40 Ergebnisse
Objekttyp: Relief (Architektur / Mauer / Wandbild)
Reliefblock aus dem Grab des Niaj
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Schreiber des Königs und Priester der Göttin Sachmet Niaj kniet vor der als Dattelpalme dargestellten Baumgöttin, die in ihren Händen ein Libationsgefäß und Opferspeisen hält. Von der hinter Niaj knienden Ehefrau ist außer der rechten Hand und Reste des Gewandes kaum etwas erhalten. Am unteren Ende des Palmenstammes hocken ihre beiden Seelen in Gestalt von menschenköpfigen Vögeln, die aus einem mit Lotosblumen bewachsenen Teich trinken.
Reliefblock aus dem Grab des Rij: Darstellung des Grabherrn und seiner Gemahlin, die dem Gott Re-Harachte opfern
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dem Sonnengott Re kommt innerhalb der altägyptischen Jenseitsvorstellung des Neuen Reiches eine besondere Bedeutung zu, weshalb sich bildliche Darstellungen von ihm in den wichtigsten Bereichen der Grabanlagen des Neuen Reiches finden. Der Reliefblock gehörte ursprünglich zu einer größeren zusammenhängenden Szene im Grab des Militärbeamten Rij. Das obere Bildfeld zeigt ihn und seine Gattin in Anbetung vor dem falkenköpfigen und mit einer Sonnenscheibe bekrönten Sonnengott Re-Harachte. Nachdem Re die zwölf Stunden des Tages in der Welt der Lebenden verbracht hat, tritt er am Ende des Tages in das Totenreich ein, wo er sich mit dem Totengott Osiris vereinigt. Am Ende seiner nächtlichen Reise durch die Unterwelt wird er am Morgen des nächsten Tages wiedergeboren. Im Grab als Wohnhaus des Verstorbenen wird diese Verknüpfung zwischen Ober- und Unterwelt, der Welt der Lebenden und der Toten fest dokumentiert, wodurch der Verstorbene in den göttlichen Zyklus von Auf- und Untergang sowie Tod und Wiedergeburt aufgenommen werden kann. (A. Herzberg)
Reliefblock aus einem Tempel: der Nilgott Hapi bringt kniend seine Gaben dar
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Relief ist Teil der Grabkapelle der Gottesgemahlin des Amun, Schepenupet II. Sie war zu ihren Lebzeiten mit dem Gott Amun vermählt und zugleich eine der mächtigsten Personen im Gebiet von Theben. Wegen ihrer besonderen Stellung konnte sie ihr Grab in einem Tempelkomplex errichten und somit von den periodisch wiederkehrenden Prozessionen profitieren. Auf dem Block ist der androgyne Gott Hapi kniend abgebildet, der vor sich Opfergaben hält. Er ist die göttliche Erscheinungsform der Nilflut. (J. Helmbold-Doyé)
Relieffragment aus dem Totentempel des Sahure: Kopf einer männlichen Gottheit
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Braune Farbreste im Gesicht weisen auf eine männliche Person hin. Von ihr sind der Kopf und die linke Schulter erhalten. Die Figur blickt nach rechts. Das kleinformatige Gesicht ist den altägyptischen Darstellungsprinzipien folgend im Profil abgebildet, während das rechte Auge frontal gezeigt wird. Am Kinn ist ein schmaler, am unteren Ende nach außen gebogener Zeremonialbart zu sehen. Als Kopfbedeckung trägt der Dargestellte eine lange bis auf den Rücken reichende Perücke. Den Hals schmückt ein Halskragen. Die Perlen im Halsschmuck werden durch kleine Kreise markiert. Der Stil der Figur mit ihrer Bart- und Perückenform ist bei verschiedenen Götterdarstellungen im Sahure-Tempel anzutreffen. Daher dürfte es sich bei der hier abgebildeten Person ebenfalls um eine Gottheit handeln.
Relieffragment aus dem Taltempel des Sahure: Drei Männerbeine
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Abgebildet ist ein Beinpaar, wobei das rechte Bein bis zum Oberschenkel erhalten blieb, während vom linken Bein nur noch der Fußspann zu sehen ist. Davor befindet sich ein etwa bis zum Knie erhaltenes Bein des Vordermannes. Rotbraune Farbreste sind Hinweise darauf, dass es sich um männliche Personen gehandelt hat. Der schmale weiße Zipfel auf dem Oberschenkel der rechten Person gehört zur Kleidung des Mannes, wahrscheinlich eine Art Schurz in Form eines schmalen, die Lenden bedeckenden Tuches, das in einem über der Hüfte verknoteten Band oder Gürtel eingesteckt war.
Relieffragment aus dem Totentempel des Sahure: Oberkörper eines Mannes mit einem Bat-Emblem
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Zentraler Mittelpunkt des Relieffragmentes ist ein menschliches Gesicht mit Kuhohren. Obwohl diese Art der Darstellung bereits seit dem Alten Reich für die Göttin Hathor belegt ist, handelt es sich in diesem Fall um ein Abbild der Göttin Bat. Bat, die Göttin des 7. oberägyptischen Gaues, ist bereits seit der Frühzeit auf Abbildungen belegt, wie zum Beispiel am Gürtel von König Narmer auf dessen berühmter Prunkpalette. Neben dem Menschengesicht und den Kuhohren ist, wie bei Hathor, ein Kuhgehörn ein weiteres charakteristisches Merkmal dieser Gottheit, wobei die nach innen gewundenen Hörner mit der Zeit als Spirale stilisiert wiedergegeben werden. Das Gesicht ist nicht Teil einer Figur, sondern gehört zu einem Emblem der Bat. Ab der 4. Dynastie bis in die Spätzeit trugen hohe Würdenträger das Bat-Emblem entweder als Amulett oder als separates Schmuckstück an der Bekleidung. Es konnte an einem Gürtel befestigt sein, oder an einem Band vor der Brust hängen, wie in diesem Fall.
Relieffragment aus dem Totentempel des Sahure
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Dargestellte zeigt die für Männer charakteristische braune Hautfarbe. Er blickt zwar nach rechts, ist jedoch, wie die am unteren Reliefrand erhaltene Gesäßpartie erkennen lässt, nach links schreitend abgebildet. Als Kopfbedeckung trägt der Mann eine in dieser Zeit typische Kurzhaarperücke. Die waagerecht wiedergegebene Hand stützt ein massives Pektoral, welches an einem breiten Halsschmuck befestigt ist. Die sichtbaren gelben und grünen Farbspuren verdeutlichen, dass das Pektoral teilweise aus Gold gefertigt und mit Fayence –und Halbedelsteinperlen verziert war. Der Mann ist lediglich mit einem Tuch bekleidet, das um die Hüften gelegt und am Bauch verknotet wurde, wobei die beiden Tuchenden, wie auf dem Relief zu sehen, herabhängen und die Lenden bedecken. Das Gesäß ist unbekleidet.
Architekturblock mit dem sogenannten Dahschur-Dekret
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Dekret Pepi I. (6. Dyn.) für die Pyramidenstadt seines verstorbenen Vorgängers Snofru aus der 4. Dyn., ist eines der wichtigsten und frühen juristische Texte des Alten Reiches. Auf Befehl Pepi I. werden die gesamte Anlage Snofrus sowie die hier arbeitenden Menschen unter besonderen Schutz gestellt. Die am Totenkult des Snofru beteiligten Priester sollen beispielsweise vom Frondienst und Steuerzahlungen befreit werden. [R. Kuhn]
Relief aus dem Totentempel des Sahure: Krüge als Tribute aus Syrien
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Abgebildet sind zwei Henkelgefäße. Von einem dritten ist nur noch knapp die Hälfte des Gefäßbauches zu sehen. Derartige Gefäße sind bereits seit der frühdynastischen Zeit aus Kanaan, dem heutigen syrisch-palästinensischen Raum, nach Ägypten importiert worden. Dies ist u. a. durch Funde in einigen Königsgräbern der ersten beiden Dynastien in Abydos belegt. Die Gefäße konnten kostbare Öle, Harze und andere Ingredienzien als Importgüter enthalten oder sie wurden nach ihrer Ankunft in Ägypten vor Ort gefüllt.
Fragment einer Grabwand mit Genealogie Oberpriester von Memphis
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Auf dem Reliefblock einer Grabwand aus der 22. Dynastie wurde eine „Genealogie“ memphitischer Priester dokumentiert. Auf dem Kalksteinblock sind in vier Registern je 15 Vorfahren des Grabbesitzers präsent. Alle dargestellten Männer sind in gleicher Tracht mit kurzem Schurz und am Rücken herabhängendem Stierschwanz bekleidet. In den Händen halten sie jeweils einen Wedel. In ihren Beischriften werden die Titel, Namen, und manchmal auch die Angaben der regierenden Könige genannt. Alle der insgesamt 60 Geschlechterfolgen, die von der 22. Dynastie über tausend Jahre zurück bis ins Mittlere Reich hinein reichen, hatten hohe Priesterämter inne. Viele davon amtierten als Hohepriester des Ptah in Memphis. Mit der Darstellung der Priestergenealogie präsentiert sich der Grabherr selbst als Erbe einer langen Familientradition und als legimitierter Inhaber des höchsten Priesteramts in Memphis, wobei man von der Ahnenreihe keine Person explizit identifizieren darf. Je weiter die Angaben zurückliegen, desto mehr Unsicherheit in der Überlieferung ist zu erwarten. (I. Liao)
Zwei nackte Frauen binden Vögel (Kormorane) an einen Stabstrauß aus Papyrusstengeln, der das fruchtbare Sumpfland symbolisiert
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Zwei nackte Frauen binden einen in der Mitte des Reliefs stehenden Stabstrauß aus drei Papyrusstängeln zusammen. Es erweckt den Anschein, als wären die beiden Gänse an den Seiten des Bündels ebenfalls darin eingebunden worden, jedoch könnte dies nur ein Hinweis darauf sein, dass die Ernte des Papyrus so frisch ist, dass sich noch immer Vögel darin befinden. Komplementiert wird dieses archaisierende Grabrelief, das an Darstellungen aus dem Alten Reich erinnert, durch die Darstellung von Kormoranen sowie einem fertig gebundenen Bündel an Pflanzen. Stabsträuße verkörperten das fruchtbare Sumpfland und waren somit ein Symbol für das Leben. (J. Jancziak)
Bruchstück einer Inschrift aus dem rwä ancw Jtn-Heiligtum des Gottes (Aton)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Auf dem heute Tell el-Amarna genannten Gebiet wurde im 4. Regierungsjahr Echnatons seine neue Hauptstadt Achet-Aton gegründet, die zugleich als religiöses Zentrum der neuen Aton-Religion fungierte. Dafür war das Stadtareal mit mehreren Tempeln und anderen Gebäuden für kultische Zwecke ausgestattet. Aus einer dieser Anlagen stammt das von Heinrich Brugsch für Rudolf Mosse angekaufte Fragment eines Wandreliefs. Erhalten sind nur zwei Zeilen einer eingravierten, rechtsläufigen Hieroglpyheninschrift mit horizontalen Zeilentrennern: „[/// Reharachte-der-im-Horizont-erscheint], In-seinem-Namen-als-Schu-welcher-Aton-ist [///], Herr des Himmels, Herr der Erde, der im Rudj-[anchu-Aton in Achetaton ist.]“ Der Text stellt eine Titelsequenz des Gottes Aton dar, der eine eigene Titulatur mit Kartuschennamen besaß, wie sie ansonsten ausnahmslos nur für Könige üblich war. In der zweiten Zeile wird eine Stätte Rudj-anchu-Aton erwähnt, die nur aus sieben Quellen bekannt war. Der Berliner Block stellt somit einen weiteren, bislang unbeachteten Beleg für dieses Gebäude dar. Innerhalb des Rudj-anchu-Aton war laut Aussage der Textquellen der – alleine relativ oft belegte – Sonnenschatten-des-Re gelegen. So bezeichneten die Ägypter die zum Himmel offene Kapelle für den Sonnengott Re in Tell el-Amarna mit einem Stufenaltar, ausschließlich in Verbindung mit der Königin Nofretete. Eine exakte Klärung von Übersetzung und Bedeutung des Namens Rudj-anchu-Aton ist bislang nicht sicher geglückt. Rudj kann „wachsen, dauern, fest sein“ bedeuten, anchu ist sichtlich mit „Leben“ zu assoziieren. Bestimmbar ist allerdings der Ort, an dem dieses Reliefbruchstück in der Hauptstadt Echnatons verbaut gewesen war. Der Sonnenschatten-des-Re ist in Kom el-Nana lokalisierbar, einem Areal im südlichen Stadtgebiet von Tell el-Amarna auf halbem Wege zwischen der dicht besiedelten Stadt und dem Tempel Maru-Aton. Aufgrund der direkten Verbindung beider Gebäude zueinander ist auch das Rudj-anchu-Aton hier zu suchen. J. Moje
Fragment eines Türpfostens mit der Darstellung des Königs Schabako beim Opfer
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Fragment war Teil der südlichen Türdekoration im Tempel des Gottes Ptah. Ihm zu Ehren wurde in Karnak ein eigener Gebäudekomplex errichtet. Karnak mit seinen weitläufigen Tempelanlagen war spätestens seit dem Neuen Reich das religiöse Zentrum Ägyptens. Dort ließ insbesondere Shabaqo den Bereich des Ptah-Tempels vergleichbar zu denen anderer Pharaonen erweitern. Erhalten ist nur ein Ausschnitt einer Szene, die ursprünglich den König Shabaqo vor Ptah abgebildet hat. Der König ist in traditioneller Haltung und Bekleidung dargestellt wie er dem Gott in zwei kugeligen Gefäßen Wein opfert. Als Herrscher aus dem südlichen Nubien ist er an der besonderen Kopfbedeckung, einer Kappe mit einem breiten Diadem (Stirnreif) und zwei Uräen auf dem Scheitel, zu erkennen. Zudem weisen die Höhe des kurzen Schädels, der starke Hals und das volle Gesicht mit den aufgeworfenen Lippen auf seine kuschitische Abstammung hin. Die formelhafte Inschrift in Hieroglyphen lässt sich um die fehlenden Zeichen ergänzen. In dieser wird das Weinopfer an den Gott Ptah beschrieben. Zudem verweist ein weiteres Detail auf ein Relief aus der 25. Dynastie: die Spuren von leichten Meißelspuren, die sich über die gesamte Oberfläche verteilen. Zweifellos dienten sie der Festigung einer Grundierung, die vor der Bemalung aufgetragen werden sollte. (J. Helmbold-Doyé)
Zwei Relieffragmente mit einem Spruch aus dem Totenbuch (Tb 148)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Eine der Quellen, die dem Verstorbenen das nötige Wissen zu Informationen über die Orte, Bewohner und Geschehnisse im Jenseits vermittelte war das altägyptische Totenbuch. Es handelt sich dabei nicht um einen Text, sondern eine Ansammlung von gut 200 Sprüchen, die häufig um bildhafte Darstellungen, die sogenannten Vignetten, ergänzt sind, die die Inhalte der Sprüche illustrieren. Die Auswahl, der Umfang und die Qualität des jeweiligen Totenbuchs waren von den Wünschen und der Kaufkraft des Auftraggebers abhängig, so dass jede Zusammenstellung einzigartig ist. Hier ist lediglich ein Teil des Totenbuchspruchs 148 erhalten geblieben, der die Versorgung des Verstorbenen zum Inhalt hat. Darin werden die Verstorbenen als „Verklärte“ angesprochen, denen eine dauerhafte Versorgung mit Brot, Bier sowie sonstigen Speisen zugesichert wird. Die beiden Relieffragmente waren Teil einer größeren Inschrift von der hier noch vier senkrechte Zeilen erhalten sind. Auch wenn die Position im Totentempel der Hatschepsut noch nicht eindeutig geklärt ist, ist deren Anbringung wahrscheinlich in einem der Schreine im oberen Teil des mehrstöckigen Komplexes zu vermuten. Damit sollte nicht nur ihre Versorgung gesichert sein, sondern auch die ihres Mannes Thutmosis II. J. Tschernig
Relieffragment mit der Darstellung von sechs Ruderern in einem Schiff
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Relief ist Teil einer großen Szene, in der Ruderer Schiffe antreiben. Die Gruppe der Ruderer befand sich auf dem Vorderteil eines Schiffes, die Kabinen hinter ihnen gehören zu einem zweiten Schiff. Der Steuermann, der nah des oberen Blockrandes zu sehen ist, gehörte zur Mannschaft des dritten Schiffes. Zu einem vierten Schiff zählt der Mast mit dem Tauwerk. Das Fragment stammt aus einer einzigartigen Szene des Transportes von Obelisken aus dem südlichen Flügel der unteren Säulenhalle des Totentempels der Hatschepsut. Die Ruderer gehörten zur Mannschaft des letzten Schleppkahns im mittleren Register. Nach: Geheimnisvolle Königin Hatschepsut. Ägyptische Kunst des 15. Jahrhunderts v. Chr., hrsg. v. Aksamit, Joanna und Wolniak, Izabela, Warschau 1997, S. 114 (J. Karkowski).
Fragment eines Reliefs mit Darstellung einer Jagdszene
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Kalksteinfragment gehörte zur oberen Partie einer Grabwand mit Darstellungen im erhabenen Relief. Als oberer Abschluss des Fragments sieht man das Oberteil des grob ausgearbeiteten, sogenannten Cheker-Frieses, der häufig als das oberste Dekorationselement einer ägyptischen Wandfläche zu sehen ist. Die Darstellungen unterhalb des Cheker-Frieses sind Teil einer größeren Szene der Wüstenjagd, die ein beliebtes Bildthema für die ägyptische Grabdekoration war. Am linken Rand ist das hohe Gatter zu sehen, mit dem das Jagdgebiet eingezäunt wurde. In solch einem eingezäunten Terrain wurden die Bewegungs- und Fluchtmöglichkeiten der eingeschlossenen Tiere in erheblichem Maße eingeschränkt. Dies versprach den Jägern reichliche Beute. Im oberen Register sind zwei Strauße und zwei Steinböcke mit einem Jungtier dargestellt. Die beiden Strauße und der hintere Steinbock werden von einem sehr langen Pfeil durchbohrt. Der Jäger und der Jagdhelfer befanden sich nach der Lage des Pfeils zu urteilen links der durchbohrten Tiere. Im unteren Register des Blocks sind weitere Wüstentiere, wie zum Beispiel ein springender Hase unten links und eine sich in einer Vertiefung versteckende Eidechse oben rechts zu sehen. In der Mitte des unteren Registers ist ein Jagdhund dargestellt, der einem Tier an den Hals geht, während ein anderer, nach hinten blickender Jagdhund links oben abgebildet ist. Der zurückblickende Hund und die sich versteckende Eidechse befinden sich auf erhöhten, gewellten Linien, die die hügelige Wüstenlandschaft andeuten sollen. Obwohl auch Darstellungen der Jagd in der offenen Wüste belegt sind, finden die meisten dargestellten Wüstenjagden in den Gräbern des Mittleren Reiches in einem eingezäunten Wüstengelände statt. Neben dem Gedanken der Nahrungsbeschaffung wurde die Jagd in der Wüste bzw. in dem eingezäunten Wüstengelände zu einer Freizeitbeschäftigung der ägyptischen Elite. Eine Szene dieses Themas diente außerdem als Metapher für das Bezwingen der Gefahr und die Aufrechterhaltung der Weltordnung. (I. Liao)
Relief des Nefer-hotep, Vorgesetzter der „Hörigen“ des Amun-Tempels, mit Sonnenhymnus
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die kleinformatige Kalksteinplatte zeigt den „Vorgesetzten der Landarbeiter des Amun“, Nefer-hotep, im Anbetungsgestus mit erhobenen Armen. Er rezitiert einen Sonnenhymnus, der in sieben senkrechten Zeilen vor seinem Bildnis eingemeißelt ist. Die gesamte Szene wird oben von einem Himmelszeichen überspannt und rechts und links von einem dunklen Farbband gerahmt, sodass der Schluss nahe liegt, die kleine Platte habe die „linke“ Seite einer kleinen Nische – z. B. innerhalb eines pyramidenartigen Oberbaus, oder ein Panel in einem Türdurchgang zum Grabinnenraum bzw. zur Grabkapelle – ausgefüllt. Der Text, der einen der geläufigsten Sonnenhymnen der Ramessidenzeit zitiert, lautet wie folgt: „Re-Harachte anbeten, bei seinem Aufgang am Horizont des Himmels, durch den Vorgesetzten der Hörigen des Amun, Nefer-hotep, er sagt: Gegrüßet seist du, Re, bei deinem Aufgang, (und als) Atum bei deinem schönen Untergang. Du erscheinst und glänzt auf dem Rücken deiner Mutter. Du bist erschienen als König der Götter- Neunheit. Maat begrüßt Dich mit dem njnj-Gestus, [und deine] Mannschaft küsst dich alle Zeit. Du durchziehst den Himmel, dein Herz ist weit. Der „Zwei- Messer-See“ ist zur Ruhe gekommen. Seitens des Vorgesetzten der Landarbeiter des Amun, Nefer-hotep“ Die Gebetshaltung und die Anordnung des Textes illustrieren sehr anschaulich, dass man im vorliegenden Fall von links nach rechts – und in den senkrechten Zeilen von oben nach unten zu lesen hat. Die Hieroglyphen sind wie üblich nicht Zeichen für Zeichen untereinander oder nebeneinander gesetzt, sondern in sinnvolle imaginäre „Schriftquadrate“ bzw. „Rechtecke“ eingeschrieben, wobei sich die Zeichengrößen den jeweiligen Notwendigkeiten innerhalb der Gruppenschreibungen anpassen. Stilistisch lässt sich die Darstellung des Nefer-hotep am besten in die Zeit Amenophis’ III. einordnen. Hierzu passen vor allem die schlanke Gestalt, der Schnitt des Schurzes, die Frisur und der kurze Knebelbart, das schräggestellte, besonders groß ausgeführte Auge und die Stupsnase. Auch der originale, heute gelblich verfärbte Firnis wurde damals bereits häufig verwendet, um besonders wichtige Bildinhalte deutlich hervorzuheben. Über den antiken Firnis scheint aber im 20. Jh. im Rahmen von Restaurierungsmaßnahmen an einigen Stellen ein weiterer Schutzanstrich aufgetragen worden zu sein. (F. Seyfried)
Relief mit Darstellung der finalen Begräbnisriten in einem großen, tempelähnlichen Grab
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Auf dem Reliefblock aus einem unbekannten memphitischen Grab ist die Ankunft des Begräbniszugs einer hochrangigen Privatperson an seinem Grab dargestellt. Links unten kommt der Trauerzug am Pylon des Grabeingangs an, an den sich ein Türsteher anlehnt und ruht. Darüber sieht man die Opfergaben vor einer Stele im Hof des monumentalen Grabes. Im oberen Register der rechten Bildhälfte sieht man einen Priester mit Pantherfell beim Vollziehen der Riten. Hinter ihm sind zwei Wesire mit dem Trauergestus dargestellt, gefolgt von zwei weiteren Beamten. Die Wesire der beiden Landesteile Ober- und Unterägypten, sind mithilfe ihrer charakteristischen, unter der Brust geknoteten Wesir-Schurze zu identifizieren. Unten rechts sind drei weitere, trauernde Beamte zu erkennen. Die Darstellungen sind im erhabenen Relief ausgearbeitet. Ab der späten 18. Dynastie wurden monumentale Grabbauten, deren Grundrisse an Tempel erinnern, für hohe Beamte im memphitischen Raum gebaut. Die in diesem Block dargestellten, architektonischen Elemente sind typisch für solche memphitischen Monumentalgräber, wie wir es sowohl von archäologischen als auch bildlichen Quellen kennen. Allein die Tatsache, dass der Grabinhaber in der Lage war, solch ein Monumentalgrab bauen lassen zu können, spricht bereits für seinen hohen sozialen Status. Dieser wird durch die bildliche Präsenz der beiden Wesire noch einmal bestätigt. Bemerkenswert ist es hierbei, dass nur die vorderen Körperhälften der beiden Beamten hinter den Wesiren zu sehen sind. Dadurch wird das Durchschreiten des Durchgangs hin in das Grabinnere dargestellt. Vergleichbare Szenen mit solch einer Durchgangssituation findet man zum Beispiel mehrfach in TT 49, dem Grab des Neferhotep, aus der Nachamarnazeit. Ähnliche räumliche Darstellungen sind auch in den memphitischen Privatgräbern der ausgehenden 18. Dynastie zu finden. Die stilistischen Merkmale, wie zum Beispiel die weich modellierten Formen, der leicht gewölbte Bauch, große, schräg gestellte Augen sowie die breiten Lippen mit den heruntergezogenen Mundwinkeln, stehen ebenfalls für die Einflüsse der amarnazeitlichen Bildwerke. Daher ist das memphitische Fragment ÄM 13297 wahrscheinlich in die Nachamarnazeit in der ausgehenden 18. Dynastie zu datieren. Dafür spricht zudem das Werkverfahren des Blocks im relativ flachen, erhabenen Relief. In der kurzen Phase ab Tutanchamun bis zum Anfang der 19. Dynastie wurde als Gegenbewegung zu den versenkten Reliefs der Amarna-Bildwerke, das erhabene Relief für die Grabdekorationen bevorzugt. Danach setzte sich aber das versenkte Relief wieder durch. (I. Liao)
Relieffragment mit Darstellung von Ruderern
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das kleine Fragment gehört zu einer größeren Szene aus dem Totentempel der Hatschepsut (ÄM 1636). Es zeigt drei stehende Ruderer, die ursprünglich Teil einer größeren Schiffsdarstellung und seiner Besatzung waren. Über dem Ersten von ihnen ist noch ein Teil der diagonal verlaufenden Schnüre zu sehen mit denen der aufrecht stehende Mast befestigt war. Auf dem linken Rand sind zudem noch marginale Reste einer Schiffskabine erhalten, vor der ein lediglich aufgemalter vierter Mann steht. Er hält den rechten Arm erhoben. Die Haltung des linken Arms ist nicht genau zu bestimmen. Entweder liegt die linke Hand auf der rechten Schulter, was einen Ehrerbietungsgestus darstellen würde, oder sie liegt auf dem linken Ohr. Die Bedeutung dieser letzteren Haltung ist zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht geklärt. Auf dieser Art von Schiffen, den Barken, wurden Statuen der Hatschepsut und des Thutmosis‘ III. sowie des Gottes Amun auf dem Nil transportiert. Nach: Geheimnisvolle Königin Hatschepsut. Ägyptische Kunst des 15. Jahrhunderts v. Chr., hrsg. v. Aksamit, Joanna und Wolniak, Izabela, Warschau 1997, S. 108 (J. Karkowski).
Relief aus dem Grab eines Hohepriester des Ptah in Memphis, Grabinhaber mit Seitenlocke und saH-Halskragen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dieses Wandfragment stammt wahrscheinlich aus dem Grab eines Hohepriesters des Gottes Ptah von Memphis. Der Grabinhaber ist auf der rechten Seite des Blocks abgebildet und trägt die charakteristische Amtstracht, die zum einen die seitlich an der Perücke befestigte geflochtene Seitenlocke und zum anderen den auffällig gestalteten Sah-Halskragen umfasst. In der zugehörigen Beischrift sind jedoch weder sein Name noch seine Titulatur dokumentiert, sodass eine explizite Zuweisung an eine historische Person nicht möglich ist. Da der Verstorbene nachweislich das Amt des memphitischen Hohepriesters bekleidete, ist anzunehmen, dass er sein Grab in der memphitischen Nekropole von Sakkara hat anlegen lassen. Auch die anderen auf dem Wandfragment abgebildeten Personen, die anhand ihrer sekundär angebrachten Namensbeischriften als Söhne des Grabbesitzers zu identifizieren sind, bestätigen diese Vermutung. Während Ptahemwia (Ptah-ist-in-der Barke) einen mit dem lokalen Hauptgott Ptah gebildeten Personennamen führt, bekleidete Pahemnetjer (Der-Diener-des Gottes) das Amt eines Ptah-Priesters. (A. Herzberg)
Relieffragmente aus dem Sonnenheiligtum des Niuserre: Personifikation der Smw-Jahreszeit: Vogelfang ("Jahreszeitenrelief")
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Alljährlich bevölkerten die Zugvögel die Nilarme des Deltas und wurden den Vogelfängern zur Beute, wie hier im Relief zu sehen. Ein Fangnetz ist im Papyrusdickicht aufgestellt, vier Vogelfänger halten das Seil. Köder locken die Tiere an. Ist das Netz gefüllt, gibt der Aufseher das Zeichen zum Zuziehen.Einige Tiere schlachtete man sofort und salzte sie ein, andere wurden in Käfige gesperrt und zum Mästen auf Geflügelhöfe verbracht.
Relieffragment mit den Kartuschen der Königin Hatschepsut
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Relieffragment wurde bereits 1845 von Karl Richard Lepsius mit nach Berlin gebracht und stammt aus dem Bereich des Sanktuars des Totentempels der Hatschepsut in Deir el-Bahari. Es lassen sich darauf noch Farbreste und einige Hieroglyphen in vier vertikalen Inschriftenzeilen erkennen. Letztere umfassen im Wesentlichen zwei Titel der Königin Hatschepsut und ihre Namen, die in Kartuschen erscheinen. Beide Kartuschen weisen Meißelspuren auf, mit denen einzelne Zeichen entfernt wurden. Während die Hieroglyphen im unteren Bereich der Kartuschen bereits in der Regierungszeit ihres Neffen und Nachfolgers, Thutmosis III., entfernt worden sein können, ist der Name des Gottes Amun sicher erst in der Zeit des Echnaton getilgt worden. Nach dem Ende seiner Ära sind diese drei Zeichen jedoch wieder eingefügt worden. (J. Tschernig)
Relief mit der Kartusche des Königs Schabaka
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Fragment war Teil der südlichen Türdekoration im Tempel des Gottes Ptah. Ihm zu Ehren wurde in Karnak ein eigener Gebäudekomplex errichtet. Karnak mit seinen weitläufigen Tempelanlagen war spätestens seit dem Neuen Reich das religiöse Zentrum Ägyptens. Dort ließ insbesondere Shabaqo den Bereich des Ptah-Tempels vergleichbar zu denen anderer Pharaonen erweitern. Erhalten ist nur ein Ausschnitt einer Szene, die ursprünglich den König Shabaqo vor Ptah abgebildet hat. Der König ist in traditioneller Haltung und Bekleidung dargestellt wie er dem Gott in zwei kugeligen Gefäßen Wein opfert. Als Herrscher aus dem südlichen Nubien ist er an der besonderen Kopfbedeckung, einer Kappe mit einem breiten Diadem (Stirnreif) und zwei Uräen auf dem Scheitel, zu erkennen. Zudem weisen die Höhe des kurzen Schädels, der starke Hals und das volle Gesicht mit den aufgeworfenen Lippen auf seine kuschitische Abstammung hin. Die formelhafte Inschrift in Hieroglyphen lässt sich um die fehlenden Zeichen ergänzen. In dieser wird das Weinopfer an den Gott Ptah beschrieben. (J. Helmbold-Doyé)
Relieffragment aus dem Grab des Generals Haremhab: Höflinge vor dem [König Tutanchamun]
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Relief gehört zu einer größeren Szene aus dem Grab des Haremhab, das wie ein ägyptischer Tempel aufgebaut ist. So besitzt es Pylone und Säulenhöfe. Es wurde in Saqqara angelegt, als Haremhab unter Pharao Tutanchamun das Amt des Oberbefehlshabers des Heeres (General) innehatte, und bevor er selbst zum letzten Pharao der 18. Dynastie aufstieg und ein Grab im Tal der Könige erhielt. Die direkten Anschlussstücke des Reliefs befinden sich heute im Rijksmuseum van Oudheden in Leiden und im Kunsthistorischen Museum in Wien. Das sich links anschließende Fragment zeigt König Tutanchamun und ist in Leiden ausgestellt (Inventarnummer: H.III.QQQQ & F 1914/4.1). Dargestellt ist ein Empfang vor dem Pharao. Die Kleidung der Höflinge entspricht der Mode der späten 18. Dynastie. So kleidet ein reich gefälteltes Gewand mit Trompetenärmeln sowie eine gewellte Perücke den Mann in der ersten Reihe. Die Kleidung beziehungsweise Mode einer jeweiligen Epoche, zu der nicht nur die Kleidungsstücke an sich, sondern auch Haartracht und Schmuck zu zählen sind, ist uns häufiger aus rund- und flachbildlichen Darstellungen denn archäologisch überliefert. Auch entsprechen die archäologischen Funde, die z. B. in den Gräbern des Tutanchamun oder des Cha gemacht wurden, nicht unbedingt dem, was in den Darstellungen überliefert ist. Das Kleidungsstück schlechthin für die männliche Bevölkerung bildete der Schurz. Ab der Thutmosidenzeit jedoch entwickelte sich innerhalb der höheren Bevölkerungsschichten eine Tendenz hin zu einem verhüllten Oberkörper, sodass vermehrt hemdartige Kleidungsstücke sowie Tuniken auftreten. Das typische und in der weiblichen Bevölkerung am meisten verbreitete Gewand ist ein eng anliegendes Trägerkleid, das bis oberhalb der Knöchel reicht. Unter Pharao Amenophis III. erfährt auch dieses Veränderungen und entwickelt sich zu einem stark gefältelten Gewand, das nun bis zu den Füßen reicht. Genauso wie Schmuck, kann Kleidung ein Kennzeichen des sozialen Status einer Person sein und Aufschluss über ihren Beruf geben. So ist wenig Kleidung meist ein Zeichen für eine sozial und beruflich niedrigere Stellung. (J. Jancziak)
Relieffragment aus dem Grab des Generals Haremhab: Feldlagerszene
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Nachdem Tutanchamun, der Nachfolger von Pharao Echnaton, um 1330 v. Chr. die königliche Residenz von Amarna nach Memphis verlegt hatte, ließen viele königliche Beamte ihre privaten Grabanlagen in der nahe gelegenen alten Königsnekropole in Saqqara errichten. Der hier gezeigte Reliefblock stammt aus dem Privatgrab des Haremhab. Dieser war während der Regentschaft von Pharao Tutanchamun als Oberbefehlshaber des Heeres und Stellvertreter des Königs einer der einflussreichsten Männer im Land. Haremhab übernahm nach dem frühen Tod Tutanchamuns und einer kurzen Regentschaft des Eje den Pharaonenthron. Er ließ danach ein zweites, sein königliches Grab, in dem er wohl auch bestattet wurde, im Tal der Könige anlegen. Die Szenen dieses Reliefs aus seinem Privatgrab geben einen Einblick in das alltägliche Leben in einem Feldlager. Im oberen Abschnitt ist ein Streitwagen zu sehen, in dem ein Wagenlenker sitzt und sich ausruht. Die abgespannten Pferde werden von einem Pferdeknecht betreut, der rechts neben dem Streitwagen hockt. Links im Relief ist der obere Teil eines Zeltes zu erkennen, das von einer Säule mit Lotuskapitell getragen wird. In dem Zelt befindet sich – neben zwei Männern – diverses Mobiliar, wie Hocker, Handwaschgeschirr, Krüge und Schalen in Ständern, dazu ein mit Speisen gedeckter Tisch. Rechts ist ein Esel mit herabhängenden Ohren abgebildet. Neben dem Tier befinden sich die abgestellten, vermutlich mit Futter gefüllten Transportsäcke. Gut zu erkennen ist, dass die beiden Säcke jeweils an einem Ende miteinander verbunden sind, um für den Transport über den Rücken des Esels gehängt werden zu können. Während eines Feldzuges wurden Esel als zuverlässige und ausdauernde Transportiere eingesetzt. Ihre stoische Art hatte zudem eine beruhigende Wirkung auf die nervösen Pferde. Aus: Gerhardt, M., Knebel, J., Pabst, R., Valsecchi Gillmeister, A., Zorn, O. (Hrsg.), Einfach unentbehrlich. Der Esel in der antiken Welt, Berlin, 2024
Tempelrelief mit Darstellung des falkenköpfigen Aton und des Königs Amenophis IV.
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Reliefblock aus Karnak stammt wohl aus den ersten beiden Regierungsjahren Amenophis’ IV. und gehört zu den wenigen Beispielen, die den Pharao noch in der in Theben traditionellen Darstellungsweise zeigen. Das Relief ist in zwei Bildfelder unterteilt, die durch eine senkrechte Inschriftenzeile getrennt sind. Auf der linken Seite ist ein falkenköpfiger Sonnengott dargestellt und auf der rechten Seite Amenophis IV. mit der Blauen Krone. Die Ikonographie in der Darstellung entspricht dem Stil von Amenophis III. Das Gesicht von Amenophis IV./Echnaton ähnelt seinem Vater sehr. Die Inschriften hingegen tendieren bereits zu den neuen religiösen Vorstellungen, und auch die Sonnenscheibe über dem Kopf Amenophis’ IV. mit den Lebenszeichen am unteren Rand sind Vorboten eines Motivs, welches zu den bekanntesten in der Amarnazeit gehört: der Gott Aton dargestellt durch eine Sonnenscheibe, dessen Strahlen in Hände auslaufen und Lebenszeichen halten. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 206 (Kat.-Nr. 7).
Reliefblock mit den Kartuschen des Gottes Atons
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das allseitig bearbeitete Kalksteinstück zeigt die zwei Kartuschen des Aton im Relief. An der Oberseite und in einzelnen Hieroglyphen sind noch Reste roter Farbe zu erkennen. Wie der Name des Königs wurde auch der des Aton in Namensringen wiedergegeben. Die konsequente Schreibung des Gottesnamens in Kartuschen ist eine Besonderheit, welche seine Verbundenheit mit dem Königspaar verdeutlicht. Vergleichbar mit der Namensänderung Echnatons erfolgte im 9. Regierungsjahr auch die Umbenennung seines Gottes. Aton besaß einen lehrhaften Namen, der das Gotteskonzept Echnatons in komprimierter Form zusammenfasste. Das Relief gibt die frühe Version seiner Benennung wieder: „Es lebe Re-Harachte, der im Lichtland jubelt, in seinem Namen als das Licht, das in der Sonne ist“. Das Wort für „Licht“ ist dabei genauso wie der Begriff für den Luft-Gott „Schu“ geschrieben. In der veränderten späteren Form des Namens wurden die Götternamen Horus und Schu getilgt. So blieben einzig Aton und Re darin enthalten. Die Funktion dieses Objektes ist unklar. Möglicherweise diente es als Votivgabe oder Einlage. Aus: Taschner, L., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 236 (Kat.-Nr. 23).
Name der Königin Amanishakheto in Kartusche
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
An der Ostseite der meroitischen Pyramiden wurden Grabkapellen errichtet, auf deren Wänden sich die Besitzer abbilden ließen. Der Block stammt von der Außenseite des rechten Pylonturms der Pyramide der Königin Amansihakheto. Auf dem Sandsteinblock befindet sich die Kartusche mit ihrem Namen in meroitischen Hieroglyphen. In der Gesamtdarstellung steht die Königin beiderseits des Kapelleneingangs, hält vor sich ein Bündel von Gefangenen und setzt ihre Lanze auf deren Schultern. Die Kopfpartie ist auf dem dazugehörigen Block ÄM 2244 erkennbar, auf der die Königin um die eng anliegende Löckchenfrisur einen breiten Reif, ein Diadem, trägt. An diesem ist über der Stirn ein Schildring mit einem Widderkopf, eine Darstellung des Gottes Amun, befestigt. Auf dem Scheitel liegt ein Geierbalg, der wohl als Schmuck aus Goldblech zu verstehen. Vom Nacken zum Kinn ist ein schmales Band gespannt, das an der Wange zwei Uräusschlangen hält. (J. Helmbold-Doyé)