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Objekttyp: Sarkophag (Fragmente)
Fragmente vom Kasten eines zweizonigen Friessarkophags
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Fragmente stammen von der rechten Hälfte eines zweizonigen Sarkophagkastens. Die plastisch dekorierten Ränder sind noch erkennbar; den unteren schmückt eine Volutenranke, den mittleren ein Perlstab. Ganz links oben neben dem Perlstab sind noch die Reste zweier Kanneluren einer Muschel erhalten. In ihr befanden sich ursprünglich die Porträts der Verstorbenen. OBERE ZONE: Rechts neben der Porträtmuschel war die Berufung des Moses zum Führer der Israeliten auf ihrem Zug aus Ägypten dargestellt: Moses, bekleidet mit Sandalen, Ärmeltunika und Mantel, löst gerade die Sandale seines rechten, auf einen Felsen gestellten Fußes. Rechts daneben war eine Wunderszene Christi dargestellt: Christus, bekleidet mit Tunika und Mantel, streckte seine wohl segnende Rechte vor. UNTERE ZONE: Ganz links eine Schilfstaude und der Rest eines römischen Soldaten, bekleidet mit Tunika und Schultermantel; er zog ursprünglich das Schwert, um den links davon zu ergänzenden Paulus zu enthaupten. Rechts davon ist der Einzug Christi in Jerusalem dargestellt: Christus, bekleidet mit Ärmeltunika und Mantel, reitet auf einer Eselin; darunter Reste eines Füllens und ein Palmwedel. Links hinter ihm zwei Jünger, bekleidet mit Sandalen, Tunika und Mantel. Rechts neben Christus ein Baum; vor ihm breitet eine kleine Gestalt, bekleidet mit Tunica exomis, ihr Gewand aus. Ganz rechts unten die Reste eines sandalenbekleideten Fußes und eines nackten Kinderfußes. (Theun-Mathias Schmidt)
Jüdischer Sarkophag
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Relief der stark fragmentierten Kastenfront ist durch Palmen in fünf Bildfelder gegliedert. Im Mittelfeld ist ein siebenarmiger Leuchter (Menorah) dargestellt, dessen vier untere Arme erhalten sind. Ein im Jahr 2001 in der Katakombe aufgefundenes, zugehöriges Fragment zeigte die oberen drei Leuchterarme. Es gilt heute jedoch als verschollen. In den sich anschließenden Bildfeldern sind jüdische Kultgeräte – Widderhorn (Schofar), Palmzweig (Lulaw) und Zitrusfrucht (Etrog) – dargestellt. Hinzu kommen in den äußeren Bildfeldern zwei kreisförmige Gebilde, die bislang als Teller oder liturgische Brote (Matzen) gedeutet wurden. Wie eine Zeichnung von Raffaele Garrucci belegt, waren die Nebenseiten des Kastens ursprünglich mit je einem Greifen dekoriert. Heute deuten lediglich ein Vorderfuß bzw. ein Vorderbein auf seitlich eingepassten Fragmenten auf die Greifen hin (siehe Schmidt 2018). Der Inhaber des Sarkophags wird aufgrund der dargestellten jüdischen Symbole sicher Jude gewesen sein. (Ehler 2017)