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Objekttyp: Krawatte
Ehrbarkeit
Museum Europäischer Kulturen
Die Krawatte ist ein Binder und besteht aus zwei schwarzen Samtbändern, die in ein gehäkeltes Band eingezogen sind. Diese schwarze "Ehrbarkeit" diente als Zeichen der "Fremden" oder "Fremdgeschriebenen" Zimmergesellen, also der Gesellen auf Wanderschaft. Sie wurde vom damaligen Besitzer zu Beginn seiner Wanderzeit 1955 bei der Fa. Fritz Ulrich erworben. Die Binder gehören zur Zunftkleidung. Die Zunftkleidung hat sich um die Mitte des 19. Jh. herausgebildet. Spezielle Handwerkerausstatter, wie die Fa. Arthur Capelle oder Fritz Ulrich in Berlin, die Kleidung und Schmuck anboten, sorgten bald für ein reichhaltiges Angebot. Die Binder gab es je nach Zugehörigkeit zu einer Gesellenvereinigung auch in den Farben blau, weiß und rot. Sie wurden zusammen mit der entsprechenden vergoldeten Zunftnadel getragen.
Museum Europäischer Kulturen
Krawatte aus weißer Seide, die in Batiktechnik mit zwei Färbungen (rot und blau) mit einem geometrischen Motiv als Flächenornament versehen wurde. Die Krawatte ist im Zirkel für künstlerische Textilgestaltung Potsdam entstanden. Der Zirkel war eine wegweisende Gemeinschaft des textilen "Volkskunstschaffens" in der DDR. Alle Entwürfe und Ausführungen (auch der Schmuckelemente) wurden in schöpferischer Tätigkeit der Zirkelmitglieder unter Anleitung von Frau Ingeborg Bohne-Fiegert geschaffen. Alle Techniken wurden von Hand ausgeführt, unter Verwendung des handelsüblichen Materials. Die schneidertechnische Bearbeitung erfolgte im Rahmen der Hausnäherei. Die Kollektionen wurden fast ausschließlich zu Modenschauen getragen. Blusen, leichte Sommerkleider u.ä. waren auch im täglichen Gebrauch.
Museum Europäischer Kulturen
Die braune Krawatte hat ein diagonales Muster und besteht aus 70% Polyester und 30% Schurwolle. Die Innenseite besteht aus einem hellbraun-glänzenden Kunstfasermaterial. Ein schwarzes Schild wurde auf der Krawattenrückseite an zwei Seiten angenäht. Auf diesem steht die Firma "excellent" und die Materialverteilung. Daran befestigt ist das Verkaufsschild, auf dessen Vorderseite eine sich sportlich betätigende Frau zu sehen ist und der Schriftzug "Crazy Lifestyle IKW". Auf der Rückseite steht der Preis (1,25€), die Artikelnummer (446021010) sowie keine Angabe zur Größe. Die Krawatte ist Teil einer Schenkung des Instituts für Kommunikation und Wirtschaftsbildung GmbH, die mehrere Objekte aus der DDR-Produktion in ihrem Lehrkabinett gefunden haben.
Museum Europäischer Kulturen
Die gelbe Baumwollkrawatte wurde mit Hilfe der Suminagashi-Färbetechnik mit einer schwarzen Marmorierung versehen. Auf der Rückseite der Krawatte ist ein schwarzes Label mit dem gelb gestickten Namen des Produzenten angebracht. Tino Adam fertigte die Krawatte in der Modegruppe Dippoldiswalde für sich selbst. Die Modegruppe Dippoldiswalde unter der Leitung von Barbara Wachholz war Teil der staatlich geförderten Freizeitbetätigung in der DDR (damals „künstlerisches Volksschaffen“ genannt). Es war eine Gemeinschaft textil interessierter Frauen und Männer, die sich regelmäßig in ihrer Freizeit trafen, um eigene Modeentwürfe zu entwickeln und präsentieren. Die Mode-Kollektionen wurden fast ausschließlich zu Modenschauen getragen.