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Objekttyp: Pilgerzeichen
Fragment eines als Andachtsbild genutzten Pilgerzeichens mit Darstellung der Hl. Barbara
Kunstgewerbemuseum
Gitterguss, ohne Rahmung. Die frontal stehende hl. Barbara mit schraffiertem Nimbus hält in ihrer Linken einen Palmwedel der über die Schulter hinausragt und in der Rechten ein geschlossenes Buch. Links steht, fast körperhoch dargestellt, der attributive Turm. Der Kopf der Heiligen ist abgebrochen aber erhalten. Ein schmaler Fuß unterhalb der Standfläche ist in Verlust geraten. Aus diesem Detail, dem bei einem ähnlichen Exemplar im Uměleckoprůmyslové museum [Kunstgewerbemuseum] Prag (Inv. Nr. 3-5706) noch erhaltenen Ständer, kann auf die Funktion der Heiligendarstellung als miniaturhaft kleines Andachtsbild geschlossen werden. LL
Erzengel Michael
Kunstgewerbemuseum
Flachguss, mit runder Öse an der Rückseite. Das runde Bildfeld ist von einem, mit einer einfachen Linie und einem tordierten Draht gerahmten Würfelaugenfries umgeben, dem sich außen eine Bogenreihe anschließt. Dargestellt ist der Erzengel Michael in Rüstung mit ausgebreiteten, erhobenen Flügeln, deren Spitzen über den Bildrahmen ragen. Sein Haupt ist von kinnlangem Haar umgeben. Der rechte Arm hält ein Schwert über den Kopf. Der linke Arm ist leicht angewinkelt nach unten gesenkt. Auf dem Unterarm erscheint ein kleines, rundes Schild. Am Boden hinter dem Engel liegt ein Dämon. Sein Haupt mit drei leicht gebogenen Hörnern und spitzen Ohren blickt zur Rechten des Engels frontal aus dem Bildfeld. Der Körper ist hinter dem Erzengel und als unregelmäßige, gepunktete Struktur dargestellt. Hinter dem linken Bein des Engels sind die Füße des Teufels zu sehen, die je zwei große Krallen tragen. HK
Thronende Maria mit Kind
Kunstgewerbemuseum
Gitterguss, ohne Rahmung. Auf einer stramingemusterten Fußleiste thront Maria frontal im langen, über die Knie bis zum Boden reichenden Gewand. Ihr rechter Arm und der Kopf sind abgebrochen. Links neben ihr steht auf der Thronbank der Jesusknabe im langen Gewand und wird vom linken Arm der Madonna umfasst. Sein Kopf und der untere Teil seines linken Armes sind verloren. Auf der Rückseite befindet sich eine umgeknickte Nadel mit Arretierung. HK
Erzengel Michael
Kunstgewerbemuseum
Flachguss, muschelförmig, ursprünglich eine Öse oben. Auf einer Jacobsmuschel, deren Segmente abwechselnd mit und ohne Straminmusterung dargestellt sind, erscheint der Erzengel Michael. Er steht frontal mit ausgebreiteten Flügeln, deren Spitzen bis auf den Standgrund reichen. Dieser wird von einem auf dem Rücken liegenden Drachen gebildet. Die Spitze des linken Engelflügels stößt an die Schnauze, der hintere Teil geht nahtlos in den rechten Flügel des Erzengels über. Schräg vor dem Körper hält Michael die Lanze, die er dem Drachen in das geöffnete Maul stößt. Das Stück ist im Bereich der Öse ausgebrochen. HK
Miniaturschwertscheide
Kunstgewerbemuseum
Guss in Form einer Schwertscheide. Die Schwertscheide ist durch ein stilisiertes Gehänge geschmückt. Dieses läuft als Perlstabband im Zickzack über das Objekt. Zusätzlich ist es durch Perlstäbe gegliedert, die Zwischenräume sind mit floralen Ranken gefüllt. Im oberen seitlichen Bereich wird die Scheide von einer Löwenmaske in einem Rundschild geschmückt. Die Rückseite ist stramingemustert und zeigt Reste von einer Nadel und der Nadelrast. Das Pilgerzeichen ist als Nachbildung des Reliquienschwertes des Erzengels Michael zu verstehen, das in der Abteikirche auf dem Mont-Saint-Michel gezeigt wurde. HK
Kreuzigung Christi
Kunstgewerbemuseum
Flachguss, hochrechteckig. Das hochrechteckige Bildfeld wird von einer Architektur gerahmt. Den unteren Rand bildet eine Arkade aus fünf auf schmalen Säulen ruhenden Bögen. Rechts wird das Bildfeld von einem Perlstab begrenzt. Dies war sicher auch auf der anderen Seite der Fall, das Objekt ist dort aber auf der ganzen Länge beschädigt. Oben erscheint eine stramingemusterte Dacharchitektur mit Ansätzen von Giebelelementen und links den fragmentarischen Resten einer Figur. Letztere war ursprünglich sicher auch auf der anderen Seite dargestellt. Das Objekt ist auch in diesem Bereich stark ausgebrochen. Links oben können Reste einer Öse vermutet werden. Auf einer Horizontallinie, wenig oberhalb der Arkaden stehend, ist eine Kreuzigungsgruppe dargestellt. Der Gekreuzigte erscheint stilisiert, die angewinkelten Beine ragen nach links. Das Lendentuch ist durch einige nach rechts unten laufende Falten angedeutet. Das überdimensionale Haupt ist von einem Kreuznimbus umgeben. Die Arme sind stark abgewinkelt. Es handelt sich um eine Kreuzigungsdarstellung im Viernageltypus. Die Nägel in beiden Händen und beiden Füßen sind mit kugeligen Köpfen dargestellt. Flankiert wird der Gekreuzigte von zwei nimbierten Figuren.Die linke Gestalt stellt offenbar Maria dar, die sich mit beiden Händen zum Kreuz neigt, die rechte, kleinere, die ein Buch (?) in der Hand hält, Johannes. Über dem Horizontalbalken sind links eine Sonne und rechts eine liegende Mondsichel dargestellt. Auf der Rückseite verläuft vertikal ein Verstärkungsgrat, bei dem es sich auch um die Reste einer Nadel handeln könnte. HK
Weisung des Hauptes Johannes des Täufers
Kunstgewerbemuseum
Flachguss, rund. Das untere Drittel des runden, von Perlschnur gesäumten Bildfeldes wird von einem Altar bzw. einer Tribüne eingenommen, an deren Eckpunkten je ein Lilienornament sichtbar ist. Die Schauseite des Altars wird durch einen Behang gebildet, auf dem drei kleeblattartig angeordneten Kügelchen verteilt sind. Davor sind zwei Adoranten in Mänteln mit großen Kapuzen dargestellt. Auf der Tribüne steht in der Mitte frontal eine Gestalt, deren Haupt bis zum oberen Rand des Bildfeldes reicht. Sie hält vor sich einen kreisrunden Gegenstand, dessen äußerer Rand von einem Perlschnurornament gebildet wird. Im Inneren erscheint ein menschliches Antlitz wiederum von einem Perlstab umrandet. Es handelt sich um die sogenannte Johannesschüssel, die aus Konstantinopel nach Amiens verbrachte Schädelreliquie Johannes des Täufers. Die Weisung flankieren zwei kleinere Gestalten, die sich zur Mitte wenden und mit beiden Händen je ein großes brennendes Wachslicht halten. Um die Szene herum befinden sich sieben Ornamente in Form von drei kleeblattartig angeordneten Kügelchen. Am linken oberen Rand sind Reste einer abgebrochenen Öse zu erkennen, eine Deformierung am rechten oberen Rand scheint auf eine weitere fehlende Öse hinzudeuten.Auf der Rückseite befindet sich ein großes Lilienornament. An einigen Stellen sind Spuren roter Farbe festzustellen. HK
Maria mit Kind, aufstehender Christus
Kunstgewerbemuseum
Gitterguss, Malteserkreuzform, mindestens zwei Ösen. Ein rundes Feld zeigt den aus der Grabkufe auferstehenden Christus mit einem Kreuzesstab. Auf der anderen Seite thront ebenfalls in einem runden Bildfeld Maria mit dem Jesusknaben auf dem linken Knie. Das Bildfeld hat Reste einer roten Fassung sowie von zwei Ösen an den Enden des oberen Kreuzarms. Die Ecken des Kreuzes werden von je einer Perle verziert. In den Zwickeln zwischen den Kreuzarmen befindet sich jeweils ein Lilienornament. HK
Heiliger Bischof
Kunstgewerbemuseum
Gitterguss, rund. In einem kreisrunden Rahmen steht frontal eine bischöfliche Gestalt, bekleidet mit Albe und Kasel, auf dem Haupt eine Mitra und in der linken Hand ein Bischofsstab, dessen übergroße Krümme über die linke Schulter bis an den Rand des Rahmens ragt. Der kreisrunde Rahmen schließt nach innen mit einem Perlstabornament ab. Den Rand bilden zwei konzentrische Kreise, die sich erhaben vom Untergrund absetzen. Nach außen schließt der Rahmen mit einem weiteren Perlstab ab, zusätzlich umsäumen ihn kleine Lilienornamente, zwischen denen sich jeweils vier Perlen befanden. Das Stück ist im gesamten linken unteren Viertel beschädigt. An der Rückseite befindet sich ein senkrechter Grat. HK
Zwei Heilige Bischöfe
Kunstgewerbemuseum
Gitterguss, hochrechteckig, mit Architekturrahmen (verloren). Auf einer Standleiste mit der Inschrift „plaine pardon“ (vollständiger Ablass) stehen frontal nebeneinander zwei Bischöfe mit Kasel und kreuzbesetztem Pallium, in den Händen halten sie Kreuzstäbe. Die Köpfe und die äußeren Arme fehlen. Die linke Figur stößt den Kreuzesstab einem unter ihren Füßen liegenden Drachen in das Maul, neben der rechten Figur finden sich Reste eines knienden Adoranten und des perlstabverzierten Rahmens. In der Mitte der Standleiste ist ein später (?) angelötetes Fragment der Achse eines Standfußes erhalten. Ein besser erhaltenes Exemplar dieses Zeichens erwarb das Berliner Schloßmuseum aus der Sammlung Figdor (vgl. Kat. Nr. 12). Das Fragment eines identischen Zeichens befand sich in der Sammlung Bossard (Luzern). Kurt Köster hat nach Ausweis seiner Kartei vermutet, es handle sich um die Heiligen Florentinus und Vindemialis, freilich ohne einen Verweis auf Literatur, Quellen oder einen möglichen Herkunftsort anzugeben. Andererseits ist zu erwägen, ob es sich bei dem mit einem Drachen dargestellten Heiligen um den hl. Macellus, einen der Pariser Stadtpatrone handelt. Dann wäre der zweite Heilige möglicherweise der hl. Dionysius. Möglicherweise handelt es sich um ein aus Paris, vielleicht aus der Kirche Notre-Dame stammendes Pilgerzeichen. HK
Hl. Laurentius
Kunstgewerbemuseum
Gitterguss, Fragment. Der Figur fehlen Kopf und Beine. Der Heilige steht in der Kleidung eines Diakons, in seiner rechten Hand hält er ein aufgeschlagenes Buch, in seiner linken einen nur noch fragmentarisch erhaltenen Rost. Die Rückseite ist fast vollständig mit einer braungrauen Substanz unbekannter Art bedeckt. Ikonographisch vergleichbare Stücke befinden sich im Museum der Stadt Worms und im Musée départemental des Antiquités in Rouen. HK
Stehende Heilige (Maria ?)
Kunstgewerbemuseum
Gitterguss, Fragment, wohl ursprünglich mit Rahmen. Auf einer Fußleiste mit der Inschrift „NOSTRE [...]“ [DOMINA? / DAME?] steht frontal im Kontrapost eine weibliche Heilige in einem bis zum Boden reichenden Gewand. Auf dem Haupt trägt sie eine Lilienkrone, im rechtenArm trägt sie einen langen, wohl spitz zulaufender Gegenstand (Schwert ?). Rechts neben der Figur ist noch ein stramingemusterter Sockel mitAbbruchkanten erkennbar, der wohl zum ursprünglichen Rahmen gehört. HK
Maria, Hl. Katharina und männlicher Heiliger
Kunstgewerbemuseum
Gitterguss, mit wappenförmigem Rahmen, ursprünglich drei Ösen. Am inneren Rand des wappenförmigen Rahmens befindet sich die umlaufende Inschrift „+ AVE : MARIA : GR/ACIA : PLENA : DOMI/NUS : TECUM : BENEDICTA: TV”, am äußeren RandWürfelaugen. Von den ursprünglich drei Ösen sind nur die an der unteren Spitze und an der linken oberen Ecke erhalten. Von den drei Figuren innerhalb des Rahmens stellt die mittlere wohl die stehende, mit einer Lilienkrone gekrönte Madonna dar. Die kleinere rechte Figur ist ebenfalls gekrönt und nimbiert und trägt in der linken Hand ein Rad und in der rechten einen Palmenzweig; es handelt sich um die hl. Katharina. Die linke, nur fragmentarisch erhaltene Figur hat einen männlichen Kopf, dessen Haar vermutlich tonsuriert ist. Oberhalb des Schildes sind zwei zur Mitte gewendete kniende Adoranten zu vermuten, von denen nur die unteren Teile der Faltengewänder erhalten sind. Zwischen ihnen befinden sich zwei schwer deutbare Fragmente. Neben der unteren Öse befindet sich eine Zunge, vermutlich zum Befestigen von Papier. HK
Drei-Könige-Pilgerzeichen der Kölner Domkirche
Kunstgewerbemuseum
Gitterguss, querrechteckig. In Anlehnung an eine Schreinarchitektur gliedert sich das Zeichen in eine schmale horizontale Zierleiste mit Blatt- und Blütenornamenten und darüber vier Arkadenbögen mit jeweils einem spitzen Dreipassgiebel mit Kreuzblume, deren linke und zweite von rechts fehlen. Unter dem linken Arkadenbogen thront Maria mit dem Kind auf einer Thronbank halbfrontal, zu ihrer Linken steht das Kind auf der Bank. In zweiten Arkade kniet einer der Könige neben einer stilisierten Blume, darüber erscheint ein sechsstrahliger Stern. In der rechten Hand hält er ein Gefäß, in der linken eine Lilienkrone. In der dritten Arkade steht ein Könige aufrecht frontal mit ausgebreiteten Armen, mit seiner Rechten auf Maria weisend, trägt er in der linken Hand ein Gefäß. In der vierten Arkade steht der dritte König nach hinten geneigt in Schrittstellung. Sein Kopf fehlt inzwischen, ebenso die rechte Hand, die ein rechteckiges Gefäß hält. Die Darstellung der Heiligen Drei Könige entspricht dem so genannten „französischen Schauspieltypus”. HK
Kruzifix
Kunstgewerbemuseum
Flachguss, Kruzifix mit acht Ösen. Das Kruzifix besitzt vier gleichlange Balken, an deren Enden je zwei runde Ösen sitzen. Die Zeichnung des Gekreuzigte ist stilisiert, das Gesicht ist bärtig, das Haupt trägt eine stark stilisierte Lilien- und Bügelkrone. Der Gekreuzigte wird als Viernageltypus mit einem den Unterleib bedeckenden und bis zu den Füßen reichenden Schurz dargestellt. Über dem rechtem Arm erscheint auf dem Balken eine achtstrahlige Sonne, über dem linken eine schmale Mondsichel. Die Rückseite ist von einem groben Straminmuster überzogen. Das Objekt erinnert durch die Form und die Lage der acht Ösen stark an die Pilgerzeichen des Volto santo im italienischen Lucca. Von den Lucceser Zeichen ist es aber durch die Darstellung des unbekleideten Oberkörpers des Gekreuzigten und die starke Stilisierung der Darstellung unterschieden. HK
Thronende Maria mit Kind mit zwei Adoranten
Kunstgewerbemuseum
Gitterguss, mit runder Rahmung und einem Kruzifix als Aufsatz. Im zentralen Bildfeld erscheint die frontal thronende Madonna mit dem stehenden Jesusknaben auf ihrem linken Knie. Sie wird flankiert von zwei ins Halbprofil gewendeten adorierenden Engeln. Die gekrönte Maria hält in ihrer Rechten ein Lilienzepter, dessen Schaft teilweise in Verlust geraten ist. Der Jesusknabe präsentiert genau im Zentrum des Rundbildes in seiner Rechten die Sphaira, in der Linken ein Zepter mit dreipassförmiger Bekrönung. Um diese Mittelszene läuft eine durchbrochen gegossene, jetzt stark fragmentierte Inschrift: „av[e :]: mar[ia] : gracia : plena : dom[i]nu[s]“ Der äußere Rand der Rahmung ist durch ein geperltes Ornamentband gesäumt. Über dem Zenit der Rahmung erhebt sich als Aufsatz ein Kruzifix, das von großblättrigem Laubwerk und zwei Eicheln umfangen wird. LL
Hl. Claude
Kunstgewerbemuseum
Gitterguss, ohne Rahmung. Auf einer Fußleiste mit der Inschrift „s claude“ steht der Heilige frontal im bischöflichen Ornat, die rechte Hand zum Segensgestus erhoben, in der linken einen Kreuzesstab haltend. Das mit einer Mitra bedeckte Haupt ist umgeben von einem kreisrunden stramingemusterten Nimbus. Vier Ösen sind paarig auf mittlerer Höhe der Figur und wenig oberhalb der Fußleiste angeordnet. Es sind ca. 15 Exemplare dieses von Köster als Typus A bestimmten Flachgusses bekannt. HK
Stehende Maria mit Kind
Kunstgewerbemuseum
Gitterguss, rund. Das runde Bildfeld wird von einem Rahmen eingefasst, der am äußeren Rand von vier ornamentalen Dreipässen sowie oben und unten von je einer Perle geschmückt wird. Der taustabartige Rahmen besteht aus schräg geschwungenen Linien, die mit einem Perlstab abwechseln. Im Feld ist eine nimbierte Madonna von der Hüfte aufwärts frontal dargestellt. Auf ihrem linken Arm sieht man den Jesusknaben mit Strahlennimbus. An der Rückseite befindet sich eine Gussnaht. Ösen konnten nicht nachgewiesen werden. HK