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Objekttyp: Schmuck (Kleinkunst)
Harpokrates auf einer Gans reitend
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Stück zeigt Harpokrates auf einer Gans sitzend. Als Zeichen eines Kindes sind sowohl die rechtsseitig eingerollte Haarsträhne als auch der Gestus des an die Unterlippe gelegten rechten Zeigefingers zu verstehen. Auf dem Kopf trägt er die Doppelkrone, und in seinem linken Arm hält er ein Füllhorn. Der Gott Harpokrates erscheint hier in hellenisierender Ikonografie mit reduzierten ägyptischen Bildformeln wie Doppelkrone, Finger und Seitenlocke, die für Terrakotten der römischen Kaiserzeit typisch sind. Mit einem Füllhorn als Attribut tritt Harpokrates als Überbringer der Fruchtbarkeit auf. Seine Verbindung zur Gans ist noch nicht zufriedenstellend geklärt; vielleicht steht das Tier mit seiner ägyptischen Lesung der Hieroglyphe „Sohn“ für den familiären Status des Harpokrates, dem Kind der Isis und des Serapis. (J. Helmbold-Doyé)
Jochgehänge aus Perlen mit aufgemalten Udjat-Augen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die dicke und schwere Perlenkette unterteilt sich in 11 Perlen mit Udjataugen-Bemalung und 24 Perlen mit der Darstellung jeweils einer Iris mit Pupille (so genanntes Fischauge). Eine weitere Perle tritt singulär auf und stellt ein Anch-Zeichen („Leben“ und „Macht“) zwischen zwei Was-Zeptern auf der einen und einen Djed-Pfeiler („Stabilität“ und „Macht“) umgeben von zwei Was-Zeptern auf der anderen Seite dar. Die Kette wurde im Stall des Hauses N 51.3 gefunden und von Ludwig Borchardt als eventueller „Pferdeschmuck?“ bezeichnet. Nach Ulrich Hofmann handelt es sich um ein Jochgehänge, welches in der Keilschriftkorrespondenz mit dem Fürsten Tuschratta als „maninnu sa sisi“ („Kette für Pferde“) bezeichnet wird. Eine große Rolle spielte bei diesem Objekt die symbolische Funktion des Auges, das den Träger, in diesem Falle das Pferd, schützen und ihm Gesundheit schenken sollte. Als gesichert kann dabei die moderne Rekonstruktion mit den aneinandergereihten so genannten Udjataugen gelten. Dabei handelt es sich im übertragenen Sinn um das Auge des Horus, welches ihm gewaltsam von seinem Widersacher Seth entfernt worden war. Im Mythos heilt der Mondgott Thot das Auge, weshalb es als „udja“ – „gesund/heil“ bezeichnet wird. Seither wurde es als Schutz- oder Heilamulett getragen. Die Iris mit Pupille ist hingegen ein selteneres Motiv. Zum Schutz ihres Inhalts erhielten z. B. Glasgefäße ein derartiges Augenmuster, was aber vermutlich schlicht aus der einfachen Herstellungsweise resultiert. Runde Kreise waren weniger aufwendig in Glas zu fertigen als die vielen Biegungen des Horusauges. Fragmente solcher Gefäße sind im Ägyptischen Museum Berlin mit den Nummern ÄM 22091, 25558, 36762 und 36772 vertreten. Die Perle mit den Darstellungen des Anch, des Was-Zepters und des Djed-Pfeilers sollte dem Träger hingegen Lebendigkeit, Macht und dauerhafte Stärke verleihen, was für ein im Krieg eingesetztes Pferd unabdingbar war. Somit bildete das Jochgehänge nicht nur einen ansehnlichen Schmuck, der an der Seite des Pferdegeschirrs befestigt war, sondern war gleichermaßen ein Schutzamulett, welches den Träger und somit auch seinen Herrn stärken und ihm Macht verleihen sollte. Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 214 (Kat.-Nr. 12).
Schildring mit dem widderköpfigen Gott Amun und sechs tropfenförmigen Anhängern
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
In der Mitte des Schildrings befindet sich der massiv gegossene Widderkopf des Gottes Amun mit einer Zweifederkrone. Diese besteht aus hohen Falkenfedern hinter einer Sonnenscheibe auf dem gedrehten Widdergehörn ergänzt um drei Uräusschlangen, die ihrerseits verschiedene Kronen tragen. Um den Hals sowie über den Ohren hängen mehrere Ketten. Der stilisierte Schulterkragen ist zudem mit verschiedenartigen Ketten geschmückt, die zudem mit blauer und grüner Glaspaste ausgefüllt sind. Am unteren Rand sind Ösen aufgelötet, durch die ein Draht läuft, an dem kleine Nachbildungen von Muscheln hängen. Bei dem widderköpfigen Gott handelt es sich um einen der mächtigsten Götter des Südens, der über Jahrhunderte hinweg in den Reichen von Napata und Meroe verehrt wurde. (J. Helmbold-Doyé)
Schildring mit dem löwenköpfigen Gott Apedemak
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Ring mit dem plastisch ausgearbeiteten Löwenkopf, auf dem eine hemhem-Krone sitzt, gehört zu einer Gruppe von insgesamt neun Schildringen, die im Grab der Königin Amanishakhetho gefunden wurden. Es handelt sich hierbei um ein Abbild des meroitischen Gottes Apedemak, der zu dieser Zeit sehr populär war. Er trägt zwei Halsketten, von denen eine aus kugeligen Perlen besteht. Kugelketten wurden in Nubien über Jahrtausende von hoch gestellten Persönlichkeiten, Mitgliedern der Königsfamilie oder Göttern getragen. Bemerkenswert ist die detaillierte Ausarbeitung des Rings, die im Bereich der Krone und dem breiten, halbkreisförmigen Brustschmuck um blaue und grüne Einlagen aus Glas ergänzt sind. (J. Helmbold-Doyé)