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Objekttyp: Menschliche Figur (Hochrelief)
Museum für Islamische Kunst
Fragmentierter, auf einem Gipsgrund gefestigter Torso einer etwas unter- bzw. dreiviertel-lebensgroßen Statue aus Stuck mit reichem gefälteltem, antikisierendem Gewand. Kopf, Hände und Füße sind nicht erhalten. Die als handmodelliertes Hochrelief ausgeführte Statue ist vom Bildgrund getrennt. Sie erhielt einen Kalküberzug, auf dem in Freskobemalung das Obergewand mit blauer und das Untergewand mit roter Pigmentfarbe unterschieden sind. Am Halssaum haben sich Reste einer goldenen Borte erhalten. Die Figur wurde bei den ersten Sondagen im Anbau bzw. Chor am Mittelraum eines als Kirche interpretierten, in islamischer Zeit umgenutzten Gebäudekomplexes des Ruinenhügels Qasr bint al-Qadi im Stadtgebiet Ktesiphons gefunden. Sie lag mit der Rückseite direkt auf dem Fußboden. Teils ebenfalls bemalte und vergoldete Beifunde von Architekturelementen aus Stuck wie Palmetten, kleine Säulen bzw. Halbrundstäben mit Zickzackkannelur deuten an, dass die Figur wohl von einer rahmenden Ädikula eingefasst wurde. Dieser Fundzusammenhang unterstreicht die Bedeutung der dargestellten Person, bei der es sich um einen Herrscher, hohen Würdenträger oder Heiligen handeln kann. Mitunter wird die in die zweite Hälfte des 6. Jahrhunderts bzw. die Herrschaftsphase Chosraus II. (590-628) datierte Plastik als Darstellung eines Priesterkönigs angesprochen.
Museum für Islamische Kunst
Fragment eines figürlichen Hochreliefs aus Stuck. Erhalten haben sich eine Hand und ein Teil des Handgelenks. Vgl. auch I. 4896a. Das Fragment wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zusammen mit anderen Stuckplatten und Hochreliefs 80km südöstlich von Teheran im Gebiet von Nizamabad geborgen. Das Museum erwarb die Stücke im Kunsthandel. Fast vollplastisch ausgearbeitete Reiter- und Personendarstellungen stechen unter den verschiedenen Stuckfunden heraus. Sie sind durch Kronen, Schmuck, Bekleidung sowie Farbfassungen und Blattgoldbelag als hochrangige Personen gekennzeichnet. Die Funde aus Nizamabad sind in das 7./8. Jahrhundert zu datieren. Sie sind herausragende Zeugnisse der Übergangszeit zwischen Spätantike und Frühislam.