5 Ergebnisse
Objekttyp: Kommode
Kommode in Mahagoniholz mit vergoldeten Bronzen und Marmorplatte
Kunstgewerbemuseum
Die Kommode verkörpert den klassizistischen Stil in der von Abraham und vor allem David Roentgen geprägten Interpretation auf perfekte Weise und zeigt die hierzu seit Anfang der 1780er Jahre entwickelten Charakteristika des Stils in vollendeter Qualität. Mit ihrer eleganten Proportion zählt die Kommode zu den reifsten Arbeiten der Manufaktur. Geöffnet zeigt sich die hervorragende Verarbeitung der Kommode, bei der einzelne Fächer durch Staubböden voneinander getrennt sind, die kassettierte Rückwand abschraubbar eingesetzt ist, die Seiten als Rahmen aus feinem Eichenholz ausgeführt sind und bis heute keine Risse aufweisen. Die Konstruktion der Kommode ist vollständig auf die Details ihrer äußeren Proportion abgestimmt. So gehören die schlanken Rahmen zwischen den Schubkastenfüllungen – um eine gleichmäßige Teilung der Front zu erreichen – je nach Bedarf zum Vorderstück des Schubkastens oder als Traverse zum Korpus. Das Exemplar des Kunstgewerbemuseums gehört zu einer Gruppe von insgesamt acht bisher bekannten Kommoden, die zwischen 1785 und 1790 entstanden sein dürften und eine nahezu identische Gestaltung variieren. Unterschiede bestehen vor allem in der Proportion – es gibt zwei Breiten von ungefähr 105 und 130 cm, in der Akzentuierung der Friesmitte durch ein Medaillon in Kreis- oder Rautenform und in der Entscheidung für eine Deckplatte aus Marmor oder Holz. Weniger auffällig sind die verschiedenartige Abtrennung des Friesgeschosses durch einen Perlstab oder ein glattes Profil, die Verwendung unterschiedlicher Rosetten, die Vergoldung der Kanneluren oder auch ihre Füllung durch Stäbe, sowie einmalig ein hängender Beschlag unter dem Korpus. ASt
Museum Europäischer Kulturen
Kommode aus Holz mit drei Schüben, rechteckige Grundform. Die Holzplatte obenauf ist an der Vorderseite geschwungen.
Kommode im französischen Barockstil
Kunstgewerbemuseum
Dieses stark bombierte (vorschwingende) und reich mit vergoldeten Bronzen geschmückte, imposante barocke Möbel ist die Kopie einer berühmten Kommode, die 1739 von dem Ebenisten Antoine-Robert Gaudreau (um 1680–1746) und dem Bronzegießer Jacques Caffiéri (1678–1755) für das Schlafzimmer von König Ludwig XV. (reg. 1715–1774) in Schloss Versailles geliefert wurde und sich seit spätestens 1865 in der heutigen Wallace Collection in London befindet. Abgesehen von leichten Abweichungen in der Holzauswahl und dem Verzicht, die Seiten als Türen auszubilden, ist es eine im Äußeren identische Nachbildung, die 1887 vom Kunstgewerbemuseum direkt bei Henri Dasson (1825–1896) erworben wurde, einem für seine getreuen Kopien königlicher Barockmöbel gefeierten Pariser Ebenisten und Bronzeur. ASt
Frühklassizistische Kommode mit Medaillons und vergoldeten Bronzen
Kunstgewerbemuseum
Die Möbel von Johann Gottlob Fiedler zeigen den in Berlin tätigen Meister als einen der bedeutendsten Vertreter des Frühklassizismus. Sein Werk zeugt von der bereits Ende der 1760er Jahre erfolgten eigenständigen Umsetzung des klassizistischen Stils und zeigt zugleich Berührungspunkte mit den berühmten Arbeiten der Neuwieder Manufaktur. Die Kommode des Kunstgewerbemuseums gehört mit einem nahezu identischen Gegenstück im Schloss Charlottenburg zu einer Gruppe von neun Kommoden, die sich vor allem in ihrem Format und in der unterschiedlich reichen Ausstattung mit vergoldeten Bronzen unterscheiden. Ein ungewöhnlich großes Exemplar mit einer mit kostbaren Marmorsorten belegten Steinplatte – die nach ihrer jüngeren Provenienz benannte Clanwilliam-Kommode – erlangte mit seinem 1991 erfolgten kostspieligen Ankauf Bekanntheit. Den Schlüssel jedoch für die gesamte Gruppe bildet ein „Fiedler fec. 1785“ signiertes und datiertes Stück in Privatbesitz. Den Kommoden ist eine kräftige Gliederung eigen: so wird der Korpus von Eckpfosten getragen, die als pilasterartige Schäfte ausgebildet sind und eine mille-raies Schraffur tragen. Die Front besitzt unter einem schmalen Fries mit gleicher Schraffur, durch dicke Stäbe von Lorbeerblatt getrennt, zwei hohe Schubkästen, die in ihrer Mitte zwei Medaillons präsentieren. Diese Medaillons zeigen in Licht und Schatten modellierte Frauenfiguren in antikem Gewand und sind von kräftigen vergoldeten Rahmen mit Blattleisten und Perlstab gerahmt. Auf beiden Seiten begleiten sie Füllungen, die von der Mahagonifläche mit vergoldeten mille-raies Streifen abgesetzt sind und große vergoldete Löwenmasken als Griffbeschlag tragen. Ihr Fond besteht aus einem Parkett von ehemals violettrotem Amaranth und springt scheinbar leicht aus der Fläche vor, eine ringsherum laufende helle Ader ist – wie dies bei der geometrischen Marketerie des Pariser Ebenisten Riesener zu finden ist – nach einer Seite hin schwarz ausgeführt und erweckt so die Illusion einer Schattenwirkung und räumlichen Tiefe. Die Mittelachse der Front wird durch eine kantige Schürze aufgefangen, auf der eine schwere Girlande aus Lorbeer hängt. Der Korpus ruht auf kurzen gedrehten und kannelierten Füßen, die in vergoldeten Bronzeschuhen mit Blattwerk stehen. Die Korpusseiten sind nicht minder aufwändig gestaltet, auch hier gibt es die vergoldeten Pilasterschäfte, den vergoldeten Fries und ein großes ovales Figurenmedaillon inmitten einer parkettierten Füllung. ASt