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Objekttyp: Kopf
Bildnis Richard Strauss
Alte Nationalgalerie
„Seit dem Jahr des ersten selbständigen bildhauerischen Schaffens hat sich Lederer mit besonderer Intensität der Kunst der Porträtplastik zugewandt. Weit mehr als fünfzig Porträtplastiken verdanken ihr Entstehen seiner Hand“, so Hans Krey 1931. „Die leidenschaftliche Entfaltung gespannter Kräfte, die wir bisher in seinen Plastiken als eindeutigen Wert erkennen durften, ist hier vollkommen untergeordnet der diese Porträts beherrschenden Idee. Die Büsten Pfiztners (1897), d’Alberts (1897 und 1928), Strauß’ vom Jahre 1908, von der für mehrere Städte Abgüsse angefertigt wurden, Nikischs zeigen diese persönliche Gestaltungsnote“ (Hans Krey, Hugo Lederer. Ein Meister der Plastik, Berlin 1931, S. 76). Lederer hat den feinsinnigen Komponisten Richard Strauss (1864–1949) mit kritischem, aber ruhigem Gesichtsausdruck, leicht gesenktem Blick und charakteristischem schmalen Schnurrbart dargestellt. Wie bereits das Komponistenporträt Hans Pfitzners ist auch das Strauss-Bildnis ein Beispiel dezidiert antiwilhelminischer, secessionistischer Bildniskunst. Die Datierung des Porträts variiert zwischen 1902 (Berliner Bildhauer von Schlüter bis zur Gegenwart, zweite Jubiläums-Ausstellung aus Anlaß des 150jährigen Bestehens der akademischen Ausstellungen, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin, 1936, S. 25, Nr. 95) und 1911 (Bernhard Maaz, Skulptur in Deutschland zwischen Französischer Revolution und Erstem Weltkrieg, München/Berlin 2010, Band 1, S. 224). Ein im Archiv für Kunst und Geschichte erhaltenes Porträtfoto aus dem Jahr 1908 zeigt jedoch den Bildhauer vor dem nahezu vollendeten Tonmodell der Strauss-Büste. | Yvette Deseyve
Frauenkopf
Alte Nationalgalerie
Das vorliegende Werk, das auch „Weiblicher Kopf“ oder „Idealbüste der Diana“ genannt wurde, stimmt motivisch überein mit dem Kopf der ganzfigurigen „Diana“ in Bronze (1907/1908; ehemals in unbekannter Abfolge zeitweilig aufgestellt im Kleistpark beziehungsweise im Botanischen Garten in Berlin, heute verschollen); nur durch das Fehlen der Locken unterscheidet es sich von jenem. Die leeren Augenhöhlen erklären sich aus den einst eingesetzten Bernsteinaugen. Frisur, Haltung und Frontalitätsprinzip verweisen auf Starcks Bezug zur griechischen Archaik. Die „Diana“ wird im handschriftlichen Werkverzeichnis des Künstlers (Privatbesitz) auf 1907/1908 datiert; vorliegender Ausschnitt ist dort nicht separat aufgeführt, jedoch wurde er 1917 auf der „Großen Berlin Kunstausstellung“ als eigenständiges Werk gezeigt und so für die Sammlung der Nationalgalerie angekauft. Ein Exemplar der halblebensgroßen Statuette einer „Diana“ von Starck soll sich in Riga, der Geburtsstadt des Künstlers, befinden. | Bernhard Maaz