruckten Motiv lag. Hierfür waren, neben zeitgenössischen floralen oder abstrakten Mustern, auch Op-Art und Pop-Art beliebte Motive. Ausgehend von der Pop-Art waren Werbedrucke für verschiedene Marken oder Produkte (vom Schokoriegel bis zur Hausdämmung) auch häufig zu finden. 1968 wurden Paper Dresses sogar im US-Wahlkampf von Demokraten wie Republikanern als Werbefläche genutzt. FN
Festkleid aus Satin mit Spitzenüberkleid
Kunstgewerbemuseum
Ein fußlanges Festkleid aus cremefarbener Spitze über Seidensatin mit weitem Rock und schmalem, anliegendem Oberteil. Es hat einen breiten flach-ovalen Ausschnitt, der mit einem Spitzenvolant, einer "Berthe" besetzt ist, die auch über die Schultern mit den tief eingesetzten kurzen Ärmeln fällt. Im Rücken hat das Oberteil einen Schnürverschluss. Sorgfältig paspelierte Kanten und Nähte strukturieren es. Der weite Rock ist ringsum in gleichmäßige tiefe Falten gelegt, und ebenfalls vollkommen mit Spitze belegt. In der vorderen Mitte ist die Spitze als glatte Bahn "en tablier" verarbeitet, ansonsten ist der Rock oberhalb des Saums mit zwei Spitzenvolants besetzt. ChrW
Kleid zu kurzem Abendensemble "Artemise"
Kunstgewerbemuseum
Yves Saint Laurent für Christian Dior: Yves Saint Laurent kombinierte für dieses kurze Abendkleid ein schlichtes Korsagenoberteil mit einem skulpturalen Rock in Tulpenform. Drei abgerundete, sich nach unten verjüngende Halbkreise wurden auf der Rockvorderseite im Wechsel übereinander angeordnet und bilden über einem steifen mehrschichtigen Unterrock den sanft gerundeten Blütenkelch. Seine kompakte Form wird durch die zarte Spitzenkante, die unter dem Saum hervorblitzt, gemildert. ChrW
Cocktailkleid "Rib Cage"
Kunstgewerbemuseum
Ein futuristisches Gewand ist dieses den Körper lose umspielende taillierte Kleid in Prinzesslinie. Es hat einen bauchnabeltiefen Ausschnitt, der von einer auffälligen plastischen Edelstahlapplikation gefasst wird, die Cardins Interesse an technischen Innovationen dokumentiert. ChrW
Chemisenkleid mit Schleppe
Kunstgewerbemuseum
Die Fülle dieses einteiligen Chemisenkleides wurde im Rücken in dekorative Fältchen gelegt, die in die Weite des Rocks übergehen. In Höhe der Taille sind an zwei übersponnenen Kugelknöpfen schmale Bindebänder fixiert, mit denen das vorn offenen Keid unter der Brust gebunden wird. Der hohe Rücken, die halblangen Ärmel und die Fülle des Rocks legen eine Datierung des Kleides zwischen 1795 und 1800 nahe. Der vermutlich aus Indien für den europäischen Markt hergestellte Baumwollmusselin hat zarte eingewebte Streifen und dazwischen aufsteigende, gestickte Ranken und Streublümchen. ChrW
Tageskleid aus blau-braun changierendem Seidendamast mit Karomuster
Kunstgewerbemuseum
Das schlichte, hochgeschlossene Kleid fasziniert mit dem Raffinement seiner Musterung. Die Verwendung von blauen Kettfäden mit cognacfarbenem Schuss in Kombination mit meisterhaft gewähltem Bindungswechsel von Leinwand- und Atlasbindung ergibt eine Fülle von unterschiedlichen Rechteckformen, die immer wieder neu erscheinen und ein "Vexierspiel" der Farben und Formen entstehen lassen. Ein zusätzlicher Effekt wird in einigen Karoblöcken durch ein feines Innenmuster aus horizontalen Streifen erzeugt. Das anliegende Oberteil des Kleides reicht bis zur natürlichen Taille und läuft in der vordern Mitte in einer kleinen Schneppe aus, im Rücken ist der Abschluss gerade. Die langen, schmalen Ärmel sind an der stark überschnittenen Schulter eingesetzt und mit kleinen Überärmeln verziert, den sogenannten Jockeys. Diese Überärmel sind mit einer breiten gezogenen Bandrüsche in Dunkelblau besetzt, dem einzigen Schmuck des Kleides. Der aus fünf Bahnen bestehende Rock ist in der Taille stark geriehen und gibt ihm die gebauschte Weite. Das Kleid ist vollständig mit feinem, geschintztem Leinen gefüttert. CHWA
Abendkleid "Delphos"
Kunstgewerbemuseum
Ärmellose Robe aus plissiertem Seidensatin, bestehend aus fünf geraden Gewebebahnen. Der querovale Ausschnitt wird am Dekolleté mit einem Tunnelband gerafft, die Seiten ziert und beschwert ein Kordelbesatz, in den venezianische Glasperlen eingearbeitet wurden. ChrW
Damenkleid mit anliegendem Rücken "English Dress"
Kunstgewerbemuseum
Typisch für die englische Damenmode des 18. Jahrhunderts waren Kleider mit einem anliegenden Rücken. Sie konnten einteilig sein mit einem vorn geschlossenen Rock, wie bei diesem Kleid, aber auch zweiteilig mit offener Vorderfront und einem zusätzlichen Rock. Die prächtige Seide des Kleides zeigt vor dunkelgrünem Fond Papageientulpen und Chrysanthemen mit lichtem, farnkrautartigem Blätterwerk, ein naturalistsiches Blütenmuster, wie es zwischen 1730 und 1740 modern war. ChrW
Bedrucktes Spätbiedermeierkleid mit Streifendekor
Kunstgewerbemuseum
Breite Streifen in unterschiedlicher Musterung bilden den ausdrucksvollen dekor dieses einteiligen, hochgeschlossenen Kleides. Weiße Streifen mit braunen Palmetten und grau schattierte Streifen, mit bunten Blümchen bedruckt, wechseln sich ab. Das Oberteil mit rückwärtigem Haken- und Ösenverschluss ist anliegend gearbeitet, das schräg zum Musterverlauf genommene Gewebe unterstreicht die körpernahe Linie. Vierfach gefältelte Revers, mit einem farblich abgestimmten Posamentenbesatz, laufen in der kurzen Schneppe zusammen und betonen zusätzlich die v-förmige Gestaltung. Auch für die langen, blusigen Ärmel wurde der Stoff schräg verarbeitet. Sie enden in Bündchen mit Haken- und Ösenverschluss. An den Schultern sitzen kurze Überärmel mit Biesen- und Posamentenbesatz, sogenannte "Jockey's. Der weite Rock ist dicht geriehen und fällt kuppelförmig herab. Das Kleid ist vollständig gefüttert. ChrW
Pistaziengrünes Abendkleid mit Schleppe
Kunstgewerbemuseum
Das schwer und glockig fallende Abendkleid hat ein schulterfreies Wickeloberteil mit spitzem Vorder- und Rückendekolleté und wird von schmalen Trägern gehalten. Unter einem breiten Schärpenband setzt in der Taille der weite Vierbahnenrock an. Er zeigt seitlich einen angeschnittenen rechteckigen Saumverlauf und bildet nach hinten eine lange Schleppe. Ein Unterkleid von identischem Zuschnitt ist fest montiert. ChrW
Schwarzes Abendkleid mit Tangoschleppe
Kunstgewerbemuseum
Taille und Hüfte des Kleides mit erhöhter Taille werden von einer breiten, quer gerafften Schärpe markiert, die links verknotet ist und als loser Fransenschal endet. Darunter setzt der asymmetrisch gestaltete Rock an. Auf der linken Rückseite ist er in einer Stufe hochgenommen, während er rechts in einem langen, bleibeschwerten Schleppteil endet.ChrW