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Objekttyp: Moritatenbild
Moritatenrolle vom Leben des Feuer-Versicherungsagenten Gustav Huffnagel.
Museum Europäischer Kulturen
Rolle mit 14 gleichgroßen Bildsequenzen. Scherzmoritat anläßlich Huffnagels 1. Hochzeitstages. Die Maler und Dichter der Moritat sowie der beigefügten Verse dürften aus dem Freundeskreis des Jubilars stammen. Auf 14 Bildern werden Huffnagels wichtigste Lebensstationen nachgezeichnet und mit je einem Zweizeiler kommentiert. Die Darstellung folgt einer für die Mitte des 19. Jhs. typischen und sehr verbreiteten Form der Bild- und Ereignispräsentationen, wie sie auf Jahrmärkten und Straßen überall anzutreffen waren. Während im öffentlichen Raum vor allem Sensationen, Ereignisse und Katastrophen thematisiert wurden, nahm diese Moritaten-Glückwunsch-Geschichte den Lauf der privaten Geschehnisse ins Visier. Auf humoristische Art wurde der Jubilar mit seiner eigenen Lebensgeschichte konfrontiert.
Die Kinder des Kapitän Bêllmont
Museum Europäischer Kulturen
Rollbild. Oben und unten schwarzer Stahl. Dargestellt im oberen Streifen: Mutter misshandelt ihre Kinder im Keller. Mutter und Liebhaber setzen die Kinder im Wald aus. Unterer Streifen: Heimkehrender Vater findet Kinder in der Kapelle. Mittlerer Streifen: Vater verhindert durch Vorzeigen der Kinder erneute Eheschließung seiner Frau. Angabe des Malers von Becker. Jahrbuch für Heimatkunde des Kreises Oldenburg/Holstein 1965. Becker gibt an, Titel des Bildes von mir erneuert und verändert. Nach Pieske der ursprüngliche wohl: Grausame Verbrechen eines schrecklichen Weibes, oder Trauriges Schicksal des Kapitän Bellmont (Reiche Nr. 216). Becker hat es von einem schlesischen Schildersänger erworben. Die Bilder gingen in den miteinander verwandten Familien der Schildersänger von Hand zu Hand. 4 Moritatenbilder von Hölbing befinden sich im Kreismuseum Neustadt/Holstein.
Eine Hochzeit in dem Todtengewölbe oder Traurige Schicksale der Liebe!
Museum Europäischer Kulturen
Diese Moritat spielt in der Zeit der Freiheitskriege Italiens gegen Österreich und handelt von zwei Liebenden, die vom Stiefvater getrennt werden und schließlich wieder zueinander finden. Überschrift auf gelbem Grunde, schmaler schablonierter Ornamentstreifen. Bildaufteilung viermal je zwei Bilder übereinander. Aus der Slg. Stemmle.
Wie eine Stiefmutter an ihrem Kinde handelte.
Museum Europäischer Kulturen
Die Moritat erzählt von einer Stiefmutter, die ihr Kind steinigt und selbst zur Strafe gesteinigt wird. Nach der Lokalisierung der Moritat nach Holland sind die Frauen in holländische Tracht gekleidet. Maler unbekannt. Aus der Slg. Stemmle. Überschrift auf blauem Felde. Tafel von schmalem Ornamentstreifen umrandet. Bildaufteilung: oberes Drittel zwei, mittleres 1 und unteres wieder 2 Szenen. Einige Nähte und Flickstellen. Kleinere abgeplatzte Stellen.
Traurige Weihnachten oder die neun eingeschneiten Schulkinder.
Museum Europäischer Kulturen
Die Moritat berichtet vom Erfrierungstod von acht der neun Kinder einer deutschen Gemeinde in Rußland am Vorabend von Weihnachten. Aus der Slg. Becker. Überschrift auf gelbem Feld. Ringsum schablonierter schmaler Ornamentstreifen. Bildaufteilung, oben und unten 2, Mitte 1.
Die Heldenthaten eines jungen Mädchens bei der Erstürmung Richmonds.
Museum Europäischer Kulturen
Oben schmales gelbes Schriftfeld, um die ganze Tafel schmaler Ornamentstreifen, schabloniert. Im oberen Drittel 2, im mittleren 1 und im unteren wieder 2 Bilder. Beschreibung vorhanden. Richmond, Hauptstadt von Virginia. Nach der dreitägigen Schlacht fiel es am 3. April 1865 in die Hände der Unionsarmee, wodurch der Krieg zwischen Nord- und Südstaaten praktisch beendet wurde.
Traurige Folgen des Aberglauben oder Lynchjustiz in Ungarn im Dorfe Gaborian.
Museum Europäischer Kulturen
Bild zum Aufrollen, oben und unten etwas vorstehender Rollstab. Oben ausführliche Überschrift, die sich nicht ergänzen läßt, schmales, hohes Mittelbild, daneben je 3 kleine Seitenbilder, unten 2 größere Bilder. Beschreibung vorhanden. Die Tafel stammt aus dem Besitz des bayrischen Bänkelsängers Karl Zettl, R.A. Stemmle erwarb sie von Zettl. Aus dem schriftlichen Nachlass R. A. Stemmle läßt sich vielleicht Überschrift ergänzen, die vorhandene Beschreibung genügt dazu nicht. Bildaufteilung wie bei 32 N 10.
...(Brand)...,bei welchen 6 Personen in den Flammen umkamen ihren Tod fanden und 3 Personen schwere Verletzungen erlitten.
Museum Europäischer Kulturen
Vom blauen Schriftfeld feht die oberste Zeile. Die nicht umrandete Tafel ist in 1 hohes schmales Mittelbild, je 3 Seitenbilder und schließlich unten 2 Szenen aufgeteilt. Im oberen Teil kleinere Fehlstellen, siehe Foto. Bildaufteilung wie bei 32 N 7.
Das Wiederfinden zweier Liebende (!) auf dem Schlachtfelde von Larissa
Museum Europäischer Kulturen
Schmaler Ornamentstreifen. Oben Schriftfeld mit obiger Überschrift. Im oberen Drittel 2, in der Mitte ein und unten wieder 2 Bilder. Die Ereignisse könnten sich im Befreiungskampf der Griechen gegen die Türken um 1830 abgespielt haben. Im Text ist das Geschehen nicht genauer definiert. Wichtig ist nur die Liebesgeschichte, bei der zwei gegensätzliche türkische Brüder dasselbe Mädchen lieben. Die Geschichte findet am Traualtar einen glücklichen Ausgang. Um Larissa wurde in den 70er und 90er Jahren gekämpft. Eine Schlacht von Larissa nicht besonders erwähnt. Nach Uniformen wohl eher um 1778. Vgl. R. A. Stemmle, Herzeleid auf Leinewand. München: Bruckmann 1962, S. 48ff.