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Objekttyp: Sitzfigur
Sitzfigur vom Grabmal des Grafen Friedrich Wilhelm von Arnim in Boitzenburg
Alte Nationalgalerie
Ursprünglich war das Grabmal in einem mausoleumsartigen Rundtempel auf dem Familiensitz des Grafen und Staatsministers Friedrich Wilhelm von Arnim in Boitzenburg aufgestellt. Nur eine bescheidene Inschrift verweist auf den Verstorbenen, konzentrierte der Bildhauer die Darstellung doch ganz auf das stille Gedenken der trauernden Witwe. Ihre porträthaften Züge kombinierte Schadow mit zahlreichen symbolischen Details. Hierzu gehört außer dem Hund auch der Myrtenkranz als Zeichen ehelicher Treue und einer über den Tod hinausreichenden Liebe. | Yvette Deseyve
Susanna
Alte Nationalgalerie
Das alttestamentarische Buch Daniel berichtet von Susanna, der Frau eines wohlhabenden Babyloniers. Die Tugendhaftigkeit der als wunderschön beschriebenen jungen Frau wird in der biblischen Geschichte auf eine harte Probe gestellt. Zwei betagte Richter beobachten sie beim Bade und drängen sie zum Geschlechtsverkehr. Als sie sich standhaft weigert, verleumden die beiden Alten sie und versuchen, sie hinrichten zu lassen. Der unerschütterliche Glaube Susannas bringt ihr letztendlich Gerechtigkeit. Die Geschichte der Susanna wurde zu einer in der Kunstgeschichte vielfach dargestellten Parabel auf Gottesfurcht und integres Verhalten. Der Reiz einer künstlerischen Umsetzung bestand nicht zuletzt auch in der Möglichkeit, eine erotisch konnotierte, auf sinnliche Reize zielende Bildfindung zu gestalten. Reinhold Begas konzentrierte sein Werk ganz auf die Susanna und entschied sich gegen die kunsthistorische Tradition einer Figurengruppe. Allein die Körperwendung, der Blick und das Überstreifen des schützenden Tuchs deuten auf die Anwesenheit der beiden Alten hin. Das eigentlich zum Verbergen der Nacktheit gedachte Tuch entwickelt Begas gleichsam zur Präsentationsfläche des sinnlichen Körpers. Mit dieser Inszenierung des voyeuristischen Blicks zieht der Bildhauer den Betrachter selbst in das unerlaubte Geschehen hinein. | Yvette Deseyve
Phryne
Alte Nationalgalerie
Motiv und Komposition der Statuette zeigen noch deutlich Tuaillons Herkunft aus der neobarocken Berliner Bildhauerschule um Reinhold Begas, in dessen Meisteratelier er tätig war. »Phryne«, die dem antiken Bildhauer Praxiteles für die erste lebensgroße weibliche Aktdarstellungen der Antike Modell gestanden haben soll, war ein beliebtes Motiv der Gründerzeitbildhauer. Die Darstellung ihrer außergewöhnlichen Schönheit war beliebter Anlass für eine gefällige, gut verkäufliche Aktdarstellung. | Yvette Deseyve
Muttergottes
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der etwas irritierende Eindruck vieler nicht zusammenpassender Elemente ergibt sich aus dem Umstand, dass wir es mit einer wahrscheinlich in der frühen Neuzeit (Anfang 17. Jh.?) zu einer thronenden Maria mit Kind veränderten ursprünglichen Anna Selbdritt zu tun haben. (Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen und im Alpenraum 1380 bis 1440. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2019)