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Objekttyp: Sturzbecher
Stehende Frau mit eingestützten Armen
Kunstgewerbemuseum
Scherzgefäße dienten zur Unterhaltung bei trinkfreudigen Tafelgesellschaften. Der Sturzbecher in Gestalt einer Frau mit in die Hüften gestützten Arme besitzt keinen Fuß und muss in einem Zug geleert werden. Der Rock zeigt einen netzartigen Dekor und bildet das eigentliche Trinkgefäß. MAKR
Sturzbecher in Gestalt einer Nonne
Kunstgewerbemuseum
Sturzbecher in Form einer Nonne. Der Kopf gegossen, das Tuch nachgeschliffen und mattiert. Auf der Kuppa Rollwerkkartusche, darin Amor am Taubenhaus. Oben Inschrift: "Léntrèe est facile mais la forlie (soll heißen sortie) en est difficile". - Kugelborten. Glas hell, starl haarrissig, z.T. schon in Zersetzung begriffen. aus Robert Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 29 Der Sturzbecher ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Sturzbecher in Gestalt eines Mönches
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: Stülpglas geschliffen mit dem Kopf eines Mönches. Das Glas ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Sturzbecher in Gestalt einer Nonne
Kunstgewerbemuseum
Becherförmige Kuppa mit einem mattiertem Band mit polierten Kugeln über einem geblänkten Kugelfries, der Mündungsrand verwärmt, angesetzt ein massiver Knauf in Gestalt einer plastisch geformten Nonnenbüste. Die Büste wurde in eine zweiteilige Form gegossen, Details des Gesichts überschliffen, geschnitten und poliert, Schleier ihres Ordensgewandes mattiert. Das Glas ist krank. Solche Scherzgläser, die nur auf dem Kopf stehend geleert und nicht abgesetzt werden konnten, mokierten ganz unzweideutig den Klerus. Sie waren bei der höfischen Tischgesellschaft wegen ihrer kunstvollen Verarbeitung beliebt und insbesondere, weil sie das Ritual des gemeinsamen Mahls amüsant auflockerten. Aus der Potsdamer Glashütte sind mehrere Exemplare überliefert. Ein Sturzbecherpaar mit nahezu identischem Schaft ist im Besitz der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG, Inv. Nr. XIII 1482). Vergleichsstücke aus farblosem Glas, mit variiertem Sockelschaft, verwahren das Germanische Nationalmuseum München (Inv. Nr. 63/19), die Stiftung Stadtmuseum Berlin (Inv. Nr. II 62/542 A) und das Mainfränkische Museum Würzburg (Inv. Nr. S. 62596). Beispiele mit Mönch und Nonne aus Rubinglas, ebenfalls mit Schaftaufbau als Sockel, befanden sich laut Inventarbuch 1738 in Schloss Monbijou (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, S. 65). Weitere Beispiele dieses Typs sind ebenfalls im Bestand der SPSG (Inv.-Nr. XIII 729, XIII 730, publiziert im Themenportal "Brandenburgisches Glas") sowie in der Literatur dokumentiert (Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 95, 96, S. 159, 160; Franze, Mönch und Nonne, 2008; Rückert, Die Glassammlung, Bd. 2, 1982, Kat. 817, S. 278, Taf. 255; Mosel, Glas, 1979, Kat. 234, S. 149; Hörning, Gläser vom XVI. bis XIX. Jahrhundert, 1978, Kat. 102; Klesse, Glassammlung Krug, Bd. 1, 1965, Kat. 276, S. 252f.; Berckenhagen, Berliner und märkische Gläser, 1956, Abb. 17, 18; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 29.1). Walter Stengel (1882–1960) hat sich mit Vorbildern dieser Potsdamer Erzeugnisse in der Gold- und Silberschmiedekunst beschäftigt (Stengel, Brandenburgische Gläser, 1949, S. 13f.). [Verena Wasmuth] MAKR
Sturzbecher in Gestalt eines Mönches
Kunstgewerbemuseum
Becherförmige Kuppa mit einem mattiertem Band mit polierten Kugeln über einem geblänkten Kugelfries, der Mündungsrand verwärmt, angesetzt ein massiver Knauf in Gestalt einer plastisch geformten Mönchsbüste. Die Büste wurde in eine zweiteilige Form gegossen, Details des Gesichts überschliffen, geschnitten und poliert, die spitz zulaufende Kapuze seines Ordensgewandes mattiert. Das Glas ist krank. Schon seit dem 16. Jahrhundert erfreuten sich Scherzgläser, also Gefäße, die das Trinken erschweren, großer Beliebtheit. Dieser glockenförmige Becher ohne Fuß konnte nur gestürzt geleert werden und wurde dann auf dem Kupparand abgestellt. Die Mönchsbüste geriet dabei vom Kopf stehend wieder in die Senkrechte. Zu dem Becher gehört ein Pendant mit der Büste einer Nonne (Inv.-Nr. W-1971,72). Weitere erhaltene Exemplare, teils mit Büste auf einer aus farblosem sowie aus Rubinglas bezeugen das Interesse des preußischen Hofs an diesen wenig frommen Gläsern (Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 95, 96, S. 159, 160; Franze, Mönch und Nonne, 2008; Rückert, Die Glassammlung, Bd. 2, 1982, Kat. 817, S. 278, Taf. 255; Mosel, Glas, 1979, Kat. 234, S. 149; Hörning, Gläser vom XVI. bis XIX. Jahrhundert, 1978, Kat. 102; Klesse, Glassammlung Krug, Bd. 1, 1965, Kat. 276, S. 252f.; Berckenhagen, Berliner und märkische Gläser, 1956, Abb. 17, 18). Auch Königin Sophie Dorothea (1687–1757) hatte nachweislich ein Paar Sturzbecher mit Mönch und Nonne in ihrer Sammlung (Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, S. 65). [Verena Wasmuth] MAKR
Sturzbecher mit Flammenbekrönung und Medaillon
Kunstgewerbemuseum
"Sturzbecher mit Flammenbekrönung aus Rubinglas. Auf dem kegelförmigen Becher bekröntes Ovalmedaillon mit zur Sonne fliegendem Adler und "Non soli cedit". Ringsum Trophäen mit FWR. Oben aufgeschmolzen ein farbloser Kragen, darauf mehrere geschnittene Bomben. Der Kugelknauf farblos mit fünf z. T. beschädigten Flammen aus hellrotem Rubinglas. Dazu gehört eine flaschenkürbisförmige Flasche, über die der Becher als Deckel gestülpt wird. Glas hell und gesund." aus Robert Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 29, Nr. 3 Der Sturzbecher und die zugehörige Flasche (1913,62) sind seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR