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Objekttyp: Rundflachflasche
Museum Europäischer Kulturen
Rundflachflasche, diente zum Tragen von alkoholischen Getränken bei feierlichen Anlässen. Die Flasche ist mit halbkreisförmigen Ornamenten aus eingelegten Messingstreifen bedeckt. Das Gefäß fassen zwei Messingstreifen ein. Es ist aus Ahornholz, der Stöpsel und die vier kleinen Beine sind aus Birnbaumholz gedrechselt. Das Ornament, besonders das Kreuz in der Mitte der Flasche ist huzulischer Art und nach dem Muster in der Fachschule für Holzgewerbe in Wyznycia in der Nähe von Cerniwci/Czernowitz gemacht. Im Gegenstand sieht man einen großen Einfluss der Holzkultur der Nachbarn des Balkan. (Beine und Reifen). Seltene Schnapsflasche.
Hirtenflasche
Museum Europäischer Kulturen
Benutzte Holzflasche mit Schnur zum Festbinden; einer von vier Füßen ist abgebrochen. Diese Flasche aus dem Osten Bulgariens wurde im Rahmen der letzten von insg. fünf Sammelreisen gesammelt, die der Journalist Gustav-Adolf Küppers im Jahr 1939 unternahm. Küppers war u.a. im Auftrag der Abt. "Eurasien" (später Abt. "Europa") des damaligen Museums für Völkerkunde unterwegs. An mehreren Orten nahm er auch Wachswalzen für die Phonogrammabteilung des Museums auf. Zudem betätigte er sich im Zeichen der nationalsozialistischen Rassenpolitik: Für das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik fertigte er in vielen Dörfern Fingerabdrücke der Bewohner*innen an. Zudem machte er Portraitaufnahmen, die die vermeintlich typischen Physiognomien der Menschen zeigten und taxierten. Diese veröffentlichte er auch in nationalsozialistischen Periodika, wie "Volk und Rasse". Ein Hintergrund der Sammlungstätigkeit von Küppers war die Industrialisierung und Urbanisierung der Staaten Südosteuropas und die mit ihr einhergehende soziale und kulturelle Differenzierung. In der Landwirtschaft wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend Maschinen und Technisierung eingeführt, die die vorherigen Verfahren und Instrumente ablösten. Zugleich verliefen diese Prozesse gerade in Bulgarien eher schleppend; die technische Ausstattung der meisten Betriebe blieb schlecht und noch 1930 waren 74% der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Dennoch bestand eine wesentliche Motivation von Küppers in der Dokumentation eines - seiner Meinung nach - dem Aussterben geweihten bäuerlichen und dörflichen Zusammenlebens mitsamt seiner materiellen Kultur.