53 Ergebnisse
Objekttyp: Kopf (Skulptur / Rundplastik / Rundplastik, männlich)
Bärtiger Kopf vom Grabmal eines athenischen Offiziers (sog. Kopf Lanckoronski)
Antikensammlung
Der Kopf ist das Werk eines vorzüglichen, schnell und überaus routiniert arbeitenden Bildhauers aus der Zeit des Übergangs von der späten Klassik zum frühen Hellenismus. Er paßt, was K. Vierneisel schon 1977 erkannte, Bruch an Bruch auf die Grabstatue eines athenischen Soldaten mit voller Rüstung im Athener Nationalmuseum. Sowohl dort als auch in der Berliner Abgußsammlung sind Kopf und Körper mit Hilfe von Gipsabgüssen zusammengefügt und vermitteln so einen Eindruck von der großartigen Wirkung des vollständigen Bildwerks. Die Statue muß wie der berühmte, nur unwesentlich später entstandene Fußsoldat Aristonautes (ebenfalls im Athener Nationalmuseum) in einer tiefen, tempelartigen Nischenarchitektur (Naiskos) gestanden haben, wie sie für die letzten attischen Grabdenkmäler vor dem Luxusverbot von 317 v. Chr. charakteristisch ist. Das mindestens lebensgroße Format der Statue und der für das Grabmal insgesamt betriebene Aufwand lassen in dem Dargestellten einen hohen Offizier, vielleicht sogar einen Strategen des athenischen Heeres vermuten. Der Typus des Gepanzerten in voller Rüstung dürfte auf zeitgenössische Ehrenstatuen zurückgehen. Er hat vor allem in der römischen Kaiserzeit ein reiches Nachleben gefunden. Die Antikensammlung. Altes Museum, Pergamonmuseum 3. Aufl. (2007) S. 177 Nr. 102 (A. Scholl).
Porträt des Antiochos IV. von Syrien
Antikensammlung
Der unterlebensgroße bartlose Marmorkopf, den sein Diadem als Bildnis eines Herrschers ausweist, wurde aufgrund von Vergleichen mit sicher benannten Münzbildnissen als Porträt des seleukidischen Königs Antiochos IV. identifiziert (Kyrieleis 1980) und gehört als eines der wenigen sicher identifizierten Bildnisse von Seleukiden und als Originalwerk in die Regierungszeit dieses Königs, der zwischen 175 und 164 v. Chr. regierte. Die Ausarbeitung und die Asymmetrien des Kopfes beispielsweise in der Schulterneigung zeigen an, dass er als Einsatzkopf zu einer mit Brustpanzer oder Chlamys bekleideten Statuette gehörte, deren rechter Arm erhoben war und sich deshalb vielleicht auf eine Lanze stützte. Das kleine Format legt es nahe, in der Figur ein Bildnis zu erkennen, das der lokalen Herrscherverehrung, wie z. B. in einem Gymnasion oder Heiligtum, galt. Kleinformatige Bildnisse hellenistischer Herrscher kennen wir besonders aus dem ptolemäischen Ägypten, wo sie eine Funktion im Herrscherkult besaßen. R. von den Hoff, Bildniskopf des Antiochos IV. von Syrien (1975.5), in: Bestands-Kat. 1, 54 f. Kat. 37.
Kopf eines Jünglings: Kopfreplik des myronischen Diskobols
Antikensammlung
Kopie augusteischer Zeit (aus dem frühen 1. Jh.n.Chr.) nach dem verlorenen Bronzeoriginal einer Athletenstatue des griechischen Bildhauers Myron aus der Mitte des 5. Jhs.v.Chr.
Porträtkopf eines Jünglings auf neuzeitlicher Büste
Antikensammlung
Bildnis eines jungen Römers aus dem Umkreis der kaiserlichen Familie, das in mindestens zwei weiteren Repliken überliefert ist.
Büste des Apollon
Antikensammlung
Kopie des 1. Jhs.v.Chr. nach Formen des späten 4. Jhs.v.Chr. Der bartlose Kopf weist in Form und Frisur enge Zusammenhänge mit Frauenköpfen des ausgehenden 4. Jhs.v.Chr. auf. Eine Reihe von Repliken dieses Kopfes sind jedoch mit männlichen Körpern verbunden. Der weibliche Kopf des 4. Jhs.v.Chr. wurde offenbar als besonders passend für den jugendlichen Gott Apollon angesehen und daher mit verschiedenen jugendlich männlichen Körpertypen zu einem Bild des Gottes kombiniert.
Gesichtsfragment vom Porträt eines Mannes
Antikensammlung
Die Gesichtsfragmente gehören zum sensibel ausgearbeiteten Kopf einer nur wenig überlebensgroßen Porträtstatue eines unbärtigen Mannes, wie sie in Pergamon an vielen Orten der Stadt aufgestellt waren. Die Qualität der Oberflächenbearbeitung weist auf hochrangige Werkstätten hin, doch ist nicht mehr zu ermitteln, ob es sich um das Bildnis eines Königs oder ein bürgerliches Porträt handelt, zumal die Partie mit dem mutmaßlichen Königsdiadem nicht erhalten ist. Die Benennung als Attalos III. (Queyrel 2003, 251 f.) ist auch sonst nicht überzeugend begründbar. R. von den Hoff, Gesichtsfragmente vom Porträt eines Mannes (AvP VII 133), in: Bestands-Kat. 1, 69 Kat. 46
Porträtkopf eines attalidischen Herrschers (?) - Attalos III. (?)
Antikensammlung
Das volle Gesicht eines bartlosen Mannes mit leicht gelocktem Haar gehörte zu einer leicht überlebensgroßen Statue. Es war deren Hinterkopf gesondert vorgeblendet. Die individuell erscheinende Gestaltung von Mund und Kinn und die fülligen Gesichtsformen sprechen dafür, dass es sich um ein Porträt handelt, das man jedoch nicht schlüssig benennen kann, auch wenn vielfach der letzte Herrscher Pergamons, Attalos III., erkannt wird. Auch ist weiterhin nicht abschließend geklärt, ob das Herrscherbildnis, das der Heraklesfigur der Pergamener Gruppe mit Prometheus zugehört (SMB-PK, ANT, Inv. AvP VII 168, s. Arachne, Objekt 2144), mit Sicherheit dieselbe Person darstellt. Der Fundort des Fragments Kat. 38 erklärt sich am besten dadurch, dass man annimmt, dass die Statue einmal auf dem Burgberg von Pergamon (Athenaheiligtum?) stand, von dort aber in den unterhalb liegenden Theatertempel gestürzt ist. Dort oben werden in solcher Qualität und Größe tatsächlich attalidische Königsbildnisse gestanden haben. Attalos II. wäre dann aufgrund der auf stilistischem Wege zu gewinnenden Datierung gegenüber Attalos III. die eher naheliegende Lösung, doch muss die hypothetisch bleiben. R. von den Hoff, Porträtkopf eines attalidischen Herrschers (?) (AvP VII 132), in: Bestands-Kat. 1, 56 f. Kat. 38
Überlebensgroßer Porträtkopf eines pergamenischen Königs, Attalos I. oder Eumenes II.?
Antikensammlung
Der unbärtige Kopf gehört zur etwa doppelt lebensgroßen Statue eines wohl hellenistischen Königs, wie das im Nacken sichtbare Königsdiadem zeigt. Der Dargestellte blickte energisch in die Ferne. In der ersten Fassung des Bildnisses besaß der Kopf eng anliegendes, wohl nur über der Stirn bewegteres Haar, wo auch ein Attribut am Rand des dort verlaufenden Diadems angesetzt war, möglicherweise ein Stern oder ein leichter Blattkranz. Einige Zeit nach der Aufstellung wurde das Bildnis in einem u-förmigen von einem zum anderen Ohr laufenden Bereich abgearbeitet, um Anstückungsflächen für einen neuen Haarkranz mit Diadem herzustellen. Die neuen Locken wurden angeklebt und erst im Anschluss daran auch mit dem Bohrer angemessen ausgearbeitet. Die neue Frisur gab dem König nicht nur eine dynamischere Erscheinung, sondern erinnerte auch an Götterbilder, indem das flache Kalottenhaar von einem fülligen Haarkranz getrennt war. Eine explizite Angleichung an Bildnisse Alexanders d. Gr. ist aber nicht festzustellen. Aufgrund des Fundortes und der Umarbeitung, die die Identität des Dargestellten nicht veränderte, aber für eine bleibende Wichtigkeit der Person am Aufstellungsort des Porträts spricht, wird es sich bei dem Dargestellten um einen der Könige von Pergamon handeln. Offen ist, ob Attalos I. oder Eumenes II. dargestellt ist, in dessen Regierungszeit das Bildnis entstand, mit dessen Münzporträts es aber nur wenige Übereinstimmungen aufweist. Der Aufstellungszusammenhang lässt eher auf Eumenes II. schließen, denn das Gymnasion, das Eumenes stiftete, steht nach neuen Archivrecherchen als Fundort fest. Dort stand das Königsbildnis als Teil einer Panzerstatue des Königs vermutlich zusammen mit einer kolossalen Heraklesfigur (SMB-PK, ANT, Inv. Sk 1675, s. Arachne, Objekt 113704) im Hauptraum der oberen Gymnasionsterrasse. Das Bildnis zeigt, dass auch die Attaliden bisweilen durch divine Motive, in diesem Falle der Frisur, als herausgehobene Figuren gekennzeichnet werden konnten. R. von den Hoff, Überlebensgroßer Porträtkopf eines pergamenischen Königs, Attalos I. oder Eumenes II.? (AvP VII 130), in: Bestands-Kat. 1, 52–54 Kat. 36
Kopf eines jungen Mannes
Antikensammlung
Der gesondert gearbeitete Kopf eines jungen Mannes mit langen Lockensträhnen saß nach Ausweis der geraden Schnittfläche am Hals ursprünglich sicher einer lebensgroßen Statue auf und war nach links gewandt. Das sorgfältig gestaltete Haupthaar wurde sekundär mit einer eingetieften Rille versehen, die wohl zur Befestigung bzw. als Auflager eines metallenen Kranzes oder einer Binde gedient haben wird. Die ganz ebenmäßig ideal gehaltenen Züge lassen es, von den methodischen Schwierigkeiten der Benennung ganz abgesehen, wenig ratsam erscheinen, hier ein hellenistisches Königsporträt erkennen zu wollen. Die Zugehörigkeit des Kopfes zur Statue eines siegreich bekränzten Athleten, wozu auch der Fundort im Gymnasion passen würde, erscheint sehr viel wahrscheinlicher. Katalog zur Ausstellung "Pergamon - Panorama der antiken Metropole" 30.09.2011 - 30.09. 2012 (A. Scholl: Kat. Nr. 5.14).
Bildniskopf eines jungen Mannes mit Anastolé
Antikensammlung
Der annähernd lebensgroße Kopf eines bartlosen Mannes gehörte zu einer Statue, auf der er zu seiner Linken gewendet, aufsaß. Trotz jugendlicher Glätte markiert die subtile Bewegung der Wangen einen durchaus individuellen Zug. Das Gesicht wird von einem volllockigen Haarkranz gerahmt, dessen Locken über der Stirnmitte in einer welligen Anastolé nach oben bewegt sind. Sie ähneln der bekannten Frisur Alexanders d. Gr. Der in dem Porträt Dargestellte trug einen gesondert angesetzten Ehrenkranz, wie es bei Porträtstatuen der Zeit vorkommt. Das Porträt erinnert an Bildnisse ›schöner‹ Epheben des 2. Jhs. v. Chr. aus dem Gymnasion von Pergamon (vgl. auch AvP VII 136), und auch andere Bildnisse mit Anastolé kennen wir aus dieser Zeit (vgl. nur AvP VII 135). Offenbar verwendete man damals ein Jugendbildnisschema, das sich am Alexandermodell orientierte (vgl. auch AvP VII 283). Nichts spricht hingegen dafür, in diesem Bildnis ein Mitglied der attalidischen Herrscherfamilie zu erkennen. Der Name des jungen Epheben, der in diesem Bildnis geehrt und an den großen Alexander angeglichen wurde, muss offen bleiben. R. von den Hoff, Bildniskopf eines jungen Mannes mit Anastolé (AvP VII 42), in: Bestands-Kat. 1, 70–72 Kat. 48.
Jünglingskopf
Antikensammlung
Bemerkungen DFG-Projekt "Antike Bronzen in Berlin": Alte Nr. aus dem Verzeichnis von Gerhards Nachlass erschlossen. Dort steht unter Nr. 161: "Apollo- oder Athletenkopf, archaisch, auf e. Zapfen". (NF)
Kopf des Jupiter Ammon
Antikensammlung
Bemerkungen DFG-Projekt "Antike Bronzen in Berlin": Neuzeitlich; schon im Fr.-Archivexemplar zu Recht mehrfach als "modern" oder "zweifelhaft" (Furtwängler) bezeichnet. (NF)
Barbarenkopf, aus zwei Hälften gegossen, zusammengedrückt und ziemlich beschädigt
Antikensammlung
(Skizze im Inventarbuch); Objekt fehlt.; Bemerkungen DFG-Projekt "Antike Bronzen in Berlin": Objekt verlagert in Kiste WS 31 Friedrichshain. (NF)
Männliche Maske, hinten flach
Antikensammlung
Bemerkungen DFG-Projekt "Antike Bronzen in Berlin": Laut Inv 77 vom 23. 8. - 8. 9. 1917 durch Tietz konserviert. (NF)