108 Ergebnisse
Objekttyp: Statuette (Rundbild)
Anubis Imperator als Harpunier
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Bei den Götterfiguren gleich ist die nicht aus dem pharaonischen Kulturkreis entlehnte Kleidung sowie die Körperhaltung mit Stand- und Spielbein. Bekleidet sind sie mit einem Panzer und Mantel, der Idiom eines römischen Offiziers ist, neben einem Militärgürtel, dem cingulum militare. Ursprünglich dürften die heute abgebrochenen Füße mit Sandalen bekleidet gewesen sein. Als genuin ägyptisch können die Tierköpfe in Kombination mit einem Kronenansatz bei Anubis (a) bzw. die Sonnenscheibe bei Apis (b) zwischen den Ohren verstanden werden. In ihrer Rechten hielten sie ursprünglich eine Lanze. Sie erscheinen in der Pose eines siegreichen römischen Kaisers. In Bezug auf den ägyptischen Pharao, dessen Aufgabe es war, die Maat im Lande zu erhalten und das Böse abzuwehren, sind die Götter hier Krieger und Verteidiger zugleich. Der schakalköpfige Anubis und der stierköpfige Apis können als Verteidiger der Leiche des Gottes Osiris und Beschützer der Toten angesehen werden. Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei den Figuren um Votive aus einem Tempel oder Grab. (J. Helmbold-Doyé)
Statuette der Göttin Isis-Aphrodite
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Bei der Statuette handelt es sich um eine qualitätvolle und zugleich große Bronzefigur, die eine Mischung von ägyptischen und griechischen Elementen zeigt. Auf dem Scheitel befand sich ursprünglich eine Krone, von der nur noch der Aufsatz erhalten ist. In dem Vogel lässt sich nicht, wie sonst üblich, ein Geier erkennen, sondern eine Taube. Der auf der Brust verknotete Fransenmantel weist sie als Isis aus. In der ehemals vorgestreckten Rechten kann eine sich aufbäumende Schlange sowie in der Linken eine Situla ergänzt werden. Auf Grund der Taube kann diese Figur als ein Abbild der Göttin Isis-Aphrodite angesprochen werden. (J. Helmbold-Doyé)
Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt. Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte (Jan Moje)
Statuette einer kahlköpfigen Frau in Leinenstoff gewickelt, mit zwei Vierfach-Udjataugen-Amuletten, die an einer Schnur um den Hals befestigt sind
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Statuette wurde 1887 von Dr. Carl August Reinhardt in Luxor käuflich erworben. Er trat im März 1888 in den Konsulatsdienst ein und war kurze Zeit später für mehrere Jahre als Dragoman des deutschen Generalkonsulats in Kairo tätig. Während seiner Amtszeit erwarb er für die Berliner Sammlung Hunderte Objekte. Wie so häufig bei Ankäufen, fehlt auch hier die Herkunftsangabe. Es handelt sich bei der unbekleideten, weiblichen Statuette sehr wahrscheinlich nicht um eine Grabbeigabe. Aufgrund der Amulette und der fehlenden Arme ist wohl eher an eine magische Funktion zu denken. Diese steht womöglich mit einem Liebeszauber oder häuslichen Kult an Ahnen in Verbindung. Diese magische Komponente wird auch durch die beiden Amulette bzw. die Knotungen von diesen gestützt. Geschützt wurde die Statuette durch den gewebten Stoff, in den die Figur eingewickelt war. Nicht vollständig entkräftet werden kann, dass es sich um ein modernes Arrangement eines Antikenhändlers handelt, der willkürlich, wenngleich adrett, „Reste“ zusammengebunden hat. Bislang ist eine Einordnung der Holzfigur in die Spätzeit, von 664 bis 332 v. Chr., plausibel. (Jana Helmbold-Doyé)
Statuette einer nackten Nubierin mit dreigeteilter Haartracht
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Statuette einer nackten Nubierin zeigt ausladende Hüften, den Ansatz eines runden Bauchs und die Andeutung von Brüsten. Das Gesicht gibt volle Lippen, eine sehr breite Nase, langgezogene, mandelförmige Augen sowie eine breite Stirn wieder. Umrahmt wird es von einer gelockten, dreigeteilten Haartracht. Dabei fallen zwei trapezförmige, breitere Strähnen zu den Seiten des Gesichts hin ab und umgeben dieses bis in Höhe des Kinns. Von den hinteren, äußeren Spitzen führt jeweils eine verlängerte Strähne bis hin zur Schulter. Die dritte Strähne ist am Hinterkopf zu sehen und fällt bis auf den Rücken in Höhe der Schulterblätter. Seit prädynastischer Zeit wurden in Ägypten und Nubien Statuetten nackter Frauen als Symbol der Fruchtbarkeit und als Garantie für eine Wiedergeburt mit in die Gräber von Frauen, Männern und Kindern gegeben. (J. Jancziak)
Statuette des Priesters Hori
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte." Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).
Standfigur der Dame Nehi, gestiftet von ihrem Ehemann Chonsu
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
„Die Statuette der Dame Nehi zählt zu den schönsten Frauenfiguren des Neuen Reiches. Sie hielt wahrscheinlich einen kleinen Stabstrauß in der linken Hand. Dieser ist verloren, wie auch die Lotosblüte (oder ein Tuch), die sie in der herabhängenden Rechten hielt. Die gelängten Glieder und der zarte Körperbau zeigen Nehi als sehr junge Frau. Sie trägt ein langes, schmales, glattes Untergewand und darüber eine Art plissierten Mantel, der unter der Brust geknotet wurde und kokett den linken Arm verhüllte. Die Haartracht ist ungewöhnlich. Vielleicht zeigt sie ihr eigenes schulterlang gewachsenes Haar. Dazu gehören als Accessoires ein (aufgemalter) Halskragen und Ohrringe. Die durchsichtige Kleidung steigert die Modellierung des Leibes zu feiner erotischer Ausstrahlung. Dieser Plastik fehlen die Farbe und farbiger Glasfluß für Perücke, Augen und Ohrringe. Nach Aufschrift des originalen Sockels wurde die Figur von Nehis Bruder (Ehemann), dem Schreiber Chonsu, in Auftrag gegeben.“ Aus: Kischkewitz, Hannelore, in: Priese, Karl-Heinz, Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 152.
Doppelstatuette des Nachtmin und seiner Mutter Meres-ger
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Doppelstatue stellt Nacht-Min und eine Frau namens Meres-ger dar. Beide sind barfuß und stehen in Schrittstellung vor einer hohen Rückwand nebeneinander. Die linke Hand des Mannes umfasst einen falkenköpfigen Götterstab und seine rechte liegt ausgestreckt auf seinem langen, plissierten Schurz. Sowohl auf dem Stab als auch auf dem Schurz befindet sich eine Inschrift, die Nacht-Min als „Großen des Hauses der Königin“ benennt, eine Bezeichnung für einen Oberdomänenvorsteher. Das Grab des Nacht-Min befindet sich in Nubien, und aufgrund des Grabkontextes sowie der Inschriften ist bekannt, dass Nacht-Min unverheiratet war und die Frau an seiner Seite hier seine Mutter darstellt. In einer Inschrift neben ihrem rechten Bein wird sie als „Sängerin des Re“ betitelt. Zu dieser Position gehört auch das Sistrum in ihrer linken Hand, welches vor allem im kultischen Geschehen in einem Tempel eine bedeutende Rolle spielte. Die Kleidung und die Perücken der Personen, ebenso wie die Inschriften und Dekorationen in seinem Grab, sprechen für eine Datierung in die Ramessidenzeit. Aufgrund der Wahl des Bestattungsplatzes in Unternubien ist Nacht-Mins Abstammung aus dieser Gegend wahrscheinlich. Allerdings sind Nacht-Min wie auch seine Mutter wegen ihrer Ämter und der Nähe zum Königshaus und Tempel wahrscheinlich öfters nach Heliopolis gereist. Normalerweise waren Gruppenstatuen von Privatpersonen für den Grabbereich bestimmt, doch vor allem im Neuen Reich nahm die Zahl der privaten Tempelstatuen stark zu. Einige Merkmale dieser Doppelstatue sprechen für eine Aufstellung im Tempelbezirk: In der Inschrift auf der Rückseite wird Horus der Große/Haroëris von Heliopolis genannt. Die Nennung spricht für eine Widmung an diesen speziellen Gott und somit für eine Aufstellung der Statue in seinem Tempel in Heliopolis. Hier nahmen die Dargestellten an den kultischen Abläufen des Heiligtums teil und erhielten Opfergaben. Ein weiteres Merkmal ist die Darstellung als Stabträger. Der Götterstab drückt nicht nur die Verbundenheit zum lokalen Kult aus, sondern auch die Loyalität zum König. (M. Jung)
Statuette eines Nubiers mit vor der Brust gefesselten Händen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die hölzerne Statuette bildet einen gefesselten Nubier ab. Bekleidet ist er mit einem knielangen Schurz. Seine Hände sind vor der Brust durch eine, im Original wohl ebenfalls aus Holz gefertigte Fessel (vgl. ÄM 15130) verbunden. Sein Kopf ist nach links gedreht und zeigt einen weit zurückspringenden Haaransatz. Die Haare selbst sind beutelartig angegeben. Im Gesicht sind wohl Schmucknarben zu erkennen, wo normalerweise ein kreolenförmiger Ohrring zu erwarten wäre. Das Objekt weist am Hals und im Bereich des Rückens Bohrungen auf, die auf eine Befestigung mit einem anderen Gegenstand deuten könnten. Aus diesem Grund wurde das Exemplar als Griff, z. B. eines Salblöffels, oder Möbelfuß angesprochen. Es ist wohl aber eher im Zusammenhang mit der Feindvernichtung zu sehen. Ein Beispiel aus dem British Museum (EA 26254) zeigt einen Caniden, der mit einer solchen Statuette verbunden ist, in der dortigen Online-Datenbank leider fälschlicherweise als Spielzeug angesprochen. Unser Objekt muss wohl ebenfalls um einen Caniden ergänzt werden, der den Gefesselten angreift. Die tatsächliche Funktion unseres Objekts bleibt leider aufgrund fehlender Vergleichsbeispiele mit funktionaler Zuordnung vorerst offen. ÄM 1878 wurde zusammen mit einer ähnlichen Statuette (ÄM 6787) erworben. (J. Jancziak)
Statuette eines Nubiers mit auf dem Rücken gefesselten Händen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die hölzerne Statuette gibt einen gefesselten Nubier wieder. Er ist unbekleidet und die sekundären Geschlechtsmerkmale sind angegeben. Seine Arme sind seitlich am Körper angelegt, die Oberarme sind dabei zurückgesetzt und schieben, aufgrund der Fesselung am Rücken, die Schulterblätter zusammen. Die Unterarme sind angewinkelt und seitlich am Körper angelegt. Der weniger gut erhaltene Kopf ist nach links gedreht. Das Objekt weist am Hals und im Bereich des Rückens Bohrungen auf, die auf eine Befestigung mit einem anderen Gegenstand deuten könnten. Aus diesem Grund wurde das Exemplar als Griff, z. B. eines Salblöffels, oder Möbelfuß angesprochen. Es ist wohl aber eher im Zusammenhang mit der Feindvernichtung zu sehen. Ein Beispiel aus dem British Museum (EA 26254) zeigt einen Caniden, der mit einer solchen Statuette verbunden ist, in der dortigen Online-Datenbank leider fälschlicherweise als Spielzeug angesprochen. Unser Objekt muss wohl ebenfalls um einen Caniden ergänzt werden, der den Gefesselten angreift. Die tatsächliche Funktion unseres Objekts bleibt leider aufgrund fehlender Vergleichsbeispiele mit funktionaler Zuordnung vorerst offen. ÄM 6787 wurde zusammen mit einer ähnlichen Statuette (ÄM 1878) erworben. (J. Jancziak)
Isis mit Horus (Isis lactans)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Figurengruppe verkörpert die thronende Göttin Isis zusammen mit ihrem Sohn Horus. Er sitzt auf dem Schoß der Göttin, während sie mit der linken Hand den Kopf des Kindes stützt und mit der rechten die Brust hält. Isis galt als Schutzgöttin der Verstorbenen, aber auch als die große Zauberin, deren magische Beschwörungen Kinder vor Krankheiten und allem Bösen beschützten. Ihr Bild lebt in der christlichen Darstellung von der Gottesmutter Maria mit dem Jesus-Knaben fort. (J. Helmbold-Doyé)
Tiersarg in Form eines Obelisken, davor eine Figur der thronenden Göttin Wadjet
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Vor einem Obelisken sitzt eine löwenköpfige weibliche Figur mit einer typischen Krone für weibliche Gottheiten. Der Thron hat auf den Seitenflächen ein Schuppenmuster und rechts unten das Symbol für sema-taui, die Vereinigung der beiden Landeshälften Ägyptens. Auf den drei Seiten des Sockels ist eine Inschrift eingeritzt, die den Namen der Göttin Wadjet neben den Stiftern nennt. Die löwenköpfige Göttin ist in ihrer Rolle als kosmische Mutter abgebildet. Anhand des Obelisken wird betont, dass sie Tochter und Mutter des Sonnengottes ist. Tatsächlich verwendet wurde das Gebilde als Tiersarg, denn der Obelisk ist hohl. (J. Helmbold-Doyé)
Statuette der sitzenden Isis mit dem Horusknaben (Isis lactans)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Isis lactans-Statuette, die neben anderen Funden zusammen mit den Statuetten des Osiris (ÄM 22276) und des Har-pa-chered (ÄM 22278) in der „tiefen Halle“ des Anwesens des Oberpriesters Pawah (O 49.01) in Tell el-Amarna gefunden wurde, stellt die thronende Muttergöttin dar, die liebevoll ihren Sohn Horus auf dem Schoß stillt. Sie trägt den für sie charakteristischen Kopfschmuck, bestehend aus einer Geierhaube, den Kuhhörnern sowie zwischen ihnen eine Sonnenscheibe. Das nackt dargestellte Horus-Kind mit einer Jugendlocke führt seinen Zeigefinger zum Mund. Dieser Gestus ist neben der Jungendlocke und der Nacktheit ein weiteres Kennzeichen für die ägyptische Darstellung der Kindlichkeit. Reste von Vergoldung lassen sich an mehreren Stellen erkennen. Als ein wichtiges Datierungskriterium dient die Gestaltung der Perücke der Göttin Isis, die auf den beiden Strähnen mit fischgrätenartigen Einkerbungen dekoriert ist. Möglicherweise handelt es sich hierbei um die Darstellung einer gestuften Perücke, die in der Ptolemäerzeit sehr populär war. Daher wird – anders als ÄM 22276 und ÄM 22278, die stilistisch in die Spätzeit zu datieren sind – für die Statuette ÄM 22277 eine Datierung von der Spätphase der ägyptischen Spätzeit bis in die frühe Ptolemäerzeit vorgeschlagen. (I. Liao)
Hand einer Statuette mit Spuren von Vorzeichnungen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
ÄM 21186 zeigt eine linke Hand mit Armansatz aus rotbraunem Sandstein, auf der die schwarzen Linien der Vorzeichnung deutlich zu erkennen sind. Es könnte sich bei diesem Stück um ein Modell oder ein Detail einer unfertigen Kompositstatue handeln. Nach: Schmidt, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 278 (Kat.-Nr. 55).
Fragment einer Statuette
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Stück ÄM 21209 ist aus weißem Calcit-Alabaster gefertigt. Es besitzt einen ziegelroten Einschluss eines anderen Gesteins und stellt wahrscheinlich die linke Armbeuge einer Figur dar; es handelt sich daher wohl nicht – wie im Fundbuch angegeben – um den Schoß einer weiblichen Skulptur. Bei diesem Stück stand vermutlich nur noch die Politur der Oberfläche aus. Nach: Schmidt, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 278 (Kat.-Nr. 55).
Fragment vom Sockel einer Statuettengruppe mit Resten eines Fußpaares
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Statuette in Gestalt eines Affen, eine Harfe spielend
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
In mehreren privaten Wohnhäusern in Achet-Aton fanden sich kleine Affenstatuetten, die in ihrer spezifischen Erscheinung als ausschließlich auf die Amarna-Zeit beschränkt gelten. Auch wenn sich die Statuetten untereinander im Aussehen unterscheiden, lassen sich doch konkrete wiederkehrende „Themen“ erkennen: Die Äffchen können einzeln, zu zweit oder zu dritt auftreten. Dabei werden sie unter anderem miteinander spielend oder einander lausend, trinkend sowie Früchte essend dargestellt, aber auch musizierend (ÄM 28770). Kleine – durchaus vergleichbare – Affenfiguren wurden seit der ägyptischen Frühzeit in Tempelarealen gefunden, was darauf hinweisen kann, dass sie als Votivgaben verschiedenen Gottheiten geopfert wurden. Es ist darüber hinaus denkbar, die Figuren dem Fruchtbarkeitskreis um die Göttin Hathor (als Göttin der Liebe, des Schutzes, der Freude und des festlichen Vergnügens mit Speisen, Trank und Musik) zuzuschreiben. Aspekte dafür finden sich in den sich stets wiederholenden Elementen „Jungtier und Mutter“, „Essen und Trinken“ sowie „Musizieren“. Im Falle einer solchen Zuweisung könnten die Affenfiguren Ausdruck „persönlicher Frömmigkeit“ der Bevölkerung Achet-Atons sein und als magische Amulette gedient haben, die Schutz für Mutter und Kind wie auch allgemein Gesundheit und Glück versprechen sollten. Dadurch würden sie ein heimisches Gegengewicht zum offiziellen Staatsglauben bilden, der von Echnaton um seinen einzigen Gott Aton popagiert wurde. Zuweilen werden den Affenfigürchen jedoch auch karikaturhafte Züge zugeschrieben, zumal sie als Tiere in den verschiedensten typisch menschlichen Tätigkeiten gezeigt werden. Da die Statuetten darüber hinaus recht klein und nur rudimentär gearbeitet und bemalt wirken, lässt sich auch eine Funktion als Spielzeug nicht völlig ausschließen. Eine eindeutige Interpretation der Affengruppen kann daher noch nicht geleistet werden. Nach: Hanus, Ch., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 240 (Kat.-Nr. 26).
Statuette einer Affengruppe
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
In mehreren privaten Wohnhäusern in Achet-Aton fanden sich kleine Affenstatuetten, die in ihrer spezifischen Erscheinung als ausschließlich auf die Amarna-Zeit beschränkt gelten. Auch wenn sich die Statuetten untereinander im Aussehen unterscheiden, lassen sich doch konkrete wiederkehrende „Themen“ erkennen: Es finden sich z.B. Szenen, in denen ein größerer Affe sich fürsorglich um einen kleineren kümmert, wobei die Vermutung nahe liegt, dass es sich bei Letzterem um ein Jungtier handelt (ÄM 28773). Kleine – durchaus vergleichbare – Affenfiguren wurden seit der ägyptischen Frühzeit in Tempelarealen gefunden, was darauf hinweisen kann, dass sie als Votivgaben verschiedenen Gottheiten geopfert wurden. Es ist darüber hinaus denkbar, die Figuren dem Fruchtbarkeitskreis um die Göttin Hathor (als Göttin der Liebe, des Schutzes, der Freude und des festlichen Vergnügens mit Speisen, Trank und Musik) zuzuschreiben. Aspekte dafür finden sich in den sich stets wiederholenden Elementen „Jungtier und Mutter“, „Essen und Trinken“ sowie „Musizieren“. Im Falle einer solchen Zuweisung könnten die Affenfiguren Ausdruck „persönlicher Frömmigkeit“ der Bevölkerung Achet-Atons sein und als magische Amulette gedient haben, die Schutz für Mutter und Kind wie auch allgemein Gesundheit und Glück versprechen sollten. Dadurch würden sie ein heimisches Gegengewicht zum offiziellen Staatsglauben bilden, der von Echnaton um seinen einzigen Gott Aton popagiert wurde. Zuweilen werden den Affenfigürchen jedoch auch karikaturhafte Züge zugeschrieben, zumal sie als Tiere in den verschiedensten typisch menschlichen Tätigkeiten gezeigt werden. Da die Statuetten darüber hinaus recht klein und nur rudimentär gearbeitet und bemalt wirken, lässt sich auch eine Funktion als Spielzeug nicht völlig ausschließen. Eine eindeutige Interpretation der Affengruppen kann daher noch nicht geleistet werden. Nach: Hanus, Ch., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 240 (Kat.-Nr. 26).
Statuette eines Menschen mit großem Last auf dem Rücken
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das bis auf die abgebrochenen Hände und Fußspitzen erhaltene Figürchen eines Mannes oder einer Frau trägt eine vergleichsweise große und somit schwere Last auf dem Rücken. Alle Körperteile sind lediglich schematisch ausgearbeitet und geben nur grobe Umrisse wieder. Am Kopf sind noch Reste von roter und schwarzer Bemalung erhalten, was darauf schließen lässt, dass eine feinere Ausarbeitung der Formen gar nicht nötig war, da die Figur mit sämtlichen Details bemalt wurde. Fraglich bleibt der Zweck des Objektes. Eine Funktion als Spielfigur für ein Gesellschaftsspiel kommt nicht in Frage, da Vergleichsbeispiele völlig fehlen. Zudem weist das Objekt kein Zapfenloch an den Fußunterseiten auf, weshalb eine Identifikation als zugehörig zu einer Statuenkomposition ebenfalls wegfällt. Die einzig bekannte Verwendung des Typus „Lastenträger mit Topf/Korb auf dem Rücken“ sind kleine Salb- und Kohlgefäße. Diese Interpretation ist jedoch ebenfalls unwahrscheinlich, da eine entsprechende Vertiefung in der geschulterten Last fehlt. Daher bleibt die Funktion des Figürchens noch ungeklärt. Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 276 (Kat.-Nr. 52).
Fragment vom Sockel einer Statuette mit den Resten eines linken Fußes
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Fragment einer Statuette (?)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Im Jahre 1912 stieß Borchardt auf die Mauern eines umfangreichen Komplexes, der als Wohn- und Arbeitsort des Oberbildhauers Thutmosis identifiziert wurde. In den Werkstätten dieser großflächigen Anlage befanden sich, neben der berühmten Büste der Nofretete, zahlreiche Einzelteile für Statuen. Bei diesen Teilen handelte es sich meist um Körperteile, die aus verschiedensten Materialien hergestellt wurden und die miteinander kombiniert werden konnten. Die fertige Statue bestand somit aus einer Komposition einzelner Stücke, was den Fachterminus „Kompositstatue“ prägte. In der Werkstatt befanden sich zudem viele unfertige Reliefs, Büsten und Statuen. Es ist deshalb nicht immer eindeutig zu erkennen, ob es sich um Teile für Kompositstatuen oder um Bildhauermodelle handelt. Als Material für Bildhauermodelle eignete sich vor allem Gips oder Kalkstein, da diese einfach zu bearbeiten waren und in ausreichender Menge zur Verfügung standen. Kopfstudien zählen zu den anspruchvollsten bildhaften Darstellungen überhaupt und die Handwerker in Achet-Aton haben sich vor allem im Rundbild (ÄM 21338) daran geübt. Nach: Rattmann, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 356 (Kat.-Nr. 133).