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Objekttyp: Mumienportrait
Mumienmaske einer Frau
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Zum Schutz und zur Individualisierung des Leichnams wurden Mumien schon in pharaonischer Zeit mit Kartonagen umhüllt, die den ganzen Körper bedecken konnten. Diese Tradition wurde in die ptolemäisch-römische Zeit übertragen, wobei sich insbesondere Haartracht und Kleidung der vorherrschenden Mode anpassten. Aber auch die Ausgestaltung der Gesichtsmerkmale unterlag zeitlichen und regionalen Präferenzen, wie dieser Kopfbereich einer ehemals vollständigen Mumienhülle einer Frau zeigt – ebenso wie das männliche Pendant (ÄM 13608). Die großen Augen sind auffällig mit breiten schwarzen und schmalen roten Linien umrandet. Das Farbschema wiederholt sich auch bei den Augenbrauen, und das gesamte, sehr hellhäutige Gesicht ist ebenfalls von einem roten Farbband gerahmt. An den nur schematisch angedeuteten Ohren hängen vergoldete Ohrringe, die filigrane Schmuckstücke zum Vorbild hatten, hier aber eher grob gestaltet sind. Um Nase und Mundwinkel verlaufen dünne, in Schnörkeln endende rote Linien. Das Gesicht ist glatt, so dass die Augenbrauen, die scharfkantige Nase und die vollen Lippen plastisch hervortreten. Besonders auffällig ist die Kinnpartie, die aufgrund einer senkrechten Mulde in der Mitte in zwei kleine Erhebungen getrennt ist. Diese werden optisch durch jeweils einen roten Punkt und eine herzförmige Umrahmung besonders betont. Dominiert wird die gesamte Erscheinung durch die wuchtige rote Kopfbedeckung. Über den unteren glatten Teil erhebt sich ein in der Realität wahrscheinlich aus Wolle und Textilfasern gefertigter Haarreif oder ein Haarnetz mit zwei gedrehten schwarzen Kordeln. Diese Tracht findet man in ptolemäisch-römischer Zeit in der für ihre Textilproduktion berühmten Region von Achmīm. Durch dort gefundene Mumienkartonagen ist die auffällige Gesichtsbemalung gut belegt, so dass auch dieses Objekt trotz des fehlenden Grabungskontextes relativ sicher in den Achmīmer Raum verortet werden kann. (Olivia Zorn)