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Objekttyp: Statuette (Rundbild)
Statuette eines Flusspferdes
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Flusspferd spielt in der frühägyptischen Kunst als ein besonders gefährliches und gefürchtetes Tier eine große Rolle. Thematisiert wird daher das Töten des Tieres durch den König, was auch in die Rituale Eingang gefunden hat. Zudem finden sich kleine Figurinen aus Ton oder Stein in den Gräbern. (Robert Kuhn)
Statuette einer nackten Frau
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Bronzestatuette stellt eine nackte weibliche Figur mit einer Strähnenperücke dar, die außerdem einen Halskragen und ein Paar Sandalen trägt. Sie ist mit breiter Hüfte und vollen Brüsten abgebildet. Ihr Schambereich ist durch eingravierte Dreiecke mit Innenzeichnungen angedeutet. Die heute nicht mehr erhaltenen Arme wurden separat gearbeitet und angesetzt. Die Augen könnten mit Einlagen aus einem anderen Material versehen gewesen sein. Ein Modius mit erhabenen Rändern dient als Kopfschmuck bzw. Teil des Kopfschmucks der weiblichen Figur. Die Statuette wird gern als Spiegelgriff interpretiert, obwohl eine Verbindung mit einer Spiegelplatte nicht nachzuweisen ist. Wahrscheinlicher ist daher die These, dass es sich hierbei um die Figur einer Göttin handelt, die aus dem Kontext der weiblichen Fruchtbarkeit stammt. Bisher kann eine Gruppe von ägyptischen weiblichen Statuetten des gleichen Typus wie ÄM 16028 identifiziert werden. Charakteristische Merkmale dieser Frauenfiguren ägyptischer Herkunft sind die Nacktheit, ein Modius als Kopfschmuck, separat eingesetzte Arme und Sandalen. Dem aktuellen Forschungsstand folgend werden sie als Darstellungen nackter Göttinnen unter syrischem bzw. vorderasiatischem Einfluss verstanden, die in Tempeln geweiht werden konnten. Ihr Kopfschmuck findet in der phönizischen Kunst Parallelen – besonders in Verbindung mit Astarte oder Atargatis. Die Tatsache, dass bei einigen dieser Statuetten aus Ägypten eine Uräusschlange dem Modius hinzugefügt wurde, unterstützt die Interpretation solcher nackten Frauenfiguren als Göttinnen. Zahlreiche Parallelen im Vorderen Orient sprechen ebenfalls für diese These. Des Weiteren traten im griechischen Raum ab dem 8. Jh. v. Chr. nicht nur Figuren dieses Typus aus lokaler Produktionen auf, sondern es wurden auch ägyptische Importe derartiger Statuetten in den dortigen Heiligtümern gefunden. Vermutlich ist der Typus der nackten Göttin unter nordsyrisch-phönizischem Einfluss im 8. Jh. v. Chr. sowohl in Ägypten als auch in Griechenland entstanden. Den vorherigen Beobachtungen folgend, lässt sich die Statuette in die späte Dritte Zwischenzeit datieren. Dafür spricht die Fertigungsweise mit angesetzten Armen, die der Machart vieler Bronzestatuetten der Dritten Zwischenzeit entspricht. Stilistisch ist ihre Körpermodellierung ebenfalls typisch für die späte Libyerzeit/frühe Kuschitenzeit. (I. Liao nach: K. Weiß, Ägyptische Tier- und Götterbronzen aus Unterägypten. Untersuchungen zu Typus, Ikonographie und Funktion sowie der Bedeutung innerhalb der Kulturkontakte zu Griechenland, ÄAT 81, Bd. 1, S. 227ff.)
Tiersarg in Form eines Obelisken, davor eine Figur der thronenden Göttin Wadjet
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Vor einem Obelisken sitzt eine löwenköpfige weibliche Figur mit einer typischen Krone für weibliche Gottheiten. Der Thron hat auf den Seitenflächen ein Schuppenmuster und rechts unten das Symbol für sema-taui, die Vereinigung der beiden Landeshälften Ägyptens. Auf den drei Seiten des Sockels ist eine Inschrift eingeritzt, die den Namen der Göttin Wadjet neben den Stiftern nennt. Die löwenköpfige Göttin ist in ihrer Rolle als kosmische Mutter abgebildet. Anhand des Obelisken wird betont, dass sie Tochter und Mutter des Sonnengottes ist. Tatsächlich verwendet wurde das Gebilde als Tiersarg, denn der Obelisk ist hohl. (J. Helmbold-Doyé)
Büste der Göttin Isis auf rundem Sockel
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Auf einem runden, nach oben verjüngten Sockel liegt eine Kugel, auf der die Büste der Göttin Isis in ihrer hellenistischen Ikonographie steht. Sie ist in einem attischen Chiton und darüber einer Knotenpalla gekleidet, wobei die Palla nach oben gezogen wurde, um den Kopf zu bedecken. Auf dem Kopf trägt Isis über der Palla einen Kopfschmuck, der aus Kuhhörnern, zwei Getreideähren, zwei Straußenfedern und einem Granatapfel besteht. Die Augen wurden mit kleinen Goldplatten aufgelegt. Zwei Vertiefungen auf den Goldplatten fungieren als die Pupillen der Göttin. Um die ägyptischen Gottheiten besser in der hellenistischen Weltanschauung integrieren zu können, fand bereits vor der Eroberung Alexanders des Großen die Angleichung ägyptischer Gottheiten mit den hellenistischen statt. So wurde Isis zum Beispiel häufig mit Demeter, Io oder Aphrodite gleichgesetzt. Die vielfachen Bedeutungen und Eigenschaften der ägyptischen Isis machte sie jedoch zu einer allumfassenden Göttin, die mit allen Göttinnen identisch war. Als Pendant zu dem neu kreierten ägyptisch-hellenistischen All- und Dynastiegott Serapis bekam Isis ebenfalls eine hellenistische Darstellungsform. Die vielfältigen Kronenvarianten und Attribute der Isis, analog zu den zahlreichen Verbindungsmöglichkeiten mit anderen Göttinnen, dienen dabei als Modifikations- und Verstärkungselemente sowie der Einbindung in kultische und mythische Zusammenhänge. So kennzeichnen die Kuhhörner der Berliner Isis-Büste, die zusammen mit den hohen Straußenfedern die Verbindung mit der ägyptischen Göttin Hathor verdeutlichen, genauso wie zur hellenistischen Io. Die Ähren und der Granatapfel stehen zudem für den Zusammenhang der Isis mit Demeter und Kore-Persephone. In dieser Gestalt der Isis tritt der Natur- und Fruchtbarkeitsaspekt deutlich in den Vordergrund. Des Weiteren wies der Bereich Palästina schon in pharaonischer Zeit enge Kontakte mit Ägypten auf. Hinzu kommt, dass sich die Isis-Kulte in der griechisch-römischen Zeit weit über die Grenzen Ägyptens hinaus über den gesamten Mittelmeerraum verbreiteten. Daher ist es nicht verwunderlich, im Land Israel solch eine Isis-Büste finden zu können. (I. Liao)
Statuette der Göttin Seschat
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Bronzestatuette stellt die Göttin Seschat in stehender Haltung mit herabhängenden, eng am Körper liegenden Armen dar. Sie trägt über der Strähnenperücke einen Kopfschmuck, der aus einer Geierhaube mit einer Uräusschlange und der darüber liegenden Hieroglyphe ihres Namens besteht. Das hieroglyphische Zeichen setzt sich aus einer stilisierten Rosette auf einem Stängel, die von beiden Seiten von zwei sich anblickenden Schlangen umgeben ist, zusammen. Sie ist in einem eng anliegenden, knöchellangen Kleid gekleidet, über dem sie ein Halskragen trägt. An ihren Armen und Beinen sind zudem mehrere Arm- und Beinreifen zu sehen. Seschat war die Göttin des Schreibens, Rechnens und Bauwesens, die schon seit der ägyptischen Frühzeit belegt ist. Zudem war sie für die Gründung und den Erhalt der Tempel sowie dem damit verknüpften Fortdauern des Königtums verantwortlich. In der Zeit nach dem Alten Reich wurde Seschat verstärkt dem König zugeordnet. Daher erscheint sie auch häufiger in der Ikonographie des mit dem König und Tempel verbundenen Wesenszugs. Obwohl Seschat häufig auf Flachbildern belegt ist, sind bisher nur sehr wenige rundplastische Darstellungen von ihr bekannt. Sie sind zudem alle in die Spätzeit zu datieren. Die Berliner Bronzestatuette ÄM 19656 gehört zu der extrem wenigen Belegen aus der Spätzeit für die Darstellung der Seschat in rundplastischer Umsetzung. Bislang lässt sich die kultische Verehrung der Seschat lediglich vom Alten bis Mittleren Reich nachweisen. In der Spätzeit in Sais sowie ungefähr zeitgleich in Verbindung mit Thot in der oberägyptischen Stadt Hermopolis magna, ist der Kult der Seschat erneut belegt. Die spätzeitlichen Statuetten der Göttin könnten als Votivgaben in ihren Kultstätten geweiht worden sein. (I. Liao)
Statuette der Göttin Bastet in Gestalt einer sitzenden Katze
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Figur der Göttin Bastet als sitzende Katze ist noch mit ihrem originalen Holzsockel erhalten. Sie trägt eine Halskette, dessen Anhänger einen Löwenkopf mit Sonnenscheibe abbildet. Auf dem Scheitel ist zudem ein Skarabäus zu erkennen. Löcher in den Ohren bezeugen ursprünglich vorhandene Ringe. In der Oberseite des Sockels deutet eine rechteckig Öffnung auf die Existenz einer weiteren Figur hin. Zahlreiche Figuren der Göttin wurden an verschiedenen Orten im Delta sowie ihrem religiösen Zentrum, dem heutigen Tell Basta, gefunden. Bastet wurde als Göttin der Regeneration und Fruchtbarkeit verehrt. (J. Helmbold-Doyé)
Kopf einer Prinzessin
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der laut Ludwig Borchardts Tagebuch „sehr erfreuliche Fund“ eines Prinzessinnenkopfes trat in einer Kleinhausgruppe unweit der berühmten Bildhauerwerkstatt zutage. Dort wurde er in einem Verschlag im Hauptwohnraum 29 entdeckt. Für Borchardt lag aufgrund dieses Fundes die Vermutung nahe, dass es sich hier um die Wohnung eines Bildhauers handelte. Der kleine Raum könnte seiner Meinung nach als Aufbewahrungsort für unfertige oder zurückgesetzte Arbeiten genutzt worden sein. Er zeigte aber auch die Möglichkeit auf, „dass der Kopf aus einer anderen Werkstatt nach hier verschleppt wurde“. Der an Nase, Mund und Ohren bestoßene Prinzessinnenkopf ähnelt stark dem Bildnis ÄM 21223, welches in P 47.2 entdeckt wurde. Der Schädel weist eine nach allen Seiten ausladende Form auf, die Borchardt in seinem Tagebuch als „ausgesprochenen Wasserkopf“ bezeichnet. Die vorgearbeiteten Augenhöhlen und Augenbrauen waren für farbige Einlagen aus Glas, Fayence oder Stein vorgesehen. Die nur fein eingetieften Lidstriche wurden möglicherweise mit einer farbigen Paste ausgefüllt. Auffallend ist, dass der seitliche und hintere Schädelbereich im Gegensatz zum Gesicht noch keine Politur erfahren hat. Borchardt hat dies in seiner Zeichnung bereits berücksichtigt. Die Wangen- und Schädelknochen sowie die Muskelansätze am Hinterkopf sind entsprechend der Darstellungsweise der königlichen Familie deutlich herausgearbeitet. Aus: Tauschner, L., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 262 (Kat.-Nr. 41).
Statuette einer Affengruppe
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
In mehreren privaten Wohnhäusern in Achet-Aton fanden sich kleine Affenstatuetten, die in ihrer spezifischen Erscheinung als ausschließlich auf die Amarna-Zeit beschränkt gelten. Auch wenn sich die Statuetten untereinander im Aussehen unterscheiden, lassen sich doch konkrete wiederkehrende „Themen“ erkennen: Es finden sich z.B. Szenen, in denen ein größerer Affe sich fürsorglich um einen kleineren kümmert, wobei die Vermutung nahe liegt, dass es sich bei Letzterem um ein Jungtier handelt (ÄM 28773). Kleine – durchaus vergleichbare – Affenfiguren wurden seit der ägyptischen Frühzeit in Tempelarealen gefunden, was darauf hinweisen kann, dass sie als Votivgaben verschiedenen Gottheiten geopfert wurden. Es ist darüber hinaus denkbar, die Figuren dem Fruchtbarkeitskreis um die Göttin Hathor (als Göttin der Liebe, des Schutzes, der Freude und des festlichen Vergnügens mit Speisen, Trank und Musik) zuzuschreiben. Aspekte dafür finden sich in den sich stets wiederholenden Elementen „Jungtier und Mutter“, „Essen und Trinken“ sowie „Musizieren“. Im Falle einer solchen Zuweisung könnten die Affenfiguren Ausdruck „persönlicher Frömmigkeit“ der Bevölkerung Achet-Atons sein und als magische Amulette gedient haben, die Schutz für Mutter und Kind wie auch allgemein Gesundheit und Glück versprechen sollten. Dadurch würden sie ein heimisches Gegengewicht zum offiziellen Staatsglauben bilden, der von Echnaton um seinen einzigen Gott Aton popagiert wurde. Zuweilen werden den Affenfigürchen jedoch auch karikaturhafte Züge zugeschrieben, zumal sie als Tiere in den verschiedensten typisch menschlichen Tätigkeiten gezeigt werden. Da die Statuetten darüber hinaus recht klein und nur rudimentär gearbeitet und bemalt wirken, lässt sich auch eine Funktion als Spielzeug nicht völlig ausschließen. Eine eindeutige Interpretation der Affengruppen kann daher noch nicht geleistet werden. Nach: Hanus, Ch., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 240 (Kat.-Nr. 26).
Statuette in Gestalt eines Affen, eine Harfe spielend
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
In mehreren privaten Wohnhäusern in Achet-Aton fanden sich kleine Affenstatuetten, die in ihrer spezifischen Erscheinung als ausschließlich auf die Amarna-Zeit beschränkt gelten. Auch wenn sich die Statuetten untereinander im Aussehen unterscheiden, lassen sich doch konkrete wiederkehrende „Themen“ erkennen: Die Äffchen können einzeln, zu zweit oder zu dritt auftreten. Dabei werden sie unter anderem miteinander spielend oder einander lausend, trinkend sowie Früchte essend dargestellt, aber auch musizierend (ÄM 28770). Kleine – durchaus vergleichbare – Affenfiguren wurden seit der ägyptischen Frühzeit in Tempelarealen gefunden, was darauf hinweisen kann, dass sie als Votivgaben verschiedenen Gottheiten geopfert wurden. Es ist darüber hinaus denkbar, die Figuren dem Fruchtbarkeitskreis um die Göttin Hathor (als Göttin der Liebe, des Schutzes, der Freude und des festlichen Vergnügens mit Speisen, Trank und Musik) zuzuschreiben. Aspekte dafür finden sich in den sich stets wiederholenden Elementen „Jungtier und Mutter“, „Essen und Trinken“ sowie „Musizieren“. Im Falle einer solchen Zuweisung könnten die Affenfiguren Ausdruck „persönlicher Frömmigkeit“ der Bevölkerung Achet-Atons sein und als magische Amulette gedient haben, die Schutz für Mutter und Kind wie auch allgemein Gesundheit und Glück versprechen sollten. Dadurch würden sie ein heimisches Gegengewicht zum offiziellen Staatsglauben bilden, der von Echnaton um seinen einzigen Gott Aton popagiert wurde. Zuweilen werden den Affenfigürchen jedoch auch karikaturhafte Züge zugeschrieben, zumal sie als Tiere in den verschiedensten typisch menschlichen Tätigkeiten gezeigt werden. Da die Statuetten darüber hinaus recht klein und nur rudimentär gearbeitet und bemalt wirken, lässt sich auch eine Funktion als Spielzeug nicht völlig ausschließen. Eine eindeutige Interpretation der Affengruppen kann daher noch nicht geleistet werden. Nach: Hanus, Ch., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 240 (Kat.-Nr. 26).
Statuette der sitzenden Isis mit dem Horusknaben (Isis lactans)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Isis lactans-Statuette, die neben anderen Funden zusammen mit den Statuetten des Osiris (ÄM 22276) und des Har-pa-chered (ÄM 22278) in der „tiefen Halle“ des Anwesens des Oberpriesters Pawah (O 49.01) in Tell el-Amarna gefunden wurde, stellt die thronende Muttergöttin dar, die liebevoll ihren Sohn Horus auf dem Schoß stillt. Sie trägt den für sie charakteristischen Kopfschmuck, bestehend aus einer Geierhaube, den Kuhhörnern sowie zwischen ihnen eine Sonnenscheibe. Das nackt dargestellte Horus-Kind mit einer Jugendlocke führt seinen Zeigefinger zum Mund. Dieser Gestus ist neben der Jungendlocke und der Nacktheit ein weiteres Kennzeichen für die ägyptische Darstellung der Kindlichkeit. Reste von Vergoldung lassen sich an mehreren Stellen erkennen. Als ein wichtiges Datierungskriterium dient die Gestaltung der Perücke der Göttin Isis, die auf den beiden Strähnen mit fischgrätenartigen Einkerbungen dekoriert ist. Möglicherweise handelt es sich hierbei um die Darstellung einer gestuften Perücke, die in der Ptolemäerzeit sehr populär war. Daher wird – anders als ÄM 22276 und ÄM 22278, die stilistisch in die Spätzeit zu datieren sind – für die Statuette ÄM 22277 eine Datierung von der Spätphase der ägyptischen Spätzeit bis in die frühe Ptolemäerzeit vorgeschlagen. (I. Liao)
Hand einer Statuette mit Spuren von Vorzeichnungen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
ÄM 21186 zeigt eine linke Hand mit Armansatz aus rotbraunem Sandstein, auf der die schwarzen Linien der Vorzeichnung deutlich zu erkennen sind. Es könnte sich bei diesem Stück um ein Modell oder ein Detail einer unfertigen Kompositstatue handeln. Nach: Schmidt, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 278 (Kat.-Nr. 55).
Statuette eines Menschen mit großem Last auf dem Rücken
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das bis auf die abgebrochenen Hände und Fußspitzen erhaltene Figürchen eines Mannes oder einer Frau trägt eine vergleichsweise große und somit schwere Last auf dem Rücken. Alle Körperteile sind lediglich schematisch ausgearbeitet und geben nur grobe Umrisse wieder. Am Kopf sind noch Reste von roter und schwarzer Bemalung erhalten, was darauf schließen lässt, dass eine feinere Ausarbeitung der Formen gar nicht nötig war, da die Figur mit sämtlichen Details bemalt wurde. Fraglich bleibt der Zweck des Objektes. Eine Funktion als Spielfigur für ein Gesellschaftsspiel kommt nicht in Frage, da Vergleichsbeispiele völlig fehlen. Zudem weist das Objekt kein Zapfenloch an den Fußunterseiten auf, weshalb eine Identifikation als zugehörig zu einer Statuenkomposition ebenfalls wegfällt. Die einzig bekannte Verwendung des Typus „Lastenträger mit Topf/Korb auf dem Rücken“ sind kleine Salb- und Kohlgefäße. Diese Interpretation ist jedoch ebenfalls unwahrscheinlich, da eine entsprechende Vertiefung in der geschulterten Last fehlt. Daher bleibt die Funktion des Figürchens noch ungeklärt. Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 276 (Kat.-Nr. 52).
Fragment einer Statuette
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Stück ÄM 21209 ist aus weißem Calcit-Alabaster gefertigt. Es besitzt einen ziegelroten Einschluss eines anderen Gesteins und stellt wahrscheinlich die linke Armbeuge einer Figur dar; es handelt sich daher wohl nicht – wie im Fundbuch angegeben – um den Schoß einer weiblichen Skulptur. Bei diesem Stück stand vermutlich nur noch die Politur der Oberfläche aus. Nach: Schmidt, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 278 (Kat.-Nr. 55).
Fragment vom Sockel einer Statuette mit den Resten eines linken Fußes
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Fragment vom Sockel einer Statuettengruppe mit Resten eines Fußpaares
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Fragment einer Statuette (?)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Im Jahre 1912 stieß Borchardt auf die Mauern eines umfangreichen Komplexes, der als Wohn- und Arbeitsort des Oberbildhauers Thutmosis identifiziert wurde. In den Werkstätten dieser großflächigen Anlage befanden sich, neben der berühmten Büste der Nofretete, zahlreiche Einzelteile für Statuen. Bei diesen Teilen handelte es sich meist um Körperteile, die aus verschiedensten Materialien hergestellt wurden und die miteinander kombiniert werden konnten. Die fertige Statue bestand somit aus einer Komposition einzelner Stücke, was den Fachterminus „Kompositstatue“ prägte. In der Werkstatt befanden sich zudem viele unfertige Reliefs, Büsten und Statuen. Es ist deshalb nicht immer eindeutig zu erkennen, ob es sich um Teile für Kompositstatuen oder um Bildhauermodelle handelt. Als Material für Bildhauermodelle eignete sich vor allem Gips oder Kalkstein, da diese einfach zu bearbeiten waren und in ausreichender Menge zur Verfügung standen. Kopfstudien zählen zu den anspruchvollsten bildhaften Darstellungen überhaupt und die Handwerker in Achet-Aton haben sich vor allem im Rundbild (ÄM 21338) daran geübt. Nach: Rattmann, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 356 (Kat.-Nr. 133).
Kopf einer Königsstatuette
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Im Jahre 1912 stieß Borchardt auf die Mauern eines umfangreichen Komplexes, der als Wohn- und Arbeitsort des Oberbildhauers Thutmosis identifiziert wurde. In den Werkstätten dieser großflächigen Anlage befanden sich, neben der berühmten Büste der Nofretete, zahlreiche Einzelteile für Statuen. Bei diesen Teilen handelte es sich meist um Körperteile, die aus verschiedensten Materialien hergestellt wurden und die miteinander kombiniert werden konnten. Die fertige Statue bestand somit aus einer Komposition einzelner Stücke, was den Fachterminus „Kompositstatue“ prägte. In der Werkstatt befanden sich zudem viele unfertige Reliefs, Büsten und Statuen. Es ist deshalb nicht immer eindeutig zu erkennen, ob es sich um Teile für Kompositstatuen oder um Bildhauermodelle handelt. Als Material für Bildhauermodelle eignete sich vor allem Gips oder Kalkstein, da diese einfach zu bearbeiten waren und in ausreichender Menge zur Verfügung standen. Der unvollendete Kopf einer Königsstatuette (ÄM 21210) trägt die Königshaube mit Uräus. Er ist an mehreren Stellen beschädigt und weist zudem noch Brandspuren auf. Nach: Rattmann, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 356 (Kat.-Nr. 133).
Isis mit Horus (Isis lactans)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Figurengruppe verkörpert die thronende Göttin Isis zusammen mit ihrem Sohn Horus. Er sitzt auf dem Schoß der Göttin, während sie mit der linken Hand den Kopf des Kindes stützt und mit der rechten die Brust hält. Isis galt als Schutzgöttin der Verstorbenen, aber auch als die große Zauberin, deren magische Beschwörungen Kinder vor Krankheiten und allem Bösen beschützten. Ihr Bild lebt in der christlichen Darstellung von der Gottesmutter Maria mit dem Jesus-Knaben fort. (J. Helmbold-Doyé)
Statuette des Gottes Nefertem mit Öse
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Gott Nefertem ist in Schrittstellung abgebildet, dessen Arme am Körper anliegen. Er ist mit dem Schendit-Schurz bekleidet, am Kinn ist der Götterbart befestigt. Auf dem Kopf trägt er eine Strähnenperücke mit Uräus. Darüber sitzt eine Lotusblüte mit zwei Menits und zwei hohen, geraden Federn. Vor allem in seinem Kopfschmuck zeigt sich seine Rolle als Sonnen-, Himmels- und Schöpferwesen. (J. Helmbold-Doyé)
Statuette des Gottes Osiris, stehend mit Atef-Krone
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
In der Figur ist der mumiengestaltige Totengott Osiris in stehender Haltung abgebildet. Er trägt die Atef-Krone mit einer Uräusschlange sowie Kronenband im Rücken, einen geflochtenen Bart und hält den Krummstab sowie das Flagellum in den Händen. Alle Attribute weisen ihn als göttlichen König des Jenseits aus.Diese Statuetten wurden in großer Anzahl als Votive verwendet. (J. Helmbold-Doyé)
Statuette des Gottes Horus mit Menschenkörper und Falkenkopf, libierend
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die beiden Figuren ÄM 2420 und ÄM 13994 gehören aufgrund ihrer unterschiedlichen Größe zwar nicht zu derselben Figurengruppe, sind aber beide Akteure in einer bekannten und wichtigen Szene im Krönungsritual des Königs. Der regierende Herrscher wird nach altägyptischer Vorstellung vom führenden Reichsgott ausgewählt und in sein Amt eingesetzt. Dazu erhält er nicht nur die Doppelkrone der beiden Landesteile Ägyptens, sondern wird auch im Krönungsritual mit heiligem Wasser besprengt. Dies wird in der Regel von den Göttern Horus und Thot ausgeführt, die dabei – wie in diesen Statuetten – spezielle Libationsgefäße halten und die Flüssigkeit über den, in dieser Gruppe nicht mehr vorhandenen König ausgießen. Der falkenköpfige Gott Horus ist als Sohn und Nachfolger des Osiris ein mythischer Herrscher Ägyptens, der mit diesem Ritus seinen irdischen Nachfolger einsetzt. Der ibisköpfige Thot ist der Gott der Weisheit, durch dessen Beistand der neue König gerecht regieren kann. (O. Zorn)
Statuette des sitzenden Har-pa-chered
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Kindgott Har-pa-chered (wörtlich Horus-das-Kind) ist hier in sitzender Haltung und unbekleidet dargestellt. Er trägt ein Nemeskopftuch, an dessen rechter Seite die Jugendlocke herabfällt. Auf dem Kopftuch befindet sich zudem die Hemhem-Krone, die aus einem Widdergehörn besteht, auf der drei Bündelkronen mit Straußenfedern und aufgerichtete Uräen mit Sonnenscheibe platziert sind. Sowohl die Hemhem-Krone als auch das Nemeskopftuch beinhalten Regenerations- und Sonnensymbolik. Der Zeigefinger seiner rechten Hand ist zum Mund geführt. In Hermupolis auf dem Westufer des Nils wurde Har-pa-chered ab der Spätzeit in familiärer Beziehung inschriftlich erwähnt. In dieser Konstellation wurde er dort als kindlicher Sohn des Gottespaares Osiris und Isis verehrt. Die drei in Tell el-Amarna gefundenen Statuetten von Osiris (ÄM 22276), Isis lactans (ÄM 22277) und Har-pa-chered, war en vermutlich Votivgaben und könnten als Hinweis auf den Kult der Göttertriade Osiris, Isis und Har-pa-chered auch in Tell el-Amarna ab der Spätzeit und in der Ptolemäerzeit verstanden werden. Dem Kindgott, der mythologisch der Thronfolger seines verstorbenen Vaters ist und über alle Ressourcen des Landes verfügt, könnten die Aspekte Kind, Erbe, Nahrungsspender sowie das Symbol für Regeneration zugewiesen werden. (I. Liao)