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Objekttyp: Mensch (Mumie)
Mumie eines Mädchens ("Tochter der Aline") mit Mumienmaske
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die größte der drei Kindermumien aus dem Grab der Aline ist von einer Kassettenwicklung umschlossen, die aus ungefärbten sowie rötlichen bis bräunlichen Leinenbinden besteht. Zwei Enden der ungefärbten Bänder wurden an der linken Schmalseite des Körpers, ungefähr in Höhe der Wade, verknotet. Der Kopf- und Brustbereich ist noch heute, ebenso wie die Füße, von Textilkartonagen umschlossen. Während die Maske, die büstenartig den Oberkörper umschließt, eine junge Frau abbildet, ergab die Untersuchung, dass es sich um die Mumie eines 6- bis 7-jährigen Mädchens handelt. Die Maske zeigt eine wohl genährte, reich geschmückte junge Frau mit angewinkelten Armen. Jene ist zudem aufwendig bemalt sowie im Bereich von Hautpartien und Schmuck mit einem Goldanstrich versehen. Ihre Frisur besteht aus einem langen Pony und kleinen plastisch gearbeiteten Löckchen an den Schläfen. Die schwarzen Haare lassen die Ohren frei. Die Frau trägt einen violettfarbenen Mantel, der bis über ihren Kopf gezogen ist, und darunter eine Tunika mit schwarzen Stoffstreifen, sogenannten Clavi. In ihrer Rechten hält sie eine Handgirlande, die aus Rosenblütenblättern gefertigt ist. Als Schmuck lassen sich Buckelohrringe, eine Perlenkette mit einem Lunulaanhänger, zwei Fassungsarmreifen an den Oberarmen, zwei doppelköpfige Schlangenarmreifen an den Unterarmen sowie ein ovaler Siegelring am kleinen Finger der linken Hand erkennen. Das Brustpaneel endet am unteren Rand mit einer Farbleiter und Rosetten. Auf dem Scheitel und Hinterkopf der Maske befindet sich die Göttin Nut in Gestalt eines Geiers, der schützend seine Flügel ausbreitet. Allein diese Aufzählung lässt deutlich auf eine reiche und zugleich geschützte Ausstattung der Verstorbenen schließen. Dieser Eindruck wird durch das nicht minder beeindruckende Leichentuch verstärkt. (Jana Helmbold-Doyé)
Mumie eines männlichen Kindes mit Mumienporträt ("Sohn der Aline")
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Porträt zeigt ein pausbäckiges Gesicht eines Kindes mit lockigem dunklem Haar, dessen Kopf von einem Lorbeerkranz aus goldenen Blättern umschlossen ist. Bislang wurde diese Mumie auf Grund der Lage der Hände auf dem Unterbauch als Bestattung eines Jungen gedeutet. Anhand des Mumienporträts haben sich jedoch Barbara Borg und Cäcilia Fluck mit folgenden Argumenten dagegen ausgesprochen: Mondsichelförmige Anhänger, Lunulae, sind von altägyptischen Vorbildern abgeleitete, apotropäische Schutzamulette, die üblicherweise Frauen und Mädchen schützen sollten und somit auch ausschließlich von solchen als Kettenanhänger getragen wurden. Nur sehr selten finden sich Darstellungen von Knaben, die mit einem Lunula abgebildet sind. In diesem Fall handelt es sich um einen dreigeteilten Anhänger, dessen äußere Elemente Lunulae abbilden, wogegen das Mittelteil nicht klar erkennbar ist. Ferner sei auf das fliederfarbene Gewand hingewiesen, welches ebenfalls einzig dem weiblichen Geschlecht vorbehalten war, und zudem die entblößte Schulter zur Betonung der weiblichen Reize und in Anlehnung an Darstellungen der Liebesgöttin Aphrodite. Alle Beobachtungen verweisen zweifellos auf das Porträt eines Mädchens, die den Ergebnissen der CT-Untersuchung konträr entgegenstehen. So belegen die CT-Aufnahmen, dass es sich hierbei um die Mumie eines Jungen handeln soll, der 2 bis 3 Jahre alt geworden ist. (Jana Helmbold-Doyé)
Mumie eines Mädchens mit Mumienporträt ("Tochter der Aline")
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Untersuchung der Mumie des Kindes mittels Computer-Tomographie (CT) ergab, dass das Mädchen höchstens vier Jahre alt geworden ist. Ihr Körper ist sorgsam von einer Kassettenwicklung umgeben, in deren Rauten Stuckknöpfe zu erkennen sind, die mit einer ockerfarbenen Bemalung und partiell mit Goldfolie überzogen sind. Auf dem Mumienporträt blickt uns ein ernsthaft dreinschauendes Mädchen aus einem farbenfroh ausgeführten Gesicht mit puttenhaft runden Partien entgegen. Ihr lockiges Haar scheint nach hinten gefasst, während auf den Schläfen und der Stirn eine Reihe sorgsam geordneter Ringellöckchen drapiert ist. Sie trägt eine dunkelbraune Tunika mit einer weit geschnittenen rhombenförmigen Halsöffnung und weißen Textilstreifen, Clavi. Aufgrund des mangelhaften Erhaltungszustandes ist nicht eindeutig erkennbar, ob sich unter diesem ein dünnes Untergewand in Altrosa befindet. Das Mädchen trägt im Haar einen Lorbeerkranz, dazu Buckelohrringe und eine ebenso goldene Kette, an der ein mondsichelförmiger Anhänger vermutet werden darf. (Jana Helmbold-Doyé)