469 Ergebnisse
Objekttyp: Malerei
Selbstporträt
Ethnologisches Museum
Selbstporträt des koreanischen Malers Pai Unsong mit Schamanenhut , im Hintergrund sind europäische und koreanische architektonische Skizzen zu erkennen. Das Gemälde entstand nach Pais Studium der Ölmalerei in Paris 1922-1925 und anschließend bei Ferdinand Spiegel an der Vereinigten Staatsschule für freie und angewandte Kunst, Berlin. Pai lebte hier bis 1937 und kehrte 1940 in seine Heimat in Korea zurück. Zwei seiner Gemälde überlebten den 2. Weltkrieg in Berlin und gelangten anschließend im russischen Sektor in die Nationalgalerie. Deren langjährige Stellvertretende Direktorin, Dr. Vera-Maria Ruthenberg, übergab sie in Folge an die Ostasiatische Sammlung. Anläßlich einer Werkschau in Seoul im Jahre 2001 setzten wir auf Wunsch der Botschaft der Republik Korea in Berlin jenes Bild für mehrere Monate in die Webseite jener Institution. (Kommentar: Siegmar Nahser).
Hundert Blumen und hundert Insekten
Museum für Asiatische Kunst
In leuchtenden Farben komponierte Yanagisawa Kien, der zu den Pionieren der von chinesischen und koreanischen Vorbilder inspirierten japanischen Literatenmalerei zählt, vor einem exotisch indigoblau eingefärbten Hintergrund eine üppige Sinfonie von Blumen der vier Jahreszeiten. Mannigfaltige, mit hohem Realitätsgrad dargestellte Insekten – Libellen, Schmetterlinge, Heuschrecken – umgarnen lebhaft die Blütenpracht. Trotz des dekorativ anmutenden Effekts ist diese Darstellung nicht bloß ein gefälliger Wandschmuck, sondern kann als Resultat von Kiens eingehendem Studium der Pflanzenkunde betrachtet werden. Diese gehörte zu Beginn des 18. Jahrhunderts zu den Lieblingsbeschäftigungen der sinophilen Intellektuellen Japans, die überwiegend dem Schwertadel entstammten. Kien wurde von Gion Nankai (1677–1751) in die Literatenmalerei eingeführt, wobei er sich besonders in der exzentrischen Fingermalerei hervortat. In dieser Manier sind heute einige Bambusdarstellungen von seiner Hand erhalten. Zudem beschäftigte er sich mit der von der Ming-zeitlichen Malakademie beeinflussten Nagasaki-Schule. Polychrome Darstellungen wie diese Hängerolle sind wohl ein Produkt dieser Auseinandersetzungen. Ein ähnliches Werk Kiens befindet sich im Besitz der Kunstakademie in Tokyo.
Im Angesicht der sechsunddreißig Gipfel
Museum für Asiatische Kunst
Dieses Albumblatt des Malers Kuncan wurde von dem Kunsthändler Walter Höchstädter erworben. Kuncan war einer der Vier Großen Mönchsmaler und zählt zu den Individualisten der frühen Qing-Dynastie. Dieses Albumblatt war noch in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zusammen mit drei weiteren Blättern als Querrolle montiert gewesen. Walter Hochstädter hat die Blätter neu montieren lassen und zwei an das British Museum, eines an das Cleveland Museum of Art und eines an das Museum für Ostasiatische Kunst Berlin verkauft. Ein Blatt im British Museum trägt eine datierte Aufschrift, der zu entnehmen ist, dass Kuncan diese Albumblätter für seinen Freund, den Maler Cheng Zhengkui (1604–1676) nach einer gemeinsamen Reise gemalt hat. Kuncan stellt sich selbst in der Strohhütte auf einer Strohmatte meditierend dar und beschreibt sein einfaches naturverbundenes Leben. Die Bezeichnung "Sechsunsdreißig Gipfel" spielt wohl auf die gemeinsame Reise in das Huangshan-Gebirge an; die Ansicht von "Sechsunsdreißig Gipfeln" ist eine der Sehenswürdigkeiten dieser malerischen Landschaft. Der Künstler schreibt mit trockenem, stumpfem Pinsel seine Ideen nieder; sein Stil kann als üppig und dicht bezeichnet werden. Nicht die Malerei der alten Meister, sondern die Natur ist das Vorbild für Kuncans Schaffen.
Stehender Ainu, angetan mit einem 3/4-Mantel.
Ethnologisches Museum
Stehender Ainu, angetan mit einem 3/4-Mantel. Unten re sign.: E. Krammann Auf der Rückseite Beschriftung:" Ainu (Jesso). (Isabelle L. Bird, Unbetretene Reisepfade in Japan, 1882).
Stehender Ainu, mit einer Lanze in der Rechten
Ethnologisches Museum
Stehender Ainu, mit einer Lanze in der Rechten, bekleidet mit langem Mantel. U. re sign. E. Krammann, verso Prägestempel" Tinted Board" Auf der Rückseite Bleistiftnotiz:"Ainu-Mann Kurt Lampert die Welt der Erde I"
Tal im Nebel
Museum für Asiatische Kunst
In Nebel gehüllte Berglandschaften bilden ein häufig wiederkehrendes Motiv im Œuvre von Higashiyama Kaii, der zu den bedeutendsten Künstlern Japans im 20. Jahrhundert zählt. Charakteristisch für seine Landschaftsbilder ist die prägnante, lineare Klarheit der Komposition. Hier im Bild kreuzen sich die diagonal angesetzten Baumreihen, welche durch parallele Staffelung den Blick des Betrachters in die Tiefe des engen Tales führen. Auch die meditative, leicht melancholische Bildatmosphäre gehört zu den Wesensmerkmalen von Higashiyamas Schaffen. Der erste Eindruck der schlichten Monochromie verschwindet jedoch bei näherer Betrachtung des Bildes. Meisterhaft versteht es der Maler, die Farbtöne subtil abzustufen und die blau-grünen Pigmente mit einer intensiven Leuchtkraft auszustatten.
Stillleben mit Fischen und Gemüse
Museum für Asiatische Kunst
Takeuchi Seihō, eine der führenden Persönlichkeiten im Zirkel der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Kyoto tätigen Nihonga-Maler, studierte anfangs unter Kono Bairei (1844–1895), dem letzten prominenten Vertreter der Maruyama-Shijō-Schule. Auf seiner Reise nach Europa am Ende des 19. Jahrhunderts lernte Seihō die Werke von Corot und Turner kennen, von denen er tief beeindruckt war. Nach seiner Rückkehr nach Japan im Jahre 1900 entwickelte Seihō mit mehr oder minder großem Erfolg eine Lavis-Technik, die dem westlichen Aquarell sehr nahe kam und ersetzte das erste Schriftzeichen "sei" seines Pseudonyms durch ein gleichlautendes Zeichen, das "Westen" bedeutet. Ab 1935 reiste Takeuchi Seihō häufig nach Namazu, einem an der Küste liegenden Erholungsort auf der Halbinsel Izu, um einen Freund zu besuchen. Dort ließ er sich von den lokalen kulinarischen Spezialitäten für seine Kompositionen inspirieren. Da er außerdem aus einer Familie stammte, die ein Fischrestaurant in Kyoto betrieb, war Seihō stets interessiert an der Darstellung von frischen Zutaten der Gourmetküche. Das vorliegende Stillleben ist eine harmonische Synthese von Elementen der japanischen Maruyama-Shijō-Schule mit ihrer Betonung des Skizzierens nach der Natur und einer Tendenz zur sanften, lyrischen Bildatmosphäre und der okzidentalen Wasserfarben-Technik.
Bodhisattva Ksitigarbha (Jizō Bosatsu)
Museum für Asiatische Kunst
Das rechte Bein untergeschlagen und das linke locker auf einen Lotossockel stützend, sitzt der in jugendlicher Mönchsgestalt auftretende Jizō Bosatsu in lässiger Halblotossitzhaltung und erhabener Frontalansicht auf einem Lotosthron mit doppelt gestuftem Sockel. Die Attribute, das Mönchsgewand, das wunschgewährende Juwel und der für Wandermönche typische Rasselstab, weisen auf die jüngere Ikonographie des Jizō Bosatsu hin, die seit Beginn der Kamakura-Zeit (1185–1333) in Japan beliebt war. Mit dem Aufkommen des Buddhismus des Reinen Landes in Japan im 12. Jahrhundert stieg auch die Popularität des Jizō Bosatsu als eine der wichtigsten buddhistischen Gottheiten. Er galt als der einzige Bosatsu, der nach dem Eingang des historischen Shaka Butsu ins Nirvana und bis zur Erscheinung des zukünftigen Miroku Butsu in der physischen Welt geblieben ist, um den Seelen bei ihrem Durchgang der sechs Existenebenen als Helfer beizustehen. Besonders im japanischen Volksglauben genießt Jizō Bosatsu bis heute große Beliebtheit als Schutzgottheit der KInder, der Schwachen und Hilflosen sowie der Reisenden. Der Blütendekor des doppelgestuften Sockels sowie die Behandlung der Gewandmuster mit feiner Goldmalerei auf grünem und rotem Pigmentgrund haben ihre Vorbilder in der chinesischen Song-zeitlichen buddhistischen Malerei. Der subtile Gesichtsausdruck und die delikate Malerei mit Goldfabe sind charakteristisch für die sakrale Bildkunst der späten Kamakura-Zeit. [SM8HF]
Drache
Museum für Asiatische Kunst
Halb verdeckt durch tiefdunkle, regenschwere Wolken, schiesst der Drache in einem schwungvollen, die diagonale Bildachse entlang führenden Bogen in die Bildmitte hinein. Viel ruhiger, jedoch nicht minder dynamisch, gestaltet sich die Atmosphäre der Darstellung seines Pendants, des Tigers. Auf den Hinterbeinen sitzend, dreht der Tiger seinen geschmeidigen Körper nach rechts und blickt mit ernstem, misstrauischem Gesichtsausdruck die Betrachter frontal an. Bereits im chinesischen Klassiker "Buch der Wandlungen" (Yijing) traten Drache und Tiger als ungleiches Paar auf, das die Naturphänomene Regen und Wind symbolisiert. Ausserdem verkörpern sie die allumfassende Macht eines Herrschers. Darstellungen von Drachen und Tigern wurden in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Zuge der Transmission des Zen-Buddhismus von China nach Japan eingeführt, wo sie große Beliebtheit unter den Zen-Mönchen und dem Militäradel genossen. [SM8HF]
Kasuga-Wakamiya Schreingottheit in Manifestation des Bodhisattva Manjusri (Monju bosatsu)
Museum für Asiatische Kunst
Auf einem Lotossitz reitet der jugendlich aussehende Monju Bosatsu auf seinem Begleittier, einem blauen Löwen. Der furchteinflößende Löwe, der auf vier Lotosblüten steht, wird von der Seite und mit einer dramatischen Drehung des Kopfes nach rechts hin erfasst. Monju Bosatsu hingegen erscheint antithetisch dazu in erhabener Frontalansicht und mit einer leichten Wendung des Gesichts nach links ins Dreiviertelprofil. In seiner linken Hand hält Monju eine langstielige Lotosblüte, in der rechten eine Sutrarolle. Sein Haupthaar ist zu fünf Knoten zusammengebunden, die die fünf Weisheits-Buddhas des esoterischen Buddhismus bzw. die diesen zugeordneten magischen fünf Silben symbolisieren. Die vorliegende Darstellung unterscheidet sich jedoch von den üblichen Monju-Bildern des esoterischen Buddhismus durch die drei kleinen Kreise oberhalb des Körpernimbus. Von rechts nach links findet man darin dargestellt: den 11-köpfigen Kannon Bosatsu, eine Nyorai-Figur (wahrscheinlich Shaka Nyorai) in einer Pagode und Jizô Bosatsu. In dieser Konstellation stellen die drei Figuren die buddhistische Manifestation der shintoistischen Gottheiten des Kasuga-Schreines dar. Monju kann hier folglich als die buddhistische Manifestation des Kasuga Wakamiya identifiziert werden. Dieses Werk ist typisch für die Arbeiten der buddhistischen Malmeister in der zweiten Hälfte der Kamakura-Zeit und ein vorzügliches Beispiel der Kunst des synkretistischen Buddhismus.
Vortrefflicher Anblick unseres prosperierenden Zeitalters (Kidai Shōran)
Museum für Asiatische Kunst
Diese Stadtlandschaft zeigt den nördlichen Abschnitt der wichtigsten Einkaufsstraße der Stadt Edo, der von der Imagawa-Brücke im Bezirk Kanda bis zur berühmten Nihonbashi-Brücke führt. Eng aneinander gereiht stehen die verschiedensten Geschäfte, darunter auch der Hauptsitz des Stoff- und Bekleidungsgeschäfts Mitsui Echigoya, das heute unter dem Namen Mitsukoshi weltweit als Warenhaus bekannt ist. Mit akribischer Genauigkeit, erfrischendem Humor und großer Liebe zum Detail werden eine Vielfalt von landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten sowie eine enorme Zahl von Geschäften, Verkaufsständen und Gebäuden abgebildet. Wohl nachträglich aufgebrachte Titelkartuschen nennen den jeweiligen Standort. Auf der Hauptstraße und den Nebengassen tummeln sich Menschen unterschiedlichster Berufe, Altersstufen und Stände. Von Samurai bis zu Bettlern, von vornehmen Bürgersfrauen bis zu Dirnen, von Mönchen bis zu Straßenhändlern ist das gesamte Spektrum der städtischen Bevölkerung vertreten. Das Bild trägt weder eine Signatur noch eine Datierung, doch weisen bestimmte Details auf eine Entstehung um das Jahr 1805. Die entsprechende Jahresangabe Bunka 2 findet sich im Zusammenhang mit dem Tempelnamen Ekōin als Aufschrift auf der Kiste eines Lastenträgers. Er bildet den Abschluss des Gefolges eines Mönchs, der wohl Spenden für den Bau der Haupthalle dieses Tempels sammelt. Die Bezeichnung „Haupthalle“ hondō ist auf der Fahne eines weiteren Begleiters zu erkennen. Der insgesamt vier Personen umfassenden Gruppe vor dem Buchladen Suharaya unweit der Ortsbezeichnung Surugachō, folgen drei ältere Frauen, wohl Laienanhänger des Tempels, welche die Bittprozession durch das Schlagen von Handglocken akustisch untermalen. Der Entstehungszeitraum der Rolle wird ferner durch das Todesjahr des 1814 verschiedenen Schreibers der Titelkalligraphie, Sano Tōshū, eingegrenzt. Aufgrund der hervorragenden malerischen Qualität und des bemerkenswerten Formats der Bildrolle (12 Meter lang und 44 cm hoch) kann angenommen werden, dass ein potenter Auftraggeber, der sich besonders für das Alltagsleben der Hauptstadtbewohner interessierte, dieses dokumentarische Werk speziell bei einem Malatelier anfertigen ließ. Als wahrscheinlichste Kandidaten gelten Mitglieder der Kaufmannsfamilie Mitsui, Eigentümer des Echigoya, oder Mitglieder der Aristokratie, die sich nicht unter das Volk mischen, aber eine Anschauung von dessen Leben sehen und besitzen wollten. Die Informationsfülle und die Lebendigkeit der Darstellung sind einzigartig. Die Darstellung von Stadttopographien hat aber eine Tradition, die wenigstens bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht und vor allem durch Darstellungen der Sehenswürdigkeiten Kyotos belegt ist. Aus der Titelkartusche geht hervor, dass diese bis vor wenigen Jahren in Berliner Privatbesitz tradierte Bildrolle zu einem zwei- oder gar dreiteiligen Set gehört. Hinweise auf den Verbleib der anderen Rolle/n sind dringend erwünscht. Ein Faksimile dieser Rolle ist seit 2011 in einem Schaufenster des Kaufhauses Mitsukoshi ausgestellt, das in einer Untergrundpassage auf die U-Bahn-Station Mitsukoshi-mae weist und täglich von Tausenden Menschen passiert wird. [SM8HF]