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Objekttyp: Tischuhr
Globusuhr
Kunstgewerbemuseum
Ein Gestell mit zweiteiligem, profiliertem und mit Blättern verziertem Fuß, Balusterschaft und Ringbügel trägt eine Himmelskugel, die durch ein inneres Uhrwerk bewegt wird. Zwei Ziffernringe mit zweimal zwölf und mit vierundzwanzig Stunden fassen die Folge der Bilder des Tierkreises ein. Weiter unten ein Streifen mit den islamischen Stundenzeichen. Oben auf dem Ringbügel steht eine Frau, wohl die Himmelsgöttin Urania. In der Hand hält sie den Stundenzeiger, dessen Spitze auf dem oberen Stundenring die Zeit angibt. Die islamischen Ziffern weisen darauf hin, daß die Uhr einst für den Orient bestimmt war. Seit dem Friedensschluß von 1547 zahlte Österreich den Türken für den Besitz eines Teils von Ungarn einen jährlichen Tribut, der aus Geld, Silbergeschirr und Uhren bestand. Die Uhren, die der Kaiser nach Konstantinopel sandte, waren von den besten Uhrmachern des Reiches angefertigt, und somit von besonderer kunsthandwerklicher Qualität, nach den neuesten Ideen gestaltet und mit den jüngsten Erfindungen ausgestattet. So unterschieden sie sich nicht von den Stücken, die für die Fürsten und die Reichen in Europa hergestellt wurden. Auch lassen sich keine Konzessionen an einen fremdländischen Geschmack erkennen, nur wurden christlich religiöse Motive vermieden. TH
Schlag- und Weckuhr mit Greifen aus dem Pommerschen Kunstschrank
Kunstgewerbemuseum
Der kleine Zeitmesser hat die Gestalt einer Halsuhr, wird jedoch von einer Statuette des pommerschen Greifen getragen, der ihn auf Kopf und linker Tatze emporhebt. Er steht auf rundem, gestuftem Sockel und stützt die rechte Tatze auf einen Schild mit dem pommerschen Wappen. Das Uhrgehäuse ist zwölfeckig und wird von zwei Schweifwerkvoluten zu Seiten eines Zierbalusters bekrönt. Auf dem Zifferblatt lassen sich die Stunden von I bis XII Uhr auf einem äußeren, aber auch von 1-12 und 13-24 Uhr auf einem versetzt angebrachten inneren Ziffernring ablesen. Innerhalb der Ziffernringe ist eine kleine drehbare Scheibe zum Einstellen des Weckers angebracht; als Zeiger dafür dient das hintere Ende des Stundenzeigers. Der rückseitige Deckel der Räderuhr ist in Schweifwerkornament durchbrochen, auch die Platine reich gestaltet, funktionale Teile (Zahnräder u.dgl.) wirken mit ebenfalls gesägten und gravierten Schweifwerk-Elementen und gegossenen Miniatursäulen dekorativ zusammen. Der Kloben der Unruhe hat die Gestalt eines kleinen Greifen. Die Standplatte des Sockels lässt sich abschieben und erweist sich im Innern als Horizontalsonnenuhr. Entlang des äußeren Randes sind in drei konzentrischen Ziffernkreisen Skalen und Beschriftung für die Breitengrade 41°, 48° (für Augsburg) und 51° graviert. Beischriften nahe dem Kompass: ELEVATIO POLI 41 GRAD (außen), LATITUDO PO. 45 GR (Mitte), LATI. 48 GR (innen). Exzentrisch ist ein kleiner runder Kompass aufgesetzt, darunter zum unteren Rand hin zwei übereinander liegende Dreiecke zum Einstellen der Polkante. Der Sonnenuhrzeiger fehlt. bezeichnet auf der Platine: Gorg (sic) Schmidt Lit.: Julius Lessing / Adolf Brüning: Der Pommersche Kunstschrank im Königlichen Kunstgewerbe-Museum, Berlin 1905, S. 40, Nr. P 6 a,b. Barbara Mundt: Der Pommersche Kunstschrank des Augsburger Unternehmers Philipp Hainhofer für den gelehrten Herzog Philipp II. von Pommern, München 2009, S. 197f., Nr. P 6.
Spiegeluhr mit astronomischen Indikationen
Kunstgewerbemuseum
Eine trommelförmige Tischuhr, die sich auf einem Ständer in senkrechter Stellung darbietet, wird Spiegeluhr genannt. Ihren Bau verlangte die Augsburger Uhrmacherzunft seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Meisterstück. Der Berliner Prunkuhr dient als Träger der Gigant Atlas, der nach der griechischen Sage das Himmelsgewölbe mit den Gestirnen stützt. Diese Figur ist dem 1556 in Rom ausgegrabenen antiken "Atlas Farnese" nachgebildet. Oben auf dem Uhrgehäuse sitzt ein Adler mit dem Wappen von Savoyen in seinen Klauen. Die Uhr wird somit dem Herzog Victor Amadeus II. von Savoyen (1666-1732) gehört haben. Das Zifferblatt zeigt einen Kalender, darauf von außen nach innen: die Monatsdaten, die Wochentagsbuchstaben, die Tagesheiligen und die Monate mit ihren Tierkreiszeichen. Weiter innen vier Stundenkreise, wohl zum Vergleich unterschiedlicher europäischer Zeitrechnungen. Im silbernen Kreis ein Fenster für die Nachtstunden. In der Mitte ein Astrolabium mit Sonnenzeiger, Mondzeiger, Mondalter, Mondphase und Aspekteschema für Gestirnkonstellationen. Tjark Hausmann