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Objekttyp: Rundbild (Figur-anthropomorph)
Statuette eines Mannes mit Opfertier
Vorderasiatisches Museum
Die männliche Statuette eines Opferträgers hält ein Opfertier im linken Arm und ein Messer in der erhobenen rechten Hand. Bekleidet ist sie mit einem kurzen Rock, der über der Hüfte gegürtet ist. Der linke Fuß ist leicht vorgestellt und die großen, flachen Füße sind zur Anbringung durchbohrt. Das Gesicht ist fein modelliert, wobei das Kinn und die Nase spitz hervorgezogen und die schräg gestellten Augenhöhlen sehr groß sind. Die miteinander verbundenen tief eingezogenen Augenbrauen liegen weit oben auf der flachen Stirn und müssen ursprünglich in einem anderen Material eingelegt gewesen sein. Die großen Ohren sind seitlich angesetzt. Der flache Körper ist wenig plastisch gestaltet, im Gegensatz dazu stehen die fein herausgearbeitete Rückenpartie und die Knie. Der Oberkörper ist nach vorne gebeugt. Insgesamt sind sowohl der Körper als auch die Extremitäten deutlich überlängt. Die Statuette ist im Hohlguss gefertigt und besteht aus fast reinem Kupfer mit einem geringen Arsen- und Bleianteil. [Helen Gries]
Statuette eines Mannes mit Opfertier
Vorderasiatisches Museum
Die männliche Statuette eines Opferträgers trägt ein Opfertier – wahrscheinlich ein Lamm – in der linken Hand. In der erhobenen rechten Hand hielt sie ursprünglich wohl ein Messer. Bekleidet ist sie mit einem etwa knielangen Rock, unter dem sich das Gesäß abzeichnet. Dieser ist mit einer plastisch herausgearbeiteten Kreuzschraffur und einem Fransensaum versehen. Auf dem Rücken ist noch das geknotete Gürtelende auszumachen. Die Oberfläche ist am Kopf stark beschädigt, sodass Details nicht zu erkennen sind. Erhalten haben sich noch die großen mandelförmigen Augen mit wulstiger Augenbraue und die flach am Kopf anliegenden Ohren. Auf dem kräftigen Oberkörper ist die Brust- und Schulterpartie leicht herausmodelliert. Unter dem Rock ragen zwei Stifte zur Anbringung der separat gefertigten Beine heraus, von denen sich nur eines erhalten hat. Die Statuette ist im Hohlguss gefertigt und besteht aus einer Zinnbronze. [Helen Gries]
Statuette eines Beters
Vorderasiatisches Museum
Die Statuette eines bärtigen Mannes lag in Versturzlage im Vorraum zur Cella des sog. archaischen Ischtar-Tempels von Assur. Der kahlköpfige Mann mit nacktem Oberkörper trägt einen dicken Rock, bei dem die kräftigen in mehreren Reihen geordneten Zotten an ein Schaffell denken lassen. Die Figur hat ihre Hände vor der Brust im Gebetsgestus ineinander verschränkt. Zusammen mit weiteren Fragmenten ähnlicher Kleinplastiken und anderen Kultgeräten gehörte die Statuette zum Kultinventar des Tempels. Die Statuetten von Betern standen wahrscheinlich auf kleinen Bänkchen in der Zella und verharrten stellvertretend für reale Personen vor dem Kultbild der Gottheit im immerwährenden Gebet. Die Deutung derartiger Figuren als Abbilder von Angehörigen des Hofstaates oder der Priesterschaft wird dadurch gestützt, dass mitunter auf Arm oder Rücken Name und Funktion des jeweils Dargestellten eingeschrieben waren. Obwohl die Statuette unvollständig und teilweise beschädigt ist, dürfte es sich um die Wiedergabe einer hochrangigen Person handeln. In der künstlerischen Ausführung fällt eine gewisse Diskrepanz zwischen der summarischen Wiedergabe des Tierfells und der Sorgfalt der Ausarbeitung des Kopfes auf. Wirkung und Ausdruckskraft der Statuette waren durch die einst farbig inkrustierten Augen, Brauen und Brustwarzen noch gesteigert. [Ralf-Bernhard Wartke]
Statue einer Beterin
Vorderasiatisches Museum
Diese rundplastisch gefertigte Figur zeigt eine weibliche Person in betender Haltung, eine sogenannte Beterstatuette. Sie ist mit einem kleinen eckigen Podest gefertigt, dessen vorderer Teil, inklusive Füße der Figur, abgebrochen ist. Die Figur trägt einen typischen knöchellangen Zottenrock, der die linke Schulter bedeckt und die rechte Schulter freilässt, auch die rechte Brust ist unbedeckt. Beide Arme sind angewinkelt mit gefalteten Händen vor dem oberen Bauchbereich. Leider sind beide Hände sowie der rechte Arm nicht mehr erhalten. Die Figur zeigt lange Haare mit Mittelscheitel und betonten Haarsträhnen, die zu einer voluminösen Frisur gebunden sind. Das Gesicht ist leicht beschädigt, lässt aber noch Details des Mundes und der Augenbrauen erkennen. Zusätzlich sind tiefe Augenhöhlen erkennbar, in denen sich einst Augeneinlagen aus anderem Material befanden. [Christine Kainert]
Terrakotte einer stehenden nackten Frau
Vorderasiatisches Museum
Die Figur ist vollständig erhalten und zeigt eine unbekleidete, weibliche Figur. Die Arme sind angewinkelt und die Hände mit angedeuteten Fingern unter den Brüsten positioniert. Der Oberkörper ist brettförmig gestaltet mit breiten, abgerundeten Schultern. Dagegen ist der Unterkörperin Form eines spitzwinkligen Dreiecks geformt, mit einer fuß-ähnlichen Standfläche am unteren Ende. Der Hintern ist sehr plastisch gestaltet, eine Beinteilung ist nur auf der Rückseite durch eine tiefe vertikale Kerbe angegeben. Die Ränder der aufgesetzten Brüste sind nicht verstrichen und die Brustwarzen sind durch Einstiche markiert. Darüber hinaus ist der Schambereich als Dreieck mit Schamspalte gestaltet. Auf der Vorderseite ist die Schulterpartie sowie der Unterkörper durch eine Kammstichelung verziert. Zusätzlich sind am Hals vier eingekerbte Striche als Schmuck sichtbar. Der Kopf ist mit einer großen Nase und scheibenförmigen Augen angegeben, während die Ohren halbrund vorgezogen und zweifach durchbohrt sind. Schließlich ist ein oval geformter und mit Strichen verziertes Stirnband zu erkennen, während am Hinterkopf ein weit abstehender dreieckiger Kamm zu erkennen ist. [Evelyn Klenger-Brandt]
Kopffragment einer Beterin
Vorderasiatisches Museum
Das fein gearbeitete Kopffragment gehört zu einer weiblichen sog. Beterstatuette und wurde am Eingang der Cella des Ischtar-Tempels von Assur gefunden. Der Kopf wird von einem gewickelten Tuch verhüllt, darunter treten deutlich noch Haarsträhnen hervor. Die Augen und die geschwungenen Augenbrauen waren ursprünglich eingelegt, während die Ohren kaum ausgearbeitet sind.
Fragment einer stehenden, nackten weiblichen Terrakotte, die sich die Brüste hält
Vorderasiatisches Museum
Mann mit Stab
Vorderasiatisches Museum
Die Inschrift auf dem Rücken lautet: "Komm herein, Wächter des Guten! Geh hinaus, Wächter des Bösen!"
Gott mit wassersprudelndem Gefäß
Vorderasiatisches Museum
Männliche Götterfigur mit wassersprudelndem Gefäß. Das Gesicht zeigt eine plastische Modellierung der geraden Brauen, der gewölbten, dünn umrandeten Augen und der Nase mit den eingedrückten Nasenlöchern. Die Wangen werden von einem getreppten, einfach stilisierten Vollbart bedeckt, der glatt bis auf die Brust herabfällt; die fein geschwungenen Lippen sind ausrasiert, so daß der geschlossene Mund gut zu erkennen ist. Das Haar fällt hinter den sorgfältig ausgeformten Ohren wulstartig in den Nacken. Die Arme sind nach vorn angewinkelt und halten ein übersprudelndes Gefäß in Händen, das einen länglichen Hals mit ausbiegenden, zweifach profiliertem Rand besitzt. Der unverhüllte Oberkörper, insbesondere die muskulösen Schultern, die Oberarme und die Finger der rechten Hand sind durch eine sehr qualitätvolle Wiedergabe gekennzeichnet; die Wirbelsäule ist der Länge nach eingetieft. Unter der Kopfbedeckung mit dem einzelnen, nach vorn gebogenen Hörnerpaar kommen noch die mehrfach gestuften Stirnhaare zum Vorschein. Rote Farbreste weisen auf eine flächendeckende Bemalung der Oberfläche hin. [Nadja Cholidis]
Liegende Frau
Vorderasiatisches Museum
Diese unbekleidete Frauenfigur ist in arabeskenhafter Stilisierung auf der Seite liegend dargestellt. Die mädchenhaft wirkende Gestalt ist durch eine sehr gute Modellierung der Rückenpartie gekennzeichnet, die sich insbesondere durch eine fein geschwungene Rückenlinie auszeichnet. Die unteren Extremitäten sind oberhalb der Knie abgebrochen.
Kopffragment einer Beterin
Vorderasiatisches Museum
Das Kopffragment gehört zu einer weiblichen sog. Beterstatuette und wurde im Ischtar-Tempel von Assur gefunden. Der Kopf wird von einem aufwendig gewickelten Tuch verhüllt, unter dessen Rand noch Reste der Frisur zum Vorschein kommen. Die Augen waren in einem anderen Material eingelegt, von dem sich aber nur die Augäpfel aus Perlmutt erhalten haben. Die Pupillen müssen ursprünglich ebenfalls eingelegt gewesen sein. Die Durchbohrungen in beiden Ohrläppchen belegen, dass das Bildnis auch separat gefertigte Ohrringe trug. Die Augenbrauen sind relativ grob im Relief ausgeführt.
Statuette des Ur-ningirsu von Lagaš
Vorderasiatisches Museum
Die Identität der kleinformatigen Figur eines bärtigen Mannes ist durch die Keilinschrift auf ihrem Rücken gesichert: „Für Gott Ningizzida, seinen Gott, von Ur-ningirsu gestiftet, dem Priesterfürsten von Lagasch, Sohn des Gudea, des Priesterfürsten von Lagasch“. Aus dem Text geht hervor, dass der Herrscher selbst sein Abbild dem Tempel geweiht hat – in beständiger Verehrung des Ningizzida, einer sumerischen Gottheit mit chthonischen Aspekten (er ist Gott der Unterwelt und zugleich einer der Bewacher des Himmelstores). Erhalten ist von der Statuette nur der Oberkörper, Nase und der Mund inmitten des langen Vollbartes scheinen wie mit Absicht beschädigt worden zu sein. Der Herrscher trägt ein glattes Gewand mit verzierter Borte, die rechte Schulter ist frei. Die ineinander gelegten Hände zeigen Ur-ningirsu im Betergestus. Die Formensprache der Statuette entspricht jener der neusumerischen Rundplastik. Dazu zählen einerseits das volle Haar in seiner klischeehaften Auflösung in Einzellocken, die kräftigen Brauen mit gestrichelter Binnengliederung und die schematischen Gewandfalten sowie andererseits das lebendig modellierte Gesicht und die sanft gerundeten Körperpartien. Durch eine sorgfältige Oberflächenpolitur des harten Steins, die Lichteffekte erzeugt, wird die Plastizität der Statuette noch gesteigert. [Ralf B. Wartke]
Kopf einer Männerstatuette
Vorderasiatisches Museum
Obwohl er aus unbekanntem Fundkontext stammt, ist die Datierung des etwa halblebensgroßen Kopfes in die sog. neusumerische Zeit (um 2150–2000 v. Chr.) gesichert. Die ikonographische Ähnlichkeit mit Darstellungen des Priesterfürsten des Stadtstaates von Lagasch-Girsu, Gudea, grenzt die Zeitstellung des Kopfes auf die Frühphase der neusumerischen Zeit ein, in der eine große Zahl hervorragender rundplastischer Arbeiten geschaffen wurde. Möglicherweise gehört der Kopf des Mannes mit glatt rasiertem Schädel zu einer der zahlreich erhaltenen Gudea-Skulpturen. Die Kahlköpfigkeit ist nicht nur ein Merkmal der Zeitstufe, sondern auch ein Hinweis darauf, dass die Statuette einen Priester darstellt – eine Funktion, die der Herrscher zugleich mit seiner Rolle als weltliches Oberhaupt bekleidete. Die eigenständigen Stilmerkmale, welche die Plastiken der frühen neusumerischen Periode auszeichnen, sind von einem gewissen Naturalismus geprägt, der allerdings die Qualität der akkadischen Zeit (um 2350–2150 v. Chr.) nicht ganz zu erreichen vermag. Trotz seiner geringen Größe erweist sich das Kalksteinköpfchen als Meisterwerk der Bildhauerarbeit. Dies wird nicht nur im Kanon der Proportion, sondern auch in den fein geschnittenen Gesichtszügen mit einer sanft bewegten Oberfläche deutlich. Der Reiz des kleinen Köpfchens beruht nicht zuletzt auf dem Wechsel von den durch besondere Plastizität betonten Bereichen des Gesichtes – Ohren, große Augen mit den sich kräftig wölbenden Brauen, markantes Kinn – und den zart und weich modellierten Wangenpartien. Insbesondere in der unteren Gesichtshälfte mit der schmalen Nase und dem Mund mit beinahe sinnlich wirkenden Lippen sind die ganz persönlichen Merkmale des Mannes betont, wobei die gestalterische Kraft des Künstlers in der Profilansicht erlebbar wird. [Ralf-Bernhard Wartke]
Knabe mit Dreizipfelfrisur
Vorderasiatisches Museum
Diese Hohlterrakotte wurde aus mehreren Teilen zusammen gesetzt, auf der Innenseite können teilweise noch Fingerabdrücke ausgemacht werden, welche von der Fertigung stammen. Der Körper weist auf der Oberfläche Reste eines weißen Maluntergrundes sowie rote Farbreste auf. Das kindliche Gesicht ist durch eine sorgfältige Bearbeitung gekennzeichnet. Die flach modellierten Augen wurden von fein gewölbten Brauen überschattet, die an der Nasenwurzel spitz zusammentreffen und in eine vorstehende Stupsnase übergehen. Die weiche Rundung der Wangen wird durch die angedeutete Nasalfurche noch verstärkt, der kleine Mund ist geöffnet, das von der Unterlippe abgesetzte Kinn rund und schwer gestaltet. Das strähnige dicht am Kopf anliegende Haar wird zu drei Zöpfen zusammengefasst, die an den Seiten bis auf Ohrhöhe herabhängen und in der Mitte auf dem Scheitel aufliegen. Unterhalb der Ohren sind zwei knopfartige Ohrringe nachgebildet. Der Rumpf ist an der rechten Körperseite aufgebrochen und die rechte Brust ist stark bestoßen. Der Körper ist insgesamt durch eine sehr gute Modellierung des Mittel- und Unterbauches, der Lenden, der Gesäßbacken un der Genitalien gekennzeichnet. Der Nabel ist kreisrund eingedrückt. Das Kind ist nur mit einem Überwurf bekleidet, der an der rechten Schulter von einer runden Spange gehalten wird und in bogenförmigen Falten über die linke Brust und den Rücken fällt. Der rechte, leicht gekrümmte Unterarm hält einen kleinen, runden Gegenstand in der Hand. Die Finger sind ausgestreckt und der Daumen schwach abgespreizt. Ein schmaler Armreif schmückt das Handgelenk. Die beiden unterschiedlich großen Beine sind sehr einfach geformt und die Zehen wurden nicht ausgeformt.
Weibliche Gewandstatuette mit kindlichem Lautenspieler
Vorderasiatisches Museum
Die großformatige Frauengestalt ist mit einem Überwurf und einem faltenreichen Chiton bekleidet, der bis über die Füße fällt. Der dicht gefältelte Mantelstoff, der die Konturen des Körpers und die Haltung der Arme nachzeichnet, war ursprünglich blau bemalt; das Stoffende wird um die linke Hand geschlungen und reicht bis zur Schulter des Kindes. Der rechte Arm ist in die Seite gestützt, der linke hängt lang herab. Der Hüftschwung, der sich aus der offenen Schrittstellung ergibt, wird durch die Anordnung der Falten noch verstärkt. Während das Standbein von dem locker fallenden Stoff des Untergewandes verhüllt wird, kommt das linke Knie zwischen den Falten zum Vorschein. Neben der Frau steht ein Knabe, der auf einer Langhalslaute spielt. Das leicht zur Seite geneigte Köpfchen, das mit einer Binde oder einem Kranz bekrönt ist, läßt an den Stellen, wo der dick aufgetragene Malgrund abgeplatzt ist, noch eine feine Modellierung der Augen und der Nase erkennen. Die kleine Figur ist mit einem gefältelten, knielangen Überwurf (Chlamys) bekleidet, der an der rechten Schulter verschlossen wird. Der weitgehend unverhüllte Körper zeigt kindliche Rundungen an Bauch und Beinen; das Gewicht ruht auf dem rechten Fuß. Die Laute wird fast horizontal vor der Brust gehalten, wobei der Schallkasten in der rechten Armbeuge ruht. Während die Rechte die Saiten anschlägt, faßt die linke Hand an das untere Ende des Halses. Die nur auf Vorderansicht gearbeitete Plastik, die auf einer ovalen Basis aufgebaut ist, kann frei aufgestellt werden. [Nadja Cholidis]