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Objekttyp: Schreibtisch
Schreibtisch für die Postsparkasse Nr. 8159/1
Kunstgewerbemuseum
Otto Wagner entwarf den Schreibtisch für den Bau der Postsparkasse in Wien, die als sein ästhetisches und technisches Meisterwerk gilt. Unter der Verwendung neuester Werkstoffe wie Stahlbeton und Aluminium schuf er eine zeitgemäße Formensprache für die veränderten Bedürfnisse und Anforderungen der Jahre um 1900. So wurde den neuen Errungenschaften entsprechend die Schalterhalle mit Dampf beheizt, ebenso wie deren Glasdach, um es von Eis und Schnee freizuhalten. Das Modell des Schreibtisches mit Aufsatz war für die Großraumbüros vorgesehen und ist entsprechend einfach ausgestattet. Das Dekor beschränkt sich auf Aluminium, das sich effektvoll vom dunklen Ton des Holzes absetzt und konstruktive Details betont. Wagner wählte strapazierfähiges Linoleum für die Tischplatte. Den Werkstoff Aluminium, den er bei den Möbeln gebrauchte, um neben der Verzierung und Verdeckung von Schrauben, auch Gebrauchsspuren zu vermeiden, setzte er ähnlich im Gebäude großflächig bei Türbeschlägen, Beleuchtungskörpern, Heizungsgittern oder Pfeilerverkleidungen ein. Nicht zuletzt bevorzugte er Aluminium als sichtbares Metall, da es nicht geputzt zu werden braucht. Der Schreibtisch entspricht in seiner Materialität und schlichten Form ganz Otto Wagners Grundsätzen für die Innenausstattung der Postsparkasse, die Einfachheit mit praktischer Solidität verbinden und ohne Reparaturen und Aufwand sauber zu halten sein sollte. STh
Kleiner Schreibtisch mit Galerie
Kunstgewerbemuseum
Die Wirkung des Tisches ist kostbar, denn er ist bei seinem kleinen Format reich mit vergoldeten Bronzen geschmückt, die mit dem kostspieligen Mouchté-Mahagoni kombiniert sind, das nicht nur die Platte, sondern auch die Seiten des Tischkastens bedeckt. Dabei besteht ein besonderer Bezug zwischen dem Mahagoni und der Lackoberfläche. Das zunächst einheitlich schwer und dunkel erscheinende Holz gewinnt mit dem transparenten Lack und dem Alter erheblich an Leben und nimmt in der Pore einen goldenen Schimmer an. Die fein polierte Oberfläche der Roentgenmöbel bestach schon die Zeitgenossen durch ihre Härte und klare Transparenz. So wurde 1779 ein in Paris vorgestellter Mahagonitisch aus der Manufaktur für seine Oberfläche gerühmt, die nicht nur dem Augenschein nach, sondern auch bei der Berührung die perfekte Illusion von Marmor erwecke. Der Tisch ist ein gutes Beispiel für das hohe technische Niveau der Manufaktur. Die Verwendung abschraubbarer Beine gehörte schon seit der zweiten Hälfte der 1760er Jahre zum Repertoire der vom überregionalen Absatz abhängigen Produktion. So heißt es in einer um 1770 verfassten Beschreibung zu einem Spieltisch: „Die Füße, welche in der Kiste bey dem Tisch liegen sind marquirt und dürfen nur nach dem Zeichen eingeschraubt werden (…).“ In die Beine wurden durch Muttern gekonterte Metallgewindestangen eingelassen, die einen bis heute festen Sitz der Beine garantieren. Besondere Raffinesse gilt der Tischplatte, denn wegen der unter ihr eingeschobenen Tablare und Schubkästen bleibt nur wenig Raum für ihre sichere Befestigung am Tischkasten und ihre dauerhafte Sicherung gegen das Verwerfen. Sie wird daher mit einem Halterungssystem, das modernen Schrankverbindern gleicht, auf die Eckpfosten des Zargenkastens aufgeschoben und mit einer Schraube gegen das Verrutschen fixiert. Um das Werfen der dünnen Tischplatten zu verhindern, sind die umlaufenden Messingkanten auf den Stirnseiten wesentlich massiver ausgeführt und 20 mm tief in das Holz eingelassen und festgeschraubt. ASt