8 Ergebnisse
Objekttyp: Liturgisches Gerät
Kreuz mit Szenen aus dem Leben Christi auf achtseitigem Stufensockel
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Objekt besteht aus zwei Teilen, einem Sockel und dem eigentlichen Kreuz. Beide Teile sind kleinteilig und durchbrochen mit ornamentalen und figürlichen Schnitzereien versehen. Das Kreuz enthält in einzelnen gerahmten Feldern Szenen aus dem Leben Christi. Von oben nach unten und von links nach rechts fortlaufend sind dies auf der Frontseite die Verkündigung an Maria, der Tempelgang Marias, Christi Geburt und die Anbetung der Könige, die Predigt Johannes des Täufers und Taufe Christi, die Darstellung im Tempel und der Einzug in Jerusalem, an der rechten Schmalseite der lehrende Christus, die Flucht nach Ägypten, Christus im Tempel vor Frauen, die Auferweckung des Lazarus, auf der Rückseite die Verklärung auf dem Berg Tabor, die Annagelung ans Kreuz, die Kreuzigung, die Kreuzabnahme, die Beweinung, die Höllenfahrt, an der linken Schmalseite die Himmelfahrt, das Pfingstwunder, die Grablegung und die Szene des ungläubigen Thomas, schließlich auf den oberen Flächen der Kreuzarme und der Spitzer Halbfiguren des Petrus und Paulus sowie ein liegender Mann mit Lendenschurz und Schriftrolle. Die Randleisten und Querriegel sind mit fortlaufenden Ranken verziert. Zwischen Kreuz und Sockel vermittelt ein Blattkelch über einem Blattknoten. Der achteckige, gestufte Sockel zeigt in einer unteren Zone Blattranken zwischen Ornamentstäben. Es folgen drei Zonen mit Bildfeldern, die jeweils durch Halbmuscheln und Giebel bekrönt werden. Die Szenen am Sockel sind fortlaufend angeordnet und zeigen die Fußwaschung, die Austeilung von Brot und Wein (also das Abendmahl), die Bestechung des Judas (?), das Gebet Christi in Gethsemane, die sich nähernden Pharisäer und Soldaten, der Judaskuss, Christus vor den Hohepriestern, im unteren Register ist auf acht Szenen verteilt die mehrfache Vorführung Christi vor Pilatus und Herodes, die Geißelung, die heiligen Frauen und Apostel, die Verleugnung Christi durch Petrus, die Kreuztragung, die Kreuzaufrichtung, die schlafenden Grabwächter, die Frauen am leeren Grabe Christi mit einem bzw. zwei Engeln, Christus mit den heiligen Frauen. Auf dem obersten, schmalsten Absatz des Kreuzsockels sitzen die vier Evangelisten. Ein Teil der Darstellungen wird durch lateinische bzw. missverstandene griechische Beischriften identifiziert, die Art der Darstellung folgt hingegen griechischen Vorbildern. Es wird deshalb vermutet, dass es sich um das Werk eines venezianischen Bildschnitzers nach einem ostkirchlichen Vorbild handelt. Das Kreuz wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst.
Hostienbehälter
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das reich verzierte Gerät hat die Form einer Architektur. Das Zentrum bildet ein Baldachin mit Giebeln und Kuppel. Er überfängt einen Sarg, nämlich das Grab Christi, dem zwei Engel mit sogenannten Rhipidia Luft zufächeln. Auf dem Sockel und auf der Kuppelbekrönung in Form einer achtzackigen Aureole zeigen Emailbilder das letzte Abendmahl und den auferstandenen Christus. Zur Aufbewahrung der Hostien diente eine Schublade im Sockel des Geräts, die von hinten aufzuziehen ist. Der Sarg Christi als vorübergehender Ort seines sterblichen Körpers nimmt unmittelbar Bezug auf die Hostie als symbolischen Körper Christ in der Schublade unmittelbar darunter. Das Objekt wird durch einen Moskauer Silberstempel in das Jahr 1818 datiert. Ein Meisterzeichen aus zwei Buchstaben ist leider nicht näher zu identifizieren. Aufbau, Emailbilder und Verzierungen folgen barocken Vorbildern und haben, sieht man von der Ikonographie der Rhipidia schwenkenden Engel ab, nichts Byzantinisches mehr.
Räuchergefäß
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Räuchergefäß besteht aus einem zylindrischen Unterbau und einem kupplig gewölbten Deckel, die durch ein Scharnier miteinander verbunden sind. Der Unterbau steht auf drei als Tierkpfoten ausgebildeten Füßen und besitzt eine sternförmig durchbrochene Bodenplatte als Rost für das Räucherwerk. Die Seitenfläche wird durch doppelt ineinandergestellte Bogenöffnungen durchbrochen. Gleichartige Öffnungen umziehen den Deckel. Seine Spitze bekrönt ein Griff, aufgebaut aus einem siebenseitigen Fuß, einer sechstrahligen Sternscheibe und einem kleinen Knopf. An dem zylindrischen Unterbau sitzt eine stangenförmige, horizontale Handhabe, die nahe dem Räuchergefäß einen melonenförmig eingeschnittenen Knauf, am Ende jenseits eines Ringwulstes einen Drachenkopf mit offenem Rachen aufweist. Der Schaft dazwischen wird in kurzen Abständen durch dreifache, eingravierte Linien verziert. Eine Seitenöse des des Deckelscharniers ist weggebrochen. Die architektonische Gestaltung des Räuchergefäßes ahmt die Gestalt eines Kuppelbaus nach. Das Objekt wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst.
Liturgischer Teller (Patene)
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.
Weihrauchgefäß
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Im Deckel des Weihrauchgefäßes sind kreisrunde Öffnungen eingelassen, durch die der Rauch aufsteigen kann. Das sechseckige Gefäß steht auf drei Füßen, von denen einer beschädigt ist. Boden und Rand werden durch ein einfaches Profil akzentuiert. Über ein Scharnier lässt sich der pyramidenförmige Deckel öffnen, der ähnlich den Wandungsfeldern mit Kreispunzen verziert ist. Die Punzen des Deckels umschließen die kreisrunden Öffnungen. Den Deckel bekrönt ein Kreuz, das von einer Ringform durchbrochen wird. Hieran ist eine Gliederkette zur Aufhängung des Gefäßes befestigt. Dem Scharnier gegenüber sitzt eine Öse des Gefäßverschlusses, der zugehörige Haken ist verloren.
Kreuzfuß
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der Kreuzfuß wurde mit dem Unterteil, einem hohlen Zylinder, auf einen Stab aufgesteckt. Über dem Stutzen bilden ein durchbrochenes Kapitell und eine Zone aus vier Kreuzen den Unterbau für eine kreuzförmige Kirche. Anstelle von einer mittleren Kuppel bekrönt zu werden, endet diese in einem Stutzen mit einer rechteckigen Öffnung, in den ein Vortragekreuz eingesetzt werden konnte. Solche Stabkreuze wurden dann in der Liturgie und bei Prozessionen getragen.
sechseckiges Rauchgefäß
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Schale des schlichten Weihrauchgefäßes ist sechseckig. Die senkrechten Wandungen werden unten und oben durch eine Profilleiste begrenzt. Das Gefäß stand ursprünglich auf drei Füßen, von denen nur die Ansätze erhalten sind. Auf dem oberen Rand dienten drei angelötete, zum Teil beschädigte Ösen zur Befestigung von Ketten zum Tragen und Aufhängen. Eine Seite ist durch ein Loch durchbrochen; die Ketten fehlten bereit bei der Erwerbung. Das Weihrauchgefäß wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst.
Sechseckiges Räuchergefäß
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Schale des schlichten Weihrauchgefäßes ist sechseckig. Die senkrechten Wandungen werden unten und oben durch eine Profilleiste begrenzt. Das Gefäß steht auf drei als einfache Tierpfoten ausgebildeten Füßen an dreien der Ecken. Ihnen entsprechen auf dem oberen Rand drei angelötete Ösen, die ehemals zur Befestigung von Ketten zum Tragen und Aufhängen dienten. Aus dem Boden und aus einer Seite ist je ein Stück ausgebrochen; die Ketten fehlen. Das Räuchergefäß wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst.