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Objekttyp: Pendant
Der Sommer
Gemäldegalerie
Der gebürtige Prager Norbert Joseph Karl Grund war auch in Wien tätig. Seit 1752 war er Mitglied der Malergilde auf der Prager Kleinseite, ab 1753 ihr „Principal“ als Landschaftsmaler. Der produktive Künstler ließ viele seiner Arbeiten auf der Leipziger Messe verkaufen. Die souverän aus der Farbe heraus gestaltete kleine Berliner Komposition beeindruckt durch ihre Vitalität. Schaukelnd scheint Pierrot eine heitere Konversation mit zwei lagernden Damen zu führen. Dabei ein ruhender Hund, seit alters wird das Tier als Symbol der Treue gedeutet, mag hier hintergründig ironisch auf eine unkonventionelle Geselligkeit zielen. Landschaft und Architektur erinnern an die modische Watteau-Nachfolge im 18. Jahrhundert (Vergleich z.B. Kat.Nr. 474). Vom Prager Stecher Johann Balzer (1710-1799) sind 228 Blätter bekannt, die Grunds Arbeiten dokumentieren. Basierend auf der Feinmalerei des Franz de Paula Ferg (1689 – 1740) schuf Grund heiter intime Kabinettkunst. Die mehrheitlich etwa handgroßen Formate ermöglichten einem Abnehmerkreis aus Bürgertum, Kleinadel und klösterlichen Sammlungen die Einrichtung von Miniaturgalerien. Vergleich auch Kat.Nr.1895 (Grund).
Der Winter
Gemäldegalerie
Der gebürtige Prager Norbert Joseph Karl Grund war auch in Wien tätig. Seit 1752 ist er Mitglied der Malergilde auf der Prager Kleinseite, ab 1753 ihr „Principal“ als Landschaftsmaler. Der produktive Künstler ließ viele seiner Arbeiten auf der Leipziger Messe verkaufen. Die souverän aus der Farbe heraus gestaltete kleine Berliner Komposition beeindruckt durch ihre Vitalität. Eine Gruppe von Eisläufern, angeführt von einem Harlekin, laufen in Begleitung eines Hundes über einen zugefrorenen See. Landschaft und Architektur erinnern an die modische Watteau-Nachfolge im 18. Jahrhundert (Vergleich z.B. Kat.Nr. 474). Vom Prager Stecher Johann Balzer (1710-1799) sind 228 Blätter bekannt, die Grunds Arbeiten dokumentieren. Basierend auf der Feinmalerei des Franz de Paula Ferg (1689 – 1740) schuf Grund heiter intime Kabinettkunst. Die mehrheitlich etwa handgroßen Formate ermöglichten einem Abnehmerkreis aus Bürgertum, Kleinadel und klösterlichen Sammlungen die Einrichtung von Miniaturgalerien. Vergleich auch Kat.Nr.1894 (Grund).
Herzog Ernst II. Ludwig von Sachsen-Gotha und Altenburg (1745-1804)
Gemäldegalerie
Der Dargestellte galt als einer der vorzüglichsten Fürsten seiner Zeit. Nach gründlichen staatwissenschaftlichen Studien unternahm er in den Jahren 1767 bis 1769 mit Unterbrechungen Bildungsreisen nach England, Frankreich und Holland. 1772 übernahm er als Ernst II. die Regierung seines Thüringer Herzogtums. Um mit der Kapitale der damaligen Welt in Verbindung zu bleiben, beauftragte er seinen Pariser Residenten, Baron Friedrich Melchior Grimm, ihn stets ausführlich über die dortigen kulturellen Neuigkeiten schriftlich zu informieren. Ernst II. gründete das Gothaer Hoftheater und engagierte den damals bedeutendsten deutschen Schauspieler Conrad Ekhof. Der Herzog verschönerte Gotha durch die Anlage von Parks und Schleifung der Festungswerke des Friedensteins. Das wohl aus Anlass seiner Verlobung mit der Prinzessin Marie Charlotte Amalie von Sachsen-Meinigen (Vergleich Kat.Nr. 1880) fertiggestellte Porträt beeindruckt durch das legere Sitzmotiv sowie den Versuch, den Landschaftsfond als psychologischen Resonanzraum des Erbprinzen zu gestalten. Er trägt eine schlichte, aber hochmodische englische Garderobe, die ab 1774 als sog. „Werthertracht“ generell Berühmtheit erlangen sollte. Die Komposition gründet auf Johann Georg Ziesenis Kenntnis der zeitgenössischen englischen Malerei. SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. auf der Rückseite: J.G. Ziesenis / pinxit 1768.
Herzogin Maria Charlotte Amalie von Sachsen-Gotha und Altenburg (1751-1827)
Gemäldegalerie
Die dargestellte Tochter des Herzogs Anton Ulrich von Meinigen vermählte sich 1769 mit dem Erbprinzen Ernst Ludwig von Sachsen zu Gotha-Altenburg (Vergleich Kat.Nr. 1879). Sie sitzt mit einem mehrfach spitzengesäumten rosafarbenen Kleid und schwarzem Kapuzenumhang bekleidet vor einem schwenkbaren Stickrahmen. Eine höchst intime, ja bürgerliche Atmosphäre, die jegliche Schilderung fürstlicher Repräsentanz angenehm vermissen lässt. SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. auf der Rückseite: J.G. Ziesenis / pinxit 1768.
Hohlspiegelobjekt, konvex
Neue Nationalgalerie
Luthers „Hohlspiegelobjekte“ bestehen jeweils aus 81 identischen, leicht konvex oder konkav gewölbten Spiegeln, die in regelmäßigen Abständen auf schwarzem Hintergrund angebracht sind. Steht man vor einem der Objekte, sieht man sich selbst und den Raum 81-mal. Die Ansichten unterliegen einem ständigen Wandel: Das Spiegelbild erscheint mal weiter links oder weiter rechts, mal nach oben oder nach unten verschoben, je nach Blickwinkel. Im konvexen Spiegel erscheint die Reflexion richtig herum, im konkaven auf dem Kopf. Der gespiegelte Raum wirkt leicht verzerrt – und doch ist jede Reflexion auf ihre Weise so objektiv wie jede andere. Luther hatte sich nach ersten autodidaktischen Versuchen im Zeichnen und mit Aquarell- und Ölmalerei dazu entschlossen, nicht nur seinen Beruf als Richter zugunsten der künstlerischen Tätigkeit aufzugeben, sondern auch mit dem künstlerischen Material zu experimentieren. Sein Schaffen kreist um Licht und Raum als Material, das er mit seinen Objekten einzufangen und sichtbar werden zu lassen versuchte. Mit reduzierten Mitteln schuf er komplexe Wahrnehmungserfahrungen. Die Tatsache, dass Licht Eigenschaften von Teilchen und Wellen aufweist, faszinierte ihn und regte ihn insbesondere zu Experimenten mit Spiegelungen und Beugungen des Lichts an. Es sollte nicht nur andere Objekte beleuchten, sondern für sich erscheinen. Hierbei sind die Spiegel und Gläser, mit denen Luther Licht einfangen und ihm Gestalt geben wollte, um wiederum den Raum zu verändern, mal rund, mal rechteckig, symmetrisch oder asymmetrisch montiert. | Emily Joyce Evans
Hohlspiegelobjekt, konkav
Neue Nationalgalerie
Luthers „Hohlspiegelobjekte“ bestehen jeweils aus 81 identischen, leicht konvex oder konkav gewölbten Spiegeln, die in regelmäßigen Abständen auf schwarzem Hintergrund angebracht sind. Steht man vor einem der Objekte, sieht man sich selbst und den Raum 81-mal. Die Ansichten unterliegen einem ständigen Wandel: Das Spiegelbild erscheint mal weiter links oder weiter rechts, mal nach oben oder nach unten verschoben, je nach Blickwinkel. Im konvexen Spiegel erscheint die Reflexion richtig herum, im konkaven auf dem Kopf. Der gespiegelte Raum wirkt leicht verzerrt – und doch ist jede Reflexion auf ihre Weise so objektiv wie jede andere. Luther hatte sich nach ersten autodidaktischen Versuchen im Zeichnen und mit Aquarell- und Ölmalerei dazu entschlossen, nicht nur seinen Beruf als Richter zugunsten der künstlerischen Tätigkeit aufzugeben, sondern auch mit dem künstlerischen Material zu experimentieren. Sein Schaffen kreist um Licht und Raum als Material, das er mit seinen Objekten einzufangen und sichtbar werden zu lassen versuchte. Mit reduzierten Mitteln schuf er komplexe Wahrnehmungserfahrungen. Die Tatsache, dass Licht Eigenschaften von Teilchen und Wellen aufweist, faszinierte ihn und regte ihn insbesondere zu Experimenten mit Spiegelungen und Beugungen des Lichts an. Es sollte nicht nur andere Objekte beleuchten, sondern für sich erscheinen. Hierbei sind die Spiegel und Gläser, mit denen Luther Licht einfangen und ihm Gestalt geben wollte, um wiederum den Raum zu verändern, mal rund, mal rechteckig, symmetrisch oder asymmetrisch montiert. | Emily Joyce Evans