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Objekttyp: Webstuhl
Ethnologisches Museum
Veröffentlichungen: Beduinen im Negev. Eine Ausstellung der Sammlung Sonia Gidal/ Text u. wiss. Bearb. Friederike Korsching/ Ph.v.Zabern, Mainz (Ausstellungskatalog des Staatlichen Museum für Völkerkunde München)
Ethnologisches Museum
Am unteren Ende des fertigen Gewebes ist ein Eisenstab, 73cm lang, durch die Schlaufen der rückläfigen Kettfäden gezogen. Die beiden Seitenketten sind am Stab verknotet. Eine handbreit oberhalb des gewebten Stückes ist ein Holzschwert, 91,5cm länge, dessen beiden Enden für eine Haltevorrichtung bearbeitet sind. Darüber befindet sich ein Spannstock, 72cm lang, eine durchgehende Schnur aus gezwirnter weißer Ziegenwolle ist wechselseitig um Schwert und Spannstock gewickelt. Surch die losen Schlaufen am Schwert laufen die Kettfäden. Die Kette besteht aus einem durchgehenden Faden in verschiedener Reihenfolge aneinandergeknüpfter brauner Schaf- und weißer und grauer Ziegenwolle. Die Gesamtlänge der Kette beträgt 270cm. Der Schußfaden aus grauer, gezwirnter Ziegenwolle besteht aus mehreren aneinandergeknüpften Einzelfäden. Er ist jeweils rückläufig um die beiden äußeren Kettfäden geführt. Der bereits fertig gestellte Gewebeteil mißt 37cm Breite und 62cm Länge. Er ist durch die Kettfäden in sich streifenartig gemustert
Ethnologisches Museum
4 teilig, Brettschenwebstuhl für Baumwollgürtel. Bespannter Webstuhl, um weißes und dunkelblaues Baumwollgarn zu einem Gürtel mit Streifenmuster zu verweben. Kettbaum und Webschwert sind mit Schnitzereien versehen. Herstellung der Textilien Die Herstellung von Textilien, von der Faser bis zum fertigen Kleidungsstück, gehört zur Domäne der Frauen. Aufgrund der klimatischen Bedingungen in den nördlichen Breitengraden, in denen die Ainu leben, werden die Fasern vor allem aus dem Bast von Bäumen, hauptsächlich Ulmen, aber auch Linden, gewonnen. Die Rinde wird direkt vom Baum abgeschält, während er noch steht, und der Bast, die faserige Innenschicht, wird von der dunklen Rinde auf der Außenseite getrennt. Diese Fasern werden gekocht und zerstoßen, um sie weicher zu machen. Anschließend wird der Bast in feinere Fasern geteilt und schließlich zu Fäden verzwirnt. Die von den Ainu verwendete Webausrüstung ist einfach. Die Weberin hängt die gebündelten Kettfäden mit einem Haken an den Hauspfeiler oder im Sommer an einen Baum und legt sich einen Gürtel um den Rücken, um die Spannung der Fäden aufrechtzuerhalten. Die Stoffbahnen werden zu einer Art Mantel zusammengenäht, ähnlich wie bei einem Kimono, und mit bandartigen Applikationen aus importierter japanischer Baumwolle verziert, die anschließend bestickt werden. Diese Applikationen verlaufen entlang der Säume, den Öffnungen des Kleidungsstücks, und sind auf dem Rücken angebracht. Sie haben einen apotropäischen Charakter und sollen den Träger des Gewandes vor dem Bösen schützen.
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Herstellung der Textilien bei den Ainu Die Herstellung von Textilien, von der Faser bis zum fertigen Kleidungsstück, gehört zur Domäne der Frauen. Aufgrund der klimatischen Bedingungen in den nördlichen Breitengraden, in denen die Ainu leben, werden die Fasern vor allem aus dem Bast von Bäumen, hauptsächlich Ulmen, aber auch Linden, gewonnen. Die Rinde wird direkt vom Baum abgeschält, während er noch steht, und der Bast, die faserige Innenschicht, wird von der dunklen Rinde auf der Außenseite getrennt. Diese Fasern werden gekocht und zerstoßen, um sie weicher zu machen. Anschließend wird der Bast in feinere Fasern geteilt und schließlich zu Fäden verzwirnt. Die von den Ainu verwendete Webausrüstung ist einfach. Die Weberin hängt die gebündelten Kettfäden mit einem Haken an den Hauspfeiler oder im Sommer an einen Baum und legt sich einen Gürtel um den Rücken, um die Spannung der Fäden aufrechtzuerhalten. Die Stoffbahnen werden zu einer Art Mantel zusammengenäht, ähnlich wie bei einem Kimono, und mit bandartigen Applikationen aus importierter japanischer Baumwolle verziert, die anschließend bestickt werden. Diese Applikationen verlaufen entlang der Säume, den Öffnungen des Kleidungsstücks, und sind auf dem Rücken angebracht. Sie haben einen apotropäischen Charakter und sollen den Träger des Gewandes vor dem Bösen schützen.