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Objekttyp: Miniatur
Damenbildnis
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Die tradierte Identifizierung der Dargestellten mit der als Joséphine de Beauharnais (1763-1814) bekannten Ehefrau Napoleons muss als höchst fraglich behandelt werden. Neben den lediglich oberflächlichen physiognomischen Ähnlichkeiten mit den bekannten authentischen Bildnissen der späteren Kaiserin (Inthronisierung 1804), sprechen insbesondere die blauen Augen der hier porträtierten jungen Frau gegen eine Identifizierung mit Joséphine, deren Augen braun waren.Das streng klassizistische Bild einer jungen Frau in modischer Kleidung dürfte um 1800 entstanden sein.
Selbstbildnis mit seiner Frau
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Am 18. Juli des Jahres 1755 vermählte sich der Künstler mit Jeanne Barez, der Tochter eines französischen Goldstickers. Sie stammte aus einer in Berlin ansässigen vermögenden Hugenottenfamilie. Die Jungvermählten, so schrieb von Oettingen (1895), »bezogen […] das Rolletsche Haus in der Brüderstraße, das der Barezschen Verwandtschaft gehörte, und führten ihre Haushaltung mit der Genügsamkeit und Stille, die damals in der französischen Kolonie zu herrschen pflegten«. Möglicherweise ist hier, unweit des Berliner Schlosses, die Miniatur entstanden. Gemäß den Anweisungen in Zedlers Universal-Lexicon wurde die Miniatur regelgerecht »angefangen mit Anlegung der Farbe, und der Grund mit grossen und gleichen Strichen untermahlet, doch nicht gleich so starck, wie er zuletzt seyn soll, weil die Farbe durch das punctiren gestaercket wird«. Kurz sieht der Künstler von seiner Tätigkeit auf. Eine schräg vor das Fenster gestellte Milchglasscheibe (?) reflektiert das einfallende Tageslicht auf den Arbeitstisch. So entstehen die notwendigen Voraussetzungen für die auf Präzision beruhende Miniaturmalerei. Unklar bleibt, ob sich Chodowiecki malend oder zeichnend schildert. Jeanne Chodowiecki hält ein Porträt, das die Freundin des Hauses, Louise Erman vorstellt. Es handelt sich dabei um die vergrößerte Detailwiederholung eines Miniaturporträts des Künstlers von etwa 1758 (Kat.Nr. M.627). Eine 1759 datierte Miniatur mit dem Selbstbildnis Chodowieckis sowie die von ihm gemalte Porträtminiatur seiner Frau, vermutlich im selben Jahr entstanden, stützen die angenommene Datierung des Berliner Täfelchens. Chodowiecki suchte vielfach unter Zuhilfenahme einer Lupe seine Bildnisse mit großer Feinheit und Lebendigkeit des Ausdrucks auszuführen. Damit hatte er sich offensichtlich erfolgreich einer großen Konkurrenz entledigt, die auch vom Schriftsteller und Verlagsbuchhändler Christoph Friedrich Nicolai in Berlin, wenigstens im Bereich der Emailminiaturmaler, wahrgenommen wurde, wie ein Brief an Christian Ludwig von Hagedorn von 1758 belegt. Die Elfenbeintafel besitzt einen zugehörigen zeitgenössischen Rokokorahmen. Rainer Michaelis | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019 ________________________ On 18 July, 1755, Chodowiecki married Jeanne Barez, the daughter of a French gold embroiderer. She came from a wealthy Huguenot family in Berlin. As Oettingen wrote in (1895), the newlyweds “moved into […] the Rollet House on Brüderstraße, which belonged to relatives of the Barezs, and ran their household with the modesty and quiet and tranquillity then customary in the French colony”. The present miniature may have been executed here, not far from the Berlin Royal Palace. According to the instructions contained in Zedlers Universal-Lexicon, the miniature was as a rule “begun with by laying out the colours, and the ground underpainted with large, regular strokes, but not so strongly as in the finished picture, since the colours will be strengthened by individual touches”. The artist has just looked up from his activity. A pane of frosted glass (?) placed at an angle in front of the window reflects the daylight onto the work table. This creates the necessary conditions for miniature painting, which relies on precision. It remains uncertain whether he is shown painting or drawing. Jeanne Chodowiecki holds a portrait depicting Louise Erman, a friend of the family. This image is an enlarged detail of a miniature portrait by the artist from circa 1758 (cat. no M.627). A miniature bearing a self-portrait of Chodowiecki, along with his portrait miniature of his wife, is dated 1759, presumably the same year as the present picture. In order to execute his pictures with extreme fineness and lively expressiveness, Chodowiecki often sought the aid of a magnifying glass. At least in the realm of enamel miniature painting, evidently, he was successful in prevailing over the enormous competition, as remarked upon by the author and publisher Christoph Friedrich Nicolai in Berlin, in a letter to Christian Ludwig von Hagedorn in 1758. This ivory panel possesses its original Rococo frame. Rainer Michaelis | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019
Bildnis einer alten Dame
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Das von hervorragender Qualität bestimmte Bildnis einer Bürgerfrau in der Mode des Ancien Régime steht stilistisch den im Lübecker St. Annen-Museum aufbewahrten Porträts von Carstens nahe.
Ludwig XIV. von Frankreich
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Der Dargestellte berief Petitot, den damals hervorragendsten Emailmaler, etwa 1650 als Hofmedailleur nach Versailles. Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes im Jahr 1685 wurde der Künstler wegen seines protestantischen Glaubens verfolgt, so dass er sich 1687 in seine Genfer Heimat zurückzog. Minutiös ist die Farbe auf den dünnen Emailbildträger vor dem Schmelzen gepunktet worden. Nicht zuletzt daher gewinnt die Gestalt des Sonnenkönigs im Kürass ein brillantes Aussehen. Das Bildnis könnte auf den erfolgreichen »Mars« Bezug nehmen, der bekanntlich mit Hilfe seiner tüchtigen Generale gewaltige Reichsgebiete annektiert hatte. Der zugehörige, fein getriebene Goldrahmen mit blau emailliertem Saum belegt rückseitig, dass die Miniatur ursprünglich in die Deckeloberfläche einer kostbaren Dose montiert war. Es könnte sich dabei um eine damals sehr beliebte Form des Staatsgeschenks gehandelt haben.| Prestel-Museumsführer - Gemäldegalerie Berlin, 2017 ____________________________________________ Louis XIV appointed Petitot, the outstanding enamel painter of the time, to be court medal-maker in Versailles in about 1650. The artist was persecuted for his Protestant faith after revocation of the Edict of Nantes in 1685, and returned home to Geneva in 1687. The paint was meticulously dabbed on to the thin (single colour) enamel support before melting, which is one of the main reasons for the brilliant appearance of the king in his cuirass. The portrait could be a reference to the successful “Mars”, who was well known to have conquered massive areas of the Empire with his capable generals. The finely chased gold frame with a blue enamelled edge shows that the miniature must have originally been mounted in the top of the lid of a valuable box. This could have been a state gift, of a kind that was very popular at the time.| Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2017
Selbstbildnis
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Es handelt sich hier um den Vater und strengen Lehrer des Anton Raphael Mengs (Vergleich Kat.Nr. 1986). Ismael Mengs war Hofmaler in Dresden, wo er seit 1714 lebte.
Bildnis eines Knaben
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Der Augsburger Kupferstecher und Garphikverleger Johann Walch erhielt seine künstlerische Ausbildung in Genf und an der Wiener Akademie. Vermutlich stammt das schöne Berliner Knabenbildnis von seiner Hand.
Der Maler und Ingenieur Johann Sigismund Ebert (?-1727)
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Der Dargestellte soll sehr gerne auf kleinen Kupfertafeln gemalt haben. Seine Hauptleistung war allerdings die Einrichtung einer Wasserleitung im Berliner Schloss.
Bildnis einer Frau
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Der Wiener Joseph Brecheisen war sowohl Hofmaler in Kopenhagen als auch in Dresden. Seit 1765 fungierte er auch als Vorsteher der Porzellanmanufaktur Meissen. Kurz zuvor schuf Brecheisen die Miniatur in seiner Heimatstadt Wien. SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. auf der Rückseite: J: Brecheisen: f.: / Wienn: 1764
Bildnis eines Mannes
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Komposition und Stil dieser qualitätvollen Miniatur sind an der repräsentativen zeitgenössischen Bildnismalerei orientiert.
Bildnis eines Mannes
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Der Dargestellte ist durch Allongeperücke und Kragen aus venezianischer Reliefspitze als Aristokrat ausgewiesen. Vorstellbar ist es, dass er zum Hof des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz in Düsseldorf gehörte.
Lasset die Kindlein zu mir kommen
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Der Nürnberger Künstler schuf 1612/ 1613 für Erzherzog Leopold V. von Österreich (1586 - 1633) eine Illustration von Markus (NT) 10, 13 - 16 „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Himmelreich“. Das in Rom entstandene Blatt zeigt einen Bühnenraum dessen Requisiten ihre Existenz Johann Königs Erfahrung von historisch bedeutender Architekturdichte zu danken ist. Eine nur schwer zählbare Menge von Figurinen füllt den Mittelraum, der Vordergrund besteht aus einem kleinteiligen Fliesenboden. Ein kräftig leuchtendes Kolorit bestimmt das in sauberster Feinmalerei komponierte Bild. Im Jahre 1617 kam es als Dedikation des erwähnten Erzherzogs zum seit 1606 regierenden Herzog Philipp II. von Pommern-Stettin. Es wurde Bestandteil des 1612 geplanten „Album Philippicum“, einem Stammbuch aus losen Pergamentblättern mit Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament sowie auf dasselbe Material gemalte Wappen in einheitlichem Format (etwa 20 x 15 cm) mit handschriftlich ausgeführten Devisen von fürstlichen Dedikatoren. Der Augsburger Patrizier Philipp Hainhofer, seit 1617 Rat und Kunstagent des pommerschen Herzogs, sorgte durch Vermittlung von geeigneten Künstlern für ein Gelingen auf hohem Niveau. Der Tod des Herzogs verhinderte jedoch den ambitionierten Plan, der auch vorsah, das der Erinnerung und dem Studium der Malerei gewidmete Stammbuch in Gold zu binden. SIGNATUR / INSCHRIFT: Rechts unten auf der Stufe: Joan: König Fecit Romae. Auf der Rückseite ein Zettel: Johann König fecit Roma 1654
Philippine Charlotte (1716-1801), verwitwete Herzogin von Braunschweig-Wolfenbüttel
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Die Dargestellte, seit 1733 mit Carl I. (1713 - 1780), Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel, vermählt, war eine Tochter des preußischen Königspaares Friedrich Wilhelm I. (1688 - 1740) und Sophie Dorothea (1687 - 1757). Philippine Charlotte war auch die Mutter der Anna-Amalia (1739 - 1807), Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, der Gründerin des sog. "Weimarer Musenhofes". Die Miniatur kann nicht vor dem 26. März 1780 entstanden, denn seit dem Tod ihres Gemahls zeigte sich Philipine Charlotte nur noch mit dem Witwenschleier.
Lady Henrietta Antonia Herbert (1758-1830)
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Die Dargestellte war die Tochter des 1. Earls of Powis und Schwester des 2. (letzten) Earls of Powis (ältere Linie). Sie heiratete am 7. Mai des Jahres 1784 Edward, Lord Clive, 1. Earls of Powis (neue Linie). Dieser war ein Sohn des berühmten Eroberers von Indien, Lord Clive of Plassey (Clive of India). Die Miniatur – ein Dosendeckel – orientiert sich an dem Dreiviertelfigurbildnis (Öl auf Leinwand, 135 x 108,4 cm) der Lady Herbert von Sir Joshua Reynolds von 1777/ 1778 auf Powis Castle, Welshpool, The National Trust. William Russel Birch war ein bedeutender Kopist der Gemälde von Reynolds. In den 1790er Jahren hielt sich Birch im amerikanischen Philadelphia auf, wo er häufig das berühmte Porträt George Washingtons von Gilbert Stuart kopierte.
Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, gen. Türkenlouis
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Der Dargestellte (1655-1707), ein Sohn des Erbprinzen Ferdinand Maximilian von Baden und der Ludovica von Savoyen-Carignan, trägt einen Doppelkürass mit Brust- und Rückenstück aus gebläutem Stahl. Ludwig Wilhelm war Regent der Markgrafschaft Baden-Baden und Kaiserlicher Generalleutnant. Am 19. August des Jahres 1691 erfocht er einen legendären Sieg in den Türkenkriegen, der ihm den Beinamen „Türkenlouis“ einbrachte. Die Miniatur orientiert sich im Detail an dem zeitgenössischen großformatigen Gemälde eines anonymen Malers im Schloss Favorite bei Rastatt.
Die Gräfinnen Elisabeth (1764-1806), Christiane (1765-1841) und Marie Karoline (1769-1800) Thun-Hohenstein-Klösterle
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Dem Vizedirektor der Wiener Kunstakademie verdanken wir dieses Gruppenbild. Wie Grazien schmiegen sich die Schwestern aneinander. Umschlungen sind sie von einer Rosengirlande. Diese Blume galt seit dem Altertum als Symbol der Liebe, Freude und Jugendfrische. Die Gräfinnen weihen eine Lilie - als Symbol der Reinheit und Schönheit ebenfalls seit der Antike bekannt - unten links auf dem mit "SACRE À L`AMITIÉ" bezeichneten Altar der Freundschaft. Damit wird auf ewig die Zuneigung der Schwestern beschworen, von denen zwei bereits einen Brautschleier tragen. Die Miniatur schuf Füger in Wien zu einer Zeit, als die Vermählungen der älteren Gräfinnen Elisabeth und Christiane bevorstanden. Die Komposition ist das bildkünstlerische Zeugnis eines modischen Freundschaftskultes. SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. links unten am Altar: SACRE A / L‘ AMITIE / peint par Füger 1788.
Bildnis einer Dame als Diana
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Die Dargestellte besitzt helles Inkarnat und gepudertes Haar. Geschmückt ist die Frisur von einem goldenen Diadem mit Rubin und einer darüber angebrachten goldenen Mondsichel. Dies ist ein dezentes Attribut der jungfräulichen Jagdgöttin Diana. Ein hellblaues Band, das über die Schulter gleitet, ergänzt den kostbaren Kopfschmuck. Mit dem rechten Arm hält Diana einen violetten Mantel, der droht, ihre Blöße freizugeben. Die so erzeugte Spannung von Unberührbarkeit und Koketterie sowie der abgewandte Blick der Göttin verleihen der klassizistisch kühlen Komposition einen intimen Charakter.
Bildnis eines älteren Mannes. 1717 und 1720 wohl zwischen
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Der aus Stockholm stammende Porträtmaler schuf auch vorzügliche Miniaturen. Die Emailmalerei lernte er in Paris bei seinem Landsmann Charles Boit. Die Berliner Miniatur entstand zu einer Zeit, als Meytens seinen künstlerischen Durchbruch am Hof des Herzogs Philipp II. von Orléans in Paris hatte. Aus diesem Zirkel stammt wohl auch der Porträtierte. SIGNATUR / INSCHRIFT: Auf der Rückseite: M. de. Meytens. / pinx.
Bildnis eines Herrn mit weißer Allongeperücke
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Die Miniatur ist die verkleinerte Kopie eines Porträts (?) in der Art des Hyacinthe Rigaud (1659 - 1743), das zum Eigentum der Berliner Gemäldegalerie (Kat.Nr. B.201) gehört.
Bildnis einer jungen Dame mit weißer Haube
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An der dreifach um den Hals gewickelten Goldkette befindet sich oberhalb der Büste der Dargestellten ein blau emailliertes Medaillon auf dem die legierten goldenen Initialen „I(J)O“ erkennbar sind. Die aus Brüssel stammende Malerin Latour war sowohl in der Heimatstadt als auch in Paris al Porträtistin und Miniaturmalerin tätig. Auch stach sie Kompositionen berühmter niederländischer Künstler des 17. Jahrhunderts in Kupfer. SIGNATUR / INSCHRIFT: Links über der Stuhllehne: La tour
Kurprinz Friedrich Christian von Sachsen (1722-1763) und Prinz von Polen
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Der Dargestellte war ein Sohn von Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen, seit 1733 als August III. auch König von Polen und Großherzog von Litauen (Vergleich Kat.Nr. M.116), und der Maria Josepha, Erzherzogin von Österreich. Der Kurprinz übernahm im Oktober 1763 – nach dem Tod des Vaters – die Regierung Sachsens. Schon im Dezember desselben Jahres starb er als ein Opfer der Blattern. Möglicherweise fand die Berliner Miniatur ursprünglich auf der Deckelinnenseite einer Tabatiere Verwendung (Vergleich Kat.Nr. M.116).
Bildnis eines Offiziers.
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Auf Grund der starken Beschädigung sind weder Qualität noch Ikonographie des Porträts souverän einschätzbar. Es stammt wohl von der Hand eines deutschen Miniaturmalers.
Bildnis einer Frau mit Flitterhaube
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Der Kopftracht zufolge könnte es sich hier um eine Nürnberger Bürgerin handeln.
Kaiser Leopold I.
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Es handelt sich hier nicht um ein verkleinertes Format von Kat.Nr. M.271, denn sowohl Augenpartien als auch das Spitzenjabot zeigen Unterschiede. Das Miniaturporträt des Kaisers (1640-1705) muss man sich von einer Diamantkapsel gerahmt vorstellen. Es handelte sich dabei um die kostbare Fassung eines Fürstenbildnisses, welche der Beschenkte zu festlichen Anlässen tragen konnte.
Eine Dame als Scaramuz
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Scaramuz ist eine komische Figur, die seit etwa 1680 auf dem italienischen Volkstheater (Commedia dell‘ Arte) erscheint. Es handelt sich dabei stets um einen in spanischer Tracht gekleideten, großsprecherischen Abenteurer aus Neapel. Rätselhaft bleibt daher, warum sich eine Frau in dieser Männerrolle schildern ließ. Außerdem trägt sie eine Laterne, die nicht zum Figurenbild des Scaramuz gehört. Der ironische Blick der Dargestellten könnte auch zusammen mit der Laterne als das Motiv des Menschsuchers gedeutet werden. Damit wäre eine hintergründige Beziehung zu dem kynischen Philosophen Diogenes von Sinope (412 v. Chr. – um 323 v. Chr.) hergestellt. Dieser Verächter der Kultur, ein von Bedürfnislosigkeit geprägter Weiser, lebte in Athen, wo er mit der Laterne auf dem belebten Markt vergeblich nach Menschen gesucht haben soll. Ein merkwürdige, von philosophischer Tiefe geprägte Komposition, welche den Verdacht nährt, dass es sich hier um kein Porträt, sondern um einen Typus handelt. Wer war der Initiator, wer der Adressat dieser kleinformatigen Botschaft?
Bildnis einer Dame
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Bei der Dargestellten könnte es sich um eine Württemberger Fürstin handeln.
Bildnis einer älteren Dame
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Der aus dem ostpreußischen Königsberg stammende Kupferstecher und Miniaturmaler Johann Michael Siegfried Lowe – ein Schüler des Daniel Nikolaus Chodowiecki – kam nach ausgedehnten Studienreisen im Jahre 1795 wieder nach Berlin. Dort begann Lowe ab 1805 eine Folge „Bildnisse jetztlebender Berliner Gelehrten mit ihren Selbstbiographien“ zu veröffentlichen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es sich bei dem Damenbildnis im Profil, das 1807 entstand, um das Porträt einer Berliner Persönlichkeit handelt. /Lowe ad viv. delin./ 1807
Alter Mann mit einem Knaben
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Der flämische Maler Michiel Sweerts wurde mit Genredarstellungen, Porträts und sogenannten Tronies, also porträtähnlichen Kopf- oder Charakterstudien, bekannt. Er führte ein unstetes Leben und war in Rom, Brüsssel, Amsterdam und Goa tätig. Von 1646 bis 1656 arbeitete er in Rom, wo unter anderem kleine Kabinettbilder mit alltäglichen Darstellungen der ärmeren, dörflichen Bevölkerung schuf. Zu dieser Gruppe zählt auch das Bild "Alter Mann mit Knaben". Die Halbfigur des alten Mannes ist bis an den Bildrand gerückt, der von einer Art Sims, auf dem der Alte vorgebeugt lehnt, abgeschlossen wird. Mit seiner geöffneten rechten Hand weist er aus dem Bild heraus. Sein Blick führt nach rechts am Betrachter vorbei. Im Hintergrund links ist die Figur eines stehenden Knaben zu erkennen, dessen Blick ebenfalls nach rechts geht. Der Alte trägt derbe, ärmliche Kleidung, die Sweerts erstaunlich detailliert wiedergegeben hat. Zu dem Bild gehört vermutlich ein Gegenstück mit der Darstellung einer alten Frau (Kat.Nr. M.19). Sweerts schuf mehrfach derartige Bilderpaare.
Alte Frau mit einem Mädchen
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Der flämische Maler Michiel Sweerts wurde mit Genredarstellungen, Porträts und sogenannten Tronies, also porträtähnlichen Kopf- oder Charakterstudien, bekannt. Er führte ein unstetes Leben und war in Rom, Brüsssel, Amsterdam und Goa tätig. Von 1646 bis 1656 arbeitete er in Rom, wo er unter anderem kleine Kabinettbilder mit alltäglichen Darstellungen der ärmeren, dörflichen Bevölkerung schuf. Zu dieser Gruppe zählt auch das Bild "Alte Frau mit Mädchen". Die Halbfigur der alten Frau ist dicht an den Bildrand gerückt und beherrscht so den Vordergrund der Darstellung. In ihrer Linken hält sie einen Kamm, in der Rechten, vom Bildrand angeschnitten, einen gerahmten Spiegel. Auffallend sind, im Gegensatz zu ihrer einfachen, ländlichen Kleidung, die Ohrringe, die sie trägt. Damit wird die sich schmückende und sich zurechtmachende Alte zum Sinnbild von Eitelkeit und Vergänglichkeit. Das kleine Mädchen im Hintergrund zeigt auf die Alte und lacht über deren unangemessene Eitelkeit. Zu dem Bild gehört vermutlich ein Gegenstück mit der Darstellung eines alten Mannes (Kat. M.605). Sweerts schuf mehrfach derartige Bilderpaare.
Kaiser Leopold I. (1640-1705)
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Der Dargestellte war der Sohn Kaiser Ferdinand III. (1608 - 1657) und der Infantin Maria Anna von Spanien (1606 - 1646). Leopold, ursprünglich für den geistlichen Stand bestimmt, wurde nach dem Tod seines älteren Bruders in den Jahren 1655/ 1656 König von Ungarn und Böhmen, 1658 erlangte er die Kaiserwürde. Er besaß eine hohe Bildung und eine hervorragende Musikalität. Mit der von ihm eingerichteten italienischen Oper beginnt die glänzende Tradition des Musiktheaters in Wien. Das Miniaturporträt zeigt den Kaiser mit ausladender Allongeperücke für die seit den 1670er Jahren die entsprechende Form des Kragens entwickelt wurde. Es handelte sich dabei venezianische Reliefspitze, deren vegetabile Musterstruktur Peter Boy d.Ä. hier mit großer Präzision wiedergab. Der Künstler hatte seit 1677 das Bürger- und Meisterrecht ("Meister in Gold") der Freien Reichsstadt Frankfurt/ Main.
Selbstbildnis
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Das streng ins Profil gesetzte Bildnis zeigt einen Künstler - in der Linken den Malstock - mit Blick auf ein Gemälde, das eine plastisch skizzierte aufrechte Figur, in einen Mantel gehüllt, erkennen lässt. Es könnte sich um ein Selbstbildnis handeln.