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Objekttyp: Tafelbild
Bildnis des Bischofs Apa Abraham
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der beiderseits des Nimbus als »Apa Abraham der Bischof« bezeichnete Heilige kann höchstwahrscheinlich mit jenem Abraham identifiziert werden, der für die Jahre zwischen 590 und 620 als 14. Bischof von Hermonthis und Abt des Phoibammon-Klosters von Deir el-Bahari in Theben (auf der Luxor gegenüberliegenden Nilseite) bezeugt ist. Das Tafelbild weist vier Bohrungen auf und war zum Aufhängen bestimmt; es ist vielleicht das einzige erhaltene Amtsbildnis eines historisch bezeugten Bischofs. Apa (Vater) Abraham trägt ein purpurfarbenes Gewand und ein über beide Schultern gelegtes Omophorion, die weiße Binde der Bischöfe. In den Händen hält er ein Evangelienbuch, dessen Einband mit Edelsteinen geschmückt ist. Ein >goldener< Nimbus umgibt sein Antlitz. Abraham ist ganz im Typus koptischer Mönchsheiliger dargestellt. Immer wiederkehrende Bildnisformeln sind das große, fest konturierte Haupt mit den asketisch eingezogenen Wangen, die gottbeseelte Schau der weit geöffneten Augen, der fest geschlossene Mund mit den streng herabgezogenen Mundwinkeln und der lange, bis weit auf die Brust herabreichende Bart.
Ikone mit der Verkündigung an Maria
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Auf der Ikone ist die Verkündigung an Maria zu erkennen. Der Erzengel Gabriel tritt mit erhobenem rechtem Arm auf Maria zu, die, mit einem dunklen Gewand bekleidet, ihre Arme in einer Geste der Bereitschaft austreckt. In dem auf dem Tisch liegenden Buch steht: „Siehe die Jungfrau empfängt ihres Leibes Frucht“. Über der Szene thront der segnende Gottvater. Die Ikone fällt besonders durch ihren graphischen Charakter auf, der durch die starken Konturen der Figuren und der Hintergrundarchitektur betont wird. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der Darbringung im Tempel
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Im Zentrum des etwas vertieften Bildfeldes steht Simeon, welcher über einen Altar hinweg Maria das Kind zurückreicht. Hinter Maria stehen die Prophetin Hanna und Joseph, welcher in einem Käfig zwei Tauben als Opfergaben trägt. Diese Szene ist in kyrillischen Buchstaben als „Darstellung im Tempel“ betitelt. Im oberen Teil des Bildes thront von zwei Engeln umgeben Gottvater, im linken oberen Teil ist Maria erneut als sog. Passionsmadonna abgebildet. Im unteren Teil des Bildes ist eine Höllenszene dargestellt. Der gefesselte „Höllenrachen“ ist von auf ihre Erlösung wartenden Heiligen umgeben. Gerahmt wird die Szene durch zwei bärtige, an Schreibpulten sitzende Propheten. Der rechte wird von einem Engel auf die Tempelszene hingewiesen. Die Ikone ist beispielhaft für eine sogenannte „Zusammengesetzte Fassung“, eine Darstellungsform, die verschiedene, nur im übertragenen Sinn zusammenhängende Szenen in sich vereint. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der Verkündigung
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der Erzengel Gabriel tritt auf einer Terrasse Maria gegenüber, um ihr ihre baldige Mutterschaft zu verkünden. Vor dem goldenen Hintergrund sind verschiedene Renaissance-artige Gebäude sowie eine angedeutete Landschaft erkennbar. Im oberen Bildfeld ist in einer Nebenszene dargestellt, wie der von Engeln umgebene Gottvater dem Erzengel den Verkündigungsauftrag erteilt, indem er ihm den Stab übergibt. Am unteren Bildrand werden Lobverse des Dichters Andreas von Kreta (660-740 n.Chr.) zitiert, die Maria und die Verkündigung preisen. An beiden Seiten wird das zentrale Bild eingerahmt von acht Randbildern. Auf ihnen sind links Jakob, David, Ezechiel und Daniel sowie rechts Moses, Aaron, Jesaja und Habakuk abgebildet, denen die Gottesmutter von einem Lichtkreis umgeben erscheint. Alle Propheten sind an ihren Attributen gut erkennbar, zudem halten sie Schriftrollen, in denen auf die Jungfräulichkeit Marias sowie die Inkarnation verwiesen wird. Der Künstler Emmanuel Tzanes (1610-1690), der diese Ikone malte, lebte auf Kreta und in Venedig und war nicht nur als Maler, sondern auch als Dichter bekannt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Regimentsikone - Heilige verehren die "Gottesmutter von Wladimir"
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Oben in der Mitte ist die Ikone "Gottesmutter von Wladimir" dargestellt, links und rechts davon die Hll. Georg und Demetrius. Unten von links nach rechts: Hl. Sergej von Rodonesch, Johannes der Vorläufer, Hl. Nikolaus der Wundertäter, Kriegerheiliger. Unter dem Bildfeld eine Weihinschrift aus dem Jahr 1701. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.
Ikone mit den Heiligen Georg, Klemens und Menas
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die drei nebeneinander stehenden Heiligen Georg, Klemens und Menas sind in lebhaften Farben auf einem weißlichen, im unteren Teil der Ikone grün und dunkelgrün gehaltenen Grunde dargestellt. Die russische Beischrift neben und über ihnen enthält ihre Namen. Der Heilige Georg trägt eine Rüstung, über dem grünlich schimmernden Metall anscheinend ein bräunlich gehaltenes Lederkoller und darüber einen mit den Enden über der Brust verknoteten über den Rücken fallenden leuchtendroten Mantel. In der rechten Hand hält er, die Schulter kreuzend, ein blankes Schwert empor, dessen Knauf kreuzförmig verziert ist, während er in dem etwas unglücklich gezeichneten, nach hinten gewinkelten linken Arm einen Schild hält. Der Heilige Klemens, als Bischof gekennzeichnet, hat die rechte Hand segnend erhoben. In der verhüllten Linken hält er ein braunes Evangelienbuch mit rotem Schnitt. Der Heilige Menas ist in ein weißes Gewand mit ockerfarbenen Besätzen auf der Schulter, an den Ärmelenden und am Saum gekleidet. Darüber trägt er ein rotes Manteltucht. Seine linke Hand hat er bittend erhoben, während er in der rechten ein langes russisches Kreuz hält. Die Nimben der drei Heiligen sind golden und schwarz umrandet. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.
Ikone mit Johannes dem Evangelisten und dem Narr Wassilij
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das vertiefte Bildfeld der Tafel ist von einem glattem Goldrand umgeben. Oben in der Bildmitte erscheint Jesus Christus in roter, halbkreisförmiger Glorie, beide Arme segnend ausgebreitet in goldenem Gewand. Unten links ist der Evangelist Johannes in rotem Untergewand und blauem Mantel abgebildet. Er blickt zu Jesus empor und reicht ihm mit beiden Händen das Evangelium dar. Ihm gegenüber auf der rechten Bildseite ist der Asket Wassilij, der Gesegnete, nackt mit betend erhobenen Händen wiedergegeben. Beide stehen auf einem grünen Grund, aus dem goldene Pflanzen wachsen. Über ihnen, zu Seiten der Glorie, sind die russischen Namensbeischriften der Dargestellten zu lesen. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.
Ikone mit Johannes dem Täufer
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Johannes der Täufer ist auf dieser Ikone mit Flügeln abgebildet, eine in der orthodoxen Kirche recht verbreitete Darstellungsform, die sich auf die Funktion des Johannes als Vorbote von Jesus Christus bezieht. Bekleidet ist er mit dem Fellgewand eines Asketen, darüber trägt er ein dunkelbraunes Himation. In seiner linken Hand hält er eine geöffnete Schriftrolle, auf welcher in arabischer Sprache Mt. 3,2 zitiert ist: „Tut Buße! Denn das Reich des Himmels ist nahe.“ Vor dem Unterkörper des Propheten steht eine Schale, aus der das Haupt des Johannes herausragt. Dies ist sein häufigstes Attribut, ein Verweis auf das Festmahl des Herodes, bei welchem er auf Wunsch der Prinzessin Salome geköpft wurde. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Das Wunder des Erzengels Michael zu Chonae
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Auf dieser Ikone wird die Geschichte des Wunders von Chonae erzählt, eine weit verbreitete Legende. Zwei Ungläubige hatten einen Fluss umgeleitet, um das dem Michael geweihte Heiligtum, in welchem der Asket Archippos lebte, zu zerstören. Nach einem Gebet des Archippos erschien der Erzengel Michael und spaltete einen Felsen, sodass das Wasser in dem Spalt verschwinden konnte. Der mit Blumen verzierte Rahmen dieser Ikone wurde erst später hinzugefügt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit drei Heiligen
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Im Zentrum steht ein bärtiger Heiliger mittleren Alters, dessen dunkelblaues Gewand mit einem Goldrand gesäumt ist. Darüber trägt er einen roten Mantel, in der Hand hält er ein Segenskreuz. Zur Linken erkennt man einen Jüngling, dessen weltliches Gewand deutlich dezentere Töne aufweist. Ebenso wie der mittlere Heilige hält auch er ein Kreuz und deutet mit der linken Hand eine Gebetsgeste an. Auf der rechten Seite ist ein Mönch abgebildet, der eine rechte Hand segnend erhoben hat und mit der Linken eine Schriftrolle hält. Die Heiligen sind nicht näher benannt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der Gottesmutter Hodegetria
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Gottesmutter ist als Halbfigur abgebildet. Das mit goldenen, ornamentalen Borten eingefasste dunkelrote Maphorion, welches innen dunkelgrün gefärbt ist, trägt sie über einem zarten weißen Schleier. Vor der Brust werden beide Tücher mit einer goldenen Fibel zusammengehalten. Die linke Hand liegt beschützend auf dem Knie des Jesuskindes, das sie auf ihrem rechten Arm trägt. Christus ist mit einem orangenen Himation bekleidet, welches mit feiner Chrysographie versehen ist und bis zu seinen Füßen reicht. Das dunkelgrüne Untergewand ist mit sehr feinen goldenen Ornamenten verziert. Die rechte Hand hat das Kind segnend erhoben, in der linken hält es einen goldenen Globus. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit einer Darstellung der Heiligen Thekla
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Heilige auf der Ikone, welche durch die Inschrift als hl. Thekla bezeichnet wird, ist mit einem hellroten, am Ärmel reich verzierten Untergewand und einem ockerfarbenen Mantel bekleidet. Der Kopf ist mit einem dunkelgrünen Maphorion, einem Kopf und Schulter verhüllendem Tuch, bedeckt, welches von einem Diadem gehalten wird. In den Händen hält sie ein Doppelkreuz und eine goldenen Phiale. Thekla, eine angebliche Schülerin des hl. Paulus, wurde besonders in der frühchristlichen und östlichen Kirche verehrt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Heilige des Monats Oktober
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Auf der viergeteilten Kalenderikone sind die jeweiligen Heiligen des Monats Oktober abgebildet. Über den teils einzeln, teils in Gruppen stehenden Heiligen stehen deren Namen sowie in blauen Kreisen das Datum des entsprechenden Festtages. Neben der Darstellung des Festes Maria Schutz und Fürbitte am 1. Oktober sind noch drei weitere Darstellungen zwischen den Heiligen eingefügt, die vermutlich auf weitere Festtage verweisen. In der ersten Reihe ist in einer Auferstehungsszene abgebildet, wie Christus in Begleitung zweier Engel aus dem Grab heraustritt, während die Wächter fassungslos niederstürzen. Interessant hierbei ist, dass nicht wie sonst in der orthodoxen Kirche üblich die Höllenfahrt als Auferstehungsmotiv gewählt wurde. In zweiter Reihe findet sich eine Darstellung des thronenden Christus neben seiner Mutter, in der dritten Reihe folgt eine Szene mit drei Priestern, die soeben auferstandenen Heiligen begegnen. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit dem Sechstagewerk Gottes Schestodnev
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Im zentralen Bild der Ikone ist in sechs kleinen Feldern die Erschaffung der Welt durch den weißgekleideten Schöpfer zu sehen. Darunter ist Jesus Christus zwischen den himmlischen Heerscharen und als Weltenrichter abgebildet. Links und rechts des thronenden Christus stehen Fürbittende, angeführt von Maria und Johannes dem Täufer. Unter dieser Darstellung ist in drei kleinen Szenen der Sündenfall geschildert. Ganz unten im Mittelfeld der Ikone sind zwei große Gruppen von Heiligen abgebildet, die sich zu einer Schar von Kindern hinwenden. Diese stehen vermutlich für die unschuldigen Seelen im Paradies. Zu beiden Seiten der zentralen Darstellung sind noch sechs weitere Szenen als Bebilderung der liturgischen Woche abgebildet. Oben sind die Anastasis Christis (Sonntag) und die Versammlung der Erzengel (Montag) wiedergegeben, darunter folgen links die Enthauptung des Täufers (Dienstag) und rechts Maria Verkündigung (Mittwoch). Als letztes sind die Fußwaschung und die Kreuzigung Christi für Donnerstag und Freitag abgebildet. Für den Samstag als Feiertag aller Heiligen stehen die Heiligen im Mittelfeld. Oberhalb des Mittelfeldes werden die Liturgie der Kirchenväter und am unteren Rand ist der Tod des Zarensohnes Demetrius gezeigt. In den vier Ecken des bebilderten Randes sind die vier Evangelisten dargestellt, in den restlichen Bildfeldern stehen weitere russische Heilige. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der Auferstehung Christi
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der auferstandene Christus, mit einem Kreuznimbus versehen, steht auf den zerbrochenen Pforten der Hölle. Mit der linken Hand zieht er eine Seele aus der dicht gedrängten Menge der Gerechten empor, die Rechte trägt die Kreuzfahne. Der von seiner Gestalt ausgehende Strahlenkranz schiebt Wolken beiseite. Der nicht bemalte Rand der Tafel war vermutlich von einem Oklad bedeckt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.
Ikone mit Christus am Ölberg mit Rahmen
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
In der einfach dargestellten Landschaft steht Christus am Ölberg. Seine Hände sind zum Gebet gefaltet, sein Kopf einem goldenen Kelch mit Kreuz zugewandt, der symbolisch auf die Passion verweist. Im Vordergrund sind die drei eingeschlafenen Jünger abgebildet, die in unterschiedlichen Positionen ruhen. Nach den Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas sind es Petrus, Johannes und Jakobus, die Jesus zu seinem letzten Gebet mit in den Garten Gethsemane nahm. Sehr wahrscheinlich war diese Ikone der linke Flügel eines Triptychons, zu dem auch die Ikone 11276 gehörte. Diese beiden Ikonen sind dem sog. Italo-kretischen Stil zuzuordnen, der westliche Darstellungsformen wie z. B. eine emotionalere Darstellung der Menschen oder eine größere Raumtiefe mit der traditionellen Ikonenmalerei verband. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit einer "Noli me tangere"-Darstellung mit Rahmen
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die hier abgebildete Szene wird im Johannesevangelium beschrieben. Am Ostersonntag wollte Maria Magdalena das Grab Christi besuchen, um ihm mit einer Salbung die letzte Ehre zu erweisen. Doch sie fand das Grab offen und leer, nur die Leinentücher lagen noch darin (wie auch auf dem Bild im Hintergrund zu sehen). Als sie vor dem Grab stand und weinte, sprach sie der hinzugetretene Jesus an (Zit. Joh. 20, 15-16): „,Frau, was weinst du? Wen suchst du?‘ Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: ,Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen.‘ Spricht Jesus zu ihr: ,Maria!‘ Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: ,Rabbuni!‘, das heißt Meister.“ Dieser Dialog ist auch auf der Ikone zwischen der knienden Maria Magdalena und dem in goldene Gewänder gekleideten Christus geschrieben. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Der gute Schächer
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Bei der kleinen Tafel handelt es sich um die linke Seite eines kleinen, dreiflügeligen Klappaltars (Triptychon). Dargestellt ist die Figur des "Guten Schächers", der mit Seilen an ein Kreuz gebunden ist. Er ist lediglich mit einem ockerfarbenen Lendenschurz bekleidet. Sein rechter Arm verschwindet hinter dem Rücken, der linke ist im Zeigegestus angewinkelt. Das Kreuz steht auf einer Grünfläche vor der Stadtkulisse von Jerusalem. Die Tafel schließt oben und unten mit zwei roten Feldern ab, auf denen arabische Schriftzüge wiedergegeben sind. Der obere Text lautet übersetzt: "Jesus Christus, geschaffen im Jahr 1491 des koptischen Kalenders". Dies entspricht dem Jahr 1775 unserer Zeitrechnung. Der untere Text enthält ein Zitat nach dem Evangelium des Lukas 23.42: "Jesus, erinnere dich meiner, wenn Du das Himmelreich erreicht hast." Links oberhalb des Kopfes des Gekreuzigten ist noch schwach ein weiterer Schriftzug zu erkennen, der Bezug auf die Darstellung nimmt: "Der Schächer zur Rechten". Hier wird auf eine Episode des Lukas-Evangeliums (Lk. 23,42-43) angespielt, nach der Christus zusammen mit zwei Verbrechern auf dem Berg Golgatha gekreuzigt wurde. Der hier dargestellte gute Schächer zeigte sich reumütig und bekannte sich zum christlichen Glauben, worauf ihm das Paradies verheißen wurde. Der böse hingegenen verhöhnte Christus. Die beiden fehlenden Tafeln des Triptychons müssten folglich den gekreuzigten Christus in der Mitte und den bösen Schächer auf der rechten Seite zeigen. Das Tafelbild mit dem guten Schächer befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. Literatur: Karin Kirchhainer, in: Ikonen. Ikonen-Museum Frankfurt a. M., Frankfurt am Main 2005, S. 144-145, Nr. 31 (Cäcilia Fluck, 2019)
Ikone mit der Kreuzabnahme
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
In der Mitte der Ikone steht ein großes Kreuz, an dem der verstorbene Jesus mit einer Hand noch angenagelt ist. Josef von Arimathia, auf einer Leiter stehend, hält den Oberkörper, während der rechts unten stehende Apostel Johannes die Beine umfasst und seine Wange an den Oberschenkel Christi legt. Ebenfalls auf einer Leiter steht Nikodemus und löst den in der linken Hand verbliebenen Nagel. Nikodemus war ein im Johannesevangelium beschriebener „Führer der Juden“, der vielfach als Sympathisant Christi gesehen wurde. Unterhalb des Kreuzes sind vier Frauen zu sehen, die Gottesmutter mit einem dunklen Maphorion gekleidet und Maria Magdalena mit dem für sie typischen offenen Haar. Alle Figuren sind mit weich fallenden, goldverzierten Gewändern bekleidet und sehr gefühlsbetont dargestellt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit dem Heiligen Nikolaus
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Omophorion des hier dargestellten Heiligen Nikolaus besteht aus einem roten, mit schwarzem Rankenmuster verzierten Stoff. Seine linke Hand hält ein aufgeschlagenes Evangelienbuch, mit der Rechten macht er eine Segensgeste. Links und rechts des Heiligen sind in zwei kleinen Medaillons Christus und Maria abgebildet, die dem Heiligen das Evangelium und sein Omophorion überreichen. Auch die auf dem Rand der Ikone abgebildeten zwei Heiligen, namentlich Paraskeva und Pelagia, haben die Hände hindeutend bzw. segnend erhoben. Der Heilige Nikolaus lebte im 3./4. Jh. n. Chr. in Lykien. Um sein Leben ranken sich zahlreiche Legenden (s. auch Inv. 1/60, 11317), bis heute wird er als Heiliger der Kaufleute, Seefahrer, Leinenweber und als einer der 14 Nothelfer verehrt. Diese Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der Anbetung der Gottesmutter mit Christuskind
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Maria schwebt in kaiserlichem Gewand über einer Wolke. Auf dem linken Arm hält sie das Jesuskind, das ebenso wie sie eine Krone trägt. Zwei Engel weisen die zu ihren Seiten knienden Heiligen auf die Gottesmutter hin. Über den Engeln schweben Spruchbänder, hinter denen jeweils noch zwei weitere Heilige stehen, die ebenfalls auf Maria schauen. Über der Szene breitet der zur Hälfte in einer Wolkenbank verborgene Gottvater segnend seine Arme aus. Die Gestalt der Maria und die Darstellung des Gottvaters sind an süddeutsche spätbarocke Andachtsbilder angelehnt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit dem Heiligen Theodoros Tiro
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der heilige Theodor Tiro von Amasea, welcher hier abgebildet ist, trägt ein goldenes, mit ebenfalls goldenen Borten verziertes Gewand, darüber einen zinnoberroten Umhang. In der erhobenen rechten Hand hält er ein kleines russisches Kreuz. Der Schriftzug zu beiden Seiten seines Kopfes weist ihn als "Großmärtyrer Christi den heiligen Theodor Tiron" aus. Der Legende nach wurde der römische, christliche Soldat im frühen 4. Jahrhundert aufgrund von angeblicher Brandstiftung in einem Tempel der Kybele hingerichtet. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit dem Erzengel Michael
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
In gelber Felslandschaft steht nach rechts blickend der Erzengel Michael in frontaler Haltung. Er trägt ein grünes, goldgesticktes Unterkleid und einen gelben, um den Leib geschlungenen und von der Schulter herabhängenden Mantel. Im rechten Arm hält er eine große, durchsichtig Weltkugel mit angedeuteten weißen Wolken und der Inschrift IC (Jesus). Sein angewinkelter linker Arm mit offener Hand weist auf die Kugel. Oben auf dem Rand ist die Beischrift: "Der heilige Erzengel Michael" zu lesen. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.
Ikone mit der Empfängnis der Gottesmutter
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das obere Bild in der dreigeteilten Ikone stellt Maria mit dem Kind auf einem silbernen Thron dar. Der Thron ist reich mit barocken Zierelementen geschmückt, Maria trägt im Gegensatz zu ihrem einfach gekleideten Kind ein herrschaftliches Gewand mit Krone und Zepter. Ihr zur Seite steht der berühmte Heilige und Kirchenlehrer Basileios sowie der als Pestheilige angerufene Charalampos. Im unteren linken Bild sind Anna und Joachim, die Eltern Marias, in einem Tempel dargestellt. Die auch als „Begegnung an der goldenen Pforte“ bekannte Szene wird gekrönt von einer Sonne mit dem Auge Gottes. Im rechten Bild ist der Erzengel Michael in Rüstung und mit seinem Flammenschwert abgebildet. Auf dem Globus in seiner rechten Hand stehen die Worte „Jesus Christus Sieg“, während das Spruchband die Inschrift „Ich bin von Gott ausgegangen“ trägt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit Gottesmutter aus einer Deesis
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Maria ist als Seitenansicht dargestellt. Sie trägt ein rotbraunes Maphorion mit goldenen Verzierungen. Ihr Kopf ist Christus zugeneigt, dem sie die rechte Hand entgegenstreckt. Diese Ikone gehört gemeinsam mit 9647 und 9648 zu einer Deesis, eine dreiteilige Komposition, welche häufig im Zentrum einer Ikonostase (Bilderwand einer orthodoxen Kirche) zu finden war. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit Christus aus einer Deesis
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Christus ist hier als Weltenrichter abgebildet. Bekleidet ist er mit einem rotbraunen Chiton und einem dunkelgrünen Himation (Mantel). Die rechte Hand hält er zum Segen erhoben, in seiner Linken hält er ein aufgeschlagenes Buch. Der Text aus dem Johannisevangelium lautet: „Richtet nicht nach dem Schein, sondern übet gerechtes Gericht“ (Joh. 7, 24). Siehe auch 9647 und 9649. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit Johannes aus einer Deesis
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Johannes der Täufer, welcher hier mit einem Fellgewand und einem olivfarbenen Mantel bekleidet ist, hält die Hände in einer Geste der Fürbitte ausgestreckt. Dieses Bild fällt gemeinsam mit den dazugehörenden Ikonen 9648 und 9649 durch eine schlichte Farbgebung mit wenigen Akzenten in Gold oder Rot auf. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit dem Mandylion Jesu Christi
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Diese Darstellungsform des Jesus Christus wird auch als Mandylion bezeichnet. Dieses „nicht von Menschenhand gemachte Bild“ soll der Legende nach ein Abbild Christi sein, welches in ein Tuch eingedrückt und dem Fürsten Abgar von Edessar gesendet wurde. Die Spuren dieses Tuches verlieren sich in den Kreuzzügen, mehrere Historiker vermuten aber, dass das sogenannte Abgar-Bild mit dem Turiner Grabtuch identisch sein könnte. Ein weiteres Mandylion findet sich auf der Ikone 9636. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der Heiligen Katharina von Alexandria
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die heilige Katharina von Alexandrien ist in einem prunkvollen, mit Juwelen geschmückten Gewand und einem hermelingefütterten Mantel abgebildet. Auf ihrem Kopf trägt sie eine Krone, ein Verweis auf ihre königliche Abstammung. In ihrer rechten Hand hält sie einen Palmzweig als Symbol des Martyriums und in ihrer Linken ein Kreuz. Um sie herum liegen weitere Attribute: Bücher und ein Rad. Der Legende nach zeichnete sich die Heilige durch eine so große Gelehrsamkeit aus, dass sie 50 Philosophen, die ihr der Kaiser in einer Diskussion um den richtigen Glauben entgegengestellt hatte, zum Christentum bekehrte. Der daraufhin in Zorn entbrannte Kaiser wollte sie zuerst rädern lassen, doch nach einem Gebt der Katharina zerstörte ein Engel das Rad, mit dem sie gefoltert werden sollte. Nachdem sich noch weitere Personen bekehrten, darunter auch die Gemahlin des Kaisers, wurde sie schließlich enthauptet. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Der nicht brennende Dornbusch der Gottesmutter
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Dieses Bild ist betitelt mit den Worten „Bild des nichtverbrennenden Busches der allerheiligsten Gottesmutter“. In der Mitte steht ein aus zwei geschwungenen Vierecken gebildeter Stern. Maria steht, von Engeln umgeben, mit ihrem Kind auf dem Arm im Zentrum des blauen Vierecks. In den Spitzen des roten Vierecks sind die Symbole der vier Evangelisten abgebildet. Zwischen den acht Zacken des Sterns sind in Rosetten weitere Engel angeordnet. In den Ecken des Mittelfeldes werden vier alttestamentarische Szenen wiedergegeben: Oben links erscheint Moses im brennenden Dornbusch die Gottesmutter (Ex. 3,2), rechts davon folgt die Berufung des Jesaja (Jes. 6,1-13). In den unteren Bildern steht Ezechiel vor den verschlossenen Toren (Ez. 44,1-2), und Jakob träumt von der Himmelsleiter (Gen. 28, 10-15). Auf den Rändern sind 14 weitere Propheten mit Schriftbändern zu erkennen. Auf der Mittelachse der Ikone stehen sich die Darstellung des segnenden Gottes (oben) und eine Abbildung des biblischen Stammvaters Jesse (unten) gegenüber. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner)