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Objekttyp: Tonkanne
Ethnologisches Museum
Die Kanne zeigt ein für Matlatzinca-Keramik typische Abwandlung des "toltekischen" Dekors: parallele Linien um geometrische Motive.
Ethnologisches Museum
Die Gegend um Nochistlan in der Mixteca Alta scheint ein Zentrum für die Herstellung polychromer Töpferei mit der typischen Bemalung des so genannten "Codex"-Stils gewesen zu sein. Seler erwarb das Gefäß während seiner zweiten Reise nach Mexiko im Jahre 1895, auf der er sich auch in Nochistlan aufhielt. Seine Frau, Caecilie Seler-Sachs, erwähnt in ihrem Reisebericht "prächtig bemalte feine Thongefässe", die in Gräbern um Nochistlan gefunden wurden (Seler-Sachs, Caecilie, Auf alten Wegen in Mexiko und Guatemala. Reiseerinnerungen aus den Jahren 1895-97, Berlin 1925, 2. Auflage: 31f.). Kannen dieses Typs im so genannten "Pilitas"-Stil werden der Natividad/Chila Phase zugeordnet (Lind 1994: 81, 89).
Ethnologisches Museum
Der Krug gehört ebenfalls zur Gruppe der so genannten Melonenkrüge und besitzt den typischen bandförmigen Henkel. Der Ausguss formt am unteren Ende die Füße. Auf der Vorderseite des Kruges ist ein plastisches menschliches Gesicht zu sehen, dessen Augen halbgeschlossen sind. Auf den Wangen findet sich je ein roter Fleck und der Mund ist ebenfalls von einer roten Linie umrahmt. Annähernd die gesamte Oberfläche ist mit roter und schwarzer Bemalung bedeckt (A. NIcklisch 2003)
Ethnologisches Museum
Die von Caecilie Seler als Melonenkrüge bezeichneten Gefäße stellen wohl eher Kürbisse dar. Sie ähneln mit ihrer bauchigen Form, dem hochgezogenen Ausguss und dem bandförmigen Henkel europäischen Teekannen. Das vorliegende Stück ist mit seinen tiefen und regelmäßigen Einkerbungen ein besonders naturalistisches Exemplar aus dieser Gruppe. Es ist aus weißem Ton gefertigt und zeigt keine Spuren von Bemalung. (A. Nicklisch 2003)