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Objekttyp: Statuette (Rundbild )
Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt. Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte (Jan Moje)
Statuette einer nackten Nubierin mit dreigeteilter Haartracht
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Statuette einer nackten Nubierin zeigt ausladende Hüften, den Ansatz eines runden Bauchs und die Andeutung von Brüsten. Das Gesicht gibt volle Lippen, eine sehr breite Nase, langgezogene, mandelförmige Augen sowie eine breite Stirn wieder. Umrahmt wird es von einer gelockten, dreigeteilten Haartracht. Dabei fallen zwei trapezförmige, breitere Strähnen zu den Seiten des Gesichts hin ab und umgeben dieses bis in Höhe des Kinns. Von den hinteren, äußeren Spitzen führt jeweils eine verlängerte Strähne bis hin zur Schulter. Die dritte Strähne ist am Hinterkopf zu sehen und fällt bis auf den Rücken in Höhe der Schulterblätter. Seit prädynastischer Zeit wurden in Ägypten und Nubien Statuetten nackter Frauen als Symbol der Fruchtbarkeit und als Garantie für eine Wiedergeburt mit in die Gräber von Frauen, Männern und Kindern gegeben. (J. Jancziak)
Statuette der Göttin Isis-Aphrodite
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Bei der Statuette handelt es sich um eine qualitätvolle und zugleich große Bronzefigur, die eine Mischung von ägyptischen und griechischen Elementen zeigt. Auf dem Scheitel befand sich ursprünglich eine Krone, von der nur noch der Aufsatz erhalten ist. In dem Vogel lässt sich nicht, wie sonst üblich, ein Geier erkennen, sondern eine Taube. Der auf der Brust verknotete Fransenmantel weist sie als Isis aus. In der ehemals vorgestreckten Rechten kann eine sich aufbäumende Schlange sowie in der Linken eine Situla ergänzt werden. Auf Grund der Taube kann diese Figur als ein Abbild der Göttin Isis-Aphrodite angesprochen werden. (J. Helmbold-Doyé)
Statuette des Priesters Hori
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte." Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).
Kopf einer Statuette eines Nubiers (Fälschung)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dieser Kopf eines Nubiers ist als Fälschung anzusprechen. Er handelt sich um einen gebrannten Ton mit hohler Form, ähnlich einer Terrakotte. Das Gesicht ist sehr füllig modelliert mit hervorstehendem Kinn, wulstigen Lippen und breiter Nase. Die Augen liegen tief und werden oben von einem Brauenbogen, der weit über das Auge hinausreicht, begrenzt. Durch einen weit zurückspringenden Haaransatz ist die Stirnfläche äußerst groß und sehr grade. Die Haare selbst sind beutelartig angegeben. Das Objekt wurde von Ludwig Borchardt in Afje, nördlich von Aniba gelegen, im heutigen Sudan, angekauft. Leider ist uns das genaue Ankaufsdatum heute nicht mehr bekannt, jedoch ist ein Zeitraum am Beginn des 20. Jh. nicht auszuschließen. Dies zeigt wie früh bereits von nubisch anmutenden Objekten Repliken geschaffen wurden. (J. Jancziak)
Kronprinz Thutmosis auf der Totenbahre (Bahrenuschebti)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die kleine Statuette zeigt den Kronprinzen Thutmosis auf einer Löwenbahre. Am Kopf- und am erhöhten Fußende sind die beiden Göttinnen Isis und Nephthys dargestellt. Die Inschrift auf der Längsseite der Totenbahre nennt die Namen und Titel des Thronfolgers: „Königssohn, Sem-Priester, Thutmosis, der Gerechtfertigte“. Aber Thutmosis trägt nicht nur den Titel eines Sem-Priesters, sondern ihm wurde auch das Amt des Hohepriesters des Gottes Ptah von Memphis übertragen. Das belegt auch die runde Perücke mit einer herabfallenden Haarsträhne auf der rechten Seite der Statuette. Königin Teje und Pharao Amenophis III. hatten mindestens sechs gemeinsame Kinder: zwei Söhne und vier Töchter. Der älteste Sohn Thutmosis verstarb bereits im 30. Regierungsjahr seines Vaters und sein jüngerer Bruder Amenophis, später auch bekannt als Amenophis IV./Echnaton, wurde zum Thronfolger ernannt. Auf dem mumiengestaltigen Körper des Kronprinzen breitet der Ba-Vogel des Verstorbenen seine Flügel schützend über ihm aus. Der sogenannte Seelenvogel kommt der versinnbildlichten Vorstellung der Alten Ägypter, dass die Seele in Gestalt des Ba den Körper verlassen und wieder zu ihm zurückkehren konnte, am Nächsten. Dieses Ereignis wird im Spruch 89 aus dem Totenbuch beschrieben und soll bewirken, „[...] dass mein Ba zu mir kommt aus jeglichem Ort, an dem er ist [...], dass er seinen Körper wiedersehe, sich auf seiner Mumie niederlasse. Er ist nicht zugrunde gegangen und nicht vernichtet worden in Ewigkeit.“ Die Wiedervereinigung des Ba mit seinem Körper zählt zu den wichtigsten Voraussetzungen für das Leben im Jenseits, und exakt diese Szene wird mit der kleinen Statuette verbildlicht. Objekte wie diese Totenbahre konnten Teil der Grabausstattung im Neuen Reich sein, sowohl bei privaten als auch bei königlichen Bestattungen. (M. Jung)
Statuette eines gefesselten Nubiers im Zusammenhang mit der Feindvernichtung zu sehen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die hölzerne Statuette gibt einen ursprünglich gefesselten Nubier wieder. Bekleidet ist er mit einem einfachen, knielangen Schurz. Kopf und Arme waren separat gearbeitet und konnten mit Hilfe von Dübeln oder Zapfen angesetzt werden. Das Objekt weist am Schurz und im Bereich des Rückens Bohrungen auf, die auf eine Befestigung mit einem anderen Gegenstand deuten könnten. Zudem gehört ein Verbindungsstück, das im Rücken befestigt ist, zu diesem Objekt und führte zu einer Verbindung mit einem Gegenstück. Es ist wohl im Zusammenhang mit der Feindvernichtung zu sehen. Ein Beispiel aus dem British Museum (EA 26254) zeigt einen Caniden, der mit einer solchen Statuette verbunden ist, in der dortigen Online-Datenbank leider fälschlicherweise als Spielzeug angesprochen. Unser Objekt muss wohl ebenfalls um einen Caniden ergänzt werden, der den Gefesselten angreift. Die tatsächliche Funktion unseres Objekts bleibt leider aufgrund fehlender Vergleichsbeispiele mit funktionaler Zuordnung vorerst offen.Siehe auch ÄM 14317. (J. Jancziak)
Standfigur der Nofretete
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Diese Standfigur der Nofretete wurde – in mehrere Fragmente zerbrochen – in demselben Raum gefunden, in dem auch die bunt bemalte Büste der Königin zutage kam. Nach den Aufzeichnungen Borchardts wurde zunächst die Basis mit den Füßen geborgen, der sich dann später die anderen Bruchstücke hinzugesellten. Alle Fragmente befanden sich in unmittelbarer Nähe zum Fundort der großen Echnaton- Büste (ÄM 21360). Eine absichtliche Zerschlagung der Skulptur – wie bei der königlichen Büste – kann nicht nachgewiesen werden, da das zart durchmodellierte Gesicht nicht beschädigt ist, andererseits erwecken die bestoßenen Brustwarzen durchaus den Eindruck eines bewussten Eingriffs. Bis auf den fehlenden rechten Unterarm und den zerstörten Stellen im linken Schulterbereich konnte die Statuette mit einigen Ergänzungen an den Waden wieder vollständig zusammen gesetzt werden. Die Figur besticht in allen Details durch ihre unglaubliche Natürlichkeit. Entsprechend dem späteren Amarna-Stil wird Nofretete als reife Frau mit deutlicher Fältchenbildung um die Augen und markanten Einschnitten um die Mundwinkel wiedergegeben. Lediglich die Augen- und Mundpartie erhielt schon eine farbliche Akzentuierung, um die weiteren Arbeiten an der Skulptur positiv zu beeinflussen. Als Kopfputz trägt Nofretete die für sie – neben der Helmkrone – typische, weit ausladende Haube, in welche eine separat gearbeitete Uräus-Schlange als königliches Schutzsymbol eingelassen werden sollte, wie es das ausgearbeitete Zapfloch über Stirn und Haubenband deutlich macht. Als weiteren Schmuck trägt die Königin zwei scheibenförmige Ohrringe. Durch die leicht nach vorne gezogene Kopfhaltung wirken Schultern und Oberkörper etwas gebeugt und der Oberkörper mit den äußerst subtil ausgearbeiteten, leicht hängenden Brüsten beinahe schlaff, was durch die rundliche, weit auslandende Becken- und Bauchpartie und die fülligen Oberschenkel noch unterstrichen wird. Gleichfalls typisch für die Gestaltungsformen während der Amarna-Zeit sind die extrem durchgedrückten Knie, das Tragen von Sandalen – auch bei königlichen Persönlichkeiten – und die leicht nach außen weisende Fußstellung. Wäre nicht die Gewanddrappierung um die rechte Schulter erhalten und die feine schwarze Linie des gewünschten Halskragenverlaufs über den Brüsten sichtbar, könnte man einen nahezu nackten Körper vermuten. Dieser irreführende Eindruck wird durch den akzentuierten Bauchnabel, die Bauchfalten über der Scham und durch das Fehlen eines zu ergänzenden Gewandsaumes im Bereich der modernen Res taurierung noch unterstrichen. Es gehört jedoch zu den immerwährenden, altägyptischen Darstellungskonventionen, die Weiblichkeit einer Person in ihrer vollkommenen Körperlichkeit gegenüber der Kleidung zu betonen, was in diesem Beispiel des Abbilds der älter werdenden Königin und mehrfachen Mutter auf das Vortrefflichste gelungen ist. Borchardt beschreibt die Fragmente dieser Statuette im Tagebuch bei der Auflistung der Objekte mit folgenden Worten: „4. kleiner, völlig erhaltener Kopf der Königin, Gesicht 3 cm hoch. Augen m. Schwarzen Konturen, Lippen rot. Übliche Kopfform, Band am Perückenrand gelb. Ohrringe. Später wird der Körper dazu gefunden, bis zu den Knien, Fußbrett mit Füßen war schon früh gefunden. ‚Sehr erfreulich’ ist ein schwacher Ausdruck.“ Aus: Seyfried, F., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 340 (Kat.-Nr. 124).
Statuette eines Steinbocks ("Flinttier")
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der beidseitig bearbeitete Steinbock aus Feuerstein dürfte aufgrund seiner Machart und Stilistik zu einer Gruppe von frühen Tierfigurinen aus Feuerstein gehören, die in den letzten Jahren während der Ausgrabungen in Hierakonpolis entdeckt worden sind. Wenngleich die eigentliche Funktion dieser Figuren noch Rätsel aufgibt, dürfte auch das Berliner Fragment aus einem frühen Elitegrab des ausgehenden 4. Jt. v. Chr. gehören. R. Kuhn
Statuette zweier nubischer Gefangener
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Kurz hintereinander wurden die Bruchstücke der Statuette von zwei verschiedenen Händlern für das Ägyptische Museum und Papyrussammlung Berlin erworben und zusammengefügt. Die Mitte bildet eine Art Pfahl, dessen unteres Ende fehlt, oben ist er gerundet. Daran sind links und rechts zwei stehende, symmetrisch angeordnete Männer festgebunden. Der Mann auf der rechten Seite ist an den Handgelenken gefesselt und erscheint etwas größer als der linke. Während der Linke an den Ellenbogen gefesselt ist. Beide sind mit einem Schurz bekleidet, haben ihre Köpfe zurückgeworfen und sind an den Pfahl gelehnt. Ihre Gesichtszüge, durch die vollen Lippen und die breite Nase, sowie ihre gelockte Haartracht kennzeichnen sie als Nubier. Fehlende Vergleichsstücke erschweren die Deutung und die Bestimmung eines möglichen Aufstellungsortes der Gruppe. Der Pfahl könnte jedoch als die Hieroglyphe sma, also als Zeichen des „Vereinigens der beiden Länder“ gedeutet werden und damit die Niederwerfung der Feinde Ägyptens symbolisiert sein. Vielleicht ist die Darstellung aber auch im Zusammenhang mit den Unterweltsbüchern zu sehen, wo die Verdammten ebenfalls paarweise um einen Pfahl gebunden sind. (J. Jancziak)
Statuette des mumiengestaltigen Gottes Ptah mit einem Was-Zepter, mit ehemals eingelegten Augen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
In dieser Figur zeigt sich der Gott Ptah eingewickelt in ein eng anliegendes Gewand, aus dem nur die Hände herausragen, die das Was-Zepter und ein quer liegendes Anch-Zeichen halten. Zu seinen Darstellungen gehört auch der breite Halskragen mit Troddel auf der Rückseite. Sein Bart ist wie der des Pharao gestaltet, wohl ein Hinweis auf die besondere Verbindung von Gott und König. Bei der eng anliegenden Kappe auf dem Kopf handelt es sich wohl um sein echtes Haar, denn dieses ist oft blau abgebildet. Nach altägyptischer Vorstellung ist Blau die Haarfarbe der Götter. Ptah war Schöpfergott, aber auch Garant für das ewige Leben. (J. Helmbold-Doyé)
Figur eines Frosches
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Kleine Statuette eines hockenden Frosches mit Eintiefungen für das Einlegen der Augen aus einem anderen Material, von dem sich aber keine Spuren mehr haben finden lassen.
Statuette eines Frucht essenden Affen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das grobe wahrscheinlich unfertige Figürchen stellt einen hockenden Affen dar, der von einer Frucht frißt.
Statuette in Gestalt von zwei Affen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
In mehreren privaten Wohnhäusern in Achet-Aton fanden sich kleine Affenstatuetten, die in ihrer spezifischen Erscheinung als ausschließlich auf die Amarna-Zeit beschränkt gelten. Auch wenn sich die Statuetten untereinander im Aussehen unterscheiden, lassen sich doch konkrete wiederkehrende „Themen“ erkennen:Die Äffchen können einzeln, zu zweit oder zu dritt auftreten. Dabei werden sie unter anderem miteinander spielend oder einander lausend dargestellt, aber auch trinkend oder Früchte essend (ÄM 28790). Kleine – durchaus vergleichbare – Affenfiguren wurden seit der ägyptischen Frühzeit in Tempelarealen gefunden, was darauf hinweisen kann, dass sie als Votivgaben verschiedenen Gottheiten geopfert wurden. Es ist darüber hinaus denkbar, die Figuren dem Fruchtbarkeitskreis um die Göttin Hathor (als Göttin der Liebe, des Schutzes, der Freude und des festlichen Vergnügens mit Speisen, Trank und Musik) zuzuschreiben. Aspekte dafür finden sich in den sich stets wiederholenden Elementen „Jungtier und Mutter“, „Essen und Trinken“ sowie „Musizieren“. Im Falle einer solchen Zuweisung könnten die Affenfiguren Ausdruck „persönlicher Frömmigkeit“ der Bevölkerung Achet-Atons sein und als magische Amulette gedient haben, die Schutz für Mutter und Kind wie auch allgemein Gesundheit und Glück versprechen sollten. Dadurch würden sie ein heimisches Gegengewicht zum offiziellen Staatsglauben bilden, der von Echnaton um seinen einzigen Gott Aton popagiert wurde. Zuweilen werden den Affenfigürchen jedoch auch karikaturhafte Züge zugeschrieben, zumal sie als Tiere in den verschiedensten typisch menschlichen Tätigkeiten gezeigt werden. Da die Statuetten darüber hinaus recht klein und nur rudimentär gearbeitet und bemalt wirken, lässt sich auch eine Funktion als Spielzeug nicht völlig ausschließen. Eine eindeutige Interpretation der Affengruppen kann daher noch nicht geleistet werden. Nach: Hanus, Ch., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 240 (Kat.-Nr. 26).
Statuette einer Affengruppe
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
In mehreren privaten Wohnhäusern in Achet-Aton fanden sich kleine Affenstatuetten, die in ihrer spezifischen Erscheinung als ausschließlich auf die Amarna-Zeit beschränkt gelten. Auch wenn sich die Statuetten untereinander im Aussehen unterscheiden, lassen sich doch konkrete wiederkehrende „Themen“ erkennen: Die Äffchen können einzeln, zu zweit oder zu dritt auftreten. Dabei werden sie unter anderem miteinander spielend oder einander lausend dargestellt, aber auch trinkend oder Früchte essend. Es finden sich ferner Szenen, in denen ein größerer Affe sich fürsorglich um ein Jungtier kümmert. Kleine – durchaus vergleichbare – Affenfiguren wurden seit der ägyptischen Frühzeit in Tempelarealen gefunden, was darauf hinweisen kann, dass sie als Votivgaben verschiedenen Gottheiten geopfert wurden. Es ist darüber hinaus denkbar, die Figuren dem Fruchtbarkeitskreis um die Göttin Hathor (als Göttin der Liebe, des Schutzes, der Freude und des festlichen Vergnügens mit Speisen, Trank und Musik) zuzuschreiben. Aspekte dafür finden sich in den sich stets wiederholenden Elementen „Jungtier und Mutter“, „Essen und Trinken“ sowie „Musizieren“. Im Falle einer solchen Zuweisung könnten die Affenfiguren Ausdruck „persönlicher Frömmigkeit“ der Bevölkerung Achet-Atons sein und als magische Amulette gedient haben, die Schutz für Mutter und Kind wie auch allgemein Gesundheit und Glück versprechen sollten. Dadurch würden sie ein heimisches Gegengewicht zum offiziellen Staatsglauben bilden, der von Echnaton um seinen einzigen Gott Aton popagiert wurde. Zuweilen werden den Affenfigürchen jedoch auch karikaturhafte Züge zugeschrieben, zumal sie als Tiere in den verschiedensten typisch menschlichen Tätigkeiten gezeigt werden. Da die Statuetten darüber hinaus recht klein und nur rudimentär gearbeitet und bemalt wirken, lässt sich auch eine Funktion als Spielzeug nicht völlig ausschließen. Eine eindeutige Interpretation der Affengruppen kann daher noch nicht geleistet werden. Nach: Hanus, Ch., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 240 (Kat.-Nr. 26).
Statuette der thronenden Göttin Nebet-hetepet
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Göttin ist sitzend wiedergegeben, bekleidet mit einem eng anliegenden Gewand und einem Collier. Sie trägt eine dreiteilige Perücke, die zudem von einer Geierhaube mit Uräus bedeckt ist. Auf dem Scheitel sitzt ein menschlicher Kopf mit Kuhhörnern sowie ein Sistrum mit Naos in dem eine weitere Uräus-Schlange erkennbar ist. Die engen Bezüge der Göttin Nebet-hetepet zur Hathor wird anhand des Kopfschmuckes deutlich. Zugleich verkörpert sie das weibliche Prinzip der Schöpfung. (J. Helmbold-Doyé)
Statuette eines Krokodils, eine Mumie auf dem Rücken tragend
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Statuette zeigt ein Krokodil, welches eine Mumie auf dem Rücken trägt. In dieser Weise wird das Krokodil als Gliedersammler des Gottes Osiris charakterisiert. Im Osiris-Mythos ermordete Seth seinen Bruder Osiris aus Eifersucht und warf seine Leichenteile in den Nil. Die Gemahlin des Osiris, die Göttin Isis, sammelte seine Glieder ein und setzte sie mit Hilfe von Anubis zusammen, um ihn wiederzubeleben. Sie empfing dabei in Gestalt einer Weihe ihren gemeinsamen Sohn Horus. Seit dem Mittleren Reich wurde Horus vor allem in den Regionen des Deltas und im Fayum mit dem Krokodilgott Sobek assimiliert. In dieser Funktion durchzog Sobek nach altägyptischer Vorstellung die Wasserlandschaft, um nach seinem ermordeten Vater Osiris zu suchen und ihn zu beleben. Als Helfer des Osiris bekamen Sobek und seine Kinder (die Krokodile) daher eine positive Eigenschaft zugeschrieben. Ab der Spätzeit treten Bilder von mumientragenden Krokodilen auf, die Horus in dieser Gestalt als Retter seines Vaters präsentieren. I. Liao
Statuette des sitzenden Gottes Thot
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der sitzende Gott Thot zeigt sich hier als Mischwesen mit einem nicht mehr vollständigen Ibiskopf. In seiner Eigenschaft als Mondgott sitzt auf seinem Scheitel eine Mondscheibe in der Mondsichel, ergänzt um eine Uräusschlange. Er trägt zudem eine Strähnenperücke und einen plissierten, dreigeteilten Schurz. Wegen seiner zahlreichen Funktionen und vielfältigen Beziehungen zu anderen Göttern ist seine Verehrung in nahezu allen Zentren des Niltals belegt. So war eine seine vielen Eigenschaften die des Mondgottes mit der er unter anderem die Jahreszeiten und Mondphasen regulierte. Außerdem wurde er mit der Astronomie und Mathematik assoziiert. (J. Helmbold-Doyé)
Statuette einer kahlköpfigen Frau in Leinenstoff gewickelt, mit zwei Vierfach-Udjataugen-Amuletten, die an einer Schnur um den Hals befestigt sind
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Statuette wurde 1887 von Dr. Carl August Reinhardt in Luxor käuflich erworben. Er trat im März 1888 in den Konsulatsdienst ein und war kurze Zeit später für mehrere Jahre als Dragoman des deutschen Generalkonsulats in Kairo tätig. Während seiner Amtszeit erwarb er für die Berliner Sammlung Hunderte Objekte. Wie so häufig bei Ankäufen, fehlt auch hier die Herkunftsangabe. Es handelt sich bei der unbekleideten, weiblichen Statuette sehr wahrscheinlich nicht um eine Grabbeigabe. Aufgrund der Amulette und der fehlenden Arme ist wohl eher an eine magische Funktion zu denken. Diese steht womöglich mit einem Liebeszauber oder häuslichen Kult an Ahnen in Verbindung. Diese magische Komponente wird auch durch die beiden Amulette bzw. die Knotungen von diesen gestützt. Geschützt wurde die Statuette durch den gewebten Stoff, in den die Figur eingewickelt war. Nicht vollständig entkräftet werden kann, dass es sich um ein modernes Arrangement eines Antikenhändlers handelt, der willkürlich, wenngleich adrett, „Reste“ zusammengebunden hat. Bislang ist eine Einordnung der Holzfigur in die Spätzeit, von 664 bis 332 v. Chr., plausibel. (Jana Helmbold-Doyé)
Oberteil einer männlichen Statuette
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das 17,5 cm hohe granitene Oberteil stammt von einer kleinformatigen, männlichen Figur. Die Bruchkanten lassen nicht erkennen, ob es sich um eine Sitz- oder Standfigur handelt. Des Weiteren sind noch andere Beschädigungen zu sehen. Die Nase ist stark bestoßen, am Perückenrand finden sich kleinere Abplatzungen und auf der Brust größere Fehlstellen. Die Rückseite des Stückes ist auffällig erodiert und zeigt keine deutlichen Konturen. Lediglich die Länge der Haartracht ist als Absatz auszumachen. Das Gesicht ist von einer Strähnenperücke umrahmt. Der Dargestellte hat ein breites, rundliches Gesicht mit hohen Wangenknochen. Seine Augen sind leicht schräg gestellt. Hinter den Schläfen sitzt ein großes Paar Ohren. Von der breiten Nase sind lediglich ein Rest des hohen Nasenrückens sowie ein kleiner Teil des rechten Nasenflügels erhalten. Zwei Nasolabiallinien führen auf einen geraden Mund mit fleischigen Lippen hin. Ein rundes Kinn bildet den unteren Abschluss des Gesichtes. Der Kopf sitzt auf einem hohen Hals, der zu einem nackten Oberkörper überleitet. Auf der Brust finden sich Reste einer flüchtig eingravierten fünfspaltigen Inschrift. Diese nannte einst den Namen und die Titel des Eigentümers. Aufgrund der beschädigten Oberfläche kann der Text heute nicht mehr sinnvoll gelesen werden. Eine endgültige Datierung des Objektes fällt ebenso schwer. Die Merkmale der Statuette folgen dem Stil von Königsbildern aus der Mitte der 12. Dynastie. Während die großen Ohren mehr oder weniger für das gesamte Mittlere Reich typisch sind, haben die Augen noch nicht den ernsten, strengen Gesichtsausdruck mit den schweren Oberlidern, wie unter den Königen Sesostrisʼ III. und Amenemhet III. Auch der für beide Herrscher charakteristische strenge Mund mit den herunter gezogenen Mundwinkeln ist in diesem Bildnis nicht zu finden. All dies macht eine Datierung in diese Zeit unwahrscheinlich und deutet auf eine Entstehungszeit davor hin. Der Aufstellungsort von Privatstatuen im Alten Reich beschränkte sich ganz auf das Grab. Dies änderte sich zu Beginn des Mittleren Reiches. Fortan war es Privatleuten mit königlicher Genehmigung erlaubt, eigene Statuen und Statuetten auch in Tempeln aufzustellen, um dort Gebete und Opfergaben empfangen zu können. Ob es sich bei der hier vorgestellten Statuette um eine Grab- oder Tempel handelt, kann nicht eindeutig gesagt werden. (Klaus Finneiser)
Fragment einer Statuette Ramses' IX.
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die 22 cm hohe Skulptur ist stark fragmentiert. Erhalten blieb lediglich die Körperpartie unterhalb der Brust. Während vom rechten Bein das Schienbein und der Fuß fehlen, blieb vom linken, vorgesetzten Bein nur die innere Seite des Oberschenkels erhalten. Der Dargestellte ist mit einem knielangen Schurz bekleidet, auf dem noch Reste des rechten Unterarms samt Hand zu sehen sind. Sein Schurz ist plissiert und wird von einem Gürtel gehalten. An der rechten Seite des Mittelbandes ist eine aufgerichtete Uräusschlange zu erkennen. Die Rückseite der Figur wird von einem Rückenpfeiler bestimmt. Aufgrund der Inschrift auf dem Pfeiler kann der Dargestellte als König Ramses IX. identifiziert werden. Der erhaltene Text nennt den Thron- und Eigennamen des Herrschers. Er lautet: „Herr der beiden Länder (Mit vollkommenem Ka, ein Re, Auserwählter des Re) Sohn des Re (Re ist es, der ihn geboren hat, der in Theben erschienen ist, Geliebter des Amun)“. Ramses IX. ist in einer ‚Beterhaltung‛ dargestellt. Dieser Darstellungstyp kommt im Mittleren Reich auf und zeigt den König in seiner Funktion als obersten Priester. Derartige Bildnisse waren in den Göttertempeln aufgestellt. Da diese Tempel für einen Teil der Öffentlichkeit zugänglich waren, erhielten die Statuen dadurch eine öffentlich-propagandistische Funktion, in der die Rolle des Königs als Vermittler zu den Gottheiten betont wurde. Pharao Ramses IX. regierte in der 20. Dynastie von 1125 bis 1107 v. Chr. Seine Abstammung bedarf noch einer abschließenden Klärung. Einige Ägyptologen sehen in ihm einen Sohn Ramsesʼ VI. und somit Bruder Ramsesʼ VII. Andere halten ihn wiederum für einen Sohn Ramsesʼ VIII. oder des Prinzen Month-her-chepesch-ef und somit Enkel Ramsesʼ III. Seine Bautätigkeit beschränkte sich eher auf kleinere Ergänzungs- und Restaurierungsarbeiten z. B. in Heliopolis, Karnak, der Oase Dachla, Buhen und Amara. Des Weiteren sind Stelen, Statuen und andere kleinformatige Objekte, die seinen Namen tragen, erhalten. Dazu zählt auch das hier vorgestellte Statuettenfragment. (Klaus Finneiser)
Standstatuette einer nackten Frau (Frauenfigur)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Gesicht der Figur ist stark stilisiert dargestellt und wird von einer großen Nase und großen, durchbohrten Ohren dominiert. Längliche Einkerbungen stellen die Augen dar. Der Mund ist nicht zu erkennen. Die Haartracht ist über dem Gesicht durch eine Wulst mit eingeritzten Kerben modelliert. Am hinteren Kopfteil sind vier Löcher ausgespart, durch die einst – wie an anderen Figuren belegt - dünne Fäden gezogen waren an denen sich kleine Tonperlen befanden. Auch dieser Bereich ist Bestandteil der Frisur. Der Kopf ruht auf einem kräftigen Hals, der mit zwei Halsketten geschmückt ist. Er leitet zu einem schlanken Körper über, auch wenn die langen geschwungenen Arme den Eindruck einer gewissen Breitschultrigkeit vermitteln. Die Figur hat keine Füße. Ob sie beschädigt oder absichtlich weggelassen wurden ist unklar. Große Brüste und ein großes Schamdreieck betonen die Nacktheit des Frauenkörpers. Um die Taille verläuft eine Reihe kleiner in den Ton gedrückter Punkte, die sich auf der Rückseite fortsetzt. Sie soll einen Gürtel aus Kauri-Muscheln darstellen. Das Gesäß ist plastisch herausgearbeitet. Kleine Figuren nackter Frauen wurden als Votivgaben in Tempeln, als und auch in Wohnhäusern gefunden. Aufgrund des Fehlens parallel verlaufender Textzeugnisse können hinsichtlich der genauen Funktion nur Vermutungen angestellt werden. Die deutlich betonten Geschlechtsmerkmale sowie der Gürtel aus Kauri-Muscheln können sicherlich als Symbole für die weibliche Fruchtbarkeit gedeutet werden. Für diese Interpretation spricht auch, dass viele dieser Figuren in Frauen- und Kindergräbern gefunden wurden. Sie deuten die Bereitschaft und Fähigkeit zu Empfängnis und Geburt an. Damit gehören sie eng zum Lebensbereich der Frau. Dem widerspricht auch nicht, dass sich derartige Frauenfiguren in Männerbestattungen fanden.
Figur einer nackten Frau, ihr Kind auf der Hüfte tragend
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Diese Kalksteinfigur einer Frau mit einem Kind auf der Hüfte wurde mit ins Grab gegeben. Die Figur trägt auf der Seite die hieroglyphische Inschrift "Möge deiner Tochter Seh eine Geburt gegeben werden".
Statuette eines Krokodils mit Falkenkopf
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Statuette zeigt ein falkenköpfiges Krokodil, das auf einer schmalen Plinthe liegt. Der Falkenkopf ist leicht angehoben. Während das Schuppenmuster den Körper des Mischwesens überzieht, ziert ein Federkleid seinen Kopfbereich. In dieser Gestalt ist wahrscheinlich der Krokodilgott Sobek mit dem Sonnengott Re oder Horus verschmolzen, um Sobek – Herrscher über das Wasser und Fruchtbarkeitsgott – einen solaren Bezug zuzuschreiben. In den späthieratischen Hymnen auf Sobek wird der Krokodilgott in seiner Eigenschaft als Sonnen- und Himmelsgott mit einem Falkenhaupt beschrieben. Daneben konnte die Erscheinungsform des Horus als „Horus, der in Schenut ist“ ab der Spätzeit als ein Krokodil mit Falkenkopf abgebildet werden. Ab der Ptolemäerzeit weisen die Darstellungen des Soknopaios, eine lokale Variante des Gottes Sobek im Fayum, ebenfalls diese Ikonographie auf. I. Liao
Fragment einer naophoren Statue mit hieroglyphischer Inschrift
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dieses auf den ersten Blick etwas seltsam anmutende Objekt ist das Fragment einer Standstatue, die vor sich einen ‚Naos‛ mit einem Götterbild des Osiris trug. Tragbare ‚Naoi‛ waren zur besseren Handhabung realiter mit einer Stütze versehen. Ein solches Oberteil eines an die Vorderseite der Beine angelehnten, geschwungenen und sich zu den Füßen hin verjüngenden Stützpfeilers ist nun im vorliegenden Fragment erhalten. Zugleich diente dieses Element aus Gründen der Statik für die Ausformung in Stein als Stütze. Von der einst dargestellten Person selbst hat sich heute nichts mehr erhalten. Aus den Angaben im Inventarbuch wissen wir jedoch, dass ursprünglich noch die Hände des Mannes vorhanden waren, außerdem besaß das Stück einst eine Höhe von 29 cm. Heute sind nur noch 12 cm Höhe messbar. Dies bedeutet also, dass zu einem späteren, nicht mehr bestimmbaren Zeitpunkt die obere Hälfte des Objektes verloren gegangen sein muss. Vermutlich steht der Verlust mit den Verlagerungen während des Zweiten Weltkrieges im Zusammenhang. Leider existieren dazu keinerlei alte Aufzeichnungen oder Fotos. Auf dem Stützpfeiler befindet sich eine Kolumne von Hieroglyphen ohne Kolumnenbegrenzung. Die Inschrift lautet: „[N.N.,] er sagt: ‚Ich bin gekommen zu Dir, mein Herr, Großer Gott, Herrscher der Ewigkeit! [///]‘“ Die Inschrift enthält einen Teil einer Rezitation des einst in der Statue dargestellten Mannes, deren Anfang wie Ende verloren ist, so dass sich auch Name und Titel nicht erhalten haben. Der Text richtet sich an die Gottheit des Tempels in Saïs, in dem die Statue einst aufgestellt gewesen war. Auch die kuboide Statue Berlin ÄM 11482 trägt eine auf diesen Gott Bezug nehmende Inschrift. (Jan Moje)
Doppelstatuette des Nachtmin und seiner Mutter Meres-ger
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Doppelstatue stellt Nacht-Min und eine Frau namens Meres-ger dar. Beide sind barfuß und stehen in Schrittstellung vor einer hohen Rückwand nebeneinander. Die linke Hand des Mannes umfasst einen falkenköpfigen Götterstab und seine rechte liegt ausgestreckt auf seinem langen, plissierten Schurz. Sowohl auf dem Stab als auch auf dem Schurz befindet sich eine Inschrift, die Nacht-Min als „Großen des Hauses der Königin“ benennt, eine Bezeichnung für einen Oberdomänenvorsteher. Das Grab des Nacht-Min befindet sich in Nubien, und aufgrund des Grabkontextes sowie der Inschriften ist bekannt, dass Nacht-Min unverheiratet war und die Frau an seiner Seite hier seine Mutter darstellt. In einer Inschrift neben ihrem rechten Bein wird sie als „Sängerin des Re“ betitelt. Zu dieser Position gehört auch das Sistrum in ihrer linken Hand, welches vor allem im kultischen Geschehen in einem Tempel eine bedeutende Rolle spielte. Die Kleidung und die Perücken der Personen, ebenso wie die Inschriften und Dekorationen in seinem Grab, sprechen für eine Datierung in die Ramessidenzeit. Aufgrund der Wahl des Bestattungsplatzes in Unternubien ist Nacht-Mins Abstammung aus dieser Gegend wahrscheinlich. Allerdings sind Nacht-Min wie auch seine Mutter wegen ihrer Ämter und der Nähe zum Königshaus und Tempel wahrscheinlich öfters nach Heliopolis gereist. Normalerweise waren Gruppenstatuen von Privatpersonen für den Grabbereich bestimmt, doch vor allem im Neuen Reich nahm die Zahl der privaten Tempelstatuen stark zu. Einige Merkmale dieser Doppelstatue sprechen für eine Aufstellung im Tempelbezirk: In der Inschrift auf der Rückseite wird Horus der Große/Haroëris von Heliopolis genannt. Die Nennung spricht für eine Widmung an diesen speziellen Gott und somit für eine Aufstellung der Statue in seinem Tempel in Heliopolis. Hier nahmen die Dargestellten an den kultischen Abläufen des Heiligtums teil und erhielten Opfergaben. Ein weiteres Merkmal ist die Darstellung als Stabträger. Der Götterstab drückt nicht nur die Verbundenheit zum lokalen Kult aus, sondern auch die Loyalität zum König. (M. Jung)
Standfigur der Dame Nehi, gestiftet von ihrem Ehemann Chonsu
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
„Die Statuette der Dame Nehi zählt zu den schönsten Frauenfiguren des Neuen Reiches. Sie hielt wahrscheinlich einen kleinen Stabstrauß in der linken Hand. Dieser ist verloren, wie auch die Lotosblüte (oder ein Tuch), die sie in der herabhängenden Rechten hielt. Die gelängten Glieder und der zarte Körperbau zeigen Nehi als sehr junge Frau. Sie trägt ein langes, schmales, glattes Untergewand und darüber eine Art plissierten Mantel, der unter der Brust geknotet wurde und kokett den linken Arm verhüllte. Die Haartracht ist ungewöhnlich. Vielleicht zeigt sie ihr eigenes schulterlang gewachsenes Haar. Dazu gehören als Accessoires ein (aufgemalter) Halskragen und Ohrringe. Die durchsichtige Kleidung steigert die Modellierung des Leibes zu feiner erotischer Ausstrahlung. Dieser Plastik fehlen die Farbe und farbiger Glasfluß für Perücke, Augen und Ohrringe. Nach Aufschrift des originalen Sockels wurde die Figur von Nehis Bruder (Ehemann), dem Schreiber Chonsu, in Auftrag gegeben.“ Aus: Kischkewitz, Hannelore, in: Priese, Karl-Heinz, Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 152.
Statuette eines Nubiers mit vor der Brust gefesselten Händen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die hölzerne Statuette bildet einen gefesselten Nubier ab. Bekleidet ist er mit einem knielangen Schurz. Seine Hände sind vor der Brust durch eine, im Original wohl ebenfalls aus Holz gefertigte Fessel (vgl. ÄM 15130) verbunden. Sein Kopf ist nach links gedreht und zeigt einen weit zurückspringenden Haaransatz. Die Haare selbst sind beutelartig angegeben. Im Gesicht sind wohl Schmucknarben zu erkennen, wo normalerweise ein kreolenförmiger Ohrring zu erwarten wäre. Das Objekt weist am Hals und im Bereich des Rückens Bohrungen auf, die auf eine Befestigung mit einem anderen Gegenstand deuten könnten. Aus diesem Grund wurde das Exemplar als Griff, z. B. eines Salblöffels, oder Möbelfuß angesprochen. Es ist wohl aber eher im Zusammenhang mit der Feindvernichtung zu sehen. Ein Beispiel aus dem British Museum (EA 26254) zeigt einen Caniden, der mit einer solchen Statuette verbunden ist, in der dortigen Online-Datenbank leider fälschlicherweise als Spielzeug angesprochen. Unser Objekt muss wohl ebenfalls um einen Caniden ergänzt werden, der den Gefesselten angreift. Die tatsächliche Funktion unseres Objekts bleibt leider aufgrund fehlender Vergleichsbeispiele mit funktionaler Zuordnung vorerst offen. ÄM 1878 wurde zusammen mit einer ähnlichen Statuette (ÄM 6787) erworben. (J. Jancziak)
Statuette eines Nubiers mit auf dem Rücken gefesselten Händen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die hölzerne Statuette gibt einen gefesselten Nubier wieder. Er ist unbekleidet und die sekundären Geschlechtsmerkmale sind angegeben. Seine Arme sind seitlich am Körper angelegt, die Oberarme sind dabei zurückgesetzt und schieben, aufgrund der Fesselung am Rücken, die Schulterblätter zusammen. Die Unterarme sind angewinkelt und seitlich am Körper angelegt. Der weniger gut erhaltene Kopf ist nach links gedreht. Das Objekt weist am Hals und im Bereich des Rückens Bohrungen auf, die auf eine Befestigung mit einem anderen Gegenstand deuten könnten. Aus diesem Grund wurde das Exemplar als Griff, z. B. eines Salblöffels, oder Möbelfuß angesprochen. Es ist wohl aber eher im Zusammenhang mit der Feindvernichtung zu sehen. Ein Beispiel aus dem British Museum (EA 26254) zeigt einen Caniden, der mit einer solchen Statuette verbunden ist, in der dortigen Online-Datenbank leider fälschlicherweise als Spielzeug angesprochen. Unser Objekt muss wohl ebenfalls um einen Caniden ergänzt werden, der den Gefesselten angreift. Die tatsächliche Funktion unseres Objekts bleibt leider aufgrund fehlender Vergleichsbeispiele mit funktionaler Zuordnung vorerst offen. ÄM 6787 wurde zusammen mit einer ähnlichen Statuette (ÄM 1878) erworben. (J. Jancziak)
Statuette der Göttin Seschat
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Bronzestatuette stellt die Göttin Seschat in stehender Haltung mit herabhängenden, eng am Körper liegenden Armen dar. Sie trägt über der Strähnenperücke einen Kopfschmuck, der aus einer Geierhaube mit einer Uräusschlange und der darüber liegenden Hieroglyphe ihres Namens besteht. Das hieroglyphische Zeichen setzt sich aus einer stilisierten Rosette auf einem Stängel, die von beiden Seiten von zwei sich anblickenden Schlangen umgeben ist, zusammen. Sie ist in einem eng anliegenden, knöchellangen Kleid gekleidet, über dem sie ein Halskragen trägt. An ihren Armen und Beinen sind zudem mehrere Arm- und Beinreifen zu sehen. Seschat war die Göttin des Schreibens, Rechnens und Bauwesens, die schon seit der ägyptischen Frühzeit belegt ist. Zudem war sie für die Gründung und den Erhalt der Tempel sowie dem damit verknüpften Fortdauern des Königtums verantwortlich. In der Zeit nach dem Alten Reich wurde Seschat verstärkt dem König zugeordnet. Daher erscheint sie auch häufiger in der Ikonographie des mit dem König und Tempel verbundenen Wesenszugs. Obwohl Seschat häufig auf Flachbildern belegt ist, sind bisher nur sehr wenige rundplastische Darstellungen von ihr bekannt. Sie sind zudem alle in die Spätzeit zu datieren. Die Berliner Bronzestatuette ÄM 19656 gehört zu der extrem wenigen Belegen aus der Spätzeit für die Darstellung der Seschat in rundplastischer Umsetzung. Bislang lässt sich die kultische Verehrung der Seschat lediglich vom Alten bis Mittleren Reich nachweisen. In der Spätzeit in Sais sowie ungefähr zeitgleich in Verbindung mit Thot in der oberägyptischen Stadt Hermopolis magna, ist der Kult der Seschat erneut belegt. Die spätzeitlichen Statuetten der Göttin könnten als Votivgaben in ihren Kultstätten geweiht worden sein. (I. Liao)