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Objekttyp: Sepulkralplastik
Grabrelief eines Knaben
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der mit einer langen Kindertunika bekleidete Knabe sitzt mit angewinkeltem rechten und unterschlagenem linken Bein auf einem Kissen innerhalb einer Nische, deren Umrahmung teilweise weggebrochen ist. Das Sitzmotiv begegnet in Ägypten häufig in Darstellungen des Kindes Harpokrates. In seiner Rechten hält der Knabe eine große Traube, in der Linken einen Vogel. Beide Attribute galten als Attribute des Lebens. Im Gegensatz zur verkümmerten Wiedergabe des Körpers steht das große Antlitz mit den weit geöffneten Augen. Haar, Gesicht, Gewand und Attribute sind mit zarten Farben bemalt und durch dunklere Striche akzentuiert. Das Grabrelief gehört zu einer charakteristischen Gruppe, die in der mittelägyptischen Stadt Oxyrhynchos (Behnasa) gefertigt wurde. Untersuchungen haben ergeben, dass die heutige Bemalung des Oberkörpers inklusive der eingekerbten Faltenstruktur des Gewandes modern ist. Überarbeitungsspuren sind auch im Bereich um den Vogel festzustellen. Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 32-33, Nr. 11 (Cäcilia Fluck 2017)
Grabplatte
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Platte, die mittels zweier Handgriffe bewegt werden konnte, trägt eine griechische Inschrift. Übersetzt lautet sie ,,Werk des Martinianos und seiner Amme Bassa, das sie sich hergerichtet haben". Das Relief zeigt Kreuze, Palmetten, einen Hirten mit Hunden und eine Rinderherde. Ein Hund knurrt eine kauernde Wildkatze an. Wortlaut und Formular der Inschrift sind typisch für Grabinschriften. Ebenso ist die Hirtenthematik im Grabzusammenhang häufig, wenn auch meist Schafe gehütet werden. Bei der Tonplatte handelt es sich also wohl um einen Grabverschluss. Handgriffe ermöglichten ein bequemes Verschließen oder Wideröffnen im Fall einer zweiten Belegung.
Stele mit Inschrift
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Stele aus Marmor trägt auf der Schauseite eine griechische Inschrift. Diese überfängt ein Architrav, der auf zwei schlanken Säulchen mit trapezförmigen Kapitellen ruht. Die Kapitelle zieren geometrische Muster. Über dem Architrav schließt eine eingetiefte Zone an, die in der Mitte ein ornamentales Relief dekoriert. Dieses verbindet den Architraven mit einem darüberliegenden Streifen mit einem Rautennetz. Nur einseitig links erhalten, flankiert darüber ein viertelkreisförmiges Akroterion einen Giebel. Darin rahmen zwei Dreiecke eine stilisierte Blüte.