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Objekttyp: Nischen-Teppich (Knüpfteppich)
Museum für Islamische Kunst
Nischen-Teppich mit Wolkenbandmuster. Das Mittelfeld ist dunkelblau; eine schmale weiße Ranke bildet eine dreiteilige Giebelform. Das Feld ist mit roten Wolkenbändern, Lotusblüten, hängenden rautenförmigen Medaillons und einer stilisierten Pflanze mit langen Zweigen gefüllt. Die roten Zwickel zeigen geometrisch stilisierte Ranken mit Blattformen und Einrollungen, die wie Fabeltiere erscheinen. In der unteren Teppichhälfte bildet ein hellblaues, mit eingerollten Voluten besetztes Wolkenband ein „Schlüsselloch“ in dem roten Teppichfeld, wie es bei einer größeren Gruppe von Nischen-Teppichen vorkommt. Das Innere des Wolkenbogens ist mit einer großen Palmettblüte und dunklen Ranken gefüllt. Eine der schmalen Nebenbordüren ist mit einer blauen Ranke auf auberginefarbenem Grund, die andere mit einer verschiedenfarbigen Blütenranke auf rotem Grund besetzt. Den Teppich hatte Wilhelm von Bode 1871 für den befreundeten Wiener Maler Heinrich von Angeli in Venedig erworben. Dieser sowie einige seiner Schüler verwendeten ihn mehrfach für Portraits und Interieurs, so auch für ein Portrait der Kaiserin Elisabeth, „Sisi“. Nach Angelis Tod kaufte Bode den Teppich zurück, um ihn dem neugegründeten Museum für Islamische Kunst zu schenken.
Museum für Islamische Kunst
Osmanischer Nischen-Teppich. Die rotgrundige Nische schließt oben mit einem hufeisenförmig geschwungenen Bogen ab, der auf zwei schmalen, mit Rauten verzierten Säulen ruht. Die Säulenbasen sind dreidimensional wiedergegeben, die Kapitelle erinnern an korinthische Formen. Die hellgrünen Zwickel sind mit geschwungenen Blütenstauden gefüllt, wie sie auch als Fliesendekor bei osmanischen Gebetsnischen erscheinen. Die helle Bordüre ist mit einer Wellenranke verziert, die mit zahlreichen zarten Blüten und Lanzettblättern besetzt ist. Es lassen sich Nelken, Tulpen, Rosen, Päonien und Hyazinthen identifizieren. Die Hauptbordüre wird von zwei Mitläuferstreifen mit Rosettendekor eingefasst. Der Teppich ist aus mehr als 15 Fragmenten zusammengesetzt; er weist zahlreiche Gebrauchsspuren auf, allerdings keine, die spezifisch für einen Gebetsteppich wären. Das kostbare Grundgewebe (Seide), die qualitätsvolle Entwurfszeichnung und deren Ausführung weisen darauf hin, dass es sich bei diesem Nischen-Teppich um ein Erzeugnis einer osmanischen Hofmanufaktur handelt.
Museum für Islamische Kunst
Mamlukischer Nischen-Teppich. Die rotgrundige Nische ist in einen weiß konturierten rechteckigen Rahmen eingefügt. Unten ragt ein Oktogon in der Art der „Schlüsselloch-Teppiche“ (vgl. 1887,1368 und I. 6930) in das Feld. Darüber wächst eine Staude mit symmetrisch angeordneten Zweigen und den für die mamlukische Zeit charakteristischen Schirmblättern. In ihrem Zentrum steht ein bauchiger Krug. Sie schließt oben mit einem geschwungenen, ebenfalls weiß konturierten Bogen ab, der von blaugrünen Zwickelfeldern begleitet wird, in denen Ranken und zwei mit Rosetten gefüllte Oktogone erscheinen. Darüber folgt ein rechteckiges Feld mit alternierenden Zypressen und Palmen. Zwei breite Bordüren umschließen das Mittelfeld: Zunächst folgen innen wechselständige gelbe Wolkenbänder auf rotem Grund. Die äußere Bordüre ist mit einer Knotenbandranke verziert, in die blütenbesetzte Gabelblattranken eingefügt sind. Die Hauptbordüren werden von Mitläuferstreifen mit weißem Rankendekor eingefasst. Die qualitätsvolle Entwurfszeichnung und deren Ausführung weisen darauf hin, dass es sich bei diesem Nischen-Teppich um ein Erzeugnis einer hochrangigen Werkstatt oder Hofmanufaktur handelt.
Museum für Islamische Kunst
Nischen-Teppich. Die blaugrundige Nische schließt oben mit einer mehrfach abgetreppten Spitze ab, die auf zwei schmalen, mit Rosetten verzierten Säulen ruht, während die Säulenbasen als stilisierte Palmetten wiedergegeben sind. In der Spitze der Nische erscheint eine medaillonartige Blütenstaude. Die rotgrundigen Zwickel sind mit Blütenreihen in blau und weiß gefüllt. Darüber schließt ein Streifen mit stilisierten roten Wolkenbändern auf dunkelblauem Grund an. Die Hauptbordüre ist umlaufend mit Blütenstauden besetzt, die alle in Richtung der Nische ausgerichtet sind. Die Hauptbordüre wird von zwei Nebenbordüren mit einfachem Rosettendekor eingefasst. Der fein gearbeitete Teppich wird der westanatolischen Stadt Gördes zugeordnet.
Museum für Islamische Kunst
Vollständig erhaltener Gebetsteppich. Das grüne Gebetsfeld wird von einem geschwungenen Bogen bekrönt, der von Blütenranken auf gelbem Grund umgeben ist. Die breite Bordüre zeigt Ranken aus Rosetten und Palmettblüten jeweils über zwei Lanzettblättern, umgeben von stilisierten Hyazinthen, Nelken und Tulpen. Rosetten, Palmetten und Blumen sind blau, gelblich, weißlich und grün auf rotem Grund wiedergegeben. Über der mittleren Rosette der Bordüre oben sind zwei kleine weiße Felder eingearbeitet, das rechte davon im Stil einer Tabula ansata, einer antiken Inschriftentafel. Die schwer zu deutenden Inschriftenreste wurden als Datum entziffert: 1019H/1610-11. Ob dieses Datum das tatsächliche Herstellungsjahr wiedergibt, ist umstritten. Auch eine wesentlich jüngere Datierung ins 19. Jahrhundert wurde in Erwägung gezogen.
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Anatolischer Nischen-Teppich aus dem Gebiet von Uschak. Auf dem leuchtend roten Mittelfeld liegt ein schmales blaues Band, besetzt mit einer Wellenranke und stilisierten Blüten, das die Nischenform angibt. An der unteren Schmalseite bildet das Band ein Oktogon in der Form eines Schlüssellochs; an der oberen Schmalseite formt es den Nischengiebel. Von diesem hängt eine stilisierte Moscheeampel in gelb und blau herunter, die stark ergänzt ist. Die Mitte der Nische nimmt ein blaues Medaillon ein, das mit Blüten und Ranken gefüllt ist. Es wurde als Wasserbecken gedeutet und könnte ebenso auf die rituellen Waschungen vor dem Gebet hinweisen wie auf einen Paradiesgarten. Zudem sind auf dem roten Mittelfeld acht längliche, diagonal angeordnete Blüten mit Knospen verteilt. Die Hauptbordüre ist mit einem weißen Flechtband besetzt, das Pseudoschrift im Kufi-Duktus auf grünem Grund wiedergibt. Sie wird von zwei schmalen Nebenbordüren mit gelben und roten S-förmigen Ornamenten eingefasst sowie von zwei gelben Mitläuferstreifen. Bemerkenswert ist, dass der Teppich „von oben“, also von der Nischenspitze her geknüpft wurde. Teppiche dieser Art werden auf Grund des charakteristischen unteren Feldabschlusses auch als Schlüsselloch-Teppiche bezeichnet. Da der Renaissance-Maler Giovanni Bellini mehrfach solche Teppiche in seinen Gemälden wiedergegeben hat, findet sich auch die Bezeichnung Bellini-Teppich.
Museum für Islamische Kunst
Vollständiger Knüpfteppich mit einer Doppelnische. Im hellen Mittelfeld bilden zwei spitze Giebel eine Doppelnische. Die Mittelachse ist durch eine Raute mit zwei schildförmigen Anhängern betont. Die umgebenden grünen Zwickel sind mit symmetrischen Blüten- und Blattranken bedeckt. Die Hauptbordüre zeigt gegenständige Rosett- und Palmettblüten zwischen schräg gestellten schlanken Blättern. Auf beiden Seiten wird die Bordüre von je drei Mitläuferstreifen eingefasst, die kleine Rosetten auf weißem Grund und eine einfache Ranke auf rotem Grund zeigen. Der Teppich soll aus der westtürkischen Stadt Bandırma stammen.
Museum für Islamische Kunst
Fast vollständig erhaltener Nischen-Teppich. Auf rotem Grund liegt eine weiß konturierte Doppelnische mit spitzen Giebeln aus eingerollten Haken und gefüllt mit zwei girlandenartigen Blütenbändern. Die Hauptbordüre zeigt eine Wellenranke mit winzigen Blättchen auf hellblauem Grund. Sie wird von mehreren Nebenbordüren und Mitläuferstreifen eingefasst. Diese zeigen kleine Stauden sowie Ranken und Wellenbänder. Der Teppich wird der westanatolischen Stadt Kula zugeordnet; charakteristisch sind die zarten Blau-, Grün- und Beigetöne.
Museum für Islamische Kunst
Vollständiger Nischen-Teppich. Ein schmales grüngrundiges Rechteck mit einem abgetreppten Nischengiebel bildet das Mittelfeld. Es ist mit einem mehrteiligen Blütenmedaillon gefüllt, über dem eine Moscheeampel (?) hängt. Das Zwickelfeld ist mit Nelkenformen und breiten Lanzettblättern gefüllt, die Querbänder mit einfachen Wolkenbändern. Die Hauptbordüre besteht aus sieben schmalen Streifen, in denen abwechselnd rote Blumen auf weißem Grund bzw. weiße Blumen auf rotem Grund übereinander angeordnet sind. Die Nebenbordüren zeigen eine umlaufende Blattranke innen sowie aneinandergereihte Oktogone außen. Der Teppich wird der westanatolischen Stadt Gördes zugeordnet.
Museum für Islamische Kunst
Fast vollständig erhaltener Nischen-Teppich. Auf beigem Grund liegt eine weiß konturierte Doppelnische mit abgetreppten Giebeln und gefüllt mit zwei Bändern aus weißen, hellblauen und hellgrünen Blüten. Die schmale Hauptbordüre mit geometrischem Muster auf hellblauem Grund wird von mehreren Nebenbordüren und Mitläuferstreifen eingefasst. Diese zeigen kleine Stauden sowie Ranken und einfache Wellenbänder. Der Teppich wird der westanatolischen Stadt Kula zugeordnet; charakteristisch sind die zarten Blau-, Grün- und Beigetöne.