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Objekttyp: Wandgruppe
Die Lorcher Kreuztragung aus St. Martin in Lorch am Rhein; Mutterdatensatz (Ausnahmetatbestand)
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Gruppe gilt als eines der Hauptwerke der mittelrheinischen Tonplastik um 1400. Mittelpunkt des Zuges nach Golgotha war die Gestalt des kreuztragenden Christus (im Gipsabguss gezeigt), der ebenso wie die Figuren der beiden Schächer und eines ursprünglich separat aufgestellten adeligen Stifters zu den Kriegsverlusten zählt. Links erblickt man trauernde Frauen, darunter die von Johannes gestützte Gottesmutter und Veronika, die den Abdruck des Antlitzes Christi auf dem Schweißtuch präsentiert, ferner Simon von Kyrene, Soldaten und Knechte. Unter ihnen befindet sich auch der Hauptmann, der später die göttliche Herkunft des Gekreuzigten erkannte. Das Gehäuse geht auf eine 1837 veröffentlichte Rekonstruktion zurück, der Maßwerkfries ist nach einem erhaltenen originalen Segment ergänzt.
Himmelfahrt der Maria
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Obwohl Maria, die Mutter Jesu, in der Bibel nur selten erwähnt wird, wurde sie im Mittelalter zu einer zentralen Figur des Christentums. Man verehrte sie als die Braut Christi, Personifizierung der Kirche, Himmelskönigin und Fürsprecherin der Menschheit. Legenden über ihr Leben wurden ausgeschmückt und Theologen sahen Parallelen zwischen ihr und Christus: Ihre compassio (Mitleid) entsprach seiner Passion, insofern sie im Geiste gekreuzigt wurde, während er körperlich am Kreuz litt. Wie Christus war Maria drei Tage nach ihrem Tod auferstanden. Wie er war sie in den Himmel aufgefahren, was dieses bedeutende Relief thematisch darstellt.
Beweinung Christi
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Relief gehört zu den Hauptwerken des niederrheinischen Bildschnitzers Tilman Heysacker, gen. Kraydunck, der von 1487 bis 1515 eine Werkstatt in Köln leitete. Möglicherweise war die Gruppe der zentrale Teil eines Schnitzaltares. Ursprünglich war die Skulptur farbig gefasst. Der Kopf des Nikodemus (2. Figur von links oben) ist eine moderne Ergänzung.