1 Ergebnisse
Objekttyp: Votivgabe | Skulptur
Anthropomorphe Figur "Götze von Altfriesack"
Museum für Vor- und Frühgeschichte
Die nahezu lebensgroße männliche Figur hat einen ovalen Kopf mit deutlich ausgeprägtem Kinn und einem Schnauzbart. Über der gut erkennbaren Nase und den Augen verläuft die Stirnlinie, die die Unterkante einer Haartracht oder Kopfbedeckung markieren könnte. Den schmalen Torso kennzeichnen ein unnatürlich langer Hals, eng anliegende kurze Arme, eine leicht ausladende Hüfte und eine Öffnung im Schambereich, die möglicherweise auf einen eingesteckten Phallus verweist. Das Holz ist durch die Lagerung im Moor dunkel verfärbt und zeigt an der Oberfläche starke Risse infolge des Austrocknungsprozesses nach der Entnahme aus dem Feuchtboden. Die Figur wurde 1857 auf einer Landzunge zwischen Rhinkanal, Mühlgraben und Bützsee im „Wiesenmoor“, nahe dem slawischen Burgwall entdeckt. Der Auffindungsort am Wasser und der in Erwägung zu ziehende Phallus könnten auf eine Verbindung zum Fruchtbarkeitskult hinweisen. Literatur: J. Herrmann/P. Donat (Hrsg.), Corpus archäologischer Quellen zur Frühgeschichte (Berlin 1979) 3. Lief., Textbd. S. 114. – M. Bertram/ U. Heußner/ P. Szczepanik/ A. Sklebitz, Germanisch oder Slawisch? Die Kultfigur von Altfriesack, Kr. Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg. In: Acta Praehistorica et Archaeologica 51, 2019 (erscheint November 2019), mit ausführlichem Literaturverzeichnis.