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Objekttyp: Schnitzerei
Ethnologisches Museum
Karteikarte : Hölzerne Kopfplastik Der Kopf - wie es scheint, hat man ihn von einem größeren Stück abgetrennt - zeigt die natürliche Farbe des dunkelbraunen, haten Holzes. Grob und eckig geschnitzt, ist das Gesicht sehr ausdrucksstark. Die nach unten geneigte Fläche seiner oberen Hälfte besitzt dir Form eines Dreiecks, das längs der Halbierenden von dem in der Profillinie gekrümmten Grat des Nasenrückens durchmessen wird, während seine Spitze mit der Spitze der weit hervortretenden Nase identisch ist. Das Nasenseptum weist eine Durchbohrun auf. Die Ränder der Nasenlöcher sind verdickt. An der Basis des Dreiecks liegen unterhalb der niedrigen Stirn die Augen, mandelförmige, eine tiefe, lange, die Lidspalten wiedergebende Einkerbung enthaltende Erhabenheiten, deren Spitze mit dem äußeren Augeenwinkel zusammenfällt. Winkelförmige Leisten stellen die Lippen des das spitze Kinn einnehmenden Mundes dar, in dessen Öffnung die Zunge zum Vorschein kommt. Ohren fehlen.
o.T. [Röhrender Hirsch]
Museum Europäischer Kulturen
Röhrender Hirsch auf länglicher Bodenplatte mit abgeschnittenem Baumstumpf und breitem Geweih. Grob geschnitzt.
Schnitzwerk, Bruchstück (Blume)
Museum Europäischer Kulturen
Offenbar ist das Holz im Laufe der Zeit stark nachgedunkelt; lt. Karteikarte sind die Blumen in goldener Farbe. Der Sammler Gustav-Adolf Küppers-Sonnenberg sammelte das Objekt im Juni 1939 im thrakischen Strandža-Gebirge südlich von Burgas am Schwarzen Meer. Dies geschah im Rahmen der letzten seiner insgesamt fünf Sammelreisen auf dem Balkan. Sammelorte waren dabei vor allem die Ortschaften Brodilovo, Zarevo (früher auch unter dem griechischen Namen "Wasiliko" bekannt) und Balgari (früher auch unter dem griechischen Namen "Vurgari" bekannt). Einige seiner Fotos von diesem Teil der Reise befinden sich auch in der Fotosammlung des MEK (VIII Eu 3750-3827). Küppers war u.a. im Auftrag der Abt. "Eurasien" (später Abt. "Europa") des damaligen Museums für Völkerkunde unterwegs. An mehreren Orten nahm er auch Wachswalzen für die Phonogrammabteilung des Museums auf. Zudem betätigte er sich im Zeichen der nationalsozialistischen Rassenpolitik: Für das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik fertigte er in vielen Dörfern Fingerabdrücke der Bewohner*innen an. Zudem machte er Portraitaufnahmen, die die vermeintlich typischen Physiognomien der Menschen zeigten und taxierten. Diese veröffentlichte er auch in rassistischen Periodika, wie "Volk und Rasse". Die Lieferung aus Burgas ging nach längerer Wartezeit am 20.7.1939 am Hafen von Burgas ab und traf am 5.9.1939 über Hamburg in Berlin-Dahlem ein, vgl. Spedition "Intercontinentale" an Museum für Völkerkunde, in: Archiv des EM der SMB, I/MV 1361, pag. 182. Fast 20 Jahre nach der Reise publizierte Küppers seine Eindrücke von diesem Teil der Reise, vgl. G. A. Küppers-Sonnenberg, Bei den Feuertänzern (Nestinari) im bulgarischen Strandschagebirge, Zeitschrift für Ethnologie 81, 1 (1956), 118-123. Seine Tochter Heimtraut beschrieb diesen Teil der Reise in ihrem Reisetagebuch, vgl. Einträge ab 3.6.1939 (MEK, Ident.-Nr. N (62 F) 2/2023)
Schnitzwerk, Bruchstück (Stern)
Museum Europäischer Kulturen
Urspr. gelber Holzstern; laut Karteikarte "gut erhalten"; heute ohne Farbe und stark abgerieben. Der Holzstern stammt aus dem Osten Bulgariens und wurde im Rahmen der letzten von insg. fünf Sammelreisen gesammelt, die der Journalist Gustav-Adolf Küppers im Jahr 1939 unternahm. Küppers war u.a. im Auftrag der Abt. "Eurasien" (später Abt. "Europa") des damaligen Museums für Völkerkunde unterwegs. An mehreren Orten nahm er auch Wachswalzen für die Phonogrammabteilung des Museums auf. Zudem betätigte er sich im Zeichen der nationalsozialistischen Rassenpolitik: Für das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik fertigte er in vielen Dörfern Fingerabdrücke der Bewohner*innen an. Zudem machte er Portraitaufnahmen, die die vermeintlich typischen Physiognomien der Menschen zeigten und taxierten. Diese veröffentlichte er auch in nationalsozialistischen Periodika, wie "Volk und Rasse". Ein Hintergrund der Sammlungstätigkeit von Küppers war die Industrialisierung und Urbanisierung der Staaten Südosteuropas und die mit ihr einhergehende soziale und kulturelle Differenzierung. In der Landwirtschaft wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend Maschinen und Technisierung eingeführt, die die vorherigen Verfahren und Instrumente ablösten. Zugleich verliefen diese Prozesse gerade in Bulgarien eher schleppend; die technische Ausstattung der meisten Betriebe blieb schlecht und noch 1930 waren 74% der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Dennoch bestand eine wesentliche Motivation von Küppers in der Dokumentation eines - seiner Meinung nach - dem Aussterben geweihten bäuerlichen und dörflichen Zusammenlebens mitsamt seiner materiellen Kultur.